Ein wichtiger Faktor für die Qualität des Weines ist - neben der Rebsorte und der Ausbaumethode – das Klima und die Lage des Weinberges und damit verbunden natürlich der Boden, jene Erde, in der die Reben wurzeln.
Das bei uns überhaupt Reben wachsen, verdanken wir dem warmen Golfstrom, der das Klima Westeuropas begünstigt.
Trotz allem sind die Bedingungen und Witterungen hierzulande nicht mit dem Mittelmeerraum zu vergleichen: Die Sonne scheint weniger lang, die frostfreie Periode ist kürzer und im Sommer regnet es mehr als in den südlichen Weinbaugebieten. Diese Klimafaktoren haben für den Weinbau ganz spezielle Auswirkungen. Natürlich ist nicht jedes Jahr gleich dem anderen. Der Weinbau ist stark abhängig von der Witterung und den klimatischen Bedingungen während des ganzen Jahres. Darum ist es auch leicht nachzuvollziehen, dass die Weine durch jahrgangbedingte Schwankungen in Quantität und Qualität immer wieder variieren.
Die klimatischen Mindestanforderungen der Rebe:Die klimatischen Mindestanforderungen der Rebe:
Die Rebe ist das Sprachrohr des Bodens
Im Boden ist das Gedächtnis der Natur gespeichert. Diese aufgezeichnete Erdzeit-Geschichte kann auf Grund ihrer geographischen Eigenheiten immer wiederkehrende, schmeckbare Konstanten hervorbringen. Ist der Boden zum Beispiel von Schiefer oder Kalk geprägt, werden sich diese Komponenten auch in dem Wein wieder finden und ihn charakterisieren. Erst die unterschiedlichen Bodenstrukturen der einzelnen Anbaugebiete - vom lockeren sandigen Untergrund über Lehm- und Löss-Böden bis zum brüchigen Schiefer oder harten Granit – garantieren die Rebsorten- und Geschmacksvielfalt deutscher Weine und machen sie in ihrem breiten Angebot einzigartig.
Terroir: Schmeckbare Herkunft des Weines
Wenn es um Terroir geht, kommt vor allem dem Boden eine zentrale Rolle zu. Aber der Begriff umfasst längst nicht nur die Bodenstruktur des Weinbergs. Vielmehr verdeutlicht die Bezeichnung „Terroir“ die Komplexität des Weinbaus, bei dem mehrere Faktoren ineinandergreifen, sich ergänzen und letzendlich eine Einheit bilden. Die Intension des Terroir-Gedankens ist, dass der Wein ein geschmackliches Spiegelbild seiner bestimmbaren Heimat ist und den Charakter seiner Herkunft schmeckbar macht. Er schließt deswegen neben dem Boden auch die Rebsorte, die besonderen klimatischen Verhältnisse und natürlich die Arbeit des Winzers mit ein. All diese Faktoren werden unter dem Begriff „Terroir“ zusammengefasst und sind untrennbar miteinander verbunden. Das wichtigste Kapital ist dabei sicherlich der eigentliche Nähr-Boden, der gleichzeitig einen relativ konstanten Faktor darstellt. Denn vorhandene Boden¬formationen und geographische Besonderheiten ändern sich in aller Regel nur durch einen massiven Eingriff des Menschen.
Der Winzer muss erkennen, welche Rebsorte - unter Berücksichtigung der klimatischen Besonderheiten - für seinen Weinberg und seinen angestrebten Weinstil am besten geeignet ist. In dieser Konstellation – Boden, Klima, Rebsorte und Winzer – entsteht bei harmonischem Zusammenspiel der unverwechselbare Charakter eines Weines. Damit bietet das Terroir in seiner jeweiligen geographischen Begrenzung durchaus geschmackliche Sicherheit - und genau darin liegt seine Authentizität begründet. In den richtigen Händen kann nahezu jede Bodenformation großartige Weinqualitäten hervorbringen. Ausgezeichnete Weine von mehr oder weniger unbekannten und nicht historischen Weinbergen haben dies in den letzten Jahrzehnten eindrucksvoll und schmeckbar bewiesen.
[Quelle: Deutsches Weininstitut]
(c) 2011 · Sonja & Thomas Kocher · Hagacker 97 · 4588 Unterramsern · 031 765 60 39