Weinlexikon

Von A wie Agraffe bis Z wie Zinfandel - ein kleines Weinlexikon

Ist die Luftkammer ein Lagerort für Ihren Wein? Wie wird die Zuckerung geregelt? Es gibt unendlich viele Fragen zum Thema Wein. Das Lexikon soll versuchen, einige Antworten zu geben.

  • Abboccato

    ital. vollmundig. Bezeichnung für halbtrocken. Eine leichte, bereits wahrnehmbare Süsse, die zwischen semisecco und AMABILE liegt

  • Abbauen

    Alterserscheinung, hauptsächlich herbeigeführt durch Säureverlust (abgebaut, Altern)
  • Abbeeren

    Auch Entrappen - Ablösen der Beeren von den Stielen vor der Gärung, eine Maßnahme, die heute weithin für die Erzeugung eines guten Rotweins als unverzichtbar gilt. Es gibt jedoch Regionen oder Weinjahrgänge, in denen man bei Rotweinen einige Stiele mit den Beeren vergären läßt, wodurch der Wein herber, gerbstoffhaltiger und spätreifer, andererseits auch langlebiger wird.

  • Abfüllen

    Umfüllung aus den Fässern in Flaschen Ausdrücke wie Abfüllung am Herkunftsort, hergestellt und abgefüllt, oder Erzeugerabfüllung besagen, dass der Herkunfts-und Erzeugerort mit dem Ort der Abfüllung übereinstimmt. Im Falle, dass der Wein von einem anderen Betrieb abgefüllt wird, muss die Aufschrift auf dem Flaschenetikett abgefüllt von... lauten

  • Abgang

    Nachgeschmack nach dem Schlucken eines Weins. Je nach Qualität des Weins mehr oder weniger anhaltend und intensiv

  • Abgebaut

    Ursache für den Abbau eines Weines ist oft auf Oxidation oder falsche Lagerung zurückzuführen. Erkennbares Zeichen für den Abbau ist eine Trübung des Weins, sowie ein bitterer, fahler Geschmack.

  • Abgerundet

    Ein Wein, der der Herkunft, der Traubensorte und dem Jahrgang nach voll entspricht.

  • Abruzzen

    Die 11'000 km2 grossen Abruzzen sind eine mittelitalienische Adria-Region die in der Grösse und der Bevölkerungszahl an 14. Stelle liegt und wird in 4 Provinzen unterteilt. In der gut 30'000 ha grossen Gesamtrebfläche sind 2 DOC-Zonen ausgwiesen: Trebbiano d´Abruzzo und Montepulciano d´Abruzzo. Es werden jährlich ca. 4 Mio. hl Wein produziert, Der Durchschnittsertrag von ca. 133 hl/ha ist der höchste Italiens. Spitzenerzeuger halten ihre Erträge aber wesentlich niedriger. Die beiden fast 3000 m hohen Berge Corno Grande und Monte Amaro sind die höchsten Gipfel im Apennin. Dadurch ist die gesamte Region ein sehr gebirgiges und hügeliges Hochland. Im klimatisch kühlen und hoch gelegenen Landesinneren, sowie an der beständig warmen und trockenen Adriaküste wachsen auf kalkreichem Lehmboden hauptsächlich die roten Rebsorten Montepulciano, Sangiovese und Giliegiolo sowie die weissen Trebbiano, Cococciola und Passerina.

  • Abstich

    Das durch Umfüllen von einem Faß in ein anderes erfolgende Abziehen (auch Abstechen oder Abschlauchen genannt) des klaren jungen Weins vom Trub (Bodensatz), der sich angesammelt hat. Der Zeitpunkt des Abstiches ist sehr wichtig, da dadurch bestimmte Entwicklungsstadien des Weins abgeschlossen, bzw. eingeleitet werden. Der erste Abstich dient der Entfernung verderblicher Hefeläger, nach 2. und 3. Abstich ist ein Wein geklärt, geschönt und geschwefelt.Beim Abstich (französisch soutirage, italienisch travaso, englisch racking) gehen normalerweise 2-3% des Volumens des Weins verloren. Während bei traditionellen Vinifikations-verfahren bis zu viermal im Jahr abgestochen wird, begnügt man sich heute vielfach aus Gründen des reduktiven Ausbaus mit insgesamt zwei Abstichen. Dabei werden aus wirtschaftlichen Erwägungen zunehmend Zentrifugen (Separieren) und Kieselgurfilter (Filtrieren) eingesetzt.

  • Accad

    Nach dem Erfinder benannte Vinifikations-Methode der Kaltmazeration.

  • Acidità

    siehe Säure

  • Acolon

    siehe Rebsorten

  • Adega

    Protugiesische Bezeichnung für Weinkellerei/Familienbetriebe und Weinlager.

  • Adstringierend

    Geschmackseindruck, der durch hohen Tanningehalt eines Weins entsteht. Die Schleimhäute ziehen sich zusammen, der Geschmack wird bitter und streng. Lagerung nimmt tanninreichen Weinen die Strenge.

  • Äthylalkohol

    auch Äthanol. Alkohol in hochwertiger Form Er entsteht während der ersten Gärung, der alkoholischen Gärung, aus dem Traubenzucker. Seine Höhe hängt vom ursprünglichen Zuckergehalt der Traube ab und davon, wieweit der Zucker vergoren wurde. Der Alkoholgehalt des Weins liegt zwischen 9 Volumenprozent bis zu 14,5–15 Volumenprozent

  • Agclianico

    siehe Rebsorten

  • Agraffe

    Verschlußkappe aus Draht zur Sicherung des Korkens auf der Sektflasche. Kreativen Zeitgenossen basteln daraus allerlei Getier.

  • Alambrado

    Spanischer Ausdruck für die von einem feinen Drahtnetz umspannten Flasche. Bei gehobenen Qualitäten wird diese "Verpackungsart" verwendet.

  • Albana di Romagna

    Ein Weisswein der gleichnamigen Rebsorte, der trocken, lieblich oder passito ausgebaut wird. Seit 1987 mit dem DOCG-Prädikat ausgezeichnet. Man sagt, dass der beste Albana aus dem Ort Bertinoro stammt.

  • Albanello

    Sizilianischer Weisswein aus der Provinz Syrakus. Er ist sehr alkoholhaltig und erinnert an einen Marsala. Wird aber auch süss ausgebaut.

  • Albariza

    Der außergewöhnliche, weiße Kreideboden von Jerez in Andalusien, der im Sherry-Gebiet die besten Finos und Manzanillas hervorbringt. Etwa Øhnlichen Boden gibt es im Gebiet von Montilla-Moriles.

  • Albumin

    ein Eiweiß, dass dem Wein zur Schönung und somit zur Stabilisierung des Weins dient. Albumin als Filter bindet instabile Tanine und Anthocyane.

  • Alcamo

    Sizilianischer, vollmundiger, eleganter Weisswein. Besteht zu 80% aus Catarratto bianco.

  • Aleatico

    siehe Rebsorten

  • Aligoté

    weiße französische Rebsorte; wird hauptsächlich in Burgund angebaut.

  • Alkohol

    entsteht bei der Vergärung des im Traubenmost gelösten Zuckers durch Hefen in Äthylalkohol (C2H5OH) und Kohlensäure. Die Hefepilze spalten den Zucker in Weingeist (Äthanol) und Kohlensäure auf. Dieser Alkohol ist farblos und von angenehmem Geruch. Je nach Zuckergehalt des Mostes, der Art der Hefen sowie der Temperaturen während der Gärung entstehen 40-140 g/l, jedenfalls nicht mehr als 144 g/l (18,2% vol.) Alkohol. Weine mit höherem Alkoholgehalt sind gespritet. Ganz grob gerechnet enthalten in Deutschland je nach Herkunft, Rebsorte und Süße Kabinettweine ca. 70-80 g/l und Spätlesen ca. 75-90 g/l (tatsächlichen) Alkohol, während der (fiktive) Gesamtalkohol - errechnet aus tatsächlichem Alkohol plus dem theoretischen Alkoholgehalt des nicht vergorenen Restzuckers - je nach Süße erheblich höher liegen kann. Die Angabe des Gesamtalkohols kann daher außer bei trockenen Weinen leicht recht irreführend sein. Ab 1.5.1988 müssen alle in der EG in den Handel kommenden Weine die Angabe des tatsächlichen Alkoholgehalts auf dem Etikett führen.- Üblicherweise wird der Alkoholgehalt eines Weines heute in Volumenprozent (% vol.) angegeben: 7,95 g/l ^= 1 % vol. Alkohol. Schon den Sumereren war die berauschende Wirkung von gärendem Traubensaft bekannt. Doch erst im 19. Jahrhundert lüftete der Franzose Louis Pasteur das Geheimnis der Hefepilze. Interessantes zum Thema Wein und Alkohol finden Sie in Nicolai Worms Buch "TÄGLICH WEIN - Gesünder leben mit Wein und mediterraner Ernährung", erschienen 1996 im Hallwag-Verlag AG, Bern.

  • Alkoholfreier Wein

    enthält immer noch 1 bis 2 Volumenprozent Alkohol, alkoholarmer Wein hat zwischen 2 und 5,5 Prozent. Der Alkohol wird dem Wein durch aufwendige technische Verfahren entzogen, gleichzeitig werden aber auch viele Aromen zerstört. Schmeckt weniger nach Wein als nach angereichertem Traubensaft.

  • Alkoholgehalt

    Der natürliche Alkoholgehalt eines Weines ist zwar kein absolut gültiger Maßstab für die Qualität, aber doch ein sehr maßgeblicher Faktor, nämlich Ausdruck der Traubenreife. In engen Grenzen darf ein durch natürliche Umstände zu niedriger Alkoholgehalt erhöht werden. Dieser muß in Volumenprozent (% Vol) auf dem Etikett der Weinflasche angegeben werden (= wieviel ml Alkohol in 100 ml Wein enthalten sind).

  • Alsace vin 'dalsace

    Herkunftsbezeichnung für alle Elsässer Weine mit Appellation Contrôlée

  • Altern

    von Wein Jeder Wein verändert sich mit zunehmendem Alter, doch über die damit verbundenen Fragen, über den Grad der Veränderung, ™ber Charakter, Qualität, Lagerfähigkeit, Entwicklungsdauer u.a. herrscht vielfach Unklarheit, zumal der Trend zu jungen, frischen Weinen im Zug der Zeit zu liegen scheint, tatsächlich jedoch oftmals allein Unkenntnis verbirgt. Viele Faktoren entscheiden über die Reifeentwicklung eines Weins, und nur auf die wenigsten von ihnen hat der Weintrinker Einfluß. Boden, Rebsorte, Vinifikation und Weinausbau sind dagegen von entscheidender Bedeutung. Die Mehrzahl gewöhnlicher Weine verbessert sich, wenn überhaupt, nur unwesentlich auf der Flasche. Jeder bessere Wein verfügt dagegen über verschiedene Lebensalter - seine Jugend, seine Reife und sein Alter. Diese Phasen mögen ganz unterschiedlicher Länge sein, ohne daß man darüber allgemeine Angaben machen könnte. Seit es aber in vielen Teilen der Welt als Fortschritt gepriesen wird, Weißweine ausschließlich in Stahl- oder Kunststofftanks möglichst reduktiv auszubauen, macht es in der Regel keinen Sinn mehr, auch die besten von ihnen länger als 5-6 Jahre liegen zu lassen; vielmehr sollte man sie tunlichst in den ersten drei Jahren getrunken haben. Bei Weißweinen, die zumindest eine Reihe von Monaten in Holzfässern sorgfältig ausgebaut wurden, aus einer hervorragenden Rebsorte und Lage, einem guten und besseren Jahrgang und von einem zuverlässigen Erzeuger stammen, sieht dies anders aus. Einen bemerkenswerten weißen Burgunder oder Bordeaux aus einem überdurchschnittlichen Jahr ist erst nach 5 Jahren Lagerung optimal zu geniessen. Aber auch 10 oder 15 Jahre sind dann keine Seltenheit. Bei großen Rotweinen, gleich ob aus Frankreich, Italien, Spanien versteht sich diese Geduld zur Lagerung von selbst. Dabei schaden Temperaturschwankung von ca. 10° C über das Jahr selbst einem trockenen Weißwein nach 15 Jahren nicht.

  • Altersbukket (Firne)

    Lange gelagerte und gereifte Weine entwickeln einen angenehmen Altersgeschmack. Bei hochwertigen Weinen gilt die Firne als Qualitätssteigerung.

  • Alto Adige

    Südtirol, nördliche Gegend des Etschtals, zeichnet sich aus durch felsige Landschaft, welche die tagsüber gespeicherte Wärme nachts dem Traubengut abgibt, weshalb sehr ausgewogene und reife Weine entstehen. Hauptort ist Bozen. Die gleichnamige Provinz umfasst 33 DOC-Gebiete. Die roten Trauben sind bis auf 700 m.ü. M., die Weissen bis 900 ü.M. anzutreffen.

  • Amabile

    ital. Bezeichnung für halbsüß, die Steigerung von abboccato

  • Amaro

    bitter; amarognolo = Bittermandelgeschmack

  • Amarone

    Der Amarone wird seit Jahrhunderten nach mehr oder weniger demselben Verfahren hergestellt, doch ist er erst mit dem ausserordentlichen Jahrgang 1990 so berühmt geworden wie beispielsweise der Barolo oder der Brunello. Er ist ein einmaliger Wein, den Kenner für einen der besten Rotweine Italiens halten. Seine Existenz hat der dem Recioto zu verdanken. Er wird zu hundert Prozent aus bis zu vier Monate lang (halb)getrockneten Trauben gemacht (Im Gegensatz zum Recioto , welcher 4 bis 6 Monate getrocknet wird). Die Trauben werden auf Holzrosten gelagert, an einem kühlen, gut durchlüfteten Ort. Dabei verlieren sie fast die Hälfte des Wasseranteils. Im Februar werden sie gepresst; die Gärung dauert rund eineinhalb Monate. Drei Jahre lässt man dem Wein dann Zeit für die Fassgärung, nochmals eineinhalb Jahre für die Flaschenreife. Rebsorten: 75% Corvina Veronese, 20% Rondinella, 5% Molinara. Er ist ein fast trockener Wein mit einem Restzuckergehalt von nur 0,4 %. Es entsteht ein sehr langlebiger, trockener, rassiger Wein, der trotz seines starken Charakters und Alkoholgehalts von mindestens 14 % eine reizvolle Süsse, samtige Eleganz und Fruchtigkeit ohne jede Strenge vermittelt. Seine Farbe leuchtet intensiv rubinrot, der Duft ist weich und warm, der Geschmack erinnert an Sauerkirschen, Himbeeren, Veilchen und Zimt in einem ganz harmonischen Zusammenklang.

  • Amerikanerrebe

    Amerikanische Ursprungsreben, die heute als Unterlagsreben für die europäischen Edelreben verwendet werden, weil sie sich als resistent gegen die Reblaus erwiesen haben.

  • Ampelographie

    Die Lehre von den verschiedenen Rebsorten, ihre Beschreibung und wissenschaftliche Klassifizierung.

  • Amtliche Prüfugnsnummer

    Sie wird einem Wein ausgestellt, der von der Prüfungsbehörde als Qualitätswein mit oder ohne Prädikat anerkannt worden ist. Die Amtliche Prüfungsnummer (A.P.Nr.) setzt sich zusammen aus diesem Wort oder der Abkürzung, der Betriebsnummer (bestehend aus der Nummer der Prüfstelle, der Nummer des Abfüllortes und der Kennziffer des Abfüllbetriebes) und Antragsnummer und -jahr. Beispiel: Bei der A.P.Nr. 4 725 012 194 wäre sonach 4 = Kennziffer der Prüfstelle Alzey, 725 = Ort (Firmensitz) des Abfüllers, 012 = Kennziffer des Abfüllbetriebes, 1 = Antragsnummer (Partie) des Betriebes, 94 = Jahr der Antragstellung. Die A.P.Nr. muß deshalb auf dem Etikett stehen. Ohne sie darf ein Qualitätswein nicht in den Verkehr gebracht werden.

  • Anjou

    Weine mit Appellation Contrôlée aus dem Anjou-Gebiet , einem traditionellen Rotweingebiet an der Loire um die Stadt Anger, bekannt sind vor allem die leicht süßen Roséweine

  • Annata

    italienisch für Jahrgang. Auch Bezeichnung für einen jungen, schon im Jahr nach der Lese freigegebenen Wein.

  • Anregend

    Ein gefälliger Wein, der nicht unbedingt anspruchsvoll sein muß.

  • Anreichern

    Legales Zusetzen von Zucker vor der Gärung zur Erhöhung des Alkoholgehaltes des Weins; in Österreich aufbessern genannt. Dieses Verfahren (früher in Deutschland verbessern genannt) darf nicht zur Süssung des Weins verwandt werden (jedoch Süssreserve). Laut EG-Verordnung darf auf diese Weise der Alkoholgehalt bei Weinen der Weinanbauzone A um höchstens 3,5% vol. (in besonders ungünstigen Jahren um 4,5% vol.), in der Zone B um höchstens 2,5% vol. (bzw. 3,5% vol.) und in den Zonen C um 2% vol. erhöht werden. In Deutschland und Österreich darf diese Anreicherung lediglich bei Tafel- und einfachen Qualitätsweinen erfolgen; Kabinettweinen, Spätlesen u.a darf kein Zucker zugesetzt werden. In Südafrika (mit Ausnahmen), Italien, Kalifornien u.a. ist das Anreichern verboten.

  • Antabus

    Alkoholentwöhnungsmittel, Wirkstoff: Disulfiram (Tetraethylthiuramdisulfid). Die Wirkung beruht auf einer Auslösung von Alkoholintoleranz. Bereits bei Konsum kleiner Alkoholmengen kommt es zu unangenehmen Erscheinungen wie Hautrötung, Hitzegefühl und Übelkeit, oft auch Herz-Kreislauf-Beschwerden.

  • Antinori (Marchesi Antinori)

    Seit 1385, seit 26 Generationen, produziert die Familie Antinori - ununterbrochen seit sechs Jahrhunderten- Weine hoher Qualität. Die Kombination von jahrhundertealten toskanischen und umbrischen Traditionen mit moderner Innovation hat die Familie Antinori zu der wichtigsten Familie im italienischen Weinbau gemacht.

  • A.O.C.

    Appellation d´Origine ContrÔlÉe frz. Kontrollierte Herkunftsbezeichnung der französischen Weine; sie sind der Herkunft, Rebsorten, Reifegrad bzw. Mostgewicht und Zucker- und Alkoholgehalt festgelegt. Durch behördliches Dekret ist der Ursprung des Weines klar deklariert (Gebiet, Distrikt, Gemeinde, Lage), nach dem er auf dem Etikett auch benannt ist. Damit werden die typischen Eigenschaften einer Appellation bewahrt.

  • Aostatal

    Die Rebstöcke der kleinsten Region Italiens sind grösstenteils auf künstlich angelegten Terrassen gepflanzt und müssen in mühsamer Arbeit bewirtschaftet werden. Die Weinberge Courmayeur und Morgex gehören zu den höchsten Europas. Die Palette der Weine reicht vom allgegenwärtigen Chardonnay bis zum Vin de La Sabla, der aus Petit Rouge, Fumin und eventuell weiteren roten Sorten bestehen kann.

  • A.P.Nr.

    Abkürzung für Amtliche Prüfnummer

  • Apéritif

    Ein Glas Champagner, Sekt, Prosecco, leichter Weisswein oder Sherry als Appetitanreger vor dem Essen. Öffnet Sinne und Magen für die kommenden Speisen.

  • Apfelsäure

    hart schmeckender, natürlicher Bestandteil des Weins. Bei frischen Weißweinen geduldet, bei Weißweinen, die im Barrique ausgebaut werden, meist unerwünscht. Bei Rotweinen stets unerwünscht siehe Malolaktische Gärung.

  • Apiana (Fiano)

    siehe Rebsorten

  • Appelation contrôlée (A.C.)

    In Frankreich 1935 eingeführte und staatlich überwachte Bezeichnung. Sie garantiert die Herkunft eines Weines aus einem ganz bestimmten Gebiet, aber auch die vorgeschriebene Verwendung einer ganz bestimmten Traubensorte, die Einhaltung der Pflege und die Ernte des Weins zu einem bestimmten Zeitpunkt. Die Bezeichnung wird mit A.C. abgekürzt.

  • Apulien

    Wahrscheinlicher Ursprung der heutigen Weinkultur. Schon in der Bronzezeit wurde hier Wein bereitet und als um 2000 v. Chr. die Griechen in Apulien siedelten nannten sie es "Oinotria Tellus" - Land des Weins. Das heutige Apulien, der Stiefelabsatz Italiens, ist mit einer Fläche von 19'350 km2 die 7. grösste Region Italiens. Diese Region ist eine lang gezogene, leicht hügelige Ebene am Adriatischen und Ionischen Meer mit 830 km Küste. Im Sommer kann es in Apulien sehr heiss werden und Niederschlag wird fast ausschliesslich im Winter erwartet, wodurch der rot-braune, teils lehmige, teils sandige Boden über Kalkgestein oft bewässert werden muss. Reichhaltige Auswahl an Rebsorten wird von vielen alteigesessenen angeführt. Die wichtigste für Rotwein sind Negroamaro, Primitivo und Malvasia Nera, für Weisswein sind es Verdeca, Bianco d´Alessano, Malvasia Bianca, Bombino Bianco und Trebbiano Toscano

  • Aräometer

    Senkwaage zur exakten Bestimmung des spezifischen Gewichts von Flüssigkeiten. Entwickelt von Ferdinand Christian Oechsle. Im Weinberg und im Weinkeller benutzt man heute zur schnellen, aber ungenaueren Bestimmung des Mostgewichtes den Refraktometer

  • Armagnac

    Kontrollierte Ursprungsbezeichnung für einen Weinbrand aus der Gascogne im Südwesten Frankreichs. Als Traubensorte werden die weissen Traubensorten Colombard, Folle Blache und Ugni Blanc verwendet, die dort auf ton- und kieselhaltigem Boden wachsen. Im Unterschied zu Cognac wird Armagnac in einem kontinuierlichen Brennverfahren einmal destilliert, also nicht rektifiziert. Anschliessend erfolgt direkt Lagerung in kleinen Eichenholzfässern für 3-20 Jahre. Der Mindestalkoholgehalt beträgt 40 Vol%.

  • Arneis

    siehe Rebsorten

  • Aroma

    Geschmack und Geruchseindruck des Weins.

  • Aromastoffe

    entstehen meist bei der Gärung. Heute sind bis zu 400 verschiedene Aromastoffe nachweisbar. Sie verändern sich durch Oxidation an der Luft. Die Oxidation ist auch der Grund für die Veränderung des Buketts die mit dem Altern des Weins einhergeht.

  • Arrope

    Traubenkonzentrat, das durch Einkochen von unvergorenem Traubenmost auf ein Fünftel seines ursprünglichen Volumens entsteht. Auf diese Weise enthält man eine tiefbraune Flüssigkeit, die nach gebranntem Zucker oder Karamel schmeckt. Man benutzt sie als Zuckerungs- und Farbzusatz für billigen Sherry der Kategorien Oloroso und Cream Sherry.

  • Asciutto

    ital. extra trocken; secco = trocken; semisecco = halbtrocken; amabile = halbsüss; dolce = süss).

  • Assaggiatore (Degustatore)

    Weinverkoster - Person, die damit beauftragt ist, Weine zur Feststellung und zum Vergleich ihrer Güte zu verkosten

  • Assemblage

    Mischen gleichen Weins aus verschiedenen Fässern unterschiedlicher, aber zueinander passender Weinpartien oder verschiedener Rebsorten zu einem einheitlichen Wein (zum Beispiel Champagner, Bordeaux) siehe auch Cuvée.

  • Asti

    Dieser Wein hat den Namen dieser Stadt in aller Welt bekannt gemacht. Asti ist der aromatische Sekt schlechthin, einer der wenigen in Italien, der das D.O.C.G. Prädikat trägt. Er wird aus der weißen Muskattraube hergestellt, hat ein charakteristisches Aroma und einen fruchtigen im ersten Moment sehr intensiven Geschmack, sein Alkoholgehalt ist mäßig. Eine Weinsorte für besondere Gelegenheiten: mit seinem süßen Geschmack ist er ideal zum Dessert.

  • Atmen

    Durch Dekantieren und offenes Stehenlassen, wird ein Wein eine gewisse Zeit der Berührung mit Luft ausgesetzt.

  • Aufbessern

    In Österreich erlaubtes Zusetzen zum Most von bis zu 5 kg/hl Zucker oder Traubendicksaft zur Erhöhung des Alkoholgehaltes des Weins, auch Lesegutaufbesserung genannt. Anreichern, Chaptalisieren.

  • Auffüllen

    Normalerweise einmal wöchentlich vorgenommener Ersatz des im Holzfaß verdunsteten jungen Weins (Schwund) durch Auffüllen, damit keine Luft zwischen der Oberfläche des Faßinhalts und dem Spund auf den Wein einwirkt. Regelmäßiges Auffüllen gehört daher zur Arbeit jedes gepflegten Weingutes. In der Schweiz darf man allen Weinen bis zu 8% "Auffüllwein" zusetzen, und man benutzt dies auch dort, wo dank des Ausbaus in Stahltanks gar kein Schwund entsteht, zur Korrektur kleiner Fehler und Schwächen (in Farbe, Geschmack und Duft) des Weins.

  • Aufspritten

    Hinzufügen von Weinbrand oder anderen Alkoholen zum Wein. Ergibt Likörweine wie Portwein, Madeira, Sherry, Marsala, Banyuls.

  • Ausbau

    Nach der Gärung folgt der Ausbau des Weins. Dazu können spontane Vorgänge gehören wie der biologische Säureabbau oder das Ausscheiden von Weinstein, aber auch gezielte Maßnahmen, darunter Auffüllen, Abstich, Schwefeln, Schönen, Filtrieren und dgl. Vielfach wird heute der sog. reduktive Ausbau zur Erzeugung aromareicher, frischer Weine bevorzugt, indem man den Luftzutritt während des Ausbaus nach Möglichkeit zu vermeiden sucht. Dieses Verfahren eignet sich nicht für alle Weine in gleichem Maße, doch kann die Alternative in der Regel kein oxydativer Ausbau, sondern lediglich ein weniger rigoros durchgeführter reduktiver Ausbau sein. Ein extrem reduktiver Ausbau ist in jedem Fall abzulehnen, da er die Weine ihrer Ausdruckskraft und ihrer Entwicklungsmöglichkeiten beraubt und sie geradezu denaturiert. Im allgemeinen benötigt der Wein je nach Sorte und Qualität mehrere Monate bzw. Jahre für seinen Ausbau.

  • Ausbruch

    Zusatz eingetrockneter Beeren zu nicht vergorenem Most. Der so gewonnene Wein heißt Ausbruch.

  • Ausdünnen

    das vorzeitige Herausschneiden von Trauben zur Verringerung des Traubenbehangs ca. 4 bis 6 Wochen vor der eigentlichen Ernte. Die noch unreifen Trauben werden auf den Boden fallengelassen. Damit wird die Qualität des aus den restlichen Trauben gewonnenen Mostes gesteigert.

  • Auslese

    Lese aller vollreifen und/oder von Edelfäule befallenen Trauben unter Aussonderung aller unreifen Trauben und der daraus bereitete Wein. Anders als in Deutschland dürfen in Österreich dazu nur spätgelesene Trauben verwandt werden. Die Anforderungen an die Mindestmostgewichte liegen in Deutschland je nach Anbaugebiet und Rebsorte zwischen 83° und 105° Oechsle (in Österreich einheitlich 21° KMW ^= 105° Oechsle). Bei den sehr seltenen Schweizer Ausleseweinen darf es sich um keinen Verschnitt handeln.- Ausleseweine sind in der Regel von Natur aus mehr oder weniger trocken und verfügen dann über einen eher hohen Alkoholgehalt von etwa um 13% vol. Sie können einen trockenen Weißweinen wie Rotweinen abträglichen Botrytis-Ton aufweisen, und die besten von ihnen stellen bemerkenswerte Weine dar.

  • Azienda

    Italienisch für (Wein)Gut. Eine Differenzierung ergibt sich durch folgende Nachsilben: Azienda Agricola: ein Betrieb, der ausschliesslich selbst angebaute Weintrauben für die Weinproduktion verwendet. Der Begriff stimmt mit der deutschen Erzeugerabfüllung überein. Azienda Vinicola: ein Betrieb, oft ein sehr großes Unternehmen, der ausschließlich Weine aus gekauften Weintrauben herstellt. Azienda Vitivinicola: ein Betrieb, der sowohl Weintrauben aus eigenen Weinbergen, als auch zugekaufte Weintrauben zur Weinproduktion verwendet.

  • Basilicata

    Die 10'000 km2 grosse Basilikata ist eine süditalienische Region die in der Größe an 15. und mit der Bevölkerungszahl an 18. Stelle steht und wird in 2 Provinzen unterteilt. Sie besitzt ein kurzes Stück Küste südwestlich am Tyrrhenischen Meer und ein etwas grösseres südöstlich am Ionischen Meer. In der gut 16'000 ha grossen Gesamtrebfläche ist seit 1971 nur die DOC-Zone Aglianico del Vulture ausgewiesen, deren Namen von dem erloschenen, 1326 m hohen Vulkan Monte Vulture herrührt. In der Basilikata herrscht ein relativ rauhes Klima. Nackte Felsen und heftige Winde prägen das Land und es ist oft kälter als in Norditalien, wodurch ein wirtschaftlicher Weinbau massiv erschwert wird. Im Vulture-DOC-Gebiet wachsen auf vulkanischem Boden hauptsächlich die rote, sehr spät reifende Rebsorte Aglianico und die Malvasia Nera sowie die weißen Malvasia Bianca und Asprinio Bianco, die hauptsächlich im Guyot-System erzogen werden. Die an Holzpfählen hochgezogene, regionstypische Alberello-Erziehung wurde weitgehend verdrängt. Der wichtigste Wein ist der rote Aglianico del Vulture von dem die feineren Versionen in den Gemeindebezirken Rionero und Melfi gedeihen.

  • Bacchus

    römische Gottheit des Weins. Bei den Griechen hieß er Dionysos.
    Außerdem Name einer neugezüchteten Weißweinrebe (Kreuzung aus Sylvaner und Riesling, sowie Müller-Thurgau); ergibt leichte, fruchtige Weine.

  • Badische Weinstrasse

    von Weil, Basel bis Laudenbach an der Bergstraße führend.

  • Balthasar

    siehe Flasche

  • Bar

    Atmosphärischer Überdruck in der Champagnerflasche. Üblich sind etwa 6 bar.

  • Barbaresco

    Ort bei Alba, Piemont; einer der besten Rotweine Italiens wird hier erzeugt. Der DOCG-Rotwein, der zu den ganz grossen Rotweinen Italiens und der Welt zählt, stammt aus den Langhe-Bergen östlich von Alba in der italienischen Region Piemont. Die knapp 500 Hektar große Zone besteht aus den Gemeinden Barbaresco, Neive und Treiso und der Gemarkung San Rocco Senodelvio. Der trockene Rotwein wird sortenrein aus der Rebsorte Nebbiolo (Unterarten Michet, Lampia und Rosé) gekeltert, hat einen Alkoholgehalt von 12,5% und muss zwei Jahre (davon ein Jahr im Fass) lagern. Ab vier Jahren (davon drei im Fass) darf er sich Riserva nennen. Der dem Barolo ähnliche Wein hat ein vielfältiges, typisches Bouquet. Er wird wie der Barolo aus der Nebbiolo-Traube erzeugt.

  • Barbera

    Traubensorte (Rotwein). Sehr beliebte, ertragreiche Sorte, siehe auch Rebsorten

  • Barbera d'asti

    DOC-Rotwein aus dem Piemont Er wird mit Recht zu den herausragenden gezählt. Der junge Wein ist leuchtend rubinrot und tendiert zum granatrot im Alter, er riecht weinig mit einer charakterischen Duftnote. Sein Geschmack ist trocken mit einer lieblichen Note und wird bei geeigneter Lagerung immer harmonischer, angenehmer, voller, abgerundeter. Er passt zu vielen ersten Gängen mit Tomatensosse, zu robusten Gerichten, zu Ragouts, gemischten Braten, Wildfleisch, Brathähnchen, pikanten Käsesorten. Er wird bei 18°C serviert. Barbera del Monferrato Er gilt als der kleine Bruder des Barbera d’Asti und ist ein robuster Wein, geschmeidig wegen seiner Herkunft, seiner Lagerhaltung, seinem Alter. Der junge Wein ist lebendig, duftig, leuchtend rot, mit den Jahren wird er weicher. Er ist mehr oder weniger leuchtend rot, riecht weinig und hat einen trockenen, manchmal etwas süffigen halbvollen Geschmack, bisweilen ist er spritzig. Er passt zu vielen ersten Gängen, Vorspeisen, luftgetrockneten Fleisch- und Wurstsorten, gemischtem Kesselfleisch, Geflügel und mageren Braten. Bei 18°C servieren.

  • Bardolino

    DOC-Rotwein aus Venetien. Der gleichnamige Ort am Ostufer des Gardasees gab dem Anbaugebiet und dem Wein seinen Namen. Der Roséwein der Region wird BARDOLINO CHIARETTO genannt.

  • Barolo

    wird wie der BARBARESCO aus der Nebbiolo-Traube gewonnenwird wie der BARBARESCO aus der Nebbiolo-Traube (siehe auch Rebsorten) gewonnen; der italienische DOCG-Rotwein genießt Kult-Charakter; die Italiener bezeichnen ihn als "König der Weine, Wein der König". Er stammt aus den Langhe-Hügeln südwestlich von Alba in der Region Piemont und ist nach dem gleichnamigen Ort benannt.

  • Barrel

    siehe Fass

  • Barrique

    siehe Fass

  • Béarn

    Historische französische Provinz im äußersten Südwesten des Landes mit der Hauptstadt Pau, die heute nahezu identisch mit dem Département Pyrénées-Atlantiques ist. Rund 2250 ha stehen hier unter Reben, und ihr berühmtester Wein ist seit Jahrhunderten der Jurançon. Ferner werden der rote Irouléguy und Madiran erzeugt, im letzteren Gebiet zusätzlich der weiße Pacherenc du Vic-Bilh. Ferner bringen gut 80 Gemeinden den Béarn hervor, bei dem es sich zumeist um angenehm zu trinkende Rosé- bzw. Rotweine handelt. Die verbleibenden zwei Drittel der Rebfläche sind der Erzeugung von Tafel- und Landweinen vorbehalten.

  • Beaujolais

    Das Beaujolais wird als der landschaftlich schönste Teil der französischen Region Burgund bezeichnet und ist mit rund 23.000 Hektar Rebfläche, was mehr als die Hälfte ausmacht, auch der weitaus größte Bereich. Der Beaujolais ist ein heller, fruchtige Rotwein aus der Gamay-Traube. Er sollte möglichst jung und gekühlt (bei 11-13 C) getrunken werden.

  • Beaujolais Villages

    im allgemeinen bessere Beaujolais-Weine, die aus bestimmten Beaujolais Gemeinden stammen

  • Beaune

    Weinhauptstadt der Côte d'Or (Bourgogne). Côte-de-Beaune und Côte-de-Beaune Villages

  • Beerenauslese

    Ein ganz besonderer, sehr seltener und entsprechend teurer Wein, der aus einzeln herausgeschnittenen, edelfaulen, wenigstens überreifen Beeren (in Österreich beides) erzeugt wird. Während bei der Auslese die reifsten Trauben gelesen und gepreót werden, geschieht das gleiche bei der Beerenauslese, wie der Name sagt, lediglich mit den individuellen Beeren. Je nach Anbaugebiet muó dabei ein Mindestmostgewicht von 110 bis 128° Oechsle erreicht werden; in Österreich mindestens 25° KMW ^= 127° Oechsle und auf eine gute Lage beschränkt. Beerenauslesen werden in Deutschland und nach den Skandalen der 1980er Jahre wohl auch im österreichischen Burgenland in guten und sehr guten Jahren letztlich allein wegen des Prestiges erzeugt. Wenn sie voll gelungen sind, sind sie sehr süß, von einem fast unbeschreiblichen Reichtum an Bukett, Fruchtigkeit und Geschmack, und sie gehören zu den erlesensten Weißweinen, die es überhaupt gibt. Man sollte sie lediglich als Apéritif, zum Dessert (sehr schwierig) oder nach Tisch servieren. Beeren- und Trockenbeerenauslesen werden vereinzelt auch in anderen Ländern erzeugt, wo sie vielfach ähnlich fabulöse Weine ergeben. Barsac, Sauternes, Coteaux du Layon u.a..

  • Bereich

    Nach dem deutschen Weingesetz von 1971 "eine Zusammenfassung mehrerer Lagen, aus deren Erträgen Weine gleichartiger Geschmacksrichtung hergestellt werden". Stark in der Kritik. Die nächstkleinere geographische Einheit nach dem Bereich ist die Großlage.

  • Bergerac

    Weinbaugebiet mit Appellation Contrôlée-Weinen, das östlich an Bordeaux grenzt

  • Bianco

    Italienische Bezeichnung für einen weißen Wein.

  • Binger Bleistift

    Darunter versteht man in Rheinhessen einen Korkenzieher, ein wichtiges und stets mitzuführendes Utensil. Der Scherzname rührt daher, daß in alten Zeiten (angeblich 1752) eine Sitzung des Binger Stadtrates abgebrochen werden mußte, weil keiner der Ratsherren einen Bleistift zur Hand hatte, um damit Protokoll zu führen. Die Sitzung wurde dann im Ratskeller fortgesetzt. Als nun aber der Bürgermeister vergeblich auch nach einem Korkenzieher kramte, um die erste Flasche Wein zu öffnen und suchend in die Runde blickte, da förderten alle Ratsherren dieses Gerät zutage.

  • Biowein

    Volkstümlicher Ausdruck für Weine, die mit minimalem Einsatz an chemischen Spritz- und Düngemitteln erzeugt worden sind. Zwar lassen sich im Labor keine signifikanten Unterschiede im Schadstoffgehalt von ordnungsgemäß konventionell erzeugtem Wein und Biowein feststellen, zweifellos wird aber mit den Methoden des ökologischen Weinbaus die Umweltbelastung verringert.

  • Blanc de blancs

    Bezeichnung für einen Weißwein, der aus weißen Trauben erzeugt wurde. Dieser Ausdruck wurde ursprünglich in der Champagne geprägt für Weine, die ausschließlich aus Chardonnay bereitet werden, zum Unterschied von jenen weißen Champagnern, die aus Pinot noir (Blanc de Noirs) bzw. aus roten und weißen Trauben erzeugt werden. Blanc de Blancs-Champagner, die angesichts ihrer leichten Art und ihrer Feinheit und Eleganz heutzutage besonders geschätzt werden, werden vornehmlich an der Côte des Blancs um die Ortschaften Cramant, Le Mesnil und Avize erzeugt. Angesichts der Beliebtheit dieser Weine tauchen auch in anderen Gebieten Frankreichs, wie in der Provence, an der Loire u.a., zunehmend Blanc de Blancs-Weine auf, obgleich die Bezeichnung dort jeweils praktisch unsinnig ist, da es in ihnen keine Tradition gibt, Weißweine anders als aus weißen Trauben zu erzeugen

  • Blanc de noirs

    Im Unterschied zum Blanc de Blancs ein Weiówein der aus roten (ampelographisch: schwarzen) Trauben erzeugt ist, wie dies in der Champagne bei Weinen der Fall ist, die allein aus Pinot noir, gegebenenfalls mit Zusatz von Pinot Meunier gewonnen werden. Diese werden vor allem von kleinen Erzeugern, den sog. Manipulants, in den Orten Ay, Bouzy, Verzenay, Mailly, Hautvillers u.a. erzeugt. Durchweg sind sie körperreicher, kräftiger und kerniger und in der Farbe eine Spur dunkler als die Blanc de Blancs.

  • Blank

    Gegenteil von "trüb". Als Steigerung benutzt man gerne "glanzhell".

  • Blankenhornsberg

    Weinbauinstitut, Staatliches Bedeutendes önologisches Institut in Freiburg im Breisgau, 1920 gegründet, mit einem Versuchs- und Lehrgut für Weinbau in Blankenhornsberg, dem mit 27 ha größten Weingut am Kaiserstuhl, das vorbildlich die Spitzenlage Doktorgarten bewirtschaftet und dort mitunter bemerkenswerte Weißweine (Riesling 17%, Weißer Burgunder 15% u.a.) und beachtliche Rotweine (Spätburgunder 21%) erzeugt, die zu den besten Badens zählen. Ferner gehören zwei kleinere Versuchsgüter in Durbach und in Hecklingen im Breisgau sowie verschiedene weitere Rebflächen im Breisgau und im Markgräflerland dem Freiburger Institut.

  • Blass

    zu helle Farbe, dünner, kleiner Wein. Blass tritt oft auch als Folge von Überschwefelung auf

  • Blauschönung

    Siehe Schönen

  • Blindprobe

    Weinprobe, bei der die Weine verdeckt angeboten werden, d.h. beim Proben darf die Herkunft des Weines nicht zu erkennen sein. Entweder löst man die Etiketten ab, oder man hüllt die Flaschen in Papier oder ein Tuch ein. Originalkorken der aufgezogenen Flaschen werden gegen neutrale Spitzkorken ausgetauscht.

  • Blume

    siehe Bukett. Gute Weine besitzen eine Vielfalt von Aromastoffen, die durch Öffnen der Flasche und durch das Schwenken im Glas feststellt.

  • Blumig

    Wohlriechender, frischer Duft eines Weines, der an Blumen wie zum Beispiel Rosen oder Veilchen erinnert.

  • Bocksbeutel

    Flachbauchige, grüne oder braune Flasche, in der nur Weine aus Franken, Neuweier/Baden, Mauer und Tauberfranken abgefüllt werden dürfen. Name stammt angeblich von der Form des Hodensacks des Ziegenbocks.

  • Bodega

    Bezeichnung für die Kellereien der Firmen in der spanischen Stadt Jerez de la Frontera, die Sherry herstellen. Im Spanischen bedeutet dies aber auch allgemein Weingut, Weinkellerei oder Weinfachgeschäft.

  • Bodegefährtle

    Beim schwäbischen Wein jener spezifische Geschmackseindruck, der vom Boden des Weinbergs herrühren soll und den die Schwaben als das typisch Württembergische an ihrem Wein schätzen.

  • Boden

    Eine der wichtigsten Faktoren für die Qualität der Weine ist der Boden. Einmal regelt er teilweise den Stoffwechsel und die richtige Ernährung der Rebe. Allerdings sind nur recht wenige Böden für Spitzenweine geeignet, z.B. sind fruchtbare Böden meistens nur für Alltagsweine geeignet. Eine alte Winzerregel besagt, dass nur auf Böden auf denen nichts anderes vernünftig wachsen kann, für gute Weine geeignet sind. Felsige und sandige Böden sind am besten für den Weinbau geeignet, für den Charakter ist dabei die Beschaffenheit des Bodens (Partikelgröße, Steingehalt) meist wichtiger als die mineralische, chemische Zusammensetzung. Denn der Boden prägt nicht den Geschmack (z. B. die Frucht), sondern den Charakter des Weins (körperreich oder leicht, feingliedrig oder plump).

  • Bodensatz

    Hefe und Trub setzen sich während des Weinausbaus am Boden des Fasses ab und werden durch den Abstich oder Abzug vom Wein getrennt. Je nach Ausbauart wird dieser Abstich mehrfach wiederholt oder durch Schönen, Filtrieren und/oder Separieren erreicht, daß der Wein glanzhell auf die Flasche kommt. Einen späteren möglichen Bodensatz in der Flasche bezeichnet man allgemein als Depot.

  • Böckser

    Fehler im Wein. Entsteht während der Gärung oder im Jungwein; Geruch und Geschmack nach faulen Eiern, hauptsächlich durch Schwefelwasserstoff verursacht

  • Bonarda (Croatina)

    siehe Rebsorten

  • Bordeaux

    Die Region Bordeaux kämpft mit Burgund um den ersten Platz der französischen Weinbaugebiete. Die gleichnamige Stadt ist die Hauptstadt des Départements Gironde im Südwesten Frankreichs und eine der schönsten Weinstädte der Welt. Bekannteste Anbaugebiete: Bordeaux, Bordeaux Supérieur, Graves, Médoc, Sauternes, Saint-Emilion. Für die Klassifikation der Bordeaux-Weine gibt es genaue Regeln, die von Appellation zu Appellation erheblich voneinander abweichen.

  • Bordeaux Klassifizierung

    Premier Cru Classé (5)

    • Château Haut-Brion (Pessac-Léognan/Graves)einzige Ausnahme
    • Château Lafite-Rothschild (Pauillac)
    • Château Latour (Pauillac)
    • Château Margaux (Margaux)
    • Château Mouton-Rothschild (Pauillac) - erst 1973 aufgenommen

    Deuxième Cru Classé (14)

    • Château Brane-Cantenac (Cantenac-Margaux)
    • Château Cos-d´Estournel (Saint-Estèphe)
    • Château Ducru-Beaucaillou (Saint Julien)
    • Château Durfort-Vivens (Margaux)
    • Château Gruaud-Larose (Saint-Julien)
    • Château Lascombes (Margaux)
    • Château Léoville-Barton (Saint-Julien)
    • Château Léoville-Las-Cases (Saint-Julien)
    • Château Léoville-Poyferré (Saint-Julien)
    • Château Montrose (Saint-Estéphe)
    • Château Pichon-Longueville Baron (Pauillac)
    • Château Pichon-Longueville Comtesse de Lalande (Pauillac)
    • Château Rauzan-Ségla (Margaux)
    • Château Rauzan-Gassies (Margaux)

    Troisième Cru Classé (14)

    • Château Boyd-Cantenac (Cantenac-Margaux)
    • Château Calon-Ségur (Saint-Estèphe)
    • Château Cantenac-Brown (Cantenac-Margaux)
    • Château d´Issan (Margaux)
    • Château Desmirail (Margaux)
    • Château Ferrière (Margaux)
    • Château Giscours (Labarde)
    • Château Kirwan (Cantenac-Margaux)
    • Château La Lagune (Ludon)
    • Château Lagrange (Saint-Julien)
    • Château Langoa-Barton (Saint-Julien)
    • Château Malescot Saint-Exupéry (Margaux)
    • Château Palmer (Margaux)
    • Château Marquis d´Alesme-Becker (Margaux)

    Quatrième Cru Classé (10)

    • Château Beychevelle (Saint-Julien)
    • Château Branaire-Ducru (Saint-Julien)
    • Château Duhart-Milon-Rothschild (Pauillac)
    • Château La Tour Carnet (Margaux)
    • Château Lafon-Rochet (Saint-Estéphe)
    • Château Marquis-de-Terme (Margaux)
    • Château Pouget (Cantenac-Margaux)
    • Château Prieuré-Lichine (Cantenac-Margaux)
    • Château Saint-Pierre-Bontemps (Saint-Julien)
    • Château Talbot (Saint-Julien)

    Cinquième Cru Classé (18)

    • Château Batailley (Pauillac)
    • Château Belgrave (Saint-Laurent)
    • Château Cantemerle (Macau)
    • Château Clerc-Milon (Pauillac)
    • Château Cos-Labory (Saint-Estèphe)
    • Château Croizet-Bages (Pauillac)
    • Château Dauzac (Labarde-Margaux)
    • Château de Camensac (Saint-Laurent)
    • Château du Tertre (Arsac-Margaux)
    • Château Grand-Puy-Ducasse (Pauillac)
    • Château Grand-Puy-Lacoste (Pauillac)
    • Château Haut-Bages-Libéral (Pauillac)
    • Château Haut-Batailley (Pauillac)
    • Château Lynch-Bages (Pauillac)
    • Château Lynch-Moussas (Pauillac)
    • Château Mouton Baron Philippe (Pauillac), hieß 1957-1988
    • Château d´Armailhac
    • Château Pédesclaux (Pauillac)
    • Château Pontet-Canet (Pauillac)
  • Bordeaux Supérieur

    Ein großer Teil der Weine in der französischen Region Bordeaux wird unter der umfassenden Appellations-Bezeichnung "Bordeaux" (10% vol Alkohol-Gehalt bei Rotwein, 10,5% vol bei Weißwein) oder "Bordeaux-Supérieur" (höherer Alkohol-Gehalt mit 10,5% vol bei Rotwein und 11,5% vol bei Weißwein) produziert.

  • Bordelaiser Brühe

    nicht etwa schlechte billige Masseweine aus dem Bordeaux, sondern Spritzmischung mit Kupfersulfat

  • Bota

    siehe Fass

  • Botryties Cinerea

    In gewissen Weinbaugebieten, darunter am Rhein, am Neusiedlersee, an Teilen der Loire, im Gebiet von Sauternes u.a. immer wieder auftretender Pilz. Wenn er im Laufe des Sommers unreife Trauben befällt, tritt die sogenannte Rohfäule ein, der die befallenen Trauben zerstört und mithin zu erheblichen Ernteeinbußen führen kann. Befällt er hingegen im Herbst reife Beeren, wird aus dem Feind der Freund des Winzers. Er zerstört dann die Beerenhaut und bewirkt die Verdunstung des Wassers und damit die Konzentration des Zuckers und anderer wertvoller Inhaltsstoffe in der Beere. Aus derartigem Lesegut lassen sich hochrangige Auslesen, Beerenauslesen bis hin zur Trockenbeerenauslese bzw. die französischen vins liquoreux erzeugen. Derartige Weine weisen neben einem mitunter hohen Alkoholgehalt eine deutliche Süße auf, da der Most aufgrund seiner hohen Konzentration den Zucker nicht vollständig vergärt, sowie einen durchaus angenehmen, qualitätssteigernden Botrytiston in Geruch und Geschmack. Es versteht sich von selbst, daß somit ein Botrytisbefall ausschließlich bei Rebsorten erwünscht ist, aus denen derartige, botrytisierte Weine erzeugt werden sollen. Botrytis in einem trockenen Weißwein ist hingegen keineswegs qualitätsfördernd, trägt vielmehr zu seinem rascheren Altern und einer vorzeitigen Ermüdung bei. Botrytis in Rotweinen ist schlicht eine Katastrophe, da sie Farbe, Tannine und Geschmack zerstört. Durch eine entsprechende Rebenbehandlung (Laubschnitt, Ausdünnung u.a. zum raschen Abtrocknen von Feuchtigkeit) bis hin zu Spritzungen kann man Auftreten und Ausbreitung des Pilzes eindämmen bzw. vermeiden. Das Ausmaß an Botrytisbefall - wo er erwünscht ist - ist von Jahr zu Jahr sehr verschieden.

  • Bouquet

    siehe Bukett

  • Bourgeois

    Nachdem durch die Klassifizierung von 1855 die Aristokratie der Haut-Médoc-Weingüter in fünf Kategorien eingeteilt wurde, hat man 1932 444 Weingüter des gesamten Médoc als crus bourgeois eingestuft. Rund 100 von diesen (nur im Haut-Médoc) wurden als crus bourgeois supérieurs bewertet, die sechs besten davon wiederum als crus bourgeois supérieurs exceptionnels. Durch das Syndikat der crus bourgeois-Weingüter des Médoc ist diese Klassifizierung seither mehrfach überarbeitet und in jüngster Zeit dahingehend vereinfacht worden, daß man heute auf jede interne Hierarchisierung verzichtet und allein noch von crus bourgeois spricht. Die heutige Einstufung als cru bourgeois setzt dabei voraus, daß das Gut Mitglied des Syndikats ist. Auf diese Weise gibt es gegenwärtig im Médoc 306 crus bourgeois, die zusammen über eine Fläche von 7000 ha, entsprechend rund 50% der Ertragsfläche des Médoc, verfügen.
    Nach den crus classés auf einem durchaus ehrenhaften zweiten Platz eingestuft, erzeugen diese Bourgeois-Güter Weine, die jenen als 5e cru classé eingestuften Gewächsen oftmals nichts nachstehen. Man sollte daher nie vergessen, daß es sich bei crus bourgeois-Weinen nicht um zweitklassige, gewöhnliche Weine handelt, sondern durchweg um ausgezeichnete, ja mitunter hervorragende Weine, die jede Beachtung wert sind. Weine unterhalb der Bourgeois-Ebene wurden im Médoc früher als crus artisans bzw. auf der untersten Stufe als crus paysans bezeichnet.
    Heute werden diese Begriffe in der Regel nicht mehr verwandt, und man spricht schlicht von autres crus. Außerhalb des Médoc hat sich der Begriff cru bourgeois bislang nicht offiziell durchgesetzt, obwohl es etwa in den Graves seit langem Bestrebungen zu seiner Einführung gibt.

  • Bowle

    Gekühlt zu trinkendes Mischgetränk aus Wein und Sekt sowie Früchten oder Aromaauszügen, die zuvor mit hochprozentigen Alkoholika und Zucker mariniert wurden. Für alkoholfreie Bowlen können Früchtetees und Fruchtsäfte anstatt Wein sowie Mineralwasser anstelle von Sekt verwendet werden.

  • Brachetto

    siehe Rebsorten

  • Brandig

    Weine bei denen der Alkohol betont oder sogar unangenehm den Genuß beeinträchtigt. Brandig werden gerne Moste aus sehr reifen Jahrgängen mit hohem Zucker- und niedrigem Säuregehalt. Der Winzer vermeidet diesen Weinfehler durch langsameres Vergären des Mostes, sodaß die Kohlensäure und das Aroma reichlich erhalten bleiben. durch Zugabe von Süßreserven kann diesem Weinfehler auch zu Leibe gerückt werden. Die Weine werden dann harmonischer und voller im Bukett. Obwohl man weiß, daß Alkohol eine stabilisierende Wirkung auf Wein hat, altern brandige Weine meist schneller als ausgeglichene Weine.

  • Branntwein

    Ursprünglich nur für Destillate aus Wein verwendeter Begriff, der jetzt generell für alle extraktfreien oder extraktarmen Spirituosendestillate verwendet wird. In der Gesetzgebung und im Sprachgebrauch allgemeiner Begriff für alkoholreiche Flüssigkeiten, bei Verdünnung auf Trinkstärke auch als Trinkbranntwein bezeichnet.

  • Bremser

    Mundartlich für den trüben, gärenden Traubenmost als Vorstufe des Federweißen. Er schmeckt süß, ist durch seine Vitamine sehr gesund, zudem blutreinigend und fördert auf natürliche, oft spontane Weise die körperliche Entschlackung. Die Bremserzeit ist eine der schönsten Abschnitte des Weinjahres. Ihr Höhepunkt war früher die Bremsermusik. Der Bremser bremst also keineswegs, im Gegenteil. Sein Name rührt vielmehr vom Geräusch der beginnenden Gärung her.

  • Brennblase

    Meist kupferner innerer Behälter des doppelwandigen Edelstahl-Brennkessels, in dem die Maische indirekt mittels Wasserbad erhitzt wird. Den oberen Abschluss bildet ein kupferner Helm, der die Alkoholdämpfe sammelt und vorkühlt, bevor sie in die Verstärkerkolonnen gelangen.

  • Bruch

    Weinfehler, entsteht bei der Berührung von Most oder Wein mit Metall ( Kupfer, Eisen ). Der Bruch kann kellertechnisch meist wieder beseitigt werden.

  • Brunello

    siehe Rebsorten

  • Brunello di Montalcino

    Der italienische DOCG-Rotwein stammt aus einem kleinen Gebiet rund um die malerisch auf einem Hügel liegende Stadt Montalcino, 40 Kilometer südlich von Siena in der Toskana. Der Brunello zählt zu den gefeiertsten und berühmtesten Rotweinen Italiens.

  • Brut

    Bezeichnung für den zumeist trockensten Champagner oder Schaumwein (Sekt), trockener als extra trocken. Da Brut wörtlich roh bedeutet, dürfte ein Brut Champagner eigentlich keinerlei Dosage (Zuckerzusatz) enthalten. Tatsächlich dürfen Brut Champagner oder Schaumweine jedoch bis zu 15 g/l Zucker enthalten, und in der Regel sind sie mit einer leichten Dosage versehen. Seltener sind hingegen Bezeichnungen wie Extra brut, Brut absolu, Brut intégral, Brut (Dosage) zéro u.a., die für Schaumweine ohne Zuckerzusatz gelten. Auch wenn Brut, Extra Brut usw. für sich noch keine Garantie für Qualität sind, weisen heute praktisch alle hochwertigen Champagner und Schaumweine nur eine entsprechend geringe bis keine Dosage auf. Bei deutschen Schaumweinen entspricht die Bezeichnung herb dem französischen Brut.

  • Bütt

    Aus Dauben angefertigtes, ovales, nach oben zylindrisches und offenes Transportgefäß für Trauben. Es stand auf dem Weg neben dem Wingert auf dem Erntewagen. In diese Feldbütte kippte der Buttenträger aus der Butt, über eine hölzerne Stehleiter steigend, die Trauben ab. Der Name kommt von lat. butina. Die Narrenbütt der rheinhessischen Fassenacht hat hier ihren Ursprung.

  • Bukett

    Die Gesamtheitder Geschmacks- und vorallem Geruchsstoffe des Weins. Je nachstärke der geruchs spricht man von bukettarm bis bukettreichen Weinen. Erweitert wird dieses Spektrum durch parfürmierte, bis hin zu aufdringlichen Weinen. Das Bukett ist abhängig vom Reifegrad des Weins. Junge Weine sind meist bukettarm und entwickeln während ihrer Reife eine Fülle von Aromastoffen. Ihr Ausgewogenheit und ihr harmonisches Verhältnis zueinander verleihen dem Wein ein abrundetes Bukett.

  • Butt

    Hohes trichterförmiges, oben breites und stumpf zum Boden zulaufendes Behältnis, früher aus Holz oder Zinkblech, danach aus Kunststoff, das der Buttenträger auf dem Rücken durch die Wingertzeilen trägt. Wegen des Gewichts und der Hygiene ist die Metallbutt inzwischen durch Kunststoffbehälter ersetzt. Die Leser (-innen) schütten die abgeschnittenen Trauben aus ihren Eimern hinein, der Buttenträger bringt sie zur Bütt

  • C - Cabernet Franc bis Cuvée

    CABERNET FRANC - siehe Rebsorten

    CABINET - seltene Bezeichnung für hervorragende Qualität auf alten Flaschen deutschen Weins. Mit dem deutschen Weingesetz (1971) verboten.

    CAÑA - Ein zylindrischer, hoher und enger Weinbecher in Andalusien, aus dem traditionellerweise Manzanilla getrunken wird. Die Venencias (langstielige, schlanke Schöpfkellen zum Entnehmen von Weinproben), mit denen in Sanlúcar de Barrameda der Manzanilla dem Faß entnommen wird, sind aus Bambus (spanisch caña) statt aus Fischbein oder Silber wie in Jerez. Der Name caña als Weinbecher ist wahrscheinlich davon abgeleitet.

    CANAIOLO NERO - siehe Rebsorten

    CANNONAU - siehe Rebsorten

    CANTINA - Italienisch für Weinkeller, womit sowohl ein Lagerraum für Weinflaschen als auch eine Weinkellerei, wo der Wein vinifiziert wird, bezeichnet wird. Eine Cantina Sociale ist eine Winzergenossenschaft.

    CARATELLI (CARATI) - kleine Kastanien- oder Eichenholzfässer

    CARIGNANO - siehe Rebsorten

    CARMENÈRE - siehe Rebsorten

    CARMIGNANO - Toskanischer Rotwein aus dem gleichnamigen Anbaugebiet, westlich von Florenz. Für die Produktion von Carmignano werden die gleichen Rebsorten wie für Chianti verwendet. Hauptbestandteil des Weines formt Sangiovese, die Hauptrebsorte aller toskanischen Rotweine, sowie ein Zusatz von Cabernet Sauvignon. Diese nicht-autochthone Rebe verhalf letztendlich Carmignano zu ein eigenständiges DOC, während es 1932 noch im Anbaugebiet des Chianti Montalbano eingegliedert wurde. Cabernet Sauvignon's Anwesenheit in den Weinbergen von Carmignano wurde als Argument angeführt, dass, wenn auch nicht einheimisch, sie ein traditioneller Bestandteil des Weins sei, weshalb Carmigano nicht als Chianti, der anfänglich nur aus einheimischen Rebsorten gekeltert wurde, betrachtet werden kann. Obwohl zu bezweifeln ist, ob Cabernet Sauvignon früher als 1975 in Carmignano angepflanzt wurde, bekam das Gebiet im selben Jahr auf Grund dieser Argumentation als erste ein DOC-Status, wobei explizit der Zusatz von Cabernet Sauvignon erlaubt wurde. Erst 1984 wurde dies auch für Chianti zugelassen.

    CARPENÈ MALVOLTI - Antonio Carpenè entdeckte im 19. Jahrhundert die Prosecco-Traube für den Schaumwein. Er pflegte Kontakte zu Louis Pasteur und Robert Koch und veröffentlichte theoretische önologische Abhandlungen, die in Italien über viele Jahrzehnte als richtungsweisend galten. 1877 eröffnete Antonio Carpenè in Conegliano die erste Schule für Weinbau und Önologie Italiens.

    CASSIS - Aroma von schwarzen Johannisbeeren, typischer Duft von Cabernet Sauvignon

    CASTEL DEL MONTE - Der aus der italienischen Region Apulien stammende DOC-Wein ist nach der im Jahre 1240 erbauten, achteckigen und achttürmigen Burg Kaiser Friedrichs II. (1194 – 1250 ) benannt, die in der Nähe von Bari auf einem Hügel liegt. Der Rosso wird aus den Rebsorten Uva di Troia, Sangiovese, Aglianico und Pinot Nero verschnitten; nach drei Jahren darf er sich Riserva nennen. Der Rosato wird aus Bombino Nero und der Bianco aus Pampanuto erzeugt.

    CASTELLI ROMANI - Wein aus neun Orten in den Albaner Bergen südöstlich von Rom. Am bekanntesten der Frascati, ein kräftiger Weißwein

    CATARRATTO - siehe Rebsorten

    CAVA - Wörtlich Keller und zugleich Bezeichnung für in Spanien und Portugal nach der Méthode champenoise erzeugte Schaumweine, die früher in Spanien als Champán oder Xampán etikettiert wurden, was heute rechtlich nicht länger zulässig ist. 90% der in Spanien nach einer Herstellungs-, nicht Ursprungsgarantie (Denominación específica) erzeugten Cava-Schaumweine stammen aus Penedés.
    In Griechenland bringen einige Erzeuger ihr Spitzencuvée unter der Zusatzbezeichnung Cava in den Handel, so der Cava Cambas, der Cava Tsantalis, der Cava Manzavino, der Cava Mantare (von Boutari) u.a.

    CAVA CAMBAS - Name zweier griechischer Markenweine, die von Cambas erzeugt werden. Der weiße Cava Cambas wird aus ausgesuchten Savatianotrauben aus Attika erzeugt und kommt erst nach rund 10 Jahren in den Handel. Er ist ein trockener, reifer, dabei charaktervoller Wein mit ca. 11,5% vol. Alkohol, von hervorragender Qualität und in jeder Weise beachtenswert. Er zählt zweifellos zu den besten Weißweinen Griechenlands. Der rote Cava Cambas stammt aus Agiorgitikotrauben aus dem Gebiet von Nemea und wird ebenfalls eine Reihe von Jahren in Eichenfässern und dann in Flaschen ausgebaut, bevor er in den Verkehr gelangt. Mit gleichfalls ca. 11,5% vol. Alkohol ist es ein reifer und ausgeglichener Wein mit einer gewissen Eleganz, doch ohne das Format des gleichnamigen Weißweins.

    CAVE (LA) - frz. Keller, Lagerraum für Wein und oft Verkaufs- und Dégustationsraum.

    CÉPAGE - Französisch für Rebsorte.

    CHABLIS - Der nach dem gleichnamigen Ort benannte Bereich zählt zur Region Burgund. Der hellgelbe trockene Wein mit grünlichem Schimmer wird sortenrein aus der Rebsorte Chardonnay (hier heißt sie Beaunoise) hergestellt. Es gibt vier Qualitäts-Klassen:

    • Chablis Grand Cru
    • Premier Cru
    • Chablis
    • Petit Chablis

    CHAI - französisch für ebenerdigen Faßkeller in Bordeaux.

    CHAMBRIEREN - (siehe auch Weinthermometer) Das Erwärmen von Rotwein von Keller- auf Zimmertemperatur. Trotz mancher moderner Hilfsmittel, wie Heizung, heißes Wasser oder Mikrowellenherd, bleibt die traditionelle Methode, den Wein rechtzeitig vor dem Servieren in das Zimmer zu bringen zur behutsamen, nicht schockartigen Erwärmung, nach wie vor das angemessene Verfahren.

    CHAMPAGNE - Die französische Weinbauregion Champagne mit rund 34.000 Hektar Rebfläche gab dem berühmtesten Schaumwein der Welt seinen gesetzlich geschützten Namen.
    Das Geheimnis und der Erfolg des Champagners liegt im Bodentyp, dem Klima und in der Herstellungsmethode. Das Flaschengärverfahren ist Vorschrift.

    CHAMPAGNER - Nach dem Gesetz ein Schaumwein, französisch Le Champagne, wie er ausschließlich in der Champagne und zwar aus genau festgelegten Rebsorten (Pinot Meunier, Pinot noir und Chardonnay) und nach ganz bestimmten Verfahren, nämlich ausschließlich mittels der Méthode champenoise erzeugt werden darf. Champagner kommt von derzeit rund 28.500 ha Rebfläche. Während sich etwa 7200 ha davon in den Départements Aube und Aisne befinden, bilden vier Fünftel das eigentliche Kerngebiet im Département Marne, das sich auf drei große Bereiche südlich von Reims verteilt:
    1. die Montagne de Reims mit körperreichen, eher schweren Weinen aus dem Pinot noir;
    2. die unmittelbar nördlich von Epernay gelegene Vallée de la Marne mit weicheren und runderen Weinen meist aus Pinot noir und Pinot Meunier, und 3. die südlich von Epernay gelegene Côte des Blancs, fast ausschließlich das Reich des Chardonnay, der elegante und feine, doch auch weniger komplexe Weine ergibt. Das Geheimnis der Champagne ist wie in nahezu allen Gebieten der Boden, und der beste Champagner kommt von dem berühmten blendend weißen Kreideboden, der zumeist unter einer 20-50 cm dicken Erdschicht liegt. Auf diesem Boden befinden sich die bedeutendsten Weinbauorte der Champagne, deren jeweilige Rebflächen pauschal klassifiziert sind, wobei sich die Klassifizierung im Herbstpreis der Trauben niederschlägt. So gibt es 17 grand cru-Gemeinden, deren Trauben mit 100% des festgesetzten, seit 1990 frei ausgehandelten Preises bezahlt werden, darunter Verzenay, Sillery, Mailly, Bouzy, Ambonnay, Ay, Avize, Cramant, Le Mesnil u.a. Rund 40 Gemeinden sind als premiers crus mit 90-99% eingestuft, d.h. ihre Trauben erzielen 90-99% des festgesetzten Preises. Dazu gehören Mareuil-sur-Ay, Dizy-Magenta, Hautvillers u.a. Die restlichen rund 250 Champagner-Dörfer erzielen zwischen 80 und 89% des offiziellen Preises. Der zulässige Hektarertrag und potentielle Mindestalkoholgehalt wird jedes Jahr vom Comité interprofessionnel festgelegt. Diese Trauben werden, ob weiß oder rot, gekeltert - wobei aus 150 kg Trauben nicht mehr als 1 hl Most gewonnen werden darf - und der Most wie bei jedem Weißwein vergoren (es sei denn, es soll ein Rosé-Champagner erzeugt werden, dann werden die roten Trauben kurz an der Maische angegoren, bevor sie abgepreßt und zu Ende vergoren werden). Hierbei entscheidet sich schon wesentlich die Qualität des späteren Champagners, nämlich ob nur der Most der ersten Pressung, die sog. cuvée verwandt wird (wie bei einigen der besten Häuser üblich) oder ob auch der Most der zweiten und dritten Pressung (taille) benutzt wird. Nach der Gärung (bei der Champagnererzeugung 1. Gärung genannt) findet der sog. assemblage statt, das Verschneiden verschiedener Sorten, Lagen und Jahrgänge, je nach der Hausmarke des Herstellers und der Art des angestrebten Erzeugnisses, ob als Jahrgangsverschnitt, was die Regel, als Jahrgangswein (millésimé), ob als Blanc de Blancs (ausschließlich aus dem Chardonnay), als Blanc de Noirs (allein aus roten Trauben) oder als cuvée de prestige (die Spitzencuvée, der beste Wein des Hauses). Nun beginnt das eigentliche Champagnerverfahren, die Méthode champenoise, im Deutschen als Flaschengärung bezeichnet. Der Stillwein, denn das ist er ja bislang, wird auf Flaschen gefüllt und erhält dabei jeweils die liqueur de tirage, d.h. ein Gemisch aus altem Wein mit Zucker und Hefe für die Durchführung einer 2. Gärung in der Flasche, durch die Champagner seine Kohlensäure enthält, also die Voraussetzung für jenen im Glas sich bildenden Schaum (mousse) entsteht. Der durch diese 2. Gärung entstehende Niederschlag muß mindestens 1 Jahr (bei Jahrgangs-Champagner mindestens 3 Jahre) in der Flasche bleiben, wobei manche Häuser längere Lagerzeiten praktizieren, da er als wesentlicher Qualitätsfaktor gilt. Vor dem Versand wird dieser Niederschlag ohne Entweichen der Kohlensäure wieder aus der Flasche entfernt werden. Zu diesem Zweck wird die Flasche mit dem Hals nach unten in ein Rüttelpult gestellt, in dem der Niederschlag durch Rütteln zum Korken getrieben wird. Geschah dies früher in 2-3 Monaten durch Hand, so sind heute mechanische Rütteltische üblich, die das gleiche innerhalb von einer Woche erreichen. Wenn der Niederschlag sich am Korken abgesetzt hat, wird der Wein degorgiert, d.h. der Flaschenhals wird vereist und der Pfropfen herausgeschleudert, ohne daß die Kohlensäure entweicht. Zu diesem Zeitpunkt ist der Champagner völlig trocken. Bevor er nun endgültig verkorkt wird, erhält der Wein je nach angestrebtem Süßungsgrad die liqueur d'expedition, die sog. Dosage. Völlig trockener Champagner bleibt ohne Dosage, was dann als Dosage Zéro, Extra brut oder Sans Dosage o.ä. auf dem Etikett vermerkt wird. Geht er als brut in den Handel - was heute bei rund 95% der Champagner der Fall ist -, erhält er 0-2% Dosage, als Extra Dry oder Extra trocken 1,6-2,7%, Dry, Sec oder Trocken 2,3-4,7%, Demi-Sec oder halbtrocken 4,4-6,7%. Die Geschmacksangabe erscheint auf dem Etikett. Ebenfalls auf dem Etikett finden sich jeweils, meist etwas versteckt, einige Buchstaben, die über die Herkunft das Champagners Aufschluß geben: So bedeutet N.M. Hauptmarke eines Handelshauses; M.A. = Zweitmarke eines Handelshauses; R.M. = Champagner eines selbständigen Winzers oder Weinguts; C.M. = Champagner einer Winzergenossenschaft. Seit 1990 dürfen zusätzlich R.C. = Marke eines Genossenschaftswinzers und S.R. = Marke einer Winzervereinigung benutzt werden. Rund zwei Drittel aller Champagner stammen von den großen Champagnerhäusern, von denen es derzeit rund 150 gibt, darunter einige, die zum selben Konzern gehören, die zusammen ca. 12% der Rebfläche besitzen, während sich in die übrigen 88% rund 14.000 Winzer teilen, die teils an die großen Häuser liefern, teils in Winzergenossenschaften oder Winzervereinigungen zusammengeschlossen sind, teils ihren eigenen Champagner erzeugen.Zu den führenden Champagner-Häusern gehören Krug, Bollinger, Roederer, Pol Roger, Taittinger, Pommery, Moët et Chandon, Veuve Clicquot, Laurent-Perrier, Deutz & Geldermann, Abel Lepitre, Henriot, Piper-Heidsieck, Heidsieck Monopole, Besserat de Bellefon, Charles Heidsieck, Charbaut, Bricout, Lanson, Paillard, Perrier-Jouet, Ruinart, Mumm, Ayala, de Venoge, Joseph Perrier, Canard-Duchêne, Mercier, de Castellane u.a. Nach dem Degorgieren in der Flasche gewinnt ein Champagner kaum mehr an Qualität. Die meisten alten Champagner, die köstlich schmecken können, sind vor dem Degorgieren im Originalkeller gealtert, als sich der Niederschlag noch in der Flasche befand. Nicht nur Champagner kommen aus der Champagne, doch sind die dort erzeugten Stillweine natürlich nicht als Champagner in den Handel. Sie führen die Bezeichnung Coteaux Champenois. Rosé des Riceys.

    CHAMPAGNERMETHODE - siehe Méthode champenoise

    CHANTEPLEURE - Bezeichnung für den Hahn eines Weinfasses, der beim Öffnen "singt" (quietscht) und "weint", wenn der Wein herausfließt, auf französisch "chante et pleure". Die Weinbruderschaft von Vouvray, eine von vielen in Frankreich, nennt sich Confrérie de la Chantepleure. Außerdem wird in anderen Teilen Frankreichs der Probenheber als Chantepleure bezeichnet, mit dem man durch Ansaugen durch das Spundloch des Fasses eine Probe entnimmt.

    CHAPTALISIEREN - Bezeichnung für Verbessern des Weines durch Zugabe von Rohrzucker (Saccharose) zum Most mit dem Ziel die Alkoholausbeute bei der Gärung zu erhöhen. Nach ihrem Erfinder Chaptal (1756 - 1837) genannt. Siehe auch "Zuckerung".

    CHARAKTER - Ausdruck für einen guten Wein, der unabhängig von seiner Qualität bestimmte unverwechselbare Merkmale besitzt, die in der Herkunft des Weines, seinen Rebsorten und den traditionell angewandten Vinifikations- und Ausbaumethoden begründet sind. Ein Wein ohne Charakter ist langweilig und reizlos.

    CHARDONNAY - siehe Rebsorten

    CHARMAT-METHODE - Herstellung von Schaumwein in großen Druckbehältern aus Edelstahl. Statt in der Flasche wird der Wein hier ein zweites Mal vergoren.

    CHASSAGNE-MONTRACHET - Weinort der Côte d'Or mit trockenem Weißwein (einem der besten der Welt)

    CHÂTEAU - Heute vor allem im Bordeaux-Gebiet verwendeter Ausdruck für jedwedes Weingut einschließlich seiner meist in unmittelbarer Nähe bzw. mehr oder weniger geschlossen um die Gebäude gruppierten Rebflächen. Noch bis weit in das 20. Jahrhundert war der Ausdruck auf mittelalterliche Burgen bzw. frühneuzeitliche Adelssitze beschränkt. Heute verbirgt sich hinter dem Namen Schloß oft nicht mehr als einen Bauerngehöft. In Frankreich darf der Name Château auf dem Etikett lediglich verwandt werden, wenn das Gut über eine eigene Rebfläche verfügt, von dem der Wein stammt. Dabei muß der Wein nicht auf dem Gut abgefüllt werden. Ist er dies jedoch und mithin eine Erzeugerabfüllung, lautet der französische Etikettenaufdruck Mis(e) en bouteille(s) au château.

    CHARTA-WEIN - Deutscher Typenwein aus dem Rheingau, der folgenden Forderungen standhält: 100% Riesling, weniger als 7,5 g/l Säure und 3· Oechsle mehr, als die entsprechende Qualitätsstufe, ein Jahr Lagerung dadurch größere Langlebigkeit und letztlich muß er aus den Kernlagen Rheinhessens stammen. Er wird nur in Schlegelflaschen verkauft. Er trägt als Kennzeichnung den romanischen Doppelbogen im Etikett.

    CHÂTEAUNEUF-DU-PAPE - Die Geschichte dieses berühmten, französischen Weines bzw. der Appellation in der südlichen Rhone ist eng mit der Kirche verbunden. Hier entstehen gehaltvolle, alkoholreiche aber auch hochpreisige Rotweine, die nicht immer das halten, was sie versprechen. Probieren sie, bevor Sie nur für einen Namen bezahlen.

    CHENIN BLANC - siehe Rebsorten

    CHIANTI - Der Name des italienischen DOCG-Rotweines stammt von der Hügellandschaft zwischen Florenz und Siena in der Region Toskana. Es ist ein lebendiger, frisch und fruchtiger Rotwein, der jung getrunken wird.

    CHIANTI CLASSICO - Der Wein muss vier verschiedene Rebsorten, zwei Rote und zwei Weisse aufweisen. Im Einzelnen sind das für die roten Rebsorten zum einen der Sangiovese, dessen Anteil zwischen 75 und 90 % liegen muss und zum anderen der Canaiolo, mit einem Anteil von 5 bis 10%. Den Anteil der Weissweintrauben stellt mit 2 bis 5 % der Malvasia und der Trebbiano dar. Bis zu 10% können auch andere rote Rebsorten, wie Colorino, Cabernet-Sauvignon oder Merlot hinzugefügt werden. Der Alkoholgehalt muss für die normalen Weine mindestens bei 12% , für den Riservawein mindestens bei 12,5% liegen. Um als Chianti Classico definiert zu werden, bedarf es noch weiterer wichtiger Faktoren produktiver Art. Die Mitglieder des Schwarzen-Hahn-Konsortium halten freiwillig dem 1. Juni oder ein noch späteres Datum nach dem Erntejahr zur Freigabe für den Handel ein, um dem Verbraucher die Balance aller vorgeschriebenen Komponenten zu garantieren.

    Chianti Colli Aretini - Gebiet östlich der Chianti-Classico-Kernzone nahe der Provinz Arezzo an den Abhängen des Valdarno. Hier werden beachtliche, frische, wohlduftige Chianti von guter Qualität erzeugt.
    Chianti Colli Fiorentini
    Nördlich des Chianti-Classico-Gebietes gelegene Hügellandschaft um Florenz im Arnotal. Aus diesem Gebiet kommen einige ausgezeichnete Chianti ausserhalb des Chianti Classico, die mit den dort erzeugten Weinen in ihrer erstklassigen Qualität auf einer Stufe stehen.

    Chianti Colli Senesi - In der reizvollen Landschaft um Siena bis südlich von Poggibonsi werden von einigen Erzeugern Chianti angeboten, die man zu den besten ausserhalb der Kernzone zählt.

    Chianti Colline Pisane - Hügellandschaft südlich des Arno zwischen Pisa und Volterra, das westlichste Gebiet des Chianti, in dem mildes, maritimes Klima vorherrscht. Hier werden meist leichtere, weiche, aber durchaus ansprechende und gute Weine erzeugt.

    Chianti Montalbano - In dem kleinen Bezirk westlich von Florenz und südlich von Pistoia wird ein meist fruchtiger, weicher Chianti von guter, teils sogar ausgezeichneter Qualität erzeugt. Hier entsteht auch der bekannte DOC-Wein Carmignano, der von beachtlicher Güte sein kann.

    Chianti putto - Einen Chianti, der nicht aus dem Chianti-Classico-Gebiet stammt, bezeichnet man als Chianti putto. Er kann von ebenso guter Qualität sein wie ein Chianti Classico und zur DOCG-Klasse gehören. In einem Konsortium zusammengefasst - ähnlich dem Chianti-Classico-Konsortium - existieren noch sechs weitere Zonen mit den folgenden Ursprungsbezeichnungen: Chianti Colli Aretini, Chianti Colli Fiorentini, Chianti Colli Pisane, Chianti Colli Senesi, Chianti Montalbano, Chianti Rufina. Sie tragen einen rosa Putto auf dem Flaschenhals.

    Chianti Rufina - Nordöstlich von Florenz liegt die Stadt Rufina am Sieve, einem Nebenfluss des Arno. Auf den Hügeln der Umgebung sind einige der besten Chiantilagen, der dort geschaffene Wein kann dem Vergleich mit Erzeugnissen aus der Chianti-Kernzone standhalten. Der Boden und das Klima sind dem im Chianti-Classico-Gebiet sehr ähnlich. Es wird von einigen Gütern ein bemerkenswerter, teils hervorragender Chianti angeboten, der auch im Verhältnis Preis/Leistung von Interesse ist.

    CHILE - Aufstrebendes Weinexportland, mit sehr bekömmlichen Weinen, da in dem Klima kein Mehltau und keine Reblaus vorkommt und somit wenig Chemie benutzt wird. Die wichtigsten Rebsorten sind Cabernet Sauvignon, Sauvignon Blanc und Chardonnay

    CHLOROSE - Die Vergilbungskrankheit der Rebe auch Chlorose genannt, ist weit erforscht, aber letztendlich noch nicht vollständig geklärt. So weiß man, dass Eisenmangel der Pflanze, zu hoher Kalziumgehalt in Verbindung mit Kohlensäure und Phosphatüberschuß zu diesem Krankheitsbild führen kann.

    CLAIRET - leichter, eher heller Rotweintyp; kaum Gerbstoffe, nicht besonders lagerfähig. Optimaler Genuß, wenn er jung und kühl getrunken wird. siehe auch Vorlauf

    CLARET - die in England gebräuchliche traditionelle Bezeichnung für Bordeauxweine.

    CLASSICO - Begriff, mit dem das ursprüngliche, häufig historische, Zentrum eines DOC-Anbaugebietes angedeutet wird. Oft ist das Gebiet, aus kommerziellen Gründen über diese historische Grenze erweitert worden, wo ein ähnlicher Wein, aus gleichen Rebsorten, unter dem gleichen Namen, allerdings ohne den Zusatz Classico, produziert werden darf.

    CLEVENER - 1. in Teilen Badens Bezeichnung für den Traminer, 2. in Württemberg Bezeichnung für den Frühburgunder.

    CLIMAT - Besonders in Burgund gebräuchliche Bezeichnung, die der deutschen Einzellage (österreichisch: Ried) entspricht.

    CLOS - Ursprünglich ein mit einer Mauer oder ähnlichem umfriedeter Weinberg in Frankreich, wie etwa der Clos de Vougeot. Heute wird diese Bezeichnung mitunter etwas großzügiger angewandt, darf aber im Zusammenhang mit dem Namen eines Weins nur auf dem Etikett stehen, wenn ein derartiger Clos oder eingefriedeter Weinberg tatsächlich existiert und der betreffende Wein von ihm stammt.

    COGNAC - Nach franz. Recht in den Départements Charente und Charente-Maritime hergestellter Weinbrand von 40 Vol%. Mindestlagerzeit in Eichenholzfässern 30 Monate.

    CON CRIANZA - span.: mit Alterung (sin crianza, ohne Alterung)

    CORTESE - siehe Rebsorten

    CORVINA - siehe Rebsorten

    COSECHA - Spanische Bezeichnung für Jahrgang.

    COSECHERO - Spanisch für Winzer oder Weingutsbesitzer.

    COSEJO REGULADOR - span. Schutz-, Kontroll-, und Verkaufsförderung-Organisation für eine Denominacion de Origen

    CÔTE - frz. für Hang, genauer für Rebflächen in einer Hanglage und damit besserer Sonnen-einstrahlung. Dies ist in Frankreich häufig in Gebiets-Bezeichnungen oder Appellations-Namen enthalten, zum Beispiel Côte d´Or, Côte de Beaune, Côte de Nuits, Côte Chalonnaise und Côte Rotie.

    CÔTE D'OR - Weinbaugebiet in der Bourgogne, gliedert sich in Côte de Beaune und Côte de Nuits

    CÔTE DE NUITS - Weinbaugebiet der Côte d'Or mit großen Rotweinen

    COTEAUX D'AIX-EN-PROVENCE - A.O.C. im Gebiet der Côtes de Provence. Umfasst ca. 3500 ha die über 49 Kommunen verteilt sind. Produziert werden hauptsächlich Rosés (51%), bekannt ist die Côteaux d'Aix jedoch für die sehr gehaltvollen und schweren Rotweine (43%). Besonders die jüngeren Winzer beginnen mit Barrique-Ausbau und sind sehr zu empfehlen. (z.B. Domaine Les Bastides, oder Château Vauclaire)

    CÔTES DE PROVENCE - Weinbaugebiet mit A.O.C.-Weinen und guten bis einfachen Landweinen. Hier werden viele gute Roséweine hergestellt.

    CÔTES-DU-RHÔNE - Name für alle Weine mit A.C. ohne besondere Bezeichnung, die im Rhônetal südlich von Vienne angebaut werden.

    CÔTES-DU-ROUSSILLON - körperreiche A.C.-Rotweine vom Rand der Pyrenäen. Aufstrebend, aber noch nicht so routiniert wie in Bordeaux oder Bourgogne.

    COUPÉ - Französischer Begriff für verschnitten. Vin de coupage ist also ein Verschnittswein.

    CRÉMANT - Bezeichnung für Qualitätsschaumweine mit A.O.C. außerhalb der Champagne, wie z.B. Crémant de Bourgogne. Die Flaschengärung ist Vorschrift

    CRU - frz. für Gewächs, für die Lage und auch den von dort stammenden Wein Klassifizierungs-Systeme mit unterschiedlichen Stufen wie zum Beispiel Grand Cru, Cru classé, Premier Cru. Anzutreffen vor allem im Elsass, Burgund, Provence,Champagne, aber auch in Italien.

    CRU BOURGEOIS - Siehe Bourgeois

    CRU CLASSÉ - Qualitätseinstufung (cru) der meisten Spitzenweine im Bordeaux-Gebiet. Im Haut-Médoc wurde die bislang letzte, heute noch gültige Klassifizierung von 1855 lediglich 1973 und allein bezüglich eines Gewächses (Château Mouton-Rothschild) offiziell korrigiert. Die Spitzengewächse sind hier in fünf crus classés eingeteilt, obwohl unterhalb der ersten Stufe auf dem Etikett meist nur grand cru classé steht: Premiers crus classés, Deuxièmes (2es) crus classés, Troisièmes (3es) crus classés, Quatrièmes (4es) crus classés und Cinquièmes (5es) crus classés. Die Spitzengewächse aus Sauternes und Barsac werden unterschieden in Premier cru classé supérieur, Premiers crus classés und Deuxièmes crus classés, die von Saint-Emilion in Premiers crus classés und Grands crus classés, während man in den Graves offiziell nur die Kategorie Crus classés kennt. Für die übrigen Bordeaux-Bereiche gibt es keine offizielle Klassifizierung.
    In Burgund und in anderen französischen Weinbaugebieten unterscheidet man Grands crus und Premiers crus, wobei es sich in Burgund um Lagen, in der Champagne um Orte handelt. Im Gebiet der Côtes de Provence sind seit 1955 23 Weingüter als crus classés eingestuft, von denen heute noch 18 existieren, darunter die Châteaux Sainte-Roseline, de Selle, Minuty, de Saint-Martin, die Domaines de la Croix, de l'Aumérade, ferner Castel Roubine u.a.

    CUVÉE - Weinmenge aus der gleichen cuve (Faß ). Darüber hinaus bezeichnet der Ausdruck einen Most oder Wein oder eine Mischung verschiedener Moste oder Weine von in der Regel einer bestimmten Geschmacksrichtung oder Typik, die zur Erzeugung eines Schaumweins oder Champagners verwandt wird. Bei Bordeauxweinen spricht man in der Regel statt von cuvée von assemblage, jedoch gibt es zumal im Gebiet von Sauternes Güter, die eine Tête de cuvée als die beste Partie des Jahrgangs erzeugen. Der Ausdruck première cuvée als einer der besten Weine einer bestimmten Gemeinde wird hingegen heute in Frankreich kaum noch verwandt, zumal er relativ unverbindlich und damit nichtssagend ist.

  • Cabernet Franc

    siehe Rebsorten

  • Cabinet

    seltene Bezeichnung für hervorragende Qualität auf alten Flaschen deutschen Weins. Mit dem deutschen Weingesetz (1971) verboten.

  • Caña

    Ein zylindrischer, hoher und enger Weinbecher in Andalusien, aus dem traditionellerweise Manzanilla getrunken wird. Die Venencias (langstielige, schlanke Schöpfkellen zum Entnehmen von Weinproben), mit denen in Sanlúcar de Barrameda der Manzanilla dem Faß entnommen wird, sind aus Bambus (spanisch caña) statt aus Fischbein oder Silber wie in Jerez. Der Name caña als Weinbecher ist wahrscheinlich davon abgeleitet.

  • Canaiolo Nero

    siehe Rebsorten

  • Cannonau

    siehe Rebsorten

  • Cantina

    Italienisch für Weinkeller, womit sowohl ein Lagerraum für Weinflaschen als auch eine Weinkellerei, wo der Wein vinifiziert wird, bezeichnet wird. Eine Cantina Sociale ist eine Winzergenossenschaft.

  • Caratelli (Carati)

    kleine Kastanien- oder Eichenholzfässer

  • Carignano

    siehe Rebsorten

  • Carmenère

    siehe Rebsorten

  • Carmignano

    Toskanischer Rotwein aus dem gleichnamigen Anbaugebiet, westlich von Florenz. Für die Produktion von Carmignano werden die gleichen Rebsorten wie für Chianti verwendet. Hauptbestandteil des Weines formt Sangiovese, die Hauptrebsorte aller toskanischen Rotweine, sowie ein Zusatz von Cabernet Sauvignon. Diese nicht-autochthone Rebe verhalf letztendlich Carmignano zu ein eigenständiges DOC, während es 1932 noch im Anbaugebiet des Chianti Montalbano eingegliedert wurde. Cabernet Sauvignon's Anwesenheit in den Weinbergen von Carmignano wurde als Argument angeführt, dass, wenn auch nicht einheimisch, sie ein traditioneller Bestandteil des Weins sei, weshalb Carmigano nicht als Chianti, der anfänglich nur aus einheimischen Rebsorten gekeltert wurde, betrachtet werden kann. Obwohl zu bezweifeln ist, ob Cabernet Sauvignon früher als 1975 in Carmignano angepflanzt wurde, bekam das Gebiet im selben Jahr auf Grund dieser Argumentation als erste ein DOC-Status, wobei explizit der Zusatz von Cabernet Sauvignon erlaubt wurde. Erst 1984 wurde dies auch für Chianti zugelassen.

  • Carpenè Malvolti

    Antonio Carpenè entdeckte im 19. Jahrhundert die Prosecco-Traube für den Schaumwein. Er pflegte Kontakte zu Louis Pasteur und Robert Koch und veröffentlichte theoretische önologische Abhandlungen, die in Italien über viele Jahrzehnte als richtungsweisend galten. 1877 eröffnete Antonio Carpenè in Conegliano die erste Schule für Weinbau und Önologie Italiens.

  • Cassis

    Aroma von schwarzen Johannisbeeren, typischer Duft von Cabernet Sauvignon

  • Castel del Monte

    Der aus der italienischen Region Apulien stammende DOC-Wein ist nach der im Jahre 1240 erbauten, achteckigen und achttürmigen Burg Kaiser Friedrichs II. (1194 – 1250 ) benannt, die in der Nähe von Bari auf einem Hügel liegt. Der Rosso wird aus den Rebsorten Uva di Troia, Sangiovese, Aglianico und Pinot Nero verschnitten; nach drei Jahren darf er sich Riserva nennen. Der Rosato wird aus Bombino Nero und der Bianco aus Pampanuto erzeugt.

  • Castelli Romani

    Wein aus neun Orten in den Albaner Bergen südöstlich von Rom. Am bekanntesten der Frascati, ein kräftiger Weißwein

  • Cataratto

    siehe Rebsorten

  • Cava

    Wörtlich Keller und zugleich Bezeichnung für in Spanien und Portugal nach der Méthode champenoise erzeugte Schaumweine, die früher in Spanien als Champán oder Xampán etikettiert wurden, was heute rechtlich nicht länger zulässig ist. 90% der in Spanien nach einer Herstellungs-, nicht Ursprungsgarantie (Denominación específica) erzeugten Cava-Schaumweine stammen aus Penedés.
    In Griechenland bringen einige Erzeuger ihr Spitzencuvée unter der Zusatzbezeichnung Cava in den Handel, so der Cava Cambas, der Cava Tsantalis, der Cava Manzavino, der Cava Mantare (von Boutari) u.a.

  • Cava Cambas

    Name zweier griechischer Markenweine, die von Cambas erzeugt werden. Der weiße Cava Cambas wird aus ausgesuchten Savatianotrauben aus Attika erzeugt und kommt erst nach rund 10 Jahren in den Handel. Er ist ein trockener, reifer, dabei charaktervoller Wein mit ca. 11,5% vol. Alkohol, von hervorragender Qualität und in jeder Weise beachtenswert. Er zählt zweifellos zu den besten Weißweinen Griechenlands. Der rote Cava Cambas stammt aus Agiorgitikotrauben aus dem Gebiet von Nemea und wird ebenfalls eine Reihe von Jahren in Eichenfässern und dann in Flaschen ausgebaut, bevor er in den Verkehr gelangt. Mit gleichfalls ca. 11,5% vol. Alkohol ist es ein reifer und ausgeglichener Wein mit einer gewissen Eleganz, doch ohne das Format des gleichnamigen Weißweins.

  • Cave (LA)

    frz. Keller, Lagerraum für Wein und oft Verkaufs- und Dégustationsraum.

  • Cépage

    Französisch für Rebsorte.

  • Chablis

    Der nach dem gleichnamigen Ort benannte Bereich zählt zur Region Burgund. Der hellgelbe trockene Wein mit grünlichem Schimmer wird sortenrein aus der Rebsorte Chardonnay (hier heißt sie Beaunoise) hergestellt. Es gibt vier Qualitäts-Klassen:

    • Chablis Grand Cru
    • Premier Cru
    • Chablis
    • Petit Chablis
  • Chai

    französisch für ebenerdigen Faßkeller in Bordeaux.

  • Chambrieren

    (siehe auch Weinthermometer) Das Erwärmen von Rotwein von Keller- auf Zimmertemperatur. Trotz mancher moderner Hilfsmittel, wie Heizung, heißes Wasser oder Mikrowellenherd, bleibt die traditionelle Methode, den Wein rechtzeitig vor dem Servieren in das Zimmer zu bringen zur behutsamen, nicht schockartigen Erwärmung, nach wie vor das angemessene Verfahren.

  • Champagne

    Die französische Weinbauregion Champagne mit rund 34.000 Hektar Rebfläche gab dem berühmtesten Schaumwein der Welt seinen gesetzlich geschützten Namen.
    Das Geheimnis und der Erfolg des Champagners liegt im Bodentyp, dem Klima und in der Herstellungsmethode. Das Flaschengärverfahren ist Vorschrift.

  • Champagner

    Nach dem Gesetz ein Schaumwein, französisch Le Champagne, wie er ausschließlich in der Champagne und zwar aus genau festgelegten Rebsorten (Pinot Meunier, Pinot noir und Chardonnay) und nach ganz bestimmten Verfahren, nämlich ausschließlich mittels der Méthode champenoise erzeugt werden darf. Champagner kommt von derzeit rund 28.500 ha Rebfläche. Während sich etwa 7200 ha davon in den Départements Aube und Aisne befinden, bilden vier Fünftel das eigentliche Kerngebiet im Département Marne, das sich auf drei große Bereiche südlich von Reims verteilt:
    1. die Montagne de Reims mit körperreichen, eher schweren Weinen aus dem Pinot noir;
    2. die unmittelbar nördlich von Epernay gelegene Vallée de la Marne mit weicheren und runderen Weinen meist aus Pinot noir und Pinot Meunier, und 3. die südlich von Epernay gelegene Côte des Blancs, fast ausschließlich das Reich des Chardonnay, der elegante und feine, doch auch weniger komplexe Weine ergibt. Das Geheimnis der Champagne ist wie in nahezu allen Gebieten der Boden, und der beste Champagner kommt von dem berühmten blendend weißen Kreideboden, der zumeist unter einer 20-50 cm dicken Erdschicht liegt. Auf diesem Boden befinden sich die bedeutendsten Weinbauorte der Champagne, deren jeweilige Rebflächen pauschal klassifiziert sind, wobei sich die Klassifizierung im Herbstpreis der Trauben niederschlägt. So gibt es 17 grand cru-Gemeinden, deren Trauben mit 100% des festgesetzten, seit 1990 frei ausgehandelten Preises bezahlt werden, darunter Verzenay, Sillery, Mailly, Bouzy, Ambonnay, Ay, Avize, Cramant, Le Mesnil u.a. Rund 40 Gemeinden sind als premiers crus mit 90-99% eingestuft, d.h. ihre Trauben erzielen 90-99% des festgesetzten Preises. Dazu gehören Mareuil-sur-Ay, Dizy-Magenta, Hautvillers u.a. Die restlichen rund 250 Champagner-Dörfer erzielen zwischen 80 und 89% des offiziellen Preises. Der zulässige Hektarertrag und potentielle Mindestalkoholgehalt wird jedes Jahr vom Comité interprofessionnel festgelegt. Diese Trauben werden, ob weiß oder rot, gekeltert - wobei aus 150 kg Trauben nicht mehr als 1 hl Most gewonnen werden darf - und der Most wie bei jedem Weißwein vergoren (es sei denn, es soll ein Rosé-Champagner erzeugt werden, dann werden die roten Trauben kurz an der Maische angegoren, bevor sie abgepreßt und zu Ende vergoren werden). Hierbei entscheidet sich schon wesentlich die Qualität des späteren Champagners, nämlich ob nur der Most der ersten Pressung, die sog. cuvée verwandt wird (wie bei einigen der besten Häuser üblich) oder ob auch der Most der zweiten und dritten Pressung (taille) benutzt wird. Nach der Gärung (bei der Champagnererzeugung 1. Gärung genannt) findet der sog. assemblage statt, das Verschneiden verschiedener Sorten, Lagen und Jahrgänge, je nach der Hausmarke des Herstellers und der Art des angestrebten Erzeugnisses, ob als Jahrgangsverschnitt, was die Regel, als Jahrgangswein (millésimé), ob als Blanc de Blancs (ausschließlich aus dem Chardonnay), als Blanc de Noirs (allein aus roten Trauben) oder als cuvée de prestige (die Spitzencuvée, der beste Wein des Hauses). Nun beginnt das eigentliche Champagnerverfahren, die Méthode champenoise, im Deutschen als Flaschengärung bezeichnet. Der Stillwein, denn das ist er ja bislang, wird auf Flaschen gefüllt und erhält dabei jeweils die liqueur de tirage, d.h. ein Gemisch aus altem Wein mit Zucker und Hefe für die Durchführung einer 2. Gärung in der Flasche, durch die Champagner seine Kohlensäure enthält, also die Voraussetzung für jenen im Glas sich bildenden Schaum (mousse) entsteht. Der durch diese 2. Gärung entstehende Niederschlag muß mindestens 1 Jahr (bei Jahrgangs-Champagner mindestens 3 Jahre) in der Flasche bleiben, wobei manche Häuser längere Lagerzeiten praktizieren, da er als wesentlicher Qualitätsfaktor gilt. Vor dem Versand wird dieser Niederschlag ohne Entweichen der Kohlensäure wieder aus der Flasche entfernt werden. Zu diesem Zweck wird die Flasche mit dem Hals nach unten in ein Rüttelpult gestellt, in dem der Niederschlag durch Rütteln zum Korken getrieben wird. Geschah dies früher in 2-3 Monaten durch Hand, so sind heute mechanische Rütteltische üblich, die das gleiche innerhalb von einer Woche erreichen. Wenn der Niederschlag sich am Korken abgesetzt hat, wird der Wein degorgiert, d.h. der Flaschenhals wird vereist und der Pfropfen herausgeschleudert, ohne daß die Kohlensäure entweicht. Zu diesem Zeitpunkt ist der Champagner völlig trocken. Bevor er nun endgültig verkorkt wird, erhält der Wein je nach angestrebtem Süßungsgrad die liqueur d'expedition, die sog. Dosage. Völlig trockener Champagner bleibt ohne Dosage, was dann als Dosage Zéro, Extra brut oder Sans Dosage o.ä. auf dem Etikett vermerkt wird. Geht er als brut in den Handel - was heute bei rund 95% der Champagner der Fall ist -, erhält er 0-2% Dosage, als Extra Dry oder Extra trocken 1,6-2,7%, Dry, Sec oder Trocken 2,3-4,7%, Demi-Sec oder halbtrocken 4,4-6,7%. Die Geschmacksangabe erscheint auf dem Etikett. Ebenfalls auf dem Etikett finden sich jeweils, meist etwas versteckt, einige Buchstaben, die über die Herkunft das Champagners Aufschluß geben: So bedeutet N.M. Hauptmarke eines Handelshauses; M.A. = Zweitmarke eines Handelshauses; R.M. = Champagner eines selbständigen Winzers oder Weinguts; C.M. = Champagner einer Winzergenossenschaft. Seit 1990 dürfen zusätzlich R.C. = Marke eines Genossenschaftswinzers und S.R. = Marke einer Winzervereinigung benutzt werden. Rund zwei Drittel aller Champagner stammen von den großen Champagnerhäusern, von denen es derzeit rund 150 gibt, darunter einige, die zum selben Konzern gehören, die zusammen ca. 12% der Rebfläche besitzen, während sich in die übrigen 88% rund 14.000 Winzer teilen, die teils an die großen Häuser liefern, teils in Winzergenossenschaften oder Winzervereinigungen zusammengeschlossen sind, teils ihren eigenen Champagner erzeugen.Zu den führenden Champagner-Häusern gehören Krug, Bollinger, Roederer, Pol Roger, Taittinger, Pommery, Moët et Chandon, Veuve Clicquot, Laurent-Perrier, Deutz & Geldermann, Abel Lepitre, Henriot, Piper-Heidsieck, Heidsieck Monopole, Besserat de Bellefon, Charles Heidsieck, Charbaut, Bricout, Lanson, Paillard, Perrier-Jouet, Ruinart, Mumm, Ayala, de Venoge, Joseph Perrier, Canard-Duchêne, Mercier, de Castellane u.a. Nach dem Degorgieren in der Flasche gewinnt ein Champagner kaum mehr an Qualität. Die meisten alten Champagner, die köstlich schmecken können, sind vor dem Degorgieren im Originalkeller gealtert, als sich der Niederschlag noch in der Flasche befand. Nicht nur Champagner kommen aus der Champagne, doch sind die dort erzeugten Stillweine natürlich nicht als Champagner in den Handel. Sie führen die Bezeichnung Coteaux Champenois. Rosé des Riceys.

  • Champagnermethode

    siehe Méthode champenoise

  • Chantepleure

    Bezeichnung für den Hahn eines Weinfasses, der beim Öffnen "singt" (quietscht) und "weint", wenn der Wein herausfließt, auf französisch "chante et pleure". Die Weinbruderschaft von Vouvray, eine von vielen in Frankreich, nennt sich Confrérie de la Chantepleure. Außerdem wird in anderen Teilen Frankreichs der Probenheber als Chantepleure bezeichnet, mit dem man durch Ansaugen durch das Spundloch des Fasses eine Probe entnimmt.

  • Chaptalisieren

    Bezeichnung für Verbessern des Weines durch Zugabe von Rohrzucker (Saccharose) zum Most mit dem Ziel die Alkoholausbeute bei der Gärung zu erhöhen. Nach ihrem Erfinder Chaptal (1756 - 1837) genannt. Siehe auch "Zuckerung".

  • Charakter

    Ausdruck für einen guten Wein, der unabhängig von seiner Qualität bestimmte unverwechselbare Merkmale besitzt, die in der Herkunft des Weines, seinen Rebsorten und den traditionell angewandten Vinifikations- und Ausbaumethoden begründet sind. Ein Wein ohne Charakter ist langweilig und reizlos.

  • Chardonnay

    siehe Rebsorten

  • Charmat Methode

    Herstellung von Schaumwein in großen Druckbehältern aus Edelstahl. Statt in der Flasche wird der Wein hier ein zweites Mal vergoren.

  • Charta- Wein

    Deutscher Typenwein aus dem Rheingau, der folgenden Forderungen standhält: 100% Riesling, weniger als 7,5 g/l Säure und 3· Oechsle mehr, als die entsprechende Qualitätsstufe, ein Jahr Lagerung dadurch größere Langlebigkeit und letztlich muß er aus den Kernlagen Rheinhessens stammen. Er wird nur in Schlegelflaschen verkauft. Er trägt als Kennzeichnung den romanischen Doppelbogen im Etikett.

  • Chassagne -Montrachet

    Weinort der Côte d'Or mit trockenem Weißwein (einem der besten der Welt)

  • Château

    Heute vor allem im Bordeaux-Gebiet verwendeter Ausdruck für jedwedes Weingut einschließlich seiner meist in unmittelbarer Nähe bzw. mehr oder weniger geschlossen um die Gebäude gruppierten Rebflächen. Noch bis weit in das 20. Jahrhundert war der Ausdruck auf mittelalterliche Burgen bzw. frühneuzeitliche Adelssitze beschränkt. Heute verbirgt sich hinter dem Namen Schloß oft nicht mehr als einen Bauerngehöft. In Frankreich darf der Name Château auf dem Etikett lediglich verwandt werden, wenn das Gut über eine eigene Rebfläche verfügt, von dem der Wein stammt. Dabei muß der Wein nicht auf dem Gut abgefüllt werden. Ist er dies jedoch und mithin eine Erzeugerabfüllung, lautet der französische Etikettenaufdruck Mis(e) en bouteille(s) au château.

  • Châteauneuf- du- pape

    Die Geschichte dieses berühmten, französischen Weines bzw. der Appellation in der südlichen Rhone ist eng mit der Kirche verbunden. Hier entstehen gehaltvolle, alkoholreiche aber auch hochpreisige Rotweine, die nicht immer das halten, was sie versprechen. Probieren sie, bevor Sie nur für einen Namen bezahlen.

  • Chenin blanc

    siehe Rebsorten

  • Chianti

    Der Name des italienischen DOCG-Rotweines stammt von der Hügellandschaft zwischen Florenz und Siena in der Region Toskana. Es ist ein lebendiger, frisch und fruchtiger Rotwein, der jung getrunken wird.

  • Chianti Classico

    Der Wein muss vier verschiedene Rebsorten, zwei Rote und zwei Weisse aufweisen. Im Einzelnen sind das für die roten Rebsorten zum einen der Sangiovese, dessen Anteil zwischen 75 und 90 % liegen muss und zum anderen der Canaiolo, mit einem Anteil von 5 bis 10%. Den Anteil der Weissweintrauben stellt mit 2 bis 5 % der Malvasia und der Trebbiano dar. Bis zu 10% können auch andere rote Rebsorten, wie Colorino, Cabernet-Sauvignon oder Merlot hinzugefügt werden. Der Alkoholgehalt muss für die normalen Weine mindestens bei 12% , für den Riservawein mindestens bei 12,5% liegen. Um als Chianti Classico definiert zu werden, bedarf es noch weiterer wichtiger Faktoren produktiver Art. Die Mitglieder des Schwarzen-Hahn-Konsortium halten freiwillig dem 1. Juni oder ein noch späteres Datum nach dem Erntejahr zur Freigabe für den Handel ein, um dem Verbraucher die Balance aller vorgeschriebenen Komponenten zu garantieren.

    Chianti Colli Aretini - Gebiet östlich der Chianti-Classico-Kernzone nahe der Provinz Arezzo an den Abhängen des Valdarno. Hier werden beachtliche, frische, wohlduftige Chianti von guter Qualität erzeugt.

    Chianti Colli Fiorentini

    Nördlich des Chianti-Classico-Gebietes gelegene Hügellandschaft um Florenz im Arnotal. Aus diesem Gebiet kommen einige ausgezeichnete Chianti ausserhalb des Chianti Classico, die mit den dort erzeugten Weinen in ihrer erstklassigen Qualität auf einer Stufe stehen.

    Chianti Colli Senesi - In der reizvollen Landschaft um Siena bis südlich von Poggibonsi werden von einigen Erzeugern Chianti angeboten, die man zu den besten ausserhalb der Kernzone zählt.

    Chianti Colline Pisane - Hügellandschaft südlich des Arno zwischen Pisa und Volterra, das westlichste Gebiet des Chianti, in dem mildes, maritimes Klima vorherrscht. Hier werden meist leichtere, weiche, aber durchaus ansprechende und gute Weine erzeugt.

    Chianti Montalbano - In dem kleinen Bezirk westlich von Florenz und südlich von Pistoia wird ein meist fruchtiger, weicher Chianti von guter, teils sogar ausgezeichneter Qualität erzeugt. Hier entsteht auch der bekannte DOC-Wein Carmignano, der von beachtlicher Güte sein kann.

    Chianti putto - Einen Chianti, der nicht aus dem Chianti-Classico-Gebiet stammt, bezeichnet man als Chianti putto. Er kann von ebenso guter Qualität sein wie ein Chianti Classico und zur DOCG-Klasse gehören. In einem Konsortium zusammengefasst - ähnlich dem Chianti-Classico-Konsortium - existieren noch sechs weitere Zonen mit den folgenden Ursprungsbezeichnungen: Chianti Colli Aretini, Chianti Colli Fiorentini, Chianti Colli Pisane, Chianti Colli Senesi, Chianti Montalbano, Chianti Rufina. Sie tragen einen rosa Putto auf dem Flaschenhals.

    Chianti Rufina - Nordöstlich von Florenz liegt die Stadt Rufina am Sieve, einem Nebenfluss des Arno. Auf den Hügeln der Umgebung sind einige der besten Chiantilagen, der dort geschaffene Wein kann dem Vergleich mit Erzeugnissen aus der Chianti-Kernzone standhalten. Der Boden und das Klima sind dem im Chianti-Classico-Gebiet sehr ähnlich. Es wird von einigen Gütern ein bemerkenswerter, teils hervorragender Chianti angeboten, der auch im Verhältnis Preis/Leistung von Interesse ist.

  • Chile

    Aufstrebendes Weinexportland, mit sehr bekömmlichen Weinen, da in dem Klima kein Mehltau und keine Reblaus vorkommt und somit wenig Chemie benutzt wird. Die wichtigsten Rebsorten sind Cabernet Sauvignon, Sauvignon Blanc und Chardonnay

  • Chlorose

    Die Vergilbungskrankheit der Rebe auch Chlorose genannt, ist weit erforscht, aber letztendlich noch nicht vollständig geklärt. So weiß man, dass Eisenmangel der Pflanze, zu hoher Kalziumgehalt in Verbindung mit Kohlensäure und Phosphatüberschuß zu diesem Krankheitsbild führen kann.

  • Clairet

    leichter, eher heller Rotweintyp; kaum Gerbstoffe, nicht besonders lagerfähig. Optimaler Genuß, wenn er jung und kühl getrunken wird. siehe auch Vorlauf

  • Claret

    die in England gebräuchliche traditionelle Bezeichnung für Bordeauxweine.

  • Classico

    Begriff, mit dem das ursprüngliche, häufig historische, Zentrum eines DOC-Anbaugebietes angedeutet wird. Oft ist das Gebiet, aus kommerziellen Gründen über diese historische Grenze erweitert worden, wo ein ähnlicher Wein, aus gleichen Rebsorten, unter dem gleichen Namen, allerdings ohne den Zusatz Classico, produziert werden darf.

  • Clevener

    1. in Teilen Badens Bezeichnung für den Traminer, 2. in Württemberg Bezeichnung für den Frühburgunder.

  • Climat

    Besonders in Burgund gebräuchliche Bezeichnung, die der deutschen Einzellage (österreichisch: Ried) entspricht.

  • Clos

    Ursprünglich ein mit einer Mauer oder ähnlichem umfriedeter Weinberg in Frankreich, wie etwa der Clos de Vougeot. Heute wird diese Bezeichnung mitunter etwas großzügiger angewandt, darf aber im Zusammenhang mit dem Namen eines Weins nur auf dem Etikett stehen, wenn ein derartiger Clos oder eingefriedeter Weinberg tatsächlich existiert und der betreffende Wein von ihm stammt.

  • Cognac

    Nach franz. Recht in den Départements Charente und Charente-Maritime hergestellter Weinbrand von 40 Vol%. Mindestlagerzeit in Eichenholzfässern 30 Monate.

  • con Crianza

    span.: mit Alterung (sin crianza, ohne Alterung)

  • Cortese

    siehe Rebsorten

  • Corvina

    siehe Rebsorten

  • Cosecha

    Spanische Bezeichnung für Jahrgang.

  • Cosechero

    Spanisch für Winzer oder Weingutsbesitzer.

  • Cosejo Regulador

    span. Schutz-, Kontroll-, und Verkaufsförderung-Organisation für eine Denominacion de Origen

  • Coteaux d'aix-en-provence

    A.O.C. im Gebiet der Côtes de Provence. Umfasst ca. 3500 ha die über 49 Kommunen verteilt sind. Produziert werden hauptsächlich Rosés (51%), bekannt ist die Côteaux d'Aix jedoch für die sehr gehaltvollen und schweren Rotweine (43%). Besonders die jüngeren Winzer beginnen mit Barrique-Ausbau und sind sehr zu empfehlen. (z.B. Domaine Les Bastides, oder Château Vauclaire)

  • Côte de nuits

    Weinbaugebiet der Côte d'Or mit großen Rotweinen

  • Côte

    frz. für Hang, genauer für Rebflächen in einer Hanglage und damit besserer Sonnen-einstrahlung. Dies ist in Frankreich häufig in Gebiets-Bezeichnungen oder Appellations-Namen enthalten, zum Beispiel Côte d´Or, Côte de Beaune, Côte de Nuits, Côte Chalonnaise und Côte Rotie.

  • Côte d'or

    Weinbaugebiet in der Bourgogne, gliedert sich in Côte de Beaune und Côte de Nuits

  • Côtes de provence

    Weinbaugebiet mit A.O.C.-Weinen und guten bis einfachen Landweinen. Hier werden viele gute Roséweine hergestellt.

  • Côtes du Rhône

    Name für alle Weine mit A.C. ohne besondere Bezeichnung, die im Rhônetal südlich von Vienne angebaut werden.

  • Côtes du Roussillon

    körperreiche A.C.-Rotweine vom Rand der Pyrenäen. Aufstrebend, aber noch nicht so routiniert wie in Bordeaux oder Bourgogne.

  • Coupé

    Französischer Begriff für verschnitten. Vin de coupage ist also ein Verschnittswein.

  • Crémant

    Bezeichnung für Qualitätsschaumweine mit A.O.C. außerhalb der Champagne, wie z.B. Crémant de Bourgogne. Die Flaschengärung ist Vorschrift

  • Cru Bourgeois

    Siehe Bourgeois

  • Cru classeé

    Qualitätseinstufung (cru) der meisten Spitzenweine im Bordeaux-Gebiet. Im Haut-Médoc wurde die bislang letzte, heute noch gültige Klassifizierung von 1855 lediglich 1973 und allein bezüglich eines Gewächses (Château Mouton-Rothschild) offiziell korrigiert. Die Spitzengewächse sind hier in fünf crus classés eingeteilt, obwohl unterhalb der ersten Stufe auf dem Etikett meist nur grand cru classé steht: Premiers crus classés, Deuxièmes (2es) crus classés, Troisièmes (3es) crus classés, Quatrièmes (4es) crus classés und Cinquièmes (5es) crus classés. Die Spitzengewächse aus Sauternes und Barsac werden unterschieden in Premier cru classé supérieur, Premiers crus classés und Deuxièmes crus classés, die von Saint-Emilion in Premiers crus classés und Grands crus classés, während man in den Graves offiziell nur die Kategorie Crus classés kennt. Für die übrigen Bordeaux-Bereiche gibt es keine offizielle Klassifizierung.
    In Burgund und in anderen französischen Weinbaugebieten unterscheidet man Grands crus und Premiers crus, wobei es sich in Burgund um Lagen, in der Champagne um Orte handelt. Im Gebiet der Côtes de Provence sind seit 1955 23 Weingüter als crus classés eingestuft, von denen heute noch 18 existieren, darunter die Châteaux Sainte-Roseline, de Selle, Minuty, de Saint-Martin, die Domaines de la Croix, de l'Aumérade, ferner Castel Roubine u.a.

  • Cru

    frz. für Gewächs, für die Lage und auch den von dort stammenden Wein Klassifizierungs-Systeme mit unterschiedlichen Stufen wie zum Beispiel Grand Cru, Cru classé, Premier Cru. Anzutreffen vor allem im Elsass, Burgund, Provence,Champagne, aber auch in Italien.

  • Cuvée

    Weinmenge aus der gleichen cuve (Faß ). Darüber hinaus bezeichnet der Ausdruck einen Most oder Wein oder eine Mischung verschiedener Moste oder Weine von in der Regel einer bestimmten Geschmacksrichtung oder Typik, die zur Erzeugung eines Schaumweins oder Champagners verwandt wird. Bei Bordeauxweinen spricht man in der Regel statt von cuvée von assemblage, jedoch gibt es zumal im Gebiet von Sauternes Güter, die eine Tête de cuvée als die beste Partie des Jahrgangs erzeugen. Der Ausdruck première cuvée als einer der besten Weine einer bestimmten Gemeinde wird hingegen heute in Frankreich kaum noch verwandt, zumal er relativ unverbindlich und damit nichtssagend ist.

  • Dame blanche, Château (LA)

    Name, unter dem der Weißwein von Château du Taillan verkauft wird, und eines der wenigen Weingüter des Haut-Médoc, die Weißwein erzeugen. Es liegt in Le Taillan bei Blanquefort, ein paar hundert Meter nördlich der Grenze zu den Graves. Der Rot- wie Weißwein des Gutes erinnern in der Tat eher an leichte Graves. Da die Appellation Haut-Médoc ausschließlich für Rotweine gilt, kann Château La Dame Blanche nur als Bordeaux supérieur in den Handel kommen.

  • Dão

    Seit 1908 eingegrenztes portugiesisches Weinbaugebiet in einer nordöstlich von Coimbra gelegenen Hügellandschaft um die Stadt Viseu, die von bis zu 2000 m aufsteigenden Bergketten umschlossen wird, denen sie ihre klimatischen Besonderheiten verdankt, die sich ebenso wie die Granitböden auf den Charakter des Weins auswirken. Von allen gesetzlich kontrollierten portugiesischen Weinanbaugebieten mit eigener DOC-Regelung hat das Dão-Gebiet, sieht man einmal von dem Portweingebiet ab, den größten Namen. Von den insgesamt 20000 ha Rebfläche sind 16500 ha mit roten Sorten bestockt. Qualitativ die wichtigste Rebsorte, aus der der rote Dão erzeugt wird, ist der überragende Touriga Nacional, ergänzt durch Alfrocheiro Preto, Tinta Pinheira, Jaen, Bastardo und Tinta Roriz (Tempranillo). Sie ergeben einen so tieffarbenen und so gehaltvollen Wein, daß man ihn fast schon als dick bezeichnen könnte. Dennoch haben die besten roten Dão Charakter und Art, ja mitunter durchaus Nerv, und als Garrafeira oder - häufiger - als Reserva können sie, zehn bis zwanzig Jahre alt, von beachtenswerter Feinheit und Eleganz sein. Meist sollten sie nicht älter als zehn Jahre werden, wenngleich eine verbesserte Kellertechnik inzwischen die Qualität der Weißweine deutlich verbessert hat und einige durchaus zwanzig Jahre und älter werden können.

  • Daumas Gassac, mas de

    Ein rund 24 ha großes Weingut bei Aniane im Gassac-Tal inmitten des Midi im Département Hérault, das sich seit 1978, als der erste Wein erzeugt wurde, sehr in Szene zu setzten gewußt hat. Inzwischen ist es um das Gut und seinen Wein wieder etwas ruhiger geworden, und die erste Euphorie erscheint verflogen. Was geblieben ist, ist ein hervorragender, strukturierter, tiefer, konzentrierter, tanninreicher Wein, der geologisch und dank des kühleren Klimas mikroklimatisch eine Ausnahme im Languedoc darstellt. Er besteht zu 80% aus Cabernet Sauvignon und zu 20% aus gleichen Teilen Malbec, Merlot, Syrah, Cabernet franc, Pinot noir und Tannat. Auch wenn das Ergebnis kein Bordeaux aus dem Midi ist, dürfte es doch das bedeutendste sein, was auf diese Art aus dem Hérault kommt. Noch bedeutender ist vielleicht der besonders rare Weißwein, der Blanc de raisins blancs, der zu je etwa 30% aus Chardonnay, Viognier und Petit Manseng plus 10% Roussanne, Marsanne und Bourboulenc besteht. Der Wein verfügt über eine bemerkenswerte Komplexität und Eleganz, ist großzügig und reich und von großer Ausdruckskraft.

  • Debrö

    Die berühmteste Weinbaugemeinde des Weinbaugebietes um Gyöngyös an den Abhängen des Mátragebirges nordöstlich von Budapest, westlich von Eger, als deren herausragendster Wein der Debröi Hárslevelü (Debröer Lindenblättrige) gilt, ein fruchtiger, charaktervoller, nuancenreicher und eleganter Weißwein, der, zumal in trockenen Abfüllungen, zu den besten seiner Art in Ungarn gehört.

  • Degorgieren

    ( dégorger frz.reinigen) Alte Bezeichnung für Enthefen Entfernen der Hefe beim Champagner nach der Flaschengärung. Der Flaschenhals wird kurz in ein Eisbad gesteckt, bis die Hefe gefriert; der Kronkorken, der die Flasche verschließt, wird gelöst: Der Hefestopfen schießt aus der Flasche, der Champagner ist klar. Die Flasche wird mit der Dosage aufgefüllt und endgültig verkorkt.

  • Degustation

    (frz. probieren)Fachausdruck für die Verkostung von Wein, aber auch anderen Lebensmitteln, denen eine Beurteilung des Weins folgt. Die Verkoster , die Weine in besonders dafür ausgestatteten Probierräumen prüfen und beurteilen, heissen Degustoren

  • Dekantieren

    (décanter frz. klären, abklären) darunter versteht man das Abgiessen des klaren Weines von seinem Depot (Bodensatz). Am Bauch oder Boden von mit älterem, extraktreichem Rotwein lagert sich oft das braunrot-dunkle sog. Depot ab. Beim Einschenken würde es aufgewirbelt, den eingeschenkten Wein trüben und sich auf unangenehme Weise beim Trinken bemerkbar machen. Deshalb trennt man das Depot vom Wein, indem man den Inhalt der Weinflasche vorsichtig in eine Karaffe umfüllt, wobei der Trub zurückbleibt. Dieses Dekantieren wird bisweilen auch bei besonders wertvollen Rotweinen durchgeführt weil sich durch den Kontakt mit dem Sauerstoff der Luft das Bukett besser entfalten kann. Bis um 1800, noch ehe die Sekte gerüttelt und degorgiert wurden, mußte jedoch jeder Sekt dekantiert werden, um ihn vom Trub zu trennen. Heute ist dies nicht mehr nötig.

  • Delight

    Weisse Tafeltraube, die kernlose, gelbe Beeren hervorbringt, mit relativ neutralem Geschmack.

  • Demi- sec

    halbtrocken, entspricht bei Champagner "süß"

  • Depot

    Niederschlag, Ablagerung, der sich in der Flasche bildet, und durch dekantieren vom klaren wein getrennt wird. Das Depot besteht bei weissweinen meist aus unschädlichen, farb- und geschmacklosen Weinkristallen, bei Rotwein kommen noch ausflockende Gerbstoffeund Farbstoffe hinzu.

  • Dessertwein

    Gebräuchlicher Ausdruck für süsse Weine, die traditionell zu Nachspeisen und würzigem Käse gereicht werden. Als Regel gilt, dass der Wein immer süsser als die Nachspeise sein sollte. Ist die Nachspeise süsser als der Wein, so wird er oft dünn und unangenehm schmecken. Nach EU-Vorschriften sind sie heute als Likörweine zu bezeichnen.

  • Deutsches Weinsiegel

    Dieses Gütezeichen für gehobene Weine wird von der Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft (DLG) verliehen. Das Deutsche Weinsiegel hat die Kennfarben rot/schwarz für liebliche und süße Weine, grün/schwarz für halbtrockene Weine und gelb/schwarz für trockene Weine (im letzten Fall wahlweise ein Rückenetikett mit vorgeschriebenen Angaben für Diabetiker geeignetem Wein). Im Badischen gibt es ein eigenes Gütezeichen.

  • Deutschland

    Trotz des großen, jahrhundertealten und wohlbegründeten Rufs seiner Weine kann man Deutschland kaum als ein typisches weinerzeugendes und weinverbrauchendes Land bezeichnen, da der Rebanbau heute, von wenigen Ausnahmen abgesehen, ganz auf den Südwesten der Bundesrepublik, auf das Tal des Rheins und seiner wichtigsten Nebenflüsse begrenzt ist. Hier sind insgesamt 105.770 ha mit Reben bestockt, was gerade 11% der französischen Rebfläche entspricht. Angesichts einer Durchschnittsernte von rund 10 Mill. hl, von denen zwischen 15 und 20% exportiert werden, entfällt kaum die Hälfte des normalen Verbrauchs auf heimische Weine, so daß die Bundesrepublik zugleich der größte Weinimporteur der Welt ist. Eine weitere Zunahme des Pro-Kopf-Verbrauchs, wie er in den letzten Jahrzehnten in den Nachbarländern Dänemark, Luxemburg, der Schweiz und Österreich zu verzeichnen war, ließe sich daher ausschließlich über eine Steigerung des Imports erreichen, woran die deutsche Weinwirtschaft begreiflicherweise wenig Interesse hat, da sie aus klimatischen Gründen die Erzeugung zur Deckung des Inlandsbedarfs und zur Steigerung des Pro-Kopf-Verbrauchs nicht ausdehnen kann. Dennoch verkauft sich deutscher Wein nicht von selbst. Die Gründe dafür liegen nicht nur an der in jedem Land anzutreffenden erheblichen Diskrepanz zwischen mittelmäßigen und gewöhnlichen Weinen einerseits und Spitzenerzeugnissen andererseits, die ohne jede Frage in nennenswertem Maße vorhanden sind und auf ihre Weise zu den besten der Welt gehören. Doch, und dazu hat das Weingesetz von 1971 erheblich beigetragen - ohne daß das neue Weingesetz von 1994 daran entscheidendes geändert hat -, hat man Qualität zu lange und zu ausschließlich als rein technisches Kriterium der formalen Fehlerfreiheit definiert, ohne wirkliche Anreize zur Steigerung des Niveaus zu geben, so daß die Erzeuger, losgelöst von jeder Form traditioneller Weinkultur, ihre Weine mehr und mehr an dem Gelegenheitsweintrinker orientierten, der keine innere Bindung an den Wein hat und dem es angesichts einer verwirrend komplizierten Nomenklatur unmöglich war und ist, eine verstärkte Identifizierung mit einem bestimmten Wein zu entwickeln. Mehr und mehr Erzeuger haben die Bezeichnung vereinfacht und füllen nicht mehr jeden Wein unter einer möglichst blumigen Lagenbezeichnung, sondern nur noch mit den Namen der Rebsorte und des Erzeugers versehen ab. Andere wiederum gehen neue Wege bei Vergärung und Ausbau, setzen wieder wie früher Holzfässer statt ausdruckslose Stahltanks zumindest bei den höheren Qualitäten ein. Einige sind in den letzten Jahren noch weiter gegangen und haben begonnen, mit einem Weinausbau in Barriques zu experimentieren und dabei zum Teil höchst bemerkenswerte Ergebnisse erreicht, die beweisen, daß es sich hierbei genauso wenig um eine Verfremdung handelt wie bei den Sünden anderer Länder, etwa Italiens, Weißweine nahezu nur noch in Stahltanks auszubauen. Allein die Qualität des Ergebnisses ist es beim Wein, die wirklich zählt.
    Zusätzlich hat die Einsicht, daß die Erträge um der höheren Qualität willen deutlich reduziert werden müssen, bei einer wachsenden Zahl von Erzeugern um sich gegriffen, bei denen heute vielfach 60-80 hl/ha, z.T. sogar 50 hl/ha und weniger als Obergrenze gelten. Und daß hochwertige Weine und Weinkultur etwas mit Lagerung, Reife und Alter und nicht mit Primeur-Konsum zu tun hat - etwas, woran jeder Weinliebhaber bezogen etwa auf Bordeaux-Weine nicht den geringsten Zweifel hat -, greift erfreulicherweise auch im Bereich trockener deutscher Weine allmählich um sich.
    Die Folgen sind weitreichend. Nicht mehr ist jeder hervorragende und bemerkenswerte deutsche Wein grundsätzlich ein Weißwein. Gerade bei der Rotweinerzeugung gibt es qualitativ beachtliche Steigerungen, wenn auch der Aufstieg weiterhin hart und steinig bleiben dürfte und die Mehrzahl noch weit vom Ziel entfernt ist. Doch - und dies ist die eigentliche Sensation, an die noch vor wenigen Jahren niemand zu denken wagte - es gibt bereits die ersten, die einen Rotwein von internationalem Format zu erzeugen vermögen. Zugleich hat damit der Spätburgunder auf Kosten des einst favorisierten, doch deutlich geringeren Portugiesers auch quantitativ eine führende Stellung eigenommen.
    Insgesamt wird Deutschland zweifellos ein Weißweinland bleiben, doch auch hier ist zumindest bei den Spitzenbetrieben ein Wandel und die Korrektur früherer Fehlentwicklungen erkennbar. Gab es einmal eine Zeit, in der es als Ausweis eigener Modernität galt, mehr und mehr Parzellen mit entweder ausdruckslosen oder qualitativ unbedeutenden Neuzüchtungen zu bepflanzen, so ist diese Euphorie inzwischen glücklicherweise verflogen, und eine wachsende Zahl verzichtet inzwischen nicht nur ganz auf sie, sondern konzentriert darüber hinaus die Erzeugung ganz auf die bewährten und gebietstypischen Qualitätssorten. Sieht man einmal von dem in den wichtigsten Gebieten nach wie vor ungebrochenen, wenn auch verlangsamten Rückgang des Silvaners und Korrekturen beim Grauen Burgunder ab, so sind die Zunahmen bei Riesling, Weißem Burgunder und Gutedel ebenso erfreulich wie die rückläufigen Tendenzen bei Müller-Thurgau, Scheurebe, Morio-Muskat, Faber, Huxelrebe u.a. fragwürdigen Neuzüchtungen.
    Ein weiterer Wandel letzter Zeit erfaßt schließlich die Weine selbst und ihren Alkoholgehalt. Verglichen mit den Gewächsen der Sonnenländer sind deutsche Weine im Alkohol in der Regel leichter. Doch die Erkenntnis verbreitet sich, daß Alkohol allein keine Qualitätsfrage ist. Sicherlich erfordert der Riesling in seiner Balance zwischen Alkohol, Körper und Säure weniger Alkohol als etwa ein Chardonnay, und sicherlich ist diese Balance und damit der erforderliche Alkoholgehalt an der Mosel eine andere als im Rheingau oder an der Mittelhaardt. Ein Rotwein erfordert in der Regel hingegen mehr Alkohol - und Körper -, um sich ausgeglichen zu präsentieren. Als Folge dieser Einsicht haben viele Spitzengüter für sich die Eingangsmostgewichte für die jeweiligen Qualitätsstufen (Kabinett, Spätlese) mehr oder weniger deutlich über das gesetzliche Minimum angehoben, und manche verzichten sogar ganz auf den Kabinettwein - was nicht nur beim Rotwein sinnvoll wäre -, und nehmen statt dessen lieber eine maßvolle Chaptalisierung auf Werte um 11% vol. vor, statt einen mitunter recht mageren Kabinettwein mit 9% vol. Alkohol anzubieten. Auch die Erzeugung noch höherer Prädikate wie Auslese, Beerenauslese, Eiswein und Trockenbeerenauslese erscheint heute nicht mehr jedem Gut als erstrebenswert. Prestige läßt sich auch anders erreichen, auch wenn eine große Riesling Beeren- oder Trockenbeerenauslese auf ihre Weise einen einzigartigen, aber äußerst raren Wein darstellt.
    Diesem Wandel entsprechen zweifellos Veränderungen in den Trinkgewohnheiten, und sie sind Ausdruck eines verstärkten Genusses deutscher Weine in Verbindung mit einem passenden Essen. So wichtig und begrüßenswert diese Entwicklung auch ist, bleibt der deutsche Wein darüber hinaus ein Wein, der durchaus nach dem Essen getrunken werden kann und dann angesichts seines moderaten Alkohols, seiner fruchtigen und oftmals komplexen und eleganten Struktur anderen alkoholischen Getränken deutlich überlegen ist.
    Angesichts der nördlichen Lage mit seinem relativ kühlen Klima gedeihen Reben in Deutschland nur in besonders bevorzugten Lagen, meist Flußtälern, zumal in Südwestdeutschland, sowie in kleinerem Umfang in Ostdeutschland. Gerade der Rhein wirkt klimaregulierend, und sechs der dreizehn deutschen Weinbaugebiete liegen daher entlang des Rheins. Dem Flußverlauf folgend sind dies:

    1. Baden, weitgestreut, vielgestaltig, mit Weinen sehr unterschiedlicher Qualität und zunehmender Bedeutung, auch wenn die Bereiche Kaiserstuhl und Ortenau jenseits der Landesgrenzen nach wie vor das größte Ansehen genießen ;
    2. Hessische Bergstraße, nach Norden anschließendes drittkleinstes deutsches Anbaugebiet;
    3. Pfalz, zweitgrößtes deutsches Anbaugebiet, dessen beste Weinbaugemeinden an der Mittelhaardt zwischen Kallstadt und Neustadt liegen, darunter Deidesheim, Forst, Ruppertsberg, Wachenheim, Ungstein u.a. Orte;
    4. Rheinhessen, größtes Anbaugebiet, bekannt für seine hervorragende Rheinfront um Nierstein, gegenüber der die Weine des Hügellandes in der Regel sehr viel weniger Beachtung finden;
    5. Rheingau, qualitativ das herausragendste Anbaugebiet am Rhein, nördlich des Rheins zwischen Hochheim und Lorch gelegen mit so berühmten Orten wie Rauenthal, Erbach, Hattenheim, Johannisberg, Rüdesheim u.a.
    6. Mittelrhein, sehr romantisch, doch ohne Frage mit einigen Weinen, zumal Rieslingen, die durchaus Beachtung verdienen und zumeist aus Bacharach, Kaub, Oberwesel, Boppard u.a. Orten stammen.
    Von den verbleibenden Gebieten liegen an fünf Nebenflüssen des Rheins:
    1. Württemberg, dessen Weinbau sich um den Neckar konzentriert mit Weinen oftmals eigenen Charakters und über 55% Rotweinanteil, dessen beste Qualitäten außerhalb des Gebiets wenig bekannt sind;
    2. Franken, dessen Weine zumeist aus dem Maintal um Würzburg stammen und in den beliebten Bocksbeuteln abgefüllt sind;
    3. Nahe mit vielfältigen Weinen und weitgehend unbekannten Spitzenqualitäten meist aus dem Raum zwischen Schloßböckelheim und Münster-Sarmsheim;
    4. Mosel-Saar-Ruwer, was den Wein angeht, wichtigster Nebenfluß (samt dessen Nebenflüssen) mit bedeutsamen, allein dem Rheingau qualitativ vergleichbaren Weinen insbesondere um Wiltingen (Scharzhofberg), an der Ruwer und Bernkastel;
    5. Ahr, das kleine Rotweingebiet (80% Rotweinanteil) unweit von Bonn, das sich in den letzten Jahren erfolgreich bemüht hat, den Ruf alleiniger minderer Touristenqualität abzuschütteln.

    Bei den beiden verbleibenden Gebieten handelt es sich um das derzeit kaum 400 ha umfassende Weinbaugebiet Saale-Unstrut in Sachsen-Anhalt und Thüringen sowie um das kleinste deutsche Weinbaugebiet Sachsen, im wesentlichen elbabwärts von Dresden um Radebeul und Meißen gelegen.
    Da das deutsche Weingesetz dem Mostgewicht der Trauben mehr Beachtung schenkt als der unterschiedlichen Qualität der Böden, auf denen die Reben wachsen, ist die Vorstellung von der "Qualität im Glas" entstanden, d.h. der Einstufung von Weinen in die verschiedenen Qualitätsstufen allein nach dem Eingangskriterium des Mostgewichts. Lediglich die Höhe der Oechslegrade - in Österreich, Italien u.a. Ländern kommen zumindest noch Säure-, Extrakt-, Asche- u.a. qualitätsbestimmende Werte hinzu - entscheidet, ob der Wein in die Kategorie QbA, Kabinett usw. einzuordnen ist. Die letzte Entscheidung fällt dann bei der Amtlichen Qualitätsweinprüfung, die alle als Qualitätsweine vorgesehenen Weine - verbunden mit dem Antrag auf Zuteilung der gewünschten Qualitätsstufe - durchlaufen müssen, bevor sie in Verkehr gebracht werden dürfen. Bei bestandener Prüfung enthält jeder Wein die auf dem Etikett anzugebende Amtliche Prüfnummer. Statt sich mit diesen Prüfungsämtern und anderen staatlichen Behörden auseinandersetzen zu müssen, zieht es heute eine wachsende, wenn auch noch kleine Zahl von Erzeugern, ähnlich der Entwicklung in Italien, vor, besonders hochrangige, mitunter im Barrique ausgebaute Weine schlicht als Tafelweine in den Handel zu bringen, was ein bezeichnendes Licht auf die Frage der Qualitätsorientiertheit eines Weingesetzes wirft.
    Auf dem Etikett erscheint neben der Prüfnummer (bei allen Qualitätsweinen) der Hinweis auf die Qualitätsstufe (ansonsten sind es Tafel- oder Landweine), bei nahezu allen besseren Weinen das Jahr, die Rebsorte und eine geographische Herkunftsangabe, d.h. neben dem Anbaugebiet meist eine Lagenbezeichnung. Bei diesen ist es jedoch nur dem Kenner möglich, zwischen Groß - und Einzellage zu unterscheiden, d.h. die Bedeutung der Angabe zu ermessen (weshalb einige Erzeuger ganz auf sie verzichten). Lediglich in vier Fällen steht bei diesen Herkunftsangaben allein der Lagenname (ohne Ortsangabe), da der Lagenname zugleich als Orts- bzw. Ortsteilname gilt. Diese vier grands crus sind: Schloß Johannisberger, Schloß Vollrads, Steinberger, Scharzhofberger. Ferner mag noch eine Geschmacksrichtung angegeben sein, wobei in der Praxis Einstufungen wie trocken oder halbtrocken genannt werden. Findet sich keine Angabe, dürfte es sich in der Mehrzahl der Fälle um eine liebliche oder süße Abfüllung handeln. Schließlich müssen noch Erzeuger oder Abfüller genannt werden, wobei der Weintrinker in der Regel in Deutschland der Erzeugerabfüllung den Vorzug geben wird.

  • Diabetikerwein

    So deklarierte Weine sind laut deutschemn Weinrecht seit Ende 1995 Weine, die unter Berücksichtigung der übrigen Erfordernisse bis zu 20 g/l Zucker enthalten, vorausgesetzt, der Anteil des Traubenzuckers (Glucose) an diesem Gesamtzucker liegt bei höchstens 4 g/l. Damit können Diabetiker auch auf dem Rückenetikett so ausgewiesene halbtrockene oder liebliche Weine trinken. Doch wird der Diabetikerwein damit keineswegs aufgewertet, denn ein an der Obergrenze liegender Zuckergehalt dürfte wesentlich auf zugesetzten Rohrzucker (Saccharose) zurückzuführen sein.

  • Dick

    Ein körper- und extraktreicher Wein, unter Umständen auch mit zu viel Restzucker oder Alkohol ausgestattet, dem es an Feinheit und Struktur fehlt. Die nächste Stufe der Negativskala wäre plump.

  • Dickmaulrüssler

    Schädling aus der Familie der Rüsselkäfer, der Rebknospen und Blätter anfrißt.

  • Dionysos

    Lat. Bacchus; griechischer Gott der Ekstase und Fruchtbarkeit, besonders des Weines; Sohn des Zeus. Der Sage nach pflanzte er den ersten Weinstock und lehrte die Menschen die Weinbereitung. Zum rauschhaften Dionysos-Kult gehörten neben Komödien- und Tragödienaufführungen auch Weinweihe und Wetttrinken. Zahlreiche Darstellungen zeigen Dionysos als wohlgenährten Zecher mit Trinkgefäss und Efeukranz.

  • Direktträger

    Bezeichnung für wurzelechte Rebstöcke im Gegensatz zu den heute verbreiteten Pfropfreben. Da die Vinifera-Sorten jedoch seit der Reblaus-Krise allgemein in Form von Pfropfreben angepflanzt werden, bezeichnet man als Direktträger zumeist die Kreuzungen aus Vinifera und amerikanischen Reben, die sogenannten Hybriden.

  • Do

    Denominación de Origen Klassifiziert in Spanien einen Qualitätswein mit kontrollierter Herkunft.

  • DOC

    Denominazione di Origine controllata. Kontrollierte Ursprungsbezeichnung für italienischen Wein, der in einem genau begrenzten Gebiet angebaut und nach festgelegten Produktionsverfahren hergestellt wird.

  • DOCa

    Bedeutet "Denominación de Origen Calificada" (kontrollierter und garantierter Ursprung) und ist die höchste spanische Weinqualitätsstufe.

  • DOCG

    Denominazione di Origine Controllata e Garantita: höchste Stufe der italienischen Weinhierarchie. Diese kontrollierte und garantierte Ursprungsbezeichnung ist nur sechzehn hochwertigen Weinen vorbehalten (zum Beispiel Barolo, Barbaresco, Brunello di Montalcino, Chianti).

  • Dolcetto

    Der Dolcetto wird aus Trauben von Weinbergen aus verschiedenen Gegenden des Piemonts hergestellt. Er ist rubinrot mit violetten Reflexen, sein Geruch ist weinig und fruchtig. Dank seines weichen, trockenen, an Mandeln erinnernden Geschmacks passt er zu allen leichten Gerichten der piemontesichen Küche. Er sollte jung und bei 18°C genossen werden.

  • Domäne

    Häufig verwendete Bezeichnung für ein Weingut in Burgund und im Süden Frankreichs. In der Regel größeres Weingut, das sich meist im Besitz des Staates oder traditionell im Besitz einer Adelsfamilie befindet (Schloß Vollrads; in Bordeaux z.T. gleichbedeutend mit Château) oder einen umfangreichen, breitgestreuten Besitz umfaßt (Staatsweingüter, Staatliche Weinbaudomänen).

  • Domina

    Rote Neuzüchtung aus Portugieser x Spätburgunder mit reiferen, farbintensiveren, allerdings meist auch säurereicheren Weinen als jene vom Portugieser, jedoch sehr eindimensional. Vorwiegend in Franken zu finden.

  • Dordogne

    Bedeutender Fluß in Südwestfrankreich, der nördlich von Bordeaux durch die Vereinigung mit der Garonne den den Gezeiten ausgesetzten Mündungstrichter der Gironde bildet.- Außerdem ein weiter östlich gelegenes Département mit einer Rebfläche von 15526 ha, von der eine Reihe verschiedenartiger, häufig ansprechender Rot- und Weißweine kommt, darunter Bergerac, Monbazillac, Montravel, Pécharmant, Rosette u.a.

  • Dornfelder

    Weinsberger rote Neuzüchtung aus den Neuzüchtungen Helfensteiner x Heroldrebe. Als derzeit erfolgreichste rote Neuzüchtung findet sie zunehmend Verbreitung in der Pfalz, in Rheinhessen und in Württemberg. Ihre zunehmende Verbreitung beruht auf der vergleichsweise hohen Farbkraft (und Tanningehalt) der aus ihr erzeugten Weine, die viele übersehen läßt, daß ein in Barriques ausgebauter Dornfelder sehr eindimensional und einsilbig ist und die Komplexität und Eleganz eines gelungenen Spätburgunders nicht im entferntesten zu erreichen vermag.

  • Dorscht

    Es wäre ein großes Mißverständnis, das Wort Dorscht als mundartliche Variante des hochdeutschen Wortes Durst anzusehen. Während der Durst das profane, durch Wasserverlust im Körper verursachte Verlangen nach Wasser und anderen erfrischenden Getränken ist (denen man allenfalls noch die Schorle und den Gespritzten zurechnen kann), also nach Flüssigkeit ganz allgemein, ist Dorscht der sehnliche Wunsch nach einem stärkenden oder genießerisch zu verkostenden Glas Rheinhessenwein.

  • Dosage

    Bei der Erzeugung von Schaumweinen oder Champagnern unterscheidet man zwei Formen von Dosage, die Fülldosage und dieVersanddosage. Sie dient der Cuvée zur Einleitung der zweiten Gärung und wird zugesetzt. Diese Fülldosage darf lediglich aus unvergorenem, angegorenen oder konzentriertern Most oder aus Wein und Zucker bestehen. Nach dieser zweiten Gärung ist jeder Schaumwein bis zum Degorgieren absolut trocken. Dann erst erhält er in der Regel die Versanddosage, auch liqueur d'expédition genannt, aus Most, Wein, Zucker oder einer Mischung daraus, gegebenenfalls mit Zusatz eines Weindestillats, des sog. Esprit de Cognac. Je nach Höhe des hinzugefügten Zuckeranteils kommt der Schaumwein dann als Brut, Extra trocken, Trocken, Halbtrocken oder Mild in den Handel. Seit einigen Jahren kommen innerhalb wie außerhalb der Champagne eine wachsende Zahl von Schaumweinen ohne Versanddosage (Sans Dosage, Extra brut, Brut zéro o.ä.) in den Verkehr. Auch die in Deutschland praktizierte Beimischung von Süßreserve zum Stillwein wird mitunter als Dosage bezeichnet, ebenso wie der erlaubte künstliche Zusatz von Kohlensäure.

  • Double Magnum

    siehe Flasche

  • Dry

    Englische Bezeichnung für trocken; entspricht asciutto, sec, secco, seco, xeros. Ein als dry bezeichneter Champagner oder Schaumwein ist dagegen schon recht süß und weist einen Restzuckergehalt zwischen 17 und 35 g/l auf. Als extra dry deklariert, liegt er immer noch bei 12 bis 20 g/l Restzucker.

  • Dünn

    Wein mit zu wenig Körper, Alkohol und/oder Säure. Das Gegenteil auch beim Wein: dick

  • Duftig

    Wein, der einen zarten Duft aufweisst.

  • Dulce

    Spanische Bezeichnung für Süss.

  • Dunkelfelder

    Rote Neuzüchtung von Froelich aus unbekannter Kreuzung, mit der heute 173 ha, fast ausschließlich in der Pfalz, Baden und Rheinhessen, bestockt sind. Sie liefert farbintensive, doch geschmacklich eher belanglose Weine.

  • Durchgegoren

    Weine, die nach der Gärung keinen nennenswerten natürlichen Restzucker mehr haben.

  • Durchrieseln

    Eine der vielen Sorgen des Winzers: Sie tritt als Folge anhaltender Regenfälle oder kühler Witterung während der Rebblüte auf und äußert sich darin, daß je nach Sortenanfälligkeit viele Blüten nicht befruchtet werden, die Fruchtansätze daher verkümmern und schließlich abfallen. Zwar wird die Qualität des Weins dadurch nicht direkt beeinflußt, sehr wohl aber der Ertrag, der je nach Ausmaß drastisch gemindert werden kann bis hin zum völligen Verlust der Ernte.

  • Eberbacher Kloster

    Romanisch-gotisches Kloster im Rheingau. Zu Beginn des 12. Jahrhunderts ein wichtiges Zentrum für Weinbau und Weinhandel. Besass Rheinhandelsflotte und eine Filiale in Köln. Hier wurden auch die Innenaufnahmen zum Film Name der Rose gedreht.

  • Echter Mehltau

    auch Oidium genannt. Pilzkrankheit, die alle grünen Teile der Rebpflanze befällt und mit einem spinnwebartigen Netz überzieht, so daß sie absterben.

  • Eckig

    Ein unharmonischer Wein , dessen Geschmacksstoffe wie Säure, Alkohol, Tanin einzeln zu stark hervortreten. Die Bukett- und Aromastoffe dagegen treten in den Hintergrund. Meistens ist dies ein Fehler, der durch die Behandlung und den Umgang mit dem Produkt entstehen.

  • Edel

    Eine beliebte, doch mitunter inflationär gebrauchte Bezeichnung zur Charakterisierung eines guten Weins; sie sollte allein den äußerst seltenen, ganz großen Gewächsen vorbehalten bleiben.

  • Edelfäule

    Bei feuchtem, warmem Herbstwetter werden die inzwischen reifen Trauben vom Grauschimmel, dem sogenannten Edelfäulepilz Botrytis Cinerea, befallen, der die Beerenhaut durchwächst und sie porös macht, wodurch das in den Beeren enthaltene Wasser langsam verdunstet, so daß die Beeren einschrumpfen. Sie sind damit keinesfalls verdorben, obwohl sie nicht gerade appetitlich aussehen. Vielmehr sind die aus ihnen gewonnenen Moste außerordentlich konzentriert mit einem hohen Zuckergehalt (25-45%), so daß aus ihnen hochwertige Auslesen, Beerenauslesen bzw. die vins liquoreux von Sauternes und Anjou gewonnen werden. Es versteht sich von selbst, daß Edelfäule daher bei einem trockenen Weißwein unerwünscht und bei Rotweinen eine Katastrophe ist. Befällt der Pilz die Trauben, bevor diese reif sind, tritt die Rohfäule ein, die den Verlust der Ernte bedeutet.

  • Edelreis

    Oberirdischer Teil des Rebstockes mit dem Charakter der gewählten Rebsorte, aufgepfropft auf Unterlagsreben.

  • Edelstahltank

    seit den 60er Jahren Gefäße zur Vergärung und zum Ausbau des Weins. Sie sind hygienisch, geschmacksneutral und ermöglichen die Kontrolle der Gärtemperatur.

  • Edeltraube

    Wenig spezifische Bezeichnung für Keltertrauben, die besonders hervorragende Weine zu liefern vermögen, wie Riesling, Chardonnay, Sauvignon, Cabernet, Spätburgunder, Nebbiolo, Sangiovese, Tempranillo u.a..

  • Edelzwicker

    Verschnitt aus edlen Weißweinen, besonders gut aus dem Elsaß (mit A.O.C.)

  • Ehrlich

    Ein nicht sehr bedeutender, jedoch sauberer Wein, der nichts vorgibt, was er nicht einlöst.

  • Eiche

    Es gibt mehrere hundert Eichenarten. Man kann sie grob in zwei Kategorien einteilen. Die Roteichen sind stark porös und deshalb als Flüssigkeitsbehälter ungeeignet. Drei Arten der Weisseiche sind für den Weinausbau entscheidend. Eine Amerikanische und zwei europäische Eichenarten, die zur Gattung Quercus gehören. Amerikanische Eiche gibt mehr Tannin und mehr Vanillin (Aromastoff) an den Wein ab, als Europäische. Für die letzt endliche Fassqualität ist aber nicht unbedingt die Herkunft des Eichenholzes ausschlaggebend, sondern seine Ablagerung und Weiterverarbeitung. In Europa gibt es riesige Eichenwälder. Die wichtigsten Länder sind Frankreich, Deutschland (Pfalz), Slowenien, Polen und Tschechei. Frankreich besteht zu fast einem Viertel aus Wald. Etwa ein Drittel davon ist Eichenwald. Durch die lange Wein und Holzfasserfahrung hat Frankreich gewiss die Nase qualitativ vorne, zumal die französischen Weine auch fast ausschliesslich in eigenem Holz ausgebaut werden.

  • eigenes Lesegut

    Gleichbedeutend mit Erzeugerabfüllung.

  • Eimer

    In Österreich früher gebräuchliches Hohlmaß (56 l). Heute mitunter noch als Lagenname verwandt, wie etwa beim 1000-Eimer-Berg in Spitz.

  • Einbrennen

    Anrösten der Innenseite des kleinen Fasses, auch Toasten genannt. Man unterscheidet leicht, mittel und stark geröstet. Je stärker der Einbrenngrad, umso deutlicher schmeckt der Wein nach Vanille, Karamelle und Rauch.

  • Einzellage

    Oft nur Lage genannt, eine bestimmte Rebfläche, die in Deutschland als solche in die Weinbergsrolle eingetragen sein muß und mindestens 5 ha umfassen sollte. Die ca. 2600 Lagen in Deutschland haben eine statistische Durchschnittsgröße von 40 ha (die größte 460 ha), können z.T. aber auch, mittels Sondergenehmigung, weniger als 1 ha aufweisen. Mit dem deutschen Weingesetz von 1971 sind Zehntausende gerade dieser kleinen und Kleinstlagennamen verschwunden. In Österreich üblicherweise als Ried bezeichnet; in Burgund heißt sie Climat.

  • Eisheilige

    Die Namenstage der Schutzpatrone der vier Tage vom 12. bis 15. Mai, an denen insbesondere in den nördlichen und östlichen deutschen Weinbaugebieten noch die Gefahr eines verspäteten Frosteinbruchs im Frühling besteht. Die Namen der Eisheiligen lauten: St. Pankratius, St. Servatius, St. Bonifacius und Sta. Sophia, auch die kalte Sophie genannt. Jeder Winzer atmet erleichtert auf, wenn die Eisheiligen vorbei sind, da nach dem 15. Mai im allgemeinen nicht mehr mit Frost gerechnet werden muß.

  • Eiswein

    Hochwertiger Dessertwein. Die Trauben müssen bei der Lese und Kelterung auf natürliche Weise gefroren sein (mindestens -7 0 Celsius). Das aus den Beerenzellen ausgetretene Wasser friert aus, der Beerensaft wird konzentriert, dadurch Erhöhung des Mostgewichtes. Mindestmostgewicht liegt zwischen 110°-128° Oechsle. Er besitzt nicht nur eine hohe Süsse, sondern auch eine hohe Säure. Risikoreiche Gewinnung (geringere Ausbeute, Gefahr des Verlustes, bei vorzeitigem Auftauen unerwünschter Frostgeschmack), daher hochbezahlte Rarität.

  • Eiweiss

    wird zur Klärung von Rotweinen verwendet. Je nach Größe des Fasses werden dem Wein ein bis fünf Eiweiße zugegeben, die den Bodensatz (Hefe und Trubstoffe) binden. Durch Abstich oder Filtern wird der Wein danach klar.

  • Elegant

    Ausdruck für harmonisch ausgeglichene und geschliffene Weine. Ausgezeichnete bis hin zu ganz großen Weinen können elegant sein bzw. werden es vielfach durch Altern, einfache Weine werden es nahezu nie.

  • Emilia- Romagna

    Während in den Ebenen der Emilia fast ausschliesslich Lambrusco abgefüllt wird, kommen aus den Ausläufern der Apenninen auch Sauvignon, Pinot Grigio, Merlot oder Pinot Nero.

  • Entrappe

    Trennung der Beeren der Weintraube von den Stielen, auch abbeeren genannt. Dadurch soll vermieden werden, daß der in den Rappen enthaltene Gerbstoff (Tannin) in den Wein gelangt. Wein mit zu hohem Gerbstoffgehalt schmeckt bitter.

  • Entre-deux-mers

    eines der Hauptanbaugebiete für Bordeauxweine mit eher trockenen Weißweinen, die gut zu Austern und Fisch passen

  • Entsäuerung

    Der Säuregehalt der Moste bestimmter Rebsorten ist in Jahrgängen mit ungünstiger Witterung (späte Traubenreife) so hoch, daß die daraus hergestellten Weine ohne Verminderung der Säure unharmonisch wären. Die Entsäuerung geschieht beim Most mit kohlensaurem Kalk, beim Wein durch Abbau der Äpfelsäure auf biologischem Wege durch Malolaktische Gärung, wie in der Traube.

  • Entschleimen

    Methode zur Säuberung von Mosten, um reintönige Weine zu erhalten, am schonendsten durch Kühlen und Stehenlassen des Mostes. Eine zu starke Säuberung, etwa durch Zentrifugieren bei hoher Drehzahl, mindert die Qualität, weil wichtige Enzyme für die Gärung verlorengehen.

  • Enzyme

    Es gibt weit über 1.000 verschiedene Enzyme (grch. Fermente), durch welche die chemischen Veränderungen bei einem Stoffwechsel gesteuert werden. Jedes davon hat eine ganz bestimmte Aufgabe. Bei der Weinbereitung, wie zum Beispiel bei der Gärung oder der Flaschen-Reifung (Entwickungsprozess in der Flasche) spielen viele davon eine entscheidende Rolle. Die wichtigsten Enzyme bzw. Enzyme-Gruppen sind Antigel, Invertase, Laccase, Oxidasen und Zymase.

  • Erntemenge

    Vom Weinberg produzierte Traubenmenge gemessen in Tonnen pro Hektar oder Hektoliter pro Hektar. 100 kg Trauben ergeben im Schnitt 70 Liter guten Wein bzw. 80 Liter Massenwein.Ertragsbegrenzung: Verzicht auf Menge, um dafür die Qualität der Trauben zu erhöhen. Geschieht meist durch Beschnitt der Reben.

  • Ertrag

    Der Ertrag von Reben wird im allgemeinen in Doppelzentner Trauben oder Hektoliter Wein pro Hektar (hl/ha) angegeben. Dabei versteht es sich für jeden qualitätsorientierten Weinbau von selbst, daß es Obergrenzen der zu erzeugenden Menge geben muß, da die Natur nicht auf der gleichen Grundlage beliebig reproduzierbar ist. Reduzierung der Erträge bedeutet daher nach dem Menge-Güte-Gesetz in aller Regel Steigerung der Qualität, was natürlich auch wieder höhere Preise für den Wein nach sich ziehen muß. Nicht zuletzt angesichts niedrigster Preise für allgemeine Konsumware waren daher im deutschen Weinbau effektive Maßnahmen zur Ertragsbegrenzung nie durchzusetzen. Erst unter dem Druck der EG hat man sich in langwierigen Verhandlungen auf Minimalkompromisse geeinigt, die in Zukunft ein nach Qualitätsstufen gestaffeltes System der Ertragsbegrenzung (zwischen 75 und 150 hl/ha für Tafelwein) vorsehen, wobei aber diese Grenzen um 20% überschritten werden dürfen, vorausgesetzt, die Übermenge wird so lange vom Markt ferngehalten, bis eine naturbedingte kleine Ernte es erlaubt, diese in den Handel zu bringen.
    Angesichts dieser Bestimmungen gehen mehr und mehr Spitzengüter in Deutschland zu einer freiwilligen Ertragsbegrenzung von ca. 60-80 hl/ha über, z.T. auch 50 hl/ha und weniger, um die Qualität ihrer Weine zu steigern.
    Wesentlich qualitätsorientierter bestimmt das österreichische Weingesetz von 1993 als Obergrenze für Landwein, Qualitätswein und Prädikatswein 67,5 hl pro Hektar eingetragener und bepflanzter Rebfläche. Wird diese Hektarhöchstmenge überschritten, darf die gesamte Ernte eines Jahrganges nur als Tafelwein in den Verkehr gebracht werden.
    In Frankreich ist man seit langem andere Wege gegangen, auch wenn es das starre und rigorose System früherer Tage längst nicht mehr gibt. In einigen besonderen Gebieten wie Sauternes u.a. ist der Grundertrag (rendement de base) auf 25 hl/ha begrenzt, während er laut Gesetz für die roten Spitzenlagen Burgunds vom Chambertin bis zum Corton 35 hl/ha beträgt und bei keinem französischen A.O.C.-Wein (außer Elsaß bis 100 hl/ha) über 50 hl/ha liegt. Die tatsächlichen Höchsterträge (Plafond limite de classement) werden jährlich festgesetzt und können die Grunderträge je nach Jahr um 10, 20 oder gar 60% übersteigen. Da mit dieser Regelung ebenfalls eher dazu ermuntert wird, mehr zu erzeugen, als zunächst erlaubt scheint, verfolgen auch hier die Spitzengüter ihre eigene Politik einer mehr oder minder strikten Ertragsbegrenzung aus Gründen der Qualität.
    Zumindest bei den besten Gütern in allen Weinbauländern setzt sich die Erkenntnis durch, daß nicht nur strenger Rebschnitt und minimale Düngung für eine wirksame Ertragsbegrenzung und damit ein Höchstmaß an Qualität Voraussetzung sind, sondern oftmals zusätzlich noch eine Ausdünnung der Gescheine nach dem Fruchtansatz.

  • Erzeugerabfüllung

    Der Abfüller muß auf dem Etikett angegeben werden. Dies kann eine Kellerei oder der Erzeuger selbst sein. Im zweiten Fall ist die Angabe Erzeugerabfüllung erlaubt, falls der Winzer die Trauben selbst geerntet, zu Wein verarbeitet und dann abgefüllt hat.

  • Esca

    1. Holzkrankheit des Rebstammes. Im Hochsommer beginnen sich an einzelnen Rebstöcken zwischen den Blattadern und am Blattrand nekrotische Flecke abzugrenzen, die zunächst an Symptome des Roten Brenners erinnern. Alsbald aber breiten sich diese Nekrosen flächenhaft zwischen den Blattadern aus und erfassen die gesamte Blattfläche. Meist wird die gesamte Laubwand der betroffenen Rebstöcke von dieser flammenden rotbraunen Nekrotisierung erfasst. Die Rebstöcke sterben in der Regel noch im gleichen Jahr ab. Es wird aber auch beobachtet, dass diese Stöcke im folgenden Jahr ohne weitere Auffälligkeiten wieder austreiben und sich normal entwickeln. Die Trauben der von ESCA befallenen Rebstöcke sind kleinbeerig und auch zeiselig, ansonsten aber in der Regel unauffällig.
    2.
    Endprodukt der Ethanoloxidation über die Zwischenstufe des Acetaldehyds. Die anaerobe Essiggärung von Ethanol in Ggw. von Sauerstoff unter dem Einfluss von Essigbakterien (Acetobacter) war bereits in der Antike bekannt.

  • Essigsäure

    CH3COOH entsteht aus Acetaldehyd bzw. durch Oxydation des Äthylalkohols mit Essigbakterien und zählt zu den flüchtigen Säuren, von denen jeder Weißwein zwischen 0,3 und 0,6 g/l, als Essigsäure berechnet, enthält. Sind in einem Weißwein mehr als 0,8 g/l und in einem Rotwein mehr als 1,2 g/l flüchtige Säure enthalten, so ist dies fast immer ein Anzeichen für schlechte oder unsachgemäße Kellerbehandlung, und der Wein neigt dann zum Essigstich. Natürlich darf kein wirklich guter Wein diese Krankheit je aufweisen.

  • Essigstich

    Ein häufiger und gefährlicher Weinfehler, welcher durch zu grosse Mengen an Essigsäure oder durch Essig-Bakterien entsteht. Diese sind die am häufigsten und in jedem Wein vorkommenden Bakterien, deren Entdeckung dem Naurwissenschaftler Louis Pasteur zu verdanken ist. Die Essig-Bakterien können sich schon im Weingarten an den durch die Botrytis aufgesprungenen Beeren, nach der Gärung durch bestimmte Hefearten oder am häufigsten bei der Maische-Gärung bilden. Dies kann durch Schwefeln verhindert werden.

  • EST! EST!! EST!!!

    Der Name dieses (heute eher nur wegen seines originellen Namens) berühmten Weissweines aus der Region Latium, Provinz Viterbo stammt von einer Legende aus dem 12. Jahrhundert. Im Auftrag einer hohen Persönlichkeit (Papst oder Fürst, darüber streiten sich die Geister) testete ein Diener für seinen Herren die Weine der Gegend, indem er von Wirtshaus zu Wirtshaus zog und die Sorten verkostete. In einem Gasthaus im Ort Montefiascone am Bolsena-See war er vom ausgeschenkten Wein so angetan und begeistert, dass er (in lateinisch) mit Kreide die Worte "Est! Est!! Est!!!" an die Wirtshaustüre schrieb. Auf deutsch also: "Ist! Ist!! Ist!!!", was sinngemäss "Das ist er!" bedeutet. Der dem Diener nachfolgende Tross der hohen Persönlichkeit konnte somit klar erkennen, dass es wert war, hier Rast zu machen und den Wein zu probieren. Damals wurde er aus der Traube Moscato (das heisst, er war wahrscheinlich süss), heute aber unter dem Namen "Est! Est!! Est!!! di Montefiascone" aus den Rebsorten Trebbiano und Malvasia gewonnen. Den strohgelben Wein mit einer delikaten Blume gibt es in trockener und halbsüsser Variante.

  • Ester

    Aromageber im Wein, entsteht aus Alkohol und organischen Säuren.

  • Ethanol (Äthylalkohol) C2H5OH

    Das Äthanol bildet eine farblose, brennbare Flüssigkeit. Es hat berauschende Wirkung, ist desinfizierend in der Wundbehandlung und dient als Lösungsmittel für Fette, Harze, Farbstoffe, Medikamente, Parfüme und in technischen Prozessen zur Herstellung zahlreicher Chemikalien. Reines, etwa 95,5 %iges, Äthanol stellt man durch wiederholte Destillation her und entzieht ihm den letzten Rest an Wasser zum absoluten Alkohol durch wasserbindende Chemikalien. Durch Zusatz von Chemikalien wird er vergällt, d.h. ungeniessbar gemacht und dient so als Brennspiritus, während er in reiner Form mit hoher Steuer belastet ist.

  • Etikette

    Das Etikett ist die Visitenkarte des Weines, das zum einen ästhetisch ansprechen (was Geschmackssache ist), zum anderen das Wiederfinden möglich machen soll. Und natürlich erfährt man Wissenswertes über den Inhalt: Appellation, Name des Weines, der oft mit dem des Betriebes übereinstimmt, aber auch ein Phantasienamen sein kann, Alkoholgehalt, Jahrgang. Die Hinweise sind gesetzlich vorgegeben.

  • EU- Weingesetze

    Jedes weinproduzierende Land, das der EU beitritt, muss sein Weingesetz an einige Bestimmungen anpassen. Geregelt wird z. B. das Bezeichnungsrecht. Als wesentlicher Teil der Produktinformation gilt die Bezeichnung des Produktes. Deshalb werden für Weinetiketten alle vorgeschriebenen Angaben, sowie alle Angaben, die zusätzlich gemacht werden dürfen, in einem Katalog bestimmt. Weinflaschen dürfen nach dieser Bezeichnungsverordnung ausserdem nur etikettiert in den Handel gebracht werden. Bei den Qualitätsangaben werden zwei Hauptkategorien unterschieden: Tafelwein und Qualitätswein. Diese Kategorien werden in einigen Ländern, wie z. B. Frankreich, Italien und Deutschland jeweils unterschiedlich weiter unterteilt.
    Europa: 5,6 Millionen Hektar; davon 3,4 für die EG

  • Eutypiose

    Holzkrankheit des Rebstammes. Die betroffenen Reben zeigen zunächst eine unspezifische Laubverfärbung, die an Nährstoffmangelsymptome, vor allem an Chlorose, erinnern kann. Das Wachstum der betroffenen Reben reduziert sich von Jahr zu Jahr immer stärker. Die Trieblänge nimmt ab, die Blätter werden immer kleiner und es kommt neben Triebstauchungen auch zu einer Art Besenwuchs. Bei stärkeren Befallssymptomen unterbleibt die Traubenbildung völlig. Die Reben sterben innerhalb von drei bis vier Jahren nach Erscheinen der ersten Symptome während des Sommers ab, oder aber sie treiben im Frühjahr aus den wenigen noch angeschnittenen Augen nicht mehr aus.

  • Extra Brut

    bezeichnet einen Champagner mit weniger als 6 Gramm Restzucker pro Liter, also trocken.

  • Extra Dry

    bezeichnet einen Champagner mit 12 bis 20 Gramm Restzucker pro Liter, tendenziell also süß.

  • Extra Trocken

    Geschmacksangabe bei Sekt. Wahlweise extra dry. Restzuckergehalt zwischen 12 und 20 g/l

  • Extrakt

    Nichtflüchtige, lösliche Stoffe wie Glyzerin, stickstoffhaltige Verbindungen, Gerb- und Farbstoffe, Alkohole und Mineralstoffe, jedoch nicht Zucker. Zeichen von Qualität.

  • Extraktion

    bei Rotweinen Auslaugen der Gerbstoffe und Farbpigmente aus der Beerenhaut bei der Maischegärung.

  • Feuillette

    Kleines Eichenfaß mit einem Inhalt von 136 l, in dem Chablis-Weine früher traditionsgemäß gelagert wurden. Heute ist die Feuillette weitgehend durch die übliche Pièce aus Burgund verdrängt worden, die über ein Fassungsvermögen von 228 l verfügt.

  • Färbertraube

    In Frankreich unter dem Namen Teinturier bekannt, bei der anders als bei normalen roten Rebsorten ein erheblicher Teil des Farbstoffes im Beerensaft enthalten ist. Sie wird daher, zumal in den nördlichen Weinbaugebieten, gerne selbst oder durch Kreuzung mit anderen Sorten zu Deckrotwein verwandt, darunter die Neuzüchtungen Dunkelfelder, Deckrot, Kolor u.a. Zusammen sind mit ihnen in Deutschland derzeit rund 200 ha bestockt.

  • Falerno

    Der weisse und rote Falerno sollen zu den ältesten Weinen Italiens zählen und werden oft in alten Chroniken erwähnt. Wurde von den alten Römern in Kampanien (Campania felix) angebaut, wo er heute noch gedeiht. Der Weisse ist trocken und reichhaltig im Geschmack; der Rote von intensiver Farbe, trocken, schwer und harmonisch.

  • Falscher Mehltau

    lat. Peronospera für Rebblätter gefährliche Pilzkrankheit.

  • Farbe

    Anhand der Farbe eines Weines kann man Rückschlüsse auf das Alter und seiner Qualität schliessen. Die Farbe eines Weins wird im Glas, am besten vor einer weißen Fläche (Tischdecke), beurteilt. Jedoch sollte man den Einfluss von Jahrgang, Rebsorte, Ausbau und Tradition nicht vergessen.

  • Fass

    Meist runder oder ovaler Holzbehälter, in dem Wein vergoren, ausgebaut und gelagert wird. Am besten eignet sich Eiche, doch werden auch Kastanie (in Europa) und Rotholz (Sequoia sempervirens, in Amerika) für Weinfässer verwendet, obwohl sie in der Regel den Wein weniger günstig beeinflussen als die Eiche. Während vielerorts Standfässer (cuve) für die Vergärung eingesetzt werden, werden traditionellerweise regional unterschiedlich große Fässer für den Weinausbau benutzt, wobei die Frage, ob alte oder grundsätzlich neue Fässer bzw. das als optimal angesehene Verhältnis von Holz (Holzgeschmack) zu Wein, d.h. der Faßgröße von dem erstrebten Weincharakter abhängt. Früher meist aus Holz, heute weitgehend aus Metall. Bezeichnung in Deutschland: Fuder, Stück (Halb- und Viertelstück). 1 Fuder oder Stück = bis zu 1840 Liter.

  • Fassgeschmack

    Bezeichnung für nach einem faulen, muffigen Ton schmeckenden dumpfen Wein.

  • Fassgrössen

    Folgende Größen sind gebräuchlich:

    Weinbaugebiet : Bezeichnung des Fasses - Inhalt in Litern

    • Rheingau : Halbstück - 600 Liter
    • Rheingau : Stück - 1200 Liter
    • Mosel : Fuder - 1000 Liter
    • Elsaß : Foudre - 1000 Liter
    • Champagne : Pièce - 205 Liter
    • Chablis : Feuillette - 136 Liter
    • Beaujolais : Pièce - 216 Liter
    • Burgund : Pièce - 228 Liter
    • Bordeaux : Barrique - 225 Liter
    • Sherry : Bota - 500 Liter
    • Portwein : Pipe - 534 Liter
    • Tokajer : Göncer Faß - 136 Liter
    • Kalifornien : Barrel - 188 Liter
  • Fassherstellung

    Die Eiche sollte mindestens 80 Jahre alt sein und muss im Winter, wenn der Baum nicht im Saft steht, gefällt werden. Küfer kaufen gerne 100 - 150 Jahre alte ganze Baumstämme, um aus ihnen Fässer zu machen. Die Stämme werden auf die benötigte Länge zugeschnitten und dann in längs in viertel Teile gespalten. Rinde und Splintholz werden entfernt. Die "Dauben" werden quer zum Stamm gespalten. Da Amerikanische Eichen weniger porös sind, kann man sie längs Sägen. Europäische Eichen sollen nicht gesägt werden. Durch ihre poröse Struktur würden sie lecken, deshalb müssen sie sehr viel aufwendiger in der Faserrichtung gespalten werden. Die Axtschneide, oder heutzutage maschinelle Spaltkeile folgen der Holzfaser Richtung. Bevor man das Holz weiter verarbeitet muss es trocknen. An der Luft dauert dies 18 - 36 Monate. Ofen getrocknetes Holz kann nach lediglich 12 Monaten Ablagerungszeit weiterverarbeitet werden. Die getrockneten Dauben werden in aserrichtung geschliffen, die Längskanten werden angeschrägt, damit sie später eine Rundung ergeben. Unter Wärme Einfluss werden die Dauben in einem Spezialgestell gebogen. Um die klassischen Barrique Aromen zu erhalten, muss das Holz über offenem Feuer getoastet werden.

  • Fattoria

    ital.: Weingut, landwirtschaftlicher Betrieb.

  • Faul

    Geruch nach faulen Eiern (Böckser). Meist bei Jungweinen und während der Gärung auftretend.

  • Federweisser

    Der teilweise gegorene Traubensaft mit einem Alkoholgehalt von ca. 5-6 Volumenprozent. Der Name wird überwiegend von der Farbe (weiß wie eine Feder) oder von den federartigen Flöckchen im getrübten Most abgeleitet. Dieses Stadium des neuen Weines wird auch Bitzler genannt. Als Vorstufe unterscheidet man in Rheinhessen den Bremser. Während dieser noch süß ist, schmeckt der Federweißer bereits leicht säuerlich und ähnelt schon mehr dem Jungwein. In Österreich Sturm, in der Schweiz Sauser genannt.

  • Fehler

    Wein mit untypischen Merkmalen der Farbe, des Geruchs oder des Geschmacks.

  • Fermentation

    Altmodische Bezeichnung für die Gärung; bei welcher durch die Hefen die für die Steuerung der biochemischen Vorgänge verantwortlichen Enzyme (grch. Fermente) erzeugt werden.

  • Feurig

    Wein mit relativ hohem Alkoholgehalt, dabei reif und ausgeglichen.

  • Fiasco

    Bastumwundene, bauchige Flasche für einfachen Chianti (selbst Chianti classico). Tatsächlich sind diese fiaschi längst zum Fiasko geworden, seit ihre Herstellung teurer als der Flascheninhalt geworden ist. Der Weintrinker hat daher auch keinen Grund, ihnen nachzutrauern: Die gehobenen Qualitäten finden sich ohnehin allein in braunen Bordeaux-Flaschen.

  • Fillette

    Eigentlich ein kleines Mädchen, doch an der Loire und zumal in der Touraine bezeichnet man damit eine halbe Flasche Wein.

  • Filtration, Zentrifugation

    Die Zenrifugation ist eine harte Reinigungsmethode, die bei Qualitätsweinen nicht angewandt wird. Die häufig - und auch auf den Qualitätsweinen - angewandte Filtration ist weniger hart für den Wein, aber ihre Gegner werfen ihr vor, ohne Unterschied unerwünschte Stoffe (wie die Hefepilze) und auch andere Stoffe zu beseitigen, von denen es wünschenswert wäre, sie zu behalten.

  • Filtrieren

    Das Klären eines Mostes oder Weins mit Hilfe von Filtern. Es ist eine Phasentrennung fest / flüssig, d. h. die Trennung aufgrund unterschiedlicher Teilchengrössen mittels einer wirksamen Druckdifferenz. Ein zu starkes Filtrieren kann jedoch dem Most oder Wein wertvolle Inhaltsstoffe und etliche seiner qualitätsentscheidenden, feineren Substanzen entziehen, so daß einige der größten Weine der Welt nie oder bestenfalls nur ganz leicht filtriert werden. Dennoch nimmt allein aus ökonomischen Gründen die Praxis des Filtrierens zu, nicht zuletzt aus Angst vor etwaigen Reklamationen, der Wein sei nicht absolut glanzhell. Ausserdem schreibt das Weingesetz auch vor, dass Wein nicht trüb zum Verbraucher gelangen darf.

  • Fino

    Sehr heller, leichter und meistgetrunkener Sherry mit in der Regel 16-16,5% vol. Alkohol und einem unverkennbaren, bestechend eleganten Bukett, das durch die ihm eigentümliche Flor-Hefe im Faß gebildet wird. Wie alle Sherries wird der Fino, neben dem Amontillado und dem Oloroso einer der drei Grundkategorien des Sherry, in der Solera verschnitten und gealtert (je nach Erzeuger in der Regel 5-6 Jahre), bevor er auf den Markt kommt. Kühl serviert, ein köstlicher Apéritifs, der aber auch ein vorzüglicher Begleiter von kleinen Imbissen oder Meeresfrüchten sein kann.

  • Firn

    Weine, die den Höhepunkt durch Überlagerung oder Falschlagerung überschritten haben und einen charakteristischen Alterston annehmen. Firne Weine sind in der Regel hochfarbig (nicht mehr hell und leuchtend, sondern dunkel bis goldfarben). Edelfirne ist manchmal erwünscht

  • Fixin

    nördlichste Gemarkung der Côte de Nuits mit guten Rotweinen

  • Flach

    Ausdrucksloser, kleiner Wein ohne besondere Höhen und Tiefen; gleichbedeutend mit fade.

  • Flasche

    Abgesehen von Containern, Tüten, Schläuchen, kommt Wein in der Regel in Flaschen in den Handel, d.h. in 0,75 l-Flaschen bzw. in halben Flaschen (0,375 l) oder in 1 l-Flaschen. Traditionsreiche Weinbaugebiete haben im Laufe der letzten Jahrhunderte ihre eigene, spezifische Flaschenform und -farbe herausgebildet. (siehe auch Flaschenformen).So werden Weine des Rheingaus traditionell in schlanken braunen Schlegelflaschen abgefüllt, jene von der Mosel in der gleichen, diesmal allerdings grünen Flasche. Die Weine Frankens kommen in den flachen, bauchigen Bocksbeuteln in den Handel, der heute wieder vielfach wie im 18. Jahrhundert braun und nicht grün ist. In Frankreich kommen die Rot- und Weißweine Burgunds traditionellerweise in der typischen, olivgrünen Burgunderflasche in den Handel, die in Deutschland ebenfalls zumal für Spätburgunder-Rotweine verbreitet ist, aber vielerorts auch für Weiße und Graue Burgunder benutzt wird. In Bordeaux hingegen ist die Bordeauxflasche üblich, dunkelgrün für Rot- und trockene Weißweine, farblos für Sauternes-, seltener für trockene weiße Graves-Weine. Diese Bordeauxflasche hat sich mit geringen Abwandlungen international am weitesten durchgesetzt. In Italien außer in Piemont und der Lombardei wird sie zunehmend für Rotweine, aber auch für Weißweine benutzt, wobei die Flaschenfarbe häufig braun ist. Auch in Griechenland, Spanien und Portugal ist sie verbreitet, allerdings mit der Besonderheit, daß man in der Rioja die alkohol- und körperreicheren Rotweine in Burgunder- und die etwas leichteren und eleganteren Weine in Bordeauxflaschen abfüllt. Doch da jede Bodega ihre Kriterien für diese Wahl selbst definiert, lassen sie sich nur schwer verallgemeinern. Auch außerhalb Europas (Kalifornien, Australien, Neuseeland u.a.) ist die Bordeauxflasche überall zu Hause. Daneben gibt es überall Spezialflaschen: die Flûte d'Alsace als schlankere und höhere Form der Schlegelflasche im Elsaß, aber auch in festgelegten weiteren Teilen Frankreichs sowie in der einen oder anderen Abwandlung als Spezialflasche in Deutschland, Österreich und anderswo; der Clavelin in der französischen Jura; natürlich die klassische Champagnerflasche in der Champagne und überall auf der Welt für Schaumweine; die Keulenflasche in der Provence und in abgewandelter Form z.T. in den italienischen Marken für den Verdicchio dei Castelli di Jesi; die Albeisa in Piemont für Barolo, Barbaresco u.a. Rotweine. Neben diesen und vielen anderen Flaschen findet man immer wieder Phantasieflaschen. Für den Wein hingegen ist die Flaschenform gleichgültig, die Flaschenfarbe allerdings nicht. Angesichts der Lichtempfindlichkeit von Wein empfiehlt sich eine möglichst dunkle Tönung. Nicht ganz belanglos ist schließlich auch die Flaschengröße. Je kleiner die Flasche ist, um so rascher altert der Wein. Nicht umsonst füllt man daher nicht nur von bemerkenswerten und großen Weinen in Bordeaux u.a. stets einen Teil der Erzeugung in Übergrößen ab.

    Die wichtigsten Übergrößen von Bordeauxflaschen sind: Magnum = 2 Flaschen; Double-Magnum = 4 Flaschen; Jeroboam = 6 Flaschen; Impériale = 8 Flaschen; Salmanazar = 12 Flaschen; Balthasar = 16 Flaschen; Nebuchadnezzar = 20 Flaschen.

  • Flaschengärung

    Die zweite Gärung bei Grundweinen, die bei Champagner und anderen nach der klassischen Methode hergestellten Schaumweinen in der Flasche stattfindet. Dabei bildet sich Kohlensäure.

  • Flaschenreife

    Bezeichnung für das Ende des Ausbaus, mit dem der fertige Wein auf die Flasche gefüllt wird. Man sagt, der Wein habe Flaschenreife erreicht und sei nun "füllfertig". Mit Flaschenreife kann aber auch jene Reife gemeint sein, die der Wein durch Altern auf der Flasche erreicht hat. Die Länge und Höhe dieser Reifeentwicklung hängen von der Rebsorte, Herkunft, Boden, dem Jahrgang, der Vinifikation und dem Weinausbau, dem Können des Erzeugers, aber auch von den Lagerbedingungen ab.

  • Flavonoide

    In den Weintrauben und im Wein finden sich vor allem Polyphenole aus der Gruppe der Flavonoide. Zur Zeit kennt man schon etwa 4000 bis 5000 dieser Substanz aus der Gruppe der sekundären Pflanzenstoffe, und ständig kommen neue dazu. Die Flavonoide finden sich überwiegend in den Randschichten der Pflanzen, bei den Weintrauben in den Schalen. Sie schützen das darunterliegende Gewebe vor dem schädlichen Einfluss der Sauerstoffmoleküle. Sie sind also für die Pflanzen natürliche Antioxidantien, und diese Wirkung haben sie auch beim Menschen. Sie verhindern schädigende Sauerstoffreaktionen, d. h. die Bildung sogenannter freier Radikale in den Körperzellen. Solche Radikalreaktionen werden für die Entstehung von Krebs, Herzkranzgefässerkrankungen und Alterungsprozessen verantwortlich gemacht. In neueren Studien wurde nachgewiesen, dass die Flavonoide nur dann zellschützend wirken können, wenn Vitamin E vorhanden ist. Diese lebensverlängernde Wirkstoffkombination ist bei der Mittelmeerküche mit Gemüse, Öl und Fisch immer gegeben!

  • Fleurie

    einer der neun Crus des Beaujolais

  • Flor

    Spanische für Blume, mit der in der Weinerzeugung eine besondere, aus dem Sherry-Gebiet stammende Hefe gemeint ist, die sich als gelblich-weiße Haut oder Schleim echter Weinhefen auf der Oberfläche des Weins in den nur zu drei Vierteln gefüllten Fässern bildet, der velo de flor. Dieser Flor, der sich im Sherry-Gebiet bald nach der Gärung bei bestimmten Weinen natürlicherweise bildet und allmählich zu einer 1-2 cm dicken Decke wächst, hat entscheidenden Einfluß auf Bukett und Aroma des Weins. Eigentümlicherweise bildet er sich aber nur auf den leichteren Weinen, die dadurch zu Finos und Amatillados werden, während er bei den schwereren Olorosos nicht auftritt. Der Flor, der mitunter fälschlich als Kahmhefe bezeichnet wird, kommt natürlicherweise ebenfalls beim Manzanilla und in Montilla-Moriles und beim französischen Château-Chalon vor, während er bei den besseren trockenen "Sherries" Kaliforniens und seit geraumer Zeit auch in Südafrika und Australien mit Erfolg eingeführt worden ist. Eine verwandte Hefe gibt es auch im Gebiet von Tokaj.

  • Fontanafredda

    Mitten im Zentrum des klassischen Anbaugebietes für Barolo, bei Serralunga d'Alba in Piemont, liegen die Weingüter von Fontanafredda. Sie waren die Lieblingsbesitzungen von König Viktor Emanuel II von Italien. Die Reblagen, der herrliche Park und das königliche Jagdschloss sind noch heute das Ziel zahlreicher Touristen.

  • Foudre

    siehe Fassgroessen

  • Foxgeschmack

    Bezeichnung jenes typischen fuchsigen Geschmacks amerikanischer Weine aus einheimischen Rebsorten zumal der Vitis Labrusca sowie aus den ersten interspezifischen Kreuzungen (Hybriden). Für einen Europäer sind diese Weine nahezu ungenießbar.

  • Fränkisch- trocken

    in Franken übliche Bezeichnung für Weine mit nicht mehr als 4 Gramm Restzucker pro Liter.

  • Frais

    kühl, frisch

  • Franciacorte

    Herkunftsgeschützter, klassisch vergorener Schaumwein aus der Lombardei, hergestellt aus den Rebsorten Chardonnay, Pinot bianco, Pinot nero und Pinot grigio.

  • Franconia

    siehe Rebsorten

  • Frascati

    Frascati ist eine DOC Region innerhalb Latiums südlich der italienischen Hauptstadt und umfasst einige Dörfer mit dem Zentrum Frascati. Die erlaubten Sorten sind Malvasia di Candia, Malvasia del Lazio, Greco, Trebbiano toscano, geringe Anteile von Bellone und Bombino bianco.

  • Frescobaldi (marchesi de'fresobaldi)

    Der Name Frescobaldi steht für eine Tradition von mehr als 1000 Jahren in den Bereichen Kunst, Kultur, Handel, Finanzen und im besonderen für die Geschichte der Toskana. In jeder Epoche wussten die Frescobaldis, wie sie sich weiterentwickeln konnten, indem sie den Wandel der Geschichte nutzten und vorhersahen. Dies führte zu einer glücklichen Verbindung von Erfahrung und Innovation. Seit 100% Jahren sind sie in der Landwirtschaft und beim Weinbau engagiert. Seit 30 Generationen leiten die Frescobaldis das Familienweingut.

  • Friaul

    Genau heisst das Gebiet im Nordosten (21.000 Hektar Rebfläche) Friaul-Julisch-Venetien. Die Region hat eine grosse Sortenvielfalt, darunter die bekannten Chardonnay, Pinot bianco (Weissburgunder), Pinot Grigio (Grauburgunder), Cabernet Sauvignon und die alte heimische Rebe Refosco. Collio und Colli orientali gelten als die besten der sieben Bereiche.

  • Frisch

    Wein mit genügender, aber nicht stark hervortretender Säure.

  • Frizzante

    Ital. für einen leicht perlenden Schaumwein, der in der Flasche nur teilweise vergoren ist oder dem Kohlensäure zugesetzt wurde. Am bekanntesten sind Prosecco und Moscato d'Asti frizzante. Auch bei Freisa und Lambrusco üblich.

  • Frost

    Ende Oktober oder Anfang November erwünscht, weil Frost die Möglichkeit zur Eisweinlese bietet.

  • Frucht

    Die Frucht ist für den Weinliebhaber ein wesentliches und eindeutig wahrnehmbares Geschmackselement. In der Regel ist der Faktor Frucht identisch mit dem Geschmack der jeweils verwendeten Weintraube. Die Fruchtaromen im Wein sind sehr vielgestaltig. Die wichtigsten Beispiele sind: schwarze Johannisbeere, Brombeere, Kirsche, Pfirsich, Pflaume, Zitrusfrüchte, Tropische Früchte oder Dörrobst.

  • Fruchtig

    Wein mit ausgesprochenem Traubengeschmack.

  • Frühlese

    Vorzeitige Lese wegen ungünstiger Witterungseinflüsse.

  • Frühreif

    Auf den Weinbau bezogen, sind damit jene Rebsorten gemeint, deren Trauben früh, d.h. in den nördlichen Weinbaugebieten in der Regel im September, reif werden, was ein Charakteristikum der meisten Neuzüchtungen ist, wohingegen der Riesling eine ausgesprochen spät reifende Sorte ist. Ein frühreifer Wein ist hingegen kaum jemals ein hervorragender Wein, da er sich rasch entwickelt hat, ohne die sich langsam herausbildende Komplexität, Harmonie und Eleganz des Alters annehmen zu können, was natürlich nicht ausschließt, daß er ein angenehmer, vorzüglich mundender Wein sein kann.

  • Fuder

    siehe Fassgroessen

  • Fumé blanc

    in Amerika Name für einen im Barrique ausgebauten Sauvignon blanc.

  • Garganega

    siehe Rebsorten

  • Gärung

    Vorgang, bei dem sich die Umwandlung von Zucker in Alkohol und Kohlensäure vollzieht; wenn dies geschieht, wird Traubenmost zu Wein. Obwohl die Gärung seit Menschengedenken bekannt ist, hielt man sie für einen spontanen physikalischen Vorgang, bis Louis Pasteur 1857 den Nachweis führte, daß sie von der Hefe als lebendem Organismus bewirkt wird. Moderne Weinchemie und Kellertechnik gehen sehr viel weiter, und in fast allen guten Kellereien wird die Gärung heute nicht mehr dem Zufall überlassen, sondern genauestens kontrolliert bis hin zur gelenkten Gärung. Dabei werden die Gärkeller je nachdem entweder erwärmt oder gekühlt (auf etwa 18-20°), um einen zügigen Gärbeginn und eine völlige Vergärung zu erreichen. Bei Rotweinen gelten heute Gärtemperaturen zwischen etwa 28 und 32° - bei Weißweinen je nach Art bis zu 22-25° - als ideal, um die Frische und die Aromastoffe im Wein möglichst zu erhalten. Bei Weinen mit mehr oder weniger große m Restzuckergehalt kommt die Gärung entweder durch den hohen Zucker- oder Botrytisgehalt von selbst zum Stillstand, ohne daß aller Zucker vergoren wurde, oder man beendet diese Gärung vorzeitig durch Druck, Kälte, Schwefel, Zusatz von Alkohol (so bei Portweinen; in Deutschland verbotenes Verfahren) oder andere kellertechnische Maßnahmen. Theoretisch kann durch reine Hefegärung ein natürlicher Alkoholgehalt von bis zu über 18% vol. entstehen, der in der Praxis aber höchstens in heißen Regionen für Spezialweine angestrebt und erreicht wird. Rotweine werden überwiegend vor dem Keltern auf der Maische vergoren (Maischegärung), während Weißweine durchweg zuerst gekeltert und dann vergoren werden. Nachgärung.

  • Gaglioppo

    siehe Rebsorten

  • Gallo Nero

    Konsortium Schwarzer Hahn. Der 1924 dreiunddreissig Mitglieder zählende Verband hat sich heute auf mehr als 600 erweitert (davon füllen 250 ihre Weine unter einem eigenen Etikett ab), die mehr als 80% der globalen Appellation Chianti Classico produzieren. Die Dimensionen reichen von Klein- und Mittelbetrieben über Genossenschaftskellereien bis zu Firmen von industriellem Niveau, für alle gilt der volle Respekt der vom Konsortium vorgegebenen Normen, an erster Stelle die Verpflichtung, den Chianti Classico Schwarzer Hahn ausschliesslich innerhalb der Produktionszone abzufüllen (was vom italienischen Weingesetz für keinen einzigen Wein vorgeschrieben ist), um effektive Kontrollen zu ermöglichen.

  • Ganztraubenpressung

    Keltern von Weintrauben ohne Entrappen, um hochwertigere Moste zu erhalten.

  • Gattinara

    Der italienische DOCG-Rotwein ist nach der gleichnamigen Gemeinde in den Vercelli-Bergen in der Region Piemont benannt. Schon die Römer legten hier die ersten Weinberge an und Kardinal Mercurino Arborio (Kanzler von Kaiser Karl V.) brachte den Wein an die Höfe Europas. Der tanninreiche Wein mit 12% vol Alkohol-Gehalt gilt als einer der besten und langlebigsten Rotweine des Nordens und wird aus Nebbiolo (Spanna) und bis 10% Bonarda di Gattinara gekeltert.

  • Gavi oder Cortese di Gavi

    (siehe Rebsorten)

  • Gefällig

    Bezeichnung für angenehme nicht aufdringliche Weine.

  • Geissenheim

    Sitz der Hessischen Forschungsanstalt für Wein- und Gartenbau im Rheingau. Eine der bedeutensten Ausbildungsstätte der Welt.

  • Geiztraube

    Kleine, nicht entwickelte Trauben an den Geiztrieben, die sich erst im Laufe des Sommers herausbilden und folglich von seltenen Ausnahmen abgesehen nicht reif werden, so daß man sie, um den Stock nicht unnötig zu belasten im Sommer ausbricht, das sog. Ausgeizen.

  • Gelantine

    Weinzusatzstoff, mit dem Proteine aus dem Rotwein herausgeholt werden.

  • Gerbstoff

    (Önotannin) Natürlicher Inhaltsstoff im Wein. Er ist verantwortlich für den adstringierenden Geschmack. Gerbstoffe entstehen vorwiegend in den Kämmen (Rappen), Kernen (Samen) und Schalen (Hülsen) der Traubenbeeren. Somit ist nicht die Traubensorte, sondern die Trauben- und Maischebehandlung entscheidend für den Gerbstoffgehalt des Weins.

  • Geropiga

    Ein Traubenmostkonzentrat, das aus frischem Traubenmost durch Eindampfen zu Sirup konzentriert worden ist, um dann weniger erlesenen Portweinen beigegeben zu werden, um ihnen zu Süße und Körper zu verhelfen.

  • Geschein

    Blütenstand der Weinrebe.

  • Geschmack

    Gesamtheit des Eindrucks den der Wein auf der Zunge hinterläst. An ihm erkenntmann Finesse, aber auch Fehler des Weines.

  • Geschmackssin

    Die Fähigkeit zur Wahrnehmung chemischer Substanzen. Die Geschmackssinneszellen beim Menschen sind als Geschmacksknospen an bestimmten Stellen der Zunge vereinigt. 4 Qualitäten werden unterschieden: süss, sauer, salzig und bitter. Durch ihre Kombination und hinzukommende Wahrnehmungen des Geruchssinns entsteht eine Vielzahl von Geschmacksnuancen.

  • Gesprittet

    Weine, deren tatsächlicher Alkoholgehalt nicht die ausschließlich e Ergebnis der Gärung ist, sondern durch Zusatz von Weingeist, Branntwein oder reinem Alkohol künstlich erhöht wurde, wie dies beim Portwein, Sherry, Madeira, Marsala sowie bei den französischen vins doux naturels der Fall ist. Derartige Weine bezeichnet man als gespritet. In Deutschland und Österreich ist dieses Verfahren nicht zulässig.

  • Gevrey- Chambertin

    Weinort der Côte de Nuits mit ganz großen Rotweinen, Spitzenerzeuger: Jean & Jean-Louis Trapet

  • Gipsen

    Beimengung von Calciumsulfat oder Gips zu den Trauben vor der Gärung zur Erhöhung des Gesamtsäuregrads und zur Verbesserung der Farbe und Klarheit des Weins, ein bei der Erzeugung von Sherry und einigen anderen Weinen durchaus übliches Verfahren, das im Rahmen gewisser Grenzen in Spanien und den Vereinigten Staaten gesetzlich zulässig ist. In Deutschland ist dieses Verfahren verboten.

  • Glanzhell

    Bezeichnung für einen Wein, der völlig klar ist, wie es heute bei jedem guten Wein als selbstverständlich vorausgesetzt wird.

  • Glycerin

    Glycerin ist ein dreiwertiger Alkohol, eine Art Unteralkohol. Er entsteht bei der Gärung und ist bei gesundem Traubengut etwa mit 6 bis 9,5 Gramm pro Liter vorhanden, bei Weinen aus Botrytistrauben bei 10 bis 1 g/l. Glycerin hat im Gegensatz zum "normalen", geschmacklosen Alkohol einen süsslichen Geschack und verleiht dem Wein einen vollen Gaumen.

  • Glykos

    Griechische Bezeichnung für süß. Oinos glykos bedeutet daher Süßwein, womit in Griechenland ein Likörwein gemeint ist. Der Ausdruck glykos entspricht doce, dolce, doux, dulce, sweet.

  • Göncer- Fass

    siehe Fassgroessen

  • Governo

    Besonderes Vinifikationsverfahren, durch den ein traditionell erzeugter Chianti seine ganz besondere Note und seinen unverwechselbaren Charakter erhält. Dabei werden etwa 10% der gelesenen Trauben, meist die selteneren Sorten, zunächst nicht gepreßt, sondern man läßt sie eintrocknen, bevor sie dann erst im November gepreßt und vergoren werden. Noch während ihre Gärung im Gange ist, werden sie dem bereits vergorenen Chianti zugesetzt. Bis zum nächsten Frühjahr lagern sie dann in Bottichen mit Gärverschlüssen (Colmatori), durch die die entstehende Kohlensäure austreten kann. Ein Teil von ihr bleibt jedoch in gebundener Form in dem Wein zurück und verleiht ihm eine ganz schwache, fast kaum merkliche schäumende Eigenschaft und eine zauberhafte Frische, die durch ein leichtes Prickeln auf der Zunge bemerkbar ist. Wenn es heute bei vielen herausragenden Chianti selbst im jugendlichen Zustand nicht mehr auf der Zunge prickelt, ist dies ein untrügliches Zeichen, daß das governo-Verfahren nicht praktiziert wurde, worauf inzwischen in der Tat viele Spitzengüter verzichten.

  • Gran- Reserva

    Höchste Stufe spanischer Qualitätsweine (vinos de calidad, V.C.). So bezeichnete Rotweine müssen mindestens 24 Monate im Eichenfaß (Weiß - und Roséweine 6 Monate) und anschließend 36 Monate auf der Flasche gelagert sein (Weiß - und Roséweine 42 Monate), bevor sie unter dieser Bezeichnung in den Handel gebracht werden dürfen.

  • Grand- cru

    Wörtlich Großes Gewächs und eine Einstufung, die im französischen Weinbau oftmals anzutreffen ist. So sind inzwischen 50 Lagen des Elsaß offiziell - mit ergänzenden Bestimmungen über Rebsorten, Ertrag, Mindestmostgewicht u.a. - als Alsace grand cru eingestuft. In der Champagne sind die 17 qualitativ führenden Orte mit dem Prädikat grand cru versehen, gegenüber denen als premier cru (Erstes Gewächs) eingestufte Orte ein geringeres Niveau haben. Ähnlich sind in Burgund die 32 besten Lagen als grands crus klassifiziert (und ihr Wein erscheint ohne zusätzliche Ortsangabe nur mit dem Lagennamen im Handel), während die premiers crus-Lagen ein etwas geringeres Niveau haben und den Namen der Gemeinde zusätzlich auf dem Etikett führen müssen. In Bordeaux ist dieses alles schließlich umgekehrt. Der beste cru ist ein premier cru bzw. premier cru classé. Auf einer Stufe darunter befinden sich die als grands crus classés eingestuften Weine.

  • Grand- Ordinaire

    Höhere Stufe des vin ordinaire. Nachdem im Zuge der EU-Verordnungen diese vins ordinaires verschwunden sind, lebt der grand ordinaire als Reminiszenz vergangener Tage fast nur noch im Bourgogne grand ordinaire fort, dem billigsten legalen Burgunder, doch soll diese Bezeichnung im Zuge der Neuordnung der regionalen Appellationen in Burgund gestrichen werden, was jedoch bislang nicht geschehen ist.

  • Grand- Vin

    Anders als Grande Réserve EU-rechtlich zulässige Bezeichnung für französische Weine, ohne daß jedoch für ihre Verwendung eindeutige gesetzliche Kriterien definiert sind. Ihr Gebrauch läßt daher keinerlei Rückschlüsse auf die etwaige Qualität zu. Einige Bordeaux-Güter teilen ihren Wein in grand vin und Zweitwein ein.

  • Graufäule

    Schimmelbefall der Traube, durch den die Beerenhaut und das Fruchtfleisch zerstört werden. Der Faulpilz tritt besonders nach Regenfällen im September oder Oktober auf.

  • Grechetto

    siehe Rebsorten

  • Greco

    siehe Rebsorten

  • Gris

    grau, Bezeichnung für Roséweine in einzelnen Anbaugebieten

  • Gris

    bezeichnet den Wein der perfekten Harmonie von feinem Bukett, ausgezeichneter Balance von Körper und Struktur, mit viel Anmut und nachhaltigem Abgang.

  • Grosslage

    Nach dem deutschen Weingesetz von 1971 stellt eine Großlage die Zusammenfassung mehrerer Einzellagen dar, deren Namen auf dem Etikett angegeben werden darf, was letztlich nur Verwirrung stiftet, da für den Laien angesichts jeder fehlenden Klarstellung nicht erkennbar ist, was Groß - und was Einzellage ist. Ein Saint-Julien oder ein Côte de Beaune-Villages ist erkennbarerweise ein Wein, der nicht von einer bestimmten Lage stammt und mithin inder Regel von geringerer Qualität sein wird als der Wein eines bestimmten cru.

  • Grün

    Wein mit unreifer Säure.

  • Grundwein

    Stillwein, der für die Sektherstellung geeignet ist. Er charakterisiert sich durch geringen Alkoholgehalt sowie eine geringe Schwefelkonzentration in Verbindung mit einer möglichst stahligen, rassigen Säure.

  • Gutsschänken

    Anders als Straußwirtschaften benötigen sie eine Konzession. Meistens sind sie ganzjährig geöffnet, oft aber erst am späten Nachmittag, am Abend oder am Wochenende. Auch in den Gutsschänken dürfen nur selbsterzeugte Weine ausgeschänkt werden. Hierzu dürfen aber nicht nur einfache Speisen, sondern auch warme Mahlzeiten gereicht werden.

  • Guyot- System

    Wie alle Obstsorten, die im Ertragsanbau stehen, muss auch die Weinrebe in Form gehalten (erzogen) und geschnitten werden. In einigen Gegenden Italiens hat sich - besonders in den Weinbergen der ambitionierten Betriebe - in den letzten Jahren das Guyot-System zur Erziehung der Weinstöcke etabliert. Dabei wird die Rebe im Winter bis auf einen einzigen Trieb mit ca. 8-12 Knospen (Augen) zurückgeschnitten, der dann horizontal in den Drahtrahmen angebunden wird. Aus den Augen kommen in der nächsten Wachstumsperiode die neuen, fruchttragenden Sommertriebe.

  • Hektoliter

    Raummaß, 100 l umfassend. In Europa wird die Weinerzeugung normalerweise in Hektolitern (hl) angegeben. Gesetzlich vorgeschriebene Ertragsbegrenzungen beziehen sich auf Menge pro Fläche, also Hektoliter pro Hektar (hl/ha). Ertrag, Menge-Güte-Gesetz.

  • Hoffest

    Neben den Weinfesten individuelle, an das einzelne Weingut gebundene Veranstaltung, die keinen festen Termin hat, aber nur in den Sommermonaten stattfindet. Dabei werden in Hof, Kelterhalle und sonstigen Betriebsräumen, wo Tische und Bänke aufgestellt sind, die Weine des Erzeugers mit rheinhessischen Spezialitäten, oft auch warmen Speisen, ausgeschänkt.

  • Hagel

    Eine der gefürchtetsten Niederschlagsformen in Form von geforenen Wassertropfen, die sowohl Beeren als auch Belaubung des Weinstocks empfindlich beschädigen können. Hagelstürme, die in dem meisten Weinbaugebieten keineswegs selten sind, können schlimmstenfalls innerhalb weniger Minuten nicht nur die gesamte Ernte vernichten, sondern auch noch durch die Beschädigung des Rebstockes Auswirkungen die Ernte des folgenden Jahres haben. Bereits ein leichter Hagel während der Reifezeit fordert sein Tribut, indem er, zumal bei roten Sorten, die Beeren beschädigt, was einen ganz leichten Fäulnisgeschmack in einem ansonsten gesunden Wein hervorrufen kann, den sog. Hagelgeschmack (goût de grêle), wie er z.B. viele 1983er in Pomerol prägt.

  • Halbstück

    Ein Faß mit einem Inhalt von 600 l, das traditionell im Rheingau u.a. gebräuchlich ist, wo es als Ergänzung des doppelt so großen Stückfasses dient - außer dort, wo man auf Tanks umgerüstet hat. Der Inhalt des Halbstücks entspricht 800 Flaschen.

  • Halbtrocken

    Die Geschmacksangabe Halbtrocken darf nur dann auf dem Etikett erscheinen, wenn nach den EU-Bestimmungen von 1977, der Wein nicht mehr als 10g/l zuckergehalt höher liegt, als der Gesamtsäuregehalt in g/l. Maximal darf er a18 g/l Zucker enthalten. Ein Wein mit 6,5 g/l Säure darf sich noch halbtrocken nennen, wenn er maximal 16,5 g/l Zucker enthält.Bei Sekt zeigt halbtrocken einen Restzuckergehalt zwischen 33 und 50 g/l an. Wahlweise ist auch das Wort medium dry erlaubt.

  • Halwe

    Mundartliche Bezeichnung für ein Glas Wein zu 0,2 l. Bei Stammgästen als Bestellung völlig ausreichend. Wörtlich genommen ist ein halber Schoppen gemeint, mithin 0,25 l. Dieses Quantum wird aber unter der Bezeichnung en Halwe nur in der Pfalz ausgeschenkt.

  • Handkäs mit Mus(s)sik

    Ein Mainzer Handkäse. Er wird mit Essig, Öl, Zwiebeln, Pfeffer und etwas Knoblauch zubereitet (gerät besonders gut im Steinguttöpfchen, mit einem in Essig getränkten Leinenläppchen abgedeckt). Ein herber Wein schmeckt prächtig dazu. Währenddessen spielt auch keine Kammer-Musik, sondern das Doppel-S deutet bereits an, daß diese deftig, von den Zwiebeln verursacht und mehr dem Finale zugeordnet ist.

  • Harmonisch

    Bezeichnung für einen ausgeglichenen Wein, bei dem alle Geschmackskomponenten wie Süße und Säure, Körper und Alkoholgehalt ausgewogen aufeinander abgestimmt sind.

  • Hart

    Weine, deren Säure nicht durch genügend Zuckergehalt ausgeglichen wird. Jungweine, die hart sind, können beim Reifen harmonisch werden. Beim Rotwein sind es Weine mit unreifem, zu jungem Tannin. Bei zu hohen Tanningehalten erreichen aber auch in ihrer Jugend harte Weine im Alter nie einen exzellenten Zustand da sie ausgetrocknet sind.

  • Hauptlese

    Bis zur 1993 erfolgten weitgehenden Freigabe der Lese in Deutschland durch die bis dahin bestehende Herbstordnung in jeder Weinbaugemeinde Jahr für Jahr je nach Reifestand und Witterung festgesetzte Beginn und Ende der allgemeinen Lese. Zuvor fand erforderlichenfalls eine genehmigte Vorlese statt. Auf die Hauptlese folgte, außer in geringen Jahren, die Spätlese.

  • Haut

    Französisch hoch. In Verbindung mit Bereichs- oder ähnlichen Namen ist damit ein höher gelegenes Gebiet gemeint, ohne daß zugleich eine eindeutige Qualitätsaussage gemacht ist. So ist natürlich der Wein von der Hautes-Côtes de Nuits nicht besser als der von der Côte de Nuits; es verhält sich vielmehr umgekehrt. Der Bas-Armagnac liefert einen besseren Branntwein als der Haut-Armagnac. Aber es gilt gewiß auch und sogar wohl häufiger das Gegenbeispiel. So sind die Weine des Haut-Médoc durchweg denen des Médoc überlegen, die des Haut-Rhin denen des Bas-Rhin usw.

  • Hefe

    Einzellige Mikroorganismen, von denen einige (Sacccharomyces allipsoideus) den Saft von Trauben zum Gären bringen und ihn dadurch in Wein verwandeln. Die Hefe bildet die zur Gärung notwendigen Fermente in ihrem Protoplasma. Die Gärungsvorgänge decken den Energiebedarf der anaerob lebenden Mikroorganismen. Es gibt eine Vielzahl verschiedenster Hefekulturen, von denen einige bei geringeren Temperaturen tätig werden als andere und die sich durch die vielfältigsten Eigenschaften voneinander unterscheiden, eine Erkenntnis, die sich jene weitgehend zunutze machen, die ihre Moste nicht mit den natürlichen Hefen, sondern mit sog. Reinzuchthefe vergären. Selbst wenn es als umstritten gelten mag, ob eine Vergärung durch Reinzuchthefen einer Vergärung durch eigene Hefen vorzuziehen wäre - in jedem Fall ändert sich der Charakter und Geschmack des Weines -, kann es doch keinen Zweifel geben, daß die Ausfiltrierung der natürlichen Hefen aus dem Most einen massiven und in aller Regel für die Qualität des späteren Weins nachteiligen Eingriff darstellt. Nicht alle Hefen sind gleichermaßen nützlich und erstrebenswert. So führt z. B. das Auftreten von Kahmhefe dazu, daß der Wein ungenießbar wird. Hingegen bewirkt die auf ganz bestimmten Weinen natürlicherweise auftretende Florhefe genau das Gegenteil und führt zur Bildung des Fino und Amontillado Sherry.

  • Hefepresswein

    Getränk, das man durch Auspressen des Hefetrubs erhält; es schmeckt nicht unangenehm nach Hefe.

  • Hefig

    Sowohl auf junge Weine im Faß angewandter Ausdruck, die noch einen Geruch oder Geschmack nach Hefe aufweisen, als auch bei einigen Weinen, wie dem Muscadet, bei denen dieser goût de lie, verbunden mit einer leicht schäumenden Spritzigkeit dank natürlicher Kohlendioxidreste, noch auf der Flasche sehr geschätzt wird. Um ihn zu erreichen, werden derartige Weine daher direkt von der Hefe als vin sur lie abgefüllt. Im allgemeinen verliert sich dieser Geschmack nach einigen Monaten auf der Flasche bzw. recht rasch bei den Faßweinen, die darauf in ein anderes Faß umgefüllt werden (Abstich). Auch einige Schaumweine können anfangs hefig schmecken, wie es natürlich auch der Federweiße tut.

  • Heften

    Anbinden der sich abwärts neigenden Ranken der Reben am Wingertsdraht, damit sie nicht durch ihr eigenes oder das Trauben-Gewicht abbrechen, außerdem besser wachsen und die Schädlingsbekämpfung erleichtern.

  • Hektar

    Flächenmaß, das 10.000 m2 umfaßt In Europa wird der Umfang von Rebflächen in der Regel in Hektar (ha) angegeben. Nach dem deutschen Weingesetz muß eine Einzellage mindestens 5 ha umfassen, wobei jedoch begründete Ausnahmeregelungen zulässig sind.

  • Hérault

    Unter dem Gesichtspunkt des Weins das Herz des Midi um Béziers und Montpellier an der französischen Mittelmeerküste gelegen. Obwohl das Départment kaum größer als das Großherzogtum Luxemburg ist, verfügt es - bei rückläufiger Entwicklung - über 113000 ha Rebfläche - etwa doppelt so groß wie die Australiens und etwa der von Chile vergleichbar - und ist damit -seit 1993 - knapp hinter der Gironde das zweitgrößte französische Weinbaudépartement. Außer den Muskatweinen von Frontignan, Lunel und St-Jean-de-Minervois (Vin doux naturel) werden hier der Clairette du Languedoc, der Picpoul de Pinet als Weißweine sowie der Faugères, St-Chinian, die Mehrzahl der Weine der Coteaux du Languedoc und ein Teil des Minervois erzeugt. Zusammen machen diese A.O.C.-Weine jedoch gerade einmal 12000 ha oder rund 9% der Rebfläche des Hérault aus. Quantitativ ungleich bedeutender ist die Erzeugung der insgesamt über zwei Dutzend Landweine, die inzwischen über 50% der Gesamterzeugung ausmachen. Zu ihnen zählt der hervorragende Mas de Daumas Gassac, der sicherlich bedeutendste heute im Hérault erzeugte Rot- wie Weißwein. Die verbleibenden 37% sind schlichte Tafelweine, Weine meist ohne größere Bedeutung, vielfach aus minderwertigen Rebsorten (Aramon, Alicante Bouschet), die in nennenswertem Umfang gar nicht erst auf den Markt kommen, sondern gleich destilliert werden.

  • Herb

    Nur bei Schaumweinen ist der Ausdruck herb genau definiert und gilt als die deutsche Übersetzung von brut. Ein als herb bezeichneter Schaumwein oder Sekt ist daher in der Regel trockener als extra trocken und verfügt über einen Restzuckergehalt von maximal 15 g/l (im Gegensatz zu den 12-20 g/l des extra trocken).
    Beim Wein hingegen bezeichnet herb durchweg einen mehr oder weniger trockenen Wein, ohne sich konkret auf den Restzuckergehalt zu beziehen. Vielmehr verwendet man den Begriff bei Rotweinen, um einen deutlichen Gehalt an Tanninen damit zum Ausdruck zu bringen, ohne daß diese derart aggressiv hervortreten, daß man sie als adstringierend bezeichnen würde, während man beim Weißwein mit herb einen Wein mit einer relativ hohen Säure bezeichnet, die jedoch nicht grün und unreif wirkt. Ein herber Wein ist also keineswegs ein geringer Wein, und er wird in der Regel auch nicht als unangenehm empfunden. Jedoch ist es ein Wein, der in diesem Stadium sicherlich noch zu jung ist und den man deshalb noch weiter altern lassen sollte.

  • Herimitage

    Auch Ermitage oder L'Hermitage genannt, ein seit Jahrhunderten berühmter Wein aus dem Rhônetal, der 75 km südlich von Lyon auf nur einem einzigen, steilen, terrassenförmig angelegten Weinberg angebaut wird. Dank einer Windung des Stromes weist der Hang genau nach Süden und umfaßt exakt 123 ha. Von ihnen kommen jährlich etwa 4900 hl, davon heute ca. ein Drittel Weißwein (aus Roussanne und Marsanne), während der größere Teil Rotwein aus der Syrah hergestellt wird. Außerdem wird noch eine winzige Menge Vin de Paille, ein süßer, goldfarbene Wein mit hohem Alkoholgehalt (bis zu 15% vol.), erzeugt.
    Der weiße Hermitage ist ein körperreicher, trockener, blaßfarbener Wein von hohem Charakter und ausgeprägtem Bukett, gehaltvoll und elegant. Der rote kann noch bemerkenswerter sein und zählt dann in guten Jahren zu einem der wahrhaft großen Weine Frankreichs: tiefdunkel, sehr langlebig, kraftvoll, mit einem eindringlichen Bukett, der kraftvollste unter den hervorragenden französischen Rotweinen.
    Offiziell gibt es folgende 18 Lagen: Beaumes, Les Bessards, La Croix, La Croix de Jamanot, Les Diognières, Les Diognières et Torras, Les Greffieux, Les Gros des Vignes, L'Hermite, L'Homme, Maison Blanche, Le Méal, Les Murets, Péléat, La Pierrelle, Les Roucoules, Les Signaux und Varogne. Sie erscheinen allerdings nur selten auf dem Etikett, das häufiger einen Markennamen trägt.
    Um die Entstehung des Hermitage-Weinberges und der Syrahrebe kreisen die verschiedendsten Anekdoten und Legenden. Angeblich soll die Rebe aus der persischen Stadt Shiraz von einem Kreuzfahrer nach Frankreich gebracht worden sein, der sich in Hermitage als Eremit (daher der Name) niederließ und auf dem Berg eine kleine Kapelle errichtete. Nach einer anderen Version handelte es sich bei diesem vermeintlichen Kreuzfahrer um Gaspard de Stérimberg, der 1225 an die Rhône kam, nachdem er in den Religionskriegen gekämpft hatte, die in Südfrankreich tobten. Er war jedoch niemals in Persien. Festzustehen scheint dagegen, daß in Hermitage bereits in römischer Zeit Wein erzeugt wurde. Woher der Name kommt, ist jedoch letztlich ebenso ungewiß wie die Herkunft des Syrah.
    Der Name Hermitage wird in Australien als Synonym für den Syrah verwendet; Grange Hermitage. Man kennt dort, besonders in Südaustralien, auch einen White Hermitage, bei dem es sich jedoch in Wirklichkeit um den Trebbiano handelt. In Südafrika bezeichnet man irreführend den Cinsaut als Hermitage.

  • Heuriger

    In Österreich genannter Jungwein.

  • Hippe

    Rebmesser mit scharfem, gebogenem Ende, wie es seit römischer Zeit zum Lesen der Trauben und zum Rebschnitt verwandt wurde. Heute durch Schere bzw. Maschinen abgelöst.

  • Histamin

    in geringen Mengen im Rotwein enthaltener Stoff, (5 bis maximal 10 Milligramm pro Liter), der allergische Reaktionen auslösen kann.

  • Hochdrucktank

    Mit einem Betriebsdruck von 8 bar werden derartige Tanks vielfach zur gezügelten Gärung verwandt, um den Gärverlauf genau überwachen und so abbrechen zu können, daß Restzucker und Aroma erhalten bleiben. Außer in Deutschland, hier z.T. auch bei Rotweinen, werden diese Tanks u.a. auch von Gütern in Sauternes verwandt. Der Druck entsteht durch die bei der Gärung freiwerdende Kohlensäure, die nicht entweichen kann.

  • Hochfarbig

    Bezeichnung für einen mehr oder weniger stark oxydativen, wenn nicht gar oxydierten, gold bis goldbraun gewordenen Weißwein, der in der Regel seine Frische verloren hat und dabei ist, matt zu werden.

  • Hochgewächs

    siehe Riesling Hochgewächs

  • Hock

    Eingebürgerte englische Bezeichnung für Rheinwein, ähnlich wie Claret der englische Name für rote Bordeaux ist. Das Wort ist durch die entstellte und verkürzte Wiedergabe von "Hochheimer", dem Lieblingswein von Königin Viktoria, entstanden.

  • Holzgeschmack

    normalerweise erwünschte Geschmackskomponente eines im neuen Eichenholzfass Barrique ausgebauten Weins. Als Vanille- oder Röstton schnell erkennbar. Wenn der Holzgeschmack dominiert, spricht man von überholzten Weinen. Im Gegensatz dazu Fassgeschmack.

  • Holzspäne

    Holzton kann auch durch Einrühren von Holzspänen oder Stückchen erreicht werden. Diese Methode ist zwar um ein Vielfaches günstiger als der Kauf eines teuren, kleinen Eichenholzfasses, bringt aber nicht die gleiche Qualität.

  • Honifogl

    Lediglich beim 1986er in der Wachau von den Mitgliedern der Vinea Wachau verwandte Bezeichnung für Spitzenqualitäten, die nicht ganz der ansonsten üblichen Bezeichnung Spätlese entspricht. Seither werden derartige Weine als Smaragd deklariert.

  • Horinzontaler Verschnitt

    Cuvée, ein Verschnitt aus bis zu 50 verschiedenen Weinen verschiedener Lagen. (Vertikaler Verschnitt: verschiedene Jahrgänge).

  • Hospices de Beaune

    auch Hôtel Dieu genannt - ein bekanntes christliches Hospiz in der Stadt Beaune in Burgund, in dem jedes Jahr am dritten Sonntag im November die wohl berühmteste Weinversteigerung der Welt stattfindet. Seit seiner Gründung im Jahre 1443 gelangt das Hospiz bis zur Gegenwart immer wieder durch Schenkungen in den Besitz exzellenter Weinbergslagen, vor allem an der Côte de Beaune (seit 1977 erstmals auch an der Côte de Nuits), so daß es von den Erlösen seiner Weinauktionen den größten Teil seiner Ausgaben bestreiten kann. Die Versteigerung, die sich in dem malerischen Rahmen der sog. Trois Glorieuse (der drei gloreichen Tage ) abspielt, bestimmt durch seine indirekten Auswirkungen ungefähr das Preisniveau des neuen Burgunderjahrgangs. Da der Wein noch im Jahr der Ernte im verschlossenen Faß verkauft wird, ist diese Auktion daher für den gesamten burgundischen Weinbau von weitreichender Bedeutung. Der Weinbergsbesitz des Hospizes umfaßt derzeit etwa 60 ha, die sich auf 38 Lagen verteilen, die heute um die 700 pièces (Fässer zu 228 l) ergeben, d.h. ca. 1600 hl. Der Wein jeder einzelnen Lage gelangt getrennt zur Versteigerung, und zwar unter dem Namen der betreffenden Cuvée, der meist mit dem des jeweiligen Stifters identisch ist, wobei die verschiedenen Provenienzen naturgemäß sehr unterschliedliche Preise erzielen.
    Seit 1970 gibt es ein einheitliches Etikett für die Weine der Hospices de Beaune. Auf ihm ist der Name der Cuvée mit der dazugehörigen Appellation contrôlée und der Abfüller (Käufer) vermerkt.

  • Huxelrebe

    Alzeyer Neuzüchtung aus Gutedel x Courtillier musqué. Auch hier scheint die Begeisterung langsam nachzulassen; heute sind noch 1499 ha mit ihr bestockt, nahezu ausschließlich in Rheinhessen und in der Pfalz. Die aus ihr erzeugten Weine sind blumig und meist etwas aufdringlich.

  • Hybriden

    Aus sog. interspezifischen Kreuzungen zwischen amerikanischen und europäischen Rebsorten entstandene Reben, um die Widerstandsfähigkeit der amerikanischen Vitis-Sorten gegen Pilzkrankheiten und Reblaus mit der Qualität der europäischen Vitis vinifera zu verbinden. Im Gegensatz zu den Neuzüchtungen aus Vinifera x Vinifera einerseits und den heute allgemein üblichen Pfropfreben andererseits, handelt es sich hierbei um Direktträger. Bislang läßt sich aber über die Hybriden nichts anderes als über die Neuzüchtungen sagen: Allen gegenteiligen Beteuerungen zum Trotz ist es bis heute nicht gelungen, Rebsorten zu entwickeln, die auch nur annähernd an die Qualität herausragender Vinifera-Sorten heranreichen. Aus der Sicht des Weintrinkers ist es daher - zumal nach den Schwierigkeiten mit Neuzüchtungen - nur zu begrüßen, daß der Anbau von Hybriden in Deutschland verboten ist bzw. sie in den EU-Ländern zur Erzeugung von Qualitätswein nicht zugelassen sind. In anderen Ländern, wie der Schweiz, ist er zulässig, doch müssen die aus ihnen erzeugten Weine sichtbar als "Hybridenwein" deklariert werden.

  • IGT

    Dies bedeutet Indicazione geografica tipica die Trauben stammen aus einer bestimmten Region und unterliegen bestimmten Produktionsvorschriften.Sie ersetzte die alte Bezeichnung Vino da tavola Indicazione Geographica. Es kann sich um einen einfachen Wein handeln, es finden sich aber auch Spitzenweine unter dieser Kategorie.

  • Ihringen

    Qualitativ einer der bedeutendsten Weinbauorte am Kaiserstuhl mit rund 560 ha Rebfläche, darunter der exzellente Doktorgarten (im Alleinbesitz des Staatlichen Lehr- und Versuchsgutes Blankenhornsberg), der Winklerberg, der kaum geringere Fohrenberg u.a. Die von diesen Lagen erzeugten Rieslinge, Grauen Burgunder, Spätburgunder u.a. Weine sind von exzellenter Qualität und gehören zu dem besten, was der Kaiserstuhl hervorzubringen vermag. Neben dem staatlichen Gut gelten Dr. Heger, R. Stigler, Gebr. Müller u.a. als führende Erzeuger.

  • IMBS

    Die (auch: das) Imbs. Von Imbiß = kleines Essen. Rustikale Mahlzeit im Wingert (Picknick im Weinberg), meistens um die Mittagsstunde (rheinhessisch: im Unnere = unter Mittag, zwischen 11 und 13 Uhr, beide Stunden früher durch die Kirchturmglocke angezeigt). Die Imbs wurde von der Winzerin im Henkelkorb gebracht, meistens auf dem Boden hockend oder auf Stühlchen oder auf dem umgekippten Eimer eingenommen und bestand aus Hausmacher Wurst (Leberwurst, Blutwurst, Schwartenmagen), Pellkartoffeln (Gequellte, Quellmänner) und Weichekäs, die auf einem auf der Erde ausgebreiteten Tischtuch lagen.

  • Imiglycos

    Griechische Bezeichnung für lieblich; entspricht amabile, medium (sweet), meio doce, moelleux, semidulce.

  • Imixeros

    Griechische Bezeichnung für halbtrocken; entspricht abboccato, demi-sec, medium dry, meio seco, semiseco.

  • Impériale

    siehe Flasche

  • Imprägnieren

    Künstliche Zusetzung von Kohlensäure zu Wein.

  • Imprägnierverfahren

    Zufuhr von Kohlensäure zu einem Stillwein
    Kennzeichnungspflicht dieses Verfahrens durch Vermerk auf dem Flaschenetikett, wenn nur ein Teil der Kohlensäure aus diesem Verfahren stammt.

  • Inhaltsstoffe

    Der Zuckergehalt hängt von der natürlichen Süsse und vor allem von der Weinherstellung ab. Er liegt zwischen 2 und 80 Gramm pro Liter. Die Zuckerverbindungen im Wein sind Fructose und Glucose.
    Neben dem Alkohol und dem Zucker enthält der Wein verschiedene Säuren, die für den frischen, fruchtigen Geschmack sorgen. Das sind die Weinsäure, die Apfelsäure und die Milchsäure. Alle anderen Substanzen finden sich nur noch in Spuren im Wein, was aber nichts über ihre tatsächliche Bedeutung aussagt. Im Gegenteil, man könnte fast sagen: je geringfügiger die Anteile, desto grösser die Wirkung.
    Diese Substanzen werden Mikronährstoffe genannt: Wein enthält Mineralien, v. a. Kalium und Magnesium, Spurenelemente, Vitamine aus der B-Gruppe und Vitamin C sowie die Polyphenole.
    Polyphenole sind organische Verbindungen, zu denen auch die Gerbstoffe und Farbstoffe gehören, die besonders im Rotwein für den herben Geschmack sorgen. Die Phenole finden sich vor allem auf und in der Schale der Traube. Während des Weinausbaus machen sie verschiedene chemische Reaktionen durch und beeinflussen damit das Aussehen, das Aroma und nicht zuletzt den Geschmack des Weins.

  • Intensität

    Eindringlichkeit des Weines, seine Komplexität. Ein Wein mit grosser Intensität muss nicht wuchtig sein, aber er braucht Harmonie, Länge, Konzentration, Ausstrahlung und vor allem eine Vielfalt nachhaltiger Geschmacksstoffe, wobei es zwischen fragilen Tropfen und sogenannten blockbuster-Weinen viele Stufen gibt. Gerade Weissweine - und hier vor allem solche, die nicht im Eichenholzfass vergoren werden - können durch Ihre Intensität begeistern, trotz ihres meist schlanken Körpers.

  • Internationale Rebosorte

    Bezeichnung für weltweit angepflanzte Rebsorten wie Merlot, Cabernet Sauvignon, Chardonnay, Pinot noir, Sauvignon blanc

  • Inzolia

    Auch als Ansonica bekannte weisse Rebsorte, die fast ausschliesslich auf Sizilien angebaut wird. Zusammen mit der weissen Rebsorte Catarratto ist Inzolia für die meisten Weissweine Siziliens verantwortlich. Inzolia ist in der Lage, Beeren mit einem hohen Säuregehalt zu produzieren, was in heissen Klimazonen wie Sizilien eine Tugend ist. Die sizilianischen Weine sind traditionell Verschnitte, wobei die benutzten Rebsorten die erwünschte Komponente für den späteren Wein bestimmen. Veralterte Kellertechniken liessen jedoch nicht zu, dass dabei Weine entstanden, die mehr als alkoholisch und oft oxidiert waren. Erst mit der Modernisierung des sizilianischen Weinbaus wurde das Potential der Inzolia deutlich. Sie ist im Stande duftige und elegante Weine hervorzubringen, oft ohne den üblichen hohen Alkoholgehalt, den die meisten Weine aus heissen Anbaugebieten aufweisen. Zusammen mit Catarratto wird sie häufig mit Chardonnay verschnitten, wobei sie die fehlende Säure, die Chardonnay rasch in heissen Klimazonen verliert, ausgleicht. Vorausgesetzt, die Weine werden gewissenhaft vinifiziert, können die Ergebnisse sich sehen lassen. Sogar Barrique-Ausbau stehen diesen Weinen sehr gut. Eine Ähnlichkeit mit Weinen aus der "neuen Welt" ist dabei unübersehbar, da einerseits vor allem "internationale" Rebsorten, wie der erwähnte Chardonnay, aus kommerziellen Gründen auf dem Vormarsch sind und diesen den Weinen meistens dominieren, anderseits die Neuerungen im sizilianischen Weinbau häufig von Kellermeistern aus Australien und Kalifornien vorangetrieben wird.

  • Isabella

    Eine in Österreich lokal starkverbreitete Sorte, sie stammt aus Amerika und ist das Ergebnis der Kreuzung einer amerikanischen mit einer europäischen Rebsorte und gehört zu den Direktträgern (Kreuzung ohne Veredelung). Diese Weinsorte ist vorallem unter dem Namen Uhudler oder Heckenklescher bekannt, berühmt und berüchtigt geworden

  • Italien

    Die Kultivierung von Reben wurde in Italien durch zwei Völker begonnen. Die Griechen brachten ihre Kultur im Süden (vor allem Sizilien) und die Etrusker im Norden Roms ein. Heute ist Italien das grösste weinproduzierende Land der Welt mit einem Anteil von rund 25 % an der gesamten Weltweinerzeugung. Schon seit jeher galt Italien als ein Land der Rebe und des Weines. Das Klima, die Lage am Mittelmeer und die geographische Beschaffenheit begünstigen den Weinbau in Italien. Die Alpen schirmen das milde Klima gegen die oft feuchtkalte Witterung Mitteleuropas ab. Man stösst daher fast in ganz Italien auf grosse und kleine Rebflächen, vom Apennin im Norden bis nach Sizilien im Süden, in den Ebenen und an den Hügeln und Bergen bis in Höhen um 1.000 Meter. Italiens Weinreichtum ist unglaublich gross und vielfältig. Selbst Fachleute können die genaue Anzahl der unterschiedlichen Rebsorten in Italien nicht genau angeben.
    Die gesamte Weinerzeugung Italiens setzt sich zu ca. 54 % aus Rot- und Roséweinen und zu 46 % aus Weissweinen zusammen.
    Rebfläche: 1.110.000 Hektar Weinproduktion: 59-70 Millionen Hektoliter/Jahr Weinexport: 12-18 Millionen Hektoliter/Jahr Weinimport: geringfügig Pro-Kopf-Verbrauch: 63 Liter/Jahr

  • Jahrgang

    Im Sinne des Weinrechts die Bezeichnung für die Weinernte und den daraus erzeugten Wein eines bestimmten Jahres. Während man bei Markenweinen, wie Champagner, Sherry, Marsala, Portwein u.a. grundsätzlich oder zumindest für die normalen Abfüllungen im Interesse einer über die Jahre gleichbleibenden Qualität mehrere Jahrgänge miteinander verschneidet und in diesen Fällen keinen Jahrgang angibt, ist es in dem übrigen qualitätsorientierten Weinbau - bei nur wenigen Ausnahmen - üblich, den Wein jahrgangsweise auszubauen und abzufüllen, da die Qualität eines Weins in erheblichem Maß von den klimatischen Bedingungen seines Geburtsjahrs bestimmt wird.

  • Jahrgangssekt

    Der Standardsekt oder -schaumwein kommt ebenso wie der normale Champagner als Jahrgangsverschnitt ohne Angabe eines Jahrgangs in den Handel. Dagegen beansprucht der Champagne millésimé ebenso wie der Jahrgangssekt als Schaumwein eines bestimmten Jahrgangs, eine besondere, höhere Qualität darzustellen.

  • Japan

    Importeur europäischer Spitzenweine und Aufkäufer bekannter Weingüter.

  • Jerez

    Eindrucksvolle, soliden Wohlstand ausstrahlende spanische Stadt im Südwesten Andalusiens, unweit der Atlantikküste, der Geburtsort des Jerez, Xérès oder Sherry (alle drei Schreibweisen sind offiziell zulässig). Die besten seiner gut 18000 ha Rebflächen auf den blendend weißen Albariza-Böden, denen die Stadt ihren Reichtum verdankt, liegen nördlich und westlich von Jerez (Carrascal, Macharnudo), während sich in der Stadt und an ihren Rändern die z.T. ganze Stadtviertel einnehmenden Kellereien der großen, weltbekannten Sherry-Häuser befinden, darunter Gonzalez Byass, Pedro Domecq, A. R. Valdespino, Diez-Merito, Emilio Martin Hidalgo, Garvey, Emilio Lustau, John Harvey, Sanchez Romate, Wisdom & Warter, Williams & Humbert, Sandeman u.a.

  • Jeroboam

    siehe Flasche

  • Johannisberg Riessling

    Name für den echten Riesling in Kalifornien.

  • Johannisberg- Schloss

    Eine der berühmtesten Weinbergslagen Deutschlands, malerisch gelegen auf einem der steilsten Hänge des Rheingaus, auf dessen Spitze das Schloß steht, von dem aus man einen herrlichen Blick über das Rebenmeer und den Rhein genießt (Goethe: "Der Johannisberg herrscht über alles"). Der Sage nach soll es Karl der Große gewesen sein, der hier zum ersten Mal Reben anpflanzen ließ, nachdem er von seiner Pfalz im gegenüberliegenden Ingelheim aus beobachtet hatte, daß der Schnee auf diesem Hang zuerst schmolz. Um 1100 wurde hier eine Benediktinerabtei errichtet, die von 1716 bis 1803 den Fürstäbten von Fulda gehörte, die hier, 1775 noch zufällig, danach planmäßig, die ersten Spät- und Auslesen in Deutschland erzeugten. In der Folge einige Jahre im Besitz von Marschall Kellermann dank eines Geschenks von Napoleon machte 1816 der österreichische Kaiser Schloß Johannisberg seinem Kanzler Fürst Metternich zum Geschenk, dessen Nachfahren noch heute das Schloß bewohnen.

  • Johannisberg

    Wohl der bekannteste aller Weinbauorte des Rheingaus, obwohl er mit seinen 120 ha Rebfläche zugleich auch einer der kleinsten ist. Doch so bedeutend seine Lagen Klaus, Vogelsang, Schwarzenstein, Goldatzel, Hansenberg, Hölle und Mittelhölle auch sind, sein konkurrenzloses Ansehen gründet sich letztlich allein auf das Schloß Johannisberg, das auf einem Bergvorsprung weithin sichtbar die zum Rhein abfallende Landschaft dominiert und mit seinen steil nach Süden gerichteten Rebflächen von 35 ha über ein Drittel der Rebflächen des Ortes einnimmt. Johannisberger Weine weisen nicht die Rasse der Rüdesheimer auf und nicht die Festigkeit der Erbacher oder die kernige, dichte Struktur der Rauenthaler. Vielmehr sind sie durch ein herausragendes Bukett und eine außerordentliche Anmut gekennzeichnet, die mit Substanz und Struktur gepaart ist und ihnen eine besondere Balance und Ausgeglichenheit verleiht. Außerdem ist Johannisberg die im Wallis gebräuchliche Bezeichnung für den Grünen Silvaner.

  • Joven

    span.: jung, Bezeichnung für den jungen, schon im Jahr nach der Lese auf den Markt gebrachten Rotwein.

  • Juliénas

    Eine der bedeutendsten Weinbaugemeinden und crus des Beaujolais mit 580 ha Rebfläche, die einen seiner besten Weine lieferen. Sie sind zwar vielleicht weniger fruchtig als der Brouilly und weniger gefällig als der Fleurie, verfügen jedoch über mehr Kraft und Charakter, gepaart mit Ausgeglichenheit und einem feinen Körper.

  • Jumilla

    Mittelspanisches Weinbaugebiet, im Hinterland von Alicante in den Provinzen Murcia und Albacete gelegen mit knapp 43000 ha Rebfläche und eigener Denominación de Origen. Es wird überwiegend Rotwein vor allem aus der Monastrell erzeugt, der sich vorzüglich als Verschnittwein eignet. Wenn er abgefüllt und in den Handel gebracht wird, ist er meist tief und schwer. Der seltenere Weißwein stammt aus Airén, Merseguera, Pedro Ximénez u.a. Sorten. In ihrer meist direkten und robusten Art sind die Weine passende Begleiter regionaler Gerichte.

  • Jung

    Als jung bezeichnet man einen Wein, der seinen Höhepunkt noch nicht erreicht hat und der durch Altern seine Qualität mitunter noch erheblich verbessert. Wie lange diese Phase der Jugendlichkeit beim Wein dauert, hängt von vielen Faktoren ab, seiner Herkunft, seinen Rebsorten, seinem Jahrgang, seiner Vinifikation und Ausbauart und schließlich auch seiner Lagerung. Im allgemeinen werden ein herausragender und traditionell im Faß ausgebauter, trockener Riesling eines besseren Jahrgangs von Mosel-Saar-Ruwer oder aus dem Rheingau oder ein rotes Spitzengewächs aus Bordeaux im Alter von vier Jahren noch sehr jung sein und ein sechsjähriger Jahrgangsportwein ist geradezu noch ein Baby. Dagegen befindet sich mancher dreijährige Rosé oder Muscadet bereits im mittleren Alter, und ein dreijähriger Beaujolais nouveau oder Vino novello ist schlicht ein Anachronismus.

  • Jungfernwein

    Der erste Wein aus einem neuangelegten oder neubestockten Weinberg, der zumeist eher wegen seiner Rarität - welchen Wert diese auch immer haben mag - als wegen seiner Qualität auf sich aufmerksam macht. Dennoch trifft es zu, daß die Qualität der ersten Ernte meist die der unmittelbar nachfolgenden drei, vier Jahre übertrifft.

  • Jungwein

    Nach der Gärung und dem Federweißen /Roten Rauscher entsteht ein spritziger , unruhiger Wein, mit typischem Jungweinbukett. Er ist noch auf der Hefe und enthält noch einen hohen Gärungskohlensäureanteil.

  • Kirchenfenster

    Von einem Kirchenfenster spricht man in Bezug auf die Wein-Beurteilungsmerkmale. Was man sehen kann, lässt sich noch am leichtesten beschreiben. Seine Konsistenz, ob er zäh- oder dünnflüssig ist, zeigt der Wein beim Schwenken des Glases. Bildet er Bögen "Kirchenfenster" an der Innenwand des Glases, dann ist er reich an Alkohol und Zucker. Und zwar um so reicher, je enger die Bögen beieinander fließen

  • Kabinett

    Bezeichnet deutsche Weine der niedrigsten Stufe der Qualitätsweine mit Prädikat. Kabinett-Weine müssen einen Oechslegrad zwischen 67 - 85°C und dürfen nicht mit Zucker angereichert werden. In Österreich ist der Kabinett-Wein ein gehobener Qualitätswein. Der Wein hat ein Mostgewicht von 83.5° Oechsle und ist ebenfalls nicht mit Zucker angereichert.

  • Kahmhefe

    Gefährliche Sproßpilze, die sich auf dem bereits vergorenen Wein bilden können und Alkohol und organische Säuren angreifen mit dem Ergebnis, daß der Wein ungenießbar wird. Um die Bildung dieser Pilze zu vermeiden, verhindert man durch regelmäßiges Auffüllen des Fasses die Entstehung eines Luftraumes über dem Wein.

  • Kaltgärung

    vor allem bei modernen Weißweinen praktizierte Gärmethode, nach der die Moste bei 14 bis 18 Grad Celsius langsam vergoren werden, um duftige, frische und jung trinkbare Weine zu bekommen.

  • Kaltmazeration

    Auch Accad, nach dem Erfinder benannte Vinifikations-Methode. Dabei wird die Rotweinmaische so weit gekühlt, dass die alkoholische Gärung nicht beginnen kann (etwa zwei bis drei Wochen). Durch den Kontakt des Mostes mit den Traubenschalen werden bereits Farbpigmente und Gerbstoffe gelöst (aber geringfügiger als bei der späteren alkoholischen Gärung) und die Maische-Standzeit dadurch verlängert. Um Oxidation zu verhindern, wird die Maische mit Kohlendioxid isoliert.

  • Kamm

    (Rappen) Stiel der Traube, sehr hoher Gerbstoffgehalt. Wird bei der Rotweinbereitung durch Entrappungsmaschinen von den Beeren getrennt und als organischer Dünger im Weinberg und Viehfutter verwendet

  • Kammgeschmack

    Grüner, herber bis bitterer Beigeschmack von Weinen, bei deren Lesegut die Traubenstiele (Kämme) zerrieben oder zerquetscht wurden, wodurch das in ihnen enthaltene Tannin in den Most und damit in den Wein gelangt. Durch das Altern dieser Weine mag sich der Geschmack allmählich verlieren.

  • Kampanien (Campania)

    Die süditalienische Region um Neapel mit rund 43.000 Hektar Rebfläche ist für den roten Taurasi und den weissen Fiano di Avellino bekannt. Vulkanische Böden, die Meernähe und die Höhe vieler Lagen sorgen für ein ausgezeichnetes Terroir. Wirklich beachtenswerte Weine machen einen kleinen Teil der Erzeugung aus, doch um Ravello auf der Halbinsel um Sorrent, auf der Insel Ischia und in den Irpinischen Bergen nördlich von Avellino und östlich von Neapel wachsen einige beachtliche Qualitätsweine. Kampanien ist bereits seit der Zeit des Klassizismus ein Land grosser Weine. Dies bezeugen zahlreiche lateinische Autoren sowie die Bezeichnungen der Weine und Weinberge selbst: Aglianico (Elleanico, das soviel bedeutet wie „aus Griechenland“), Greco, Fiano (Apianum, wie „den Bienen gewidmet“), Falerno, vom antiken „Falernum“, etc.

  • Kapsel

    Zusätzlicher Verschluß, der über den Flaschenhals gestülpt wird. Früher aus Blei (Zum Schutz des Korkens vor der Korkmotte), heute meist aus Plastik oder Zinn, da die Verwendung von Blei verboten wurde.

  • Karaffe

    Geschliffene, meist bauchige Glasflasche, in der Wein serviert wird.

  • Karl der Grosse (Charlemagne)

    Frankenkönig und Kaiser (742-814), von dem man sagt, daß er die ersten Reben auf Schloß Johannisberg anpflanzen ließ, nachdem er von seiner auf dem gegenüberliegenden Rheinufer bei Ingelheim befindlichen Pfalz beobachtet hatte, daß der Schnee dort eher als auf den umliegenden Hängen schmolz. Auch in Burgund soll ihm ein Weinberg gehört haben, und zwar in Aloxe-Corton, der heute nochCorton-Charlemagne heißt; im Jahr 775 stiftete er einen Teil davon der Abtei Saulieu.

  • Kellerei

    Weinproduzierender Betrieb, der im Gegensatz zum Weingut meist nicht über eigene Rebflächen verfügt, sondern Most oder Wein von Traubenerzeugern aufkauft.

  • Kelter

    Die Weinpresse, von lat. calcare = zertreten, zerstampfen (der Trauben: früher mit den bloßen Füßen - von Karl dem Großen untersagt - später mit den Kelterstiefeln). Die Kelter trennte den Most (flüssiger Saft der Traube) von den Trestern (feste Bestandteile der Maische, den auf die Kelter aufgeschütteten zerquetschten Trauben) und ließ ihn in das Kelterbüttchen fließen. Die aus dem antiken Griechenland stammende wuchtige Baumkelter aus Eichenbalken bestimmte viele Jahrhunderte das Erscheinungsbild der Kelterhäuser. Ihr folgte die Schrauben- oder Spindelkelter, gegen 1900 die hydraulische Kelter und seit den 1960er Jahren die elektrisch betriebene Horizontalpresse mit ständig verfeinerter Technik und vollautomatischer Steuerung der Arbeitsgänge. Historische Keltern und ihre Arbeitsweise sind im Deutschen Weinbaumuseum in Oppenheim zu sehen, ebenso in einigen Weingütern und Plätzen der Weinorte.

  • Kernig

    Bezeichnung für einen Wein mit kräftiger Säure, der Festigkeit, Biß und Kern hat, aber noch nicht auf dem Höhepunkt seiner Entwicklung ist.

  • Kir

    Klassischer Apéritif aus Burgund. Besteht aus einem Teil Cassis (schwarzer Johannisbeerlikör) und vier Teilen trockenem Weißwein, vorzugsweise einem Bourgogne Aligoté oder einem Fendant.

  • Klärung

    Entfernen von Trübungen; Ziel ist ein glanzheller, haltbarer Wein. Neben der Selbstklärung durch Absinken von Schwebstoffen (Bodensatz, Depot) stehen zwei Methoden zur Verfügung, die Schönung und die Filtration. Beide Verfahren bringen bei richtiger Anwendung vollen Erfolg, oft werden beide kombiniert.

  • Klapotetz

    Das klappernde Windrad ist das Wahrzeichen des steirischen Weinlandes. Es besteht aus acht Klöppeln und einem Klangbrett und dient dazu, die Vögel aus den Weingärten zu verscheuchen. Das Wort Klapotetz leitet sich vom slawischen "Klapotati" ab, was soviel heißt wie Klappern. Da die Schlagbretter aus dem Holz eines Steinobstbaumes hergestellt werden, erzeugen sie neben hörbaren Lauten auch Ultraschalltöne die Vögel und sogar Wühlmäuse vertreiben. Nach alter Überlieferung erfolgt die Aufstellung am 25. Juli, dem Jakobitag um sie am Martinitag, am 11. November wieder abzumontieren

  • Klassifizierung von 1855

    Klassifizierungen der wichtigsten Weingüter hat es in Bordeaux seit dem 18. Jahrhundert immer wieder gegeben. Doch keine hat je den Rang und die Bedeutung erlangt wie jene von 1855. Das liegt nicht daran, daß diese besser oder zutreffender als voraufgeganene Klassifizierungen gewesen wären - im Gegenteil sind die Abweichungen von jenen der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts eher gering und zudem durchweg begründet. Die Klassifizierung von 1855 erfolgte im staatlichen Auftrag durch Napoléon III. an die Handelskammer in Bordeaux für die Weltausstellung in Paris 1855 eine Klassifizierung der Bordeaux-Weine vorzunehmen. Seither hat sich trotz vieler Versuche keine neuere Klassifizierung der betroffenen Güter durchzusetzen können. Jene von 1855 hat dadurch einen zwar nie beabsichtigten Charakter eines sakrosankten, immerwährenden Dokuments erhalten. Praktisch ist sie mmit Vorsicht zu betrachten, da es neben der Konstanz der natürlichen Faktoren, die für die Höherbewertung eines Gutes gegenüber einem anderen sprechen, die Variable des menschlichen Faktors nun einmal Wandlungen unterworfen ist. Beide zusammen machen aber erst den tatsächlichen Rang eines Gutes zu einer bestimmten Zeit in der Hierarchie aus, was eine immerwährende Einstufung zwangsläufig nicht berücksichtigen kann.
    Dennoch ist die Klassifizierung von 1855 heute nicht Makulatur, denn sie konnte den hinreichend bekannten natürlichen Faktoren Rechnung tragen und hat dies mit bewundernswerter Zuverlässigkeit getan. Indem sie selbstverständlich zugleich die menschlichen Faktoren ihrer Zeit in Rechnung stellte, hat sie selbst ihre eigene Revision verlangt, ohne voraussehen zu können, daß sich diese bislang nie als durchsetzbar erwiesen hat.
    1855 wurden weder Saint-Emilion berücksichtigt (Pomerol verfügte in dieser Zeit ohnehin über ein deutlich geringeres Ansehen) noch das Gebiet der Graves, mit der Ausnahme von Château Haut-Brion. Allein die Rotweine des Haut-Médoc erschienen ihnen in ihren Spitzen klassifizierungswürdig. 61 Gewächse verdienten es damals herausgehoben zu werden:
    3 premiers crus classés (1. Gewächse: Châteaux Lafite, Latour und Margaux plus eben Haut-Brion aus den Graves),

    • 15 deuxièmes crus classés (2. Gewächse),
    • 14 troisièmes crus classés (3. Gewächse),
    • 11 quatrièmes crus classés (4. Gewächse)
    • 18 cinquièmes crus classés (5. Gewächse) (genaue Aufstellung Haut-Médoc).

    Nur ein einziges Mal ist diese Klassifizierung und auch nur in einem einzigen Fall korrigiert worden, nämlich 1973 als per Dekret des französischen Landwirtschaftsministers Château Mouton-Rothschild von dem ersten Platz der 2. Gewächse in die Gruppe der premiers crus angehoben wurde.
    Noch eine zweite Klassifizierung wurde 1855 gemacht, nämlich die der süßen Weißweine von Sauternes und Barsac, die 22 (durch Teilungen heute 27) Güter umfaßt.
    Ein Gut wurde als premier cru supérieur classé eingestuft (Château d'Yquem) und damit noch über die roten Spitzengewächse des Haut-Médoc gestellt,

    • 11 als premiers crus classés
    • 15 als deuxièmes crus classés.

    Auch diese Klassifizierung gilt bis heute unverändert weiter.

  • Klassische Rebosrten

    Das sind die traditionellen Rebsorten (Standardrebsorten) im Gegensatz zu den Neuzüchtungen. Dazu gehören z.B. Silvaner, Riesling, die Burgundersorten (weiß und rot), Traminer, Portugieser. Sie prägten in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts den rheinhessischen Weintyp und wurden dann einige Jahre von den bukettreicheren neuen zurückgedrängt. Besonders betroffen von diesem Rückgang war die rheinhessische Ursprungsrebe, der Silvaner.

  • Klein

    Bezeichnung für Weine mit wenig Körper und zurückhaltendem Charakter. Weine, die noch nicht ihren Höhepunkt erreicht haben.

  • Klima

    Rheinhessen ist eines der vier großen Trockengebiete Deutschlands und gehört zu den sonnenreichsten und trockensten Regionen Mitteleuropas. Vom Südwesten der Region abgesehen, beträgt der jährliche Niederschlag im Durchschnitt um 550 mm, ist also für deutsche Verhältnisse gering. Hunsrück und Pfälzer Bergland (Donnersberg) halten die feuchten Westwinde ab, der Regen bleibt in den Bergen hängen, die auch Windschutz geben, und die einströmenden Meeresluftmassen steigen erwärmt, aber regenarm nach Rheinhessen ab. Die Wolken lösen sich auf und bringen nur noch geringe Niederschläge. Größere Regenfälle sind fast nur durch Wolkenbrüche und sommerliche Gewitterregen zu verzeichnen. Rheinhessen hat auch die höchste Sonnenscheindauer aller deutschen Weinanbaugebiete (fast 1600 Stunden). Oppenheim ist nach Freiburg i.Br. die heißeste weinbautreibende Stadt Deutschlands (Mitteltemperatur von 9,8° C). Winter und Herbst sind im allgemeinen mild. Dagegen hält der Herbst erst verhältnismäßig spät Einzug. Daraus ergibt sich eine Vegetationszeit von etwa 240 Tagen. Auch hierin wird Rheinhessen von keinem anderen deutschen Weinanbaugebiet übertroffen, eine für die Reifemöglichkeiten der Trauben bedeutsame Tatsache.

  • Klingelberger

    in der Ortenau (Baden) gebräuchliche Bezeichnung für den Riesling.

  • Klon

    Vegetativ vermehrter Rebsteckling einer gewünschten Rebsorte mit allen Merkmalen des Mutterrebstocks.

  • Klosterneuburger Mostwaage

    Ende des 19. Jahrhunderts von August Wilhelm Freiherr von Babo entwickeltes Gerät zur Bestimmung des Mostgewichts nach dem prozentualen Anteil des Zuckers im Most, angegeben in ° KMW. Anders als in Deutschland oder der Schweiz, wo nach einem anderen Verfahren die Angaben in Oechslegrad erfolgen, wird seither in Österreich die Bestimmung nach dem von Babo entwickelten Verfahren durchgeführt. Zum Vergleich dieser Angaben mit jenen der Oechslewaage müssen diese mit dem Faktor 5 (exakt 4,98) multipliziert bzw. durch ihn dividiert werden: So entsprechen 20° KMW ungefähr 100° Oechsle (Oe) bzw. 135° Oe ungefähr 27° KMW.

  • Körper

    Bezeichung für Weine mit hohem Extraktanteil. Wird oft mit dem Alkoholgehalt verwechselt. Ein körperreicher Wein kann aber auch plump erscheinen. Entscheidend ist jedoch die Art des Weines. Wird durch die Extraktstoffe eines Weines bestimmt. Ausschlaggebende Faktoren sind Gehalt an Salzen, Glyzerin (ein guter Wein hat 3 - 6 g/l), Zucker und Säure.

  • Körperreich

    Eigenschaft eines extraktreichen Weins.

  • Kohlensäure

    Auch als Kohlendioxid (C02) bezeichnet, entsteht in großen Mengen bei der Gärung und ebenfalls beim biologischen Säureabbau und ist als solcher in geringen Dosen ein natürlicher Inhaltsstoff des Weins (zwischen 0,0 und 0,5 g/l), der dann - außer bei sehr frühen Füllungen, Sternwein, Vin sur lie - weder optisch noch geschmacklich feststellbar ist. Aufgrund des modischen Trends zu jungen und frischen Weiß -, aber auch Rotweinen (etwa Beaujolais primeur) setzt man heute diesen Weinen häufig bei der Abfüllung eine CO2-Dosage zu, was laut Weinverordnungen bis zu einem Höchstwert von 2 g/l erlaubt ist, um diese künstlich frischer erscheinen zu lassen, was dann beim Einschenken des jungen Weins in Form von Gasbläßchen am Glasrand sichtbar wird. Verfechter dieser Methode füllen heute grundsätzlich helle Rot- wie Weißweine, aber auch plumperen, säurearmen Weinen mit einem Kohlensäuregehalt von 1-1,5 g/l ab. Es versteht sich von selbst, daß qualitativ hochstehende Weine mit diesen Methoden nicht zu erzeugen sind.

  • Kohlensäuremazerisation

    Methode, um Farbe und Frucht zu intensivieren. Ungepreßte, ganze Trauben werden unter Sauerstoffabschluß mit Kohlensäure enzymatisch vergoren. Typisch ist die Kohlensäuremazeration für den Beaujolais.

  • Korkbrand

    Der in den Flaschenkorken eingebrannte Name des Weingutes oder Abfüllers. Heute ist ein Korkbrand ohne jede Bedeutung

  • Korken

    Traditioneller Flaschenverschluß aus der äußeren Rinde der im Mittelmeerraum wachsenden Korkeiche (Quercus suber). Sie wächst vor allem in Portugal, Spanien, auf Sardinien und in Nordafrika. Die Rinde wird, nachdem sie vom Baumstamm gelöst ist, ein halbes Jahr gelagert, dann gekocht, gebleicht und desinfiziert, bevor der eigentliche Korken herausgestanzt wird. Die Haltbarkeit eines Korkens beträgt, je nach Luftfeuchtigkeit im Keller, mindestens 25 Jahre. Danach muß eine Flasche gegebenenfalls neu verkorkt werden. Ein Korken läßt zwar den Luftsauerstoff in die Flasche gelangen und so den atmenden Wein eher reifen. Aber die Reifung eines Weines schließt, wie bei jedem lebendigen Produkt, auch die Entwicklung bis zu seinem Höhepunkt und den nachfolgenden Abbau der Persönlichkeit ein, gerade dies macht das Erlebnis Wein so faszinierend. Andererseits sind die Korkeichenbestände in Portugal (80% der Korken), Spanien und Frankreich fast erschöpft. Der muffige, bittere Geschmack eines Korkfehlers teilt sich dem Wein mit und ist schon beim Öffnen der Flasche sofort erkennbar. Weder den Winzer noch den Gastronomen trifft an solchem Zustand ein Verschulden. Es kann eine einzelne Flasche aus einem sonst einwandfreien Sortiment betroffen sein. Dies ist der (oft unbekannte) hauptsächliche Grund, warum der Kellner im Lokal dem Gast zunächst ein wenig aus der Flasche eingießt und ihn kosten läßt. Korkgeschmack berechtigt immer zur Rückgabe eines Weines

  • Korkgeschmack

    Unangenehmer Geruchs- und Geschmacksfehler, vermutlich verursacht durch mangelhafte Desinfektion, ungenügende Selektion oder zufällige Wechselwirkungen zwischen Chlor (Bleichmittel) und bestimmten Schimmelpilzen, die in den korkverarbeitenden Betrieben oder in der Kellerei vorhanden sind. Dabei entsteht Trichloranisol (TCA), jene Substanz, die für den muffigen, modrigen Korkton verantwortlich ist.

  • Kräftig

    Charaktervolle, kernige, herzhafte Weine mit viel Extrakt, Gerbstoff und Säure.

  • Krautig

    Geschmackston, der bei Weinen aus Cabernet franc, Cabernet Sauvignon und Merlot auftritt, wenn die Trauben nicht vollreif gelesen wurden.

  • Küfer

    Holzfassbauer (Fassherstellung). Aus unter freiem Himmel abgelagertem oder maschinell getrocknetem Holz baut der Küfer unterschiedlich grosse Fässer für Wein und fassgelagerte Spirituosen wie Grappa, Cognac oderr Whiskey

  • Kupfersulfat

    Spritzmischung (auch als Bordelaiser Brühe bekannt), die die Blattbildung stärkt und die Widerstandskraft des Rebstocks gegen tierische und pflanzliche Schädlinge erhöht. Mit dem naturnahen Weinbau verträglich.

  • Kurz

    Wein ohne nennenswerten Geschmacksnachhall, wird gerügt als "kurz im Abgang".

  • Lothringen

    Einstige französische Provinz mit noch geringen Resten eines einst ausgedehnteren Weinbaus. Die Rot- und Weißweine des Département Moselle aus der näheren und weiteren Umgebung von Metz kommen als Vins de Moselle mit dem V.D.Q.S.-Siegel in den Handel, während die Rot-, Weiß - und Roséweine, letztere bekannt als z. T. sehr gefällige und frische Vins gris, des Département Meurthe-et-Moselle zumal in der Umgebung von Toul erzeugt werden und als Côtes de Toul, ebenfalls mit dem V.D.Q.S.-Siegel, angeboten werden.

  • Labrusca

    Eine der verbreitetsten Rebarten Nordamerikas, die Vitis Labrusca, von der die Concord ein typischer Vertreter ist, mit ausgesprochenem Foxgeschmack. Man trifft sie noch im Osten und Mittleren Westen der Vereinigten Staaten an.

  • Lacrima Cristi

    siehe Rebsorten

  • Lacrima

    siehe Rebsorten

  • Lafite- Rotschild, Château

    Nach Auffassung der meisten unparteiischen Experten und wohl ebenso im Empfinden des breiten Publikums das Non plus ultra aller roten Bordeaux-Weine und das größte Rotweingut der Welt. Lafite oder Lafite-Rothschild (beide Namen sind korrekt) gilt spätestens seit dem 18. Jahrhundert als premier cru, als es sich im Besitz der Grafen de Ségur befand, eine Einstufung die von der Klassifizierung von 1855 ebenso wie von der von 1973 geradezu selbstverständlich bestätigt wurde. In einem der spektakulärsten Transaktionen der Weingeschichte ging das über 300 Jahre alte Weingut 1868 für 4,4 Mill. Francs in den Besitz von Baron James de Rothschild über. Rund 95 ha stehen heute unter Reben, davon 70% Cabernet Sauvignon, 21% Merlot und 9% Cabernet Franc. Der aus ihnen erzeugte Wein hat in den 1960er und 1970er Jahren nicht immer die in ihn gesteckten Erwartungen erfüllt und desöfteren zu Enttäuschungen Anlaß gegeben. Doch seit dem 1982er weist der Weg wieder steil nach oben, und Lafite nimmt heute wieder voll seinen angestammten Platz ein. Ein sprichwörtlich ästhetischer Wein von nicht zu übertreffender Finesse und Eleganz, großartig strukturiert und nuancenreich und von einzigartiger Geschmackstiefe, die Vollendung des großen roten Bordeaux.

  • Lage

    In Deutschland engere geographische Herkunftsbezeichnung für einen Wein. Dabei kann es sich sowohl um einen Einzellage als auch um eine Großlage handeln. Welche tatsächlich gemeint ist, vermag der normale Weintrinker nicht zu erkennen, so daß das Etikett weder "Wahrheit" noch "Klarheit" bietet.In Deutschland engere geographische Herkunftsbezeichnung für einen Wein. Dabei kann es sich sowohl um einen Einzellage als auch um eine Großlage handeln. Welche tatsächlich gemeint ist, vermag der normale Weintrinker nicht zu erkennen, so daß das Etikett weder "Wahrheit" noch "Klarheit" bietet.

  • Lagename

    Eine Lage ist die weinrechtlich abgegrenzte, mit einem bestimmten amtlichen Namen versehene und in die bei der Landwirtschaftskammer geführte Weinbergsrolle eingetragene Rebfläche (Gewann). Ihr Name muß nicht auf dem Etikett angegeben werden, ist aber überwiegend dort zu finden (anders bei Marken- oder Rebsortenweinen). Wird der Lagename benutzt, dann muß auch der Gemeindename hinzugefügt werden. Der Lagename ist die engste geographische Herkunftsangabe.

  • Lagern; Lagerung

    Weine, die nach dem Kauf nicht so bald getrunken werden, sollten unter möglichst guten Bedingungen eingelagert werden. Hochwertiger Wein soll erst getrunken werden, wenn er nach dem Transport einige Tage kühl gelagert hat. Unmittelbar nach Erschütterungen verkostet sich ein Wein gestört, verschlossen. Ideal ist dafür ein Keller, der folgende Eigenschaften aufweist:
    Temperatur von ca. 13 °C. Die Temperatur sollte möglichst konstant bleiben, kleinere saisonale Schwankungen schaden jedoch nicht. 13 °C sind für das Lagern von Wein ideal, akzeptabel sind aber alle (gleichbleibenden!) Temperaturen zwischen 8 und 18 °C. (Je wärmer der Wein liegt, desto schneller altert er.) - Wein, der nicht länger als zwei bis drei Jahre aufgehoben wird, übersteht meistens auch eine Lagerung in einer dunklen Ecke in der Wohnung bei Zimmertemperatur. Luftfeuchtigkeit von ca. 60% Ist es trockener, besteht die Gefahr, dass der Kork austrocknet und Luft in die Flasche dringt, so dass der Wein oxidiert. Ist es etwas feuchter, schadet das dem Wein in der Regel nicht, jedoch lösen sich die Etiketten mit der Zeit ab oder verschimmeln. (Dagegen kann man Abhilfe schaffen, indem man die Flaschen mit Butterbrotpapier umwickelt und dieses, sobald es anfängt, sich aufzulösen, erneuert.)
    Der Keller sollte belüftet sein, und es sollten sich keine Farben, Lacke oder ähnliches in Räumen, in denen Wein gelagert wird, befinden, da der Wein durch den Kork Gerüche aus der Umgebung annehmen kann. Auch Räume, die starken Modergeruch aufweisen, sollte man für die Weinlagerung meiden.
    Wird Wein länger als ein paar Wochen aufbewahrt, soll er unbedingt waagrecht liegen, da sonst die Korken austrocknen können. Er ist möglichst im Dunkeln aufzubewahren (besonders empfindlich ist er gegenüber Sonnen- und Neonlicht) und Freiheit vor ständiger Erschütterung oder Vibration - etwa neben laufenden elektrischen Geräten (Waschmaschinen etc.) - ist empfehlenswert, da sich nur dann das Depot absetzt und der Wein in Ruhe reifen kann.
    Häufig bildet sich bei längerer Lagerung in feuchten Kellern Schimmel auf dem Korken (unter der Metallkapsel). Bei intaktem Korken schadet dieser dem Wein nicht, man muss ihn lediglich vor dem Öffnen der Flasche mit einem feuchten Tuch beseitigen.

  • Lagrein

    siehe Rebsorten

  • Lalande de Pomerol

    Randbereich von Pomerol, zusammen mit dem früher eigenständigen Néac; rund 820 ha Rebfläche. Die Weine, ausnahmslos rot, können kleineren Pomerols vergleichbar sein. Als namhafte Châteaux gelten Tournefeuille, Siaurac, Bel-Air, de la Commanderie, Perron u.a.

  • Landes

    Französisches Département im Südwesten von Bordeaux, eine flache, sandige, spärlich besiedelte Landschaft mit ausgedehnten Kiefernwäldern und gut 3100 ha Rebfläche. Unter dem Gesichtspunkt des Weins bekannt als Herkunftsgebiet des Tursan sowie des Vin de Pays des Landes. Außerdem wird etwas Côtes de Saint-Mont und Armagnac sowie etlicher Tafelwein erzeugt.

  • Landesweinprämierung

    Die Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz prämiert jährlich die aus dem Anbaugebiet Rheinhessen ausgestellten Weine und Sekte. Die Landwirtschaftskammer ist als einzige Institution in Rheinland-Pfalz vom Weinbauministerium für die Verleihung von Auszeichnungen für Qualitätsweine, Qualitätsweine mit Prädikat und Sekte aus den bestimmten Anbaugebieten des Landes anerkannt.
    Als Auszeichnungen werden verliehen: bronzene Kammerpreismünze (3,5 Punkte), silberne Kammerpreismünze (4,0 Punkte), goldene Kammerpreismünze (4,5 Punkte), wobei die Punktzahlen im Durchschnitt von allen Prüfern mindestens erteilt sein müssen. Die besten Betriebe mit der höchsten Durchschnittspunktzahl erhalten Ehrenpreise.

  • Landwein

    Bezeichnung für gehobeneren Tafelwein. Moste dürfen mit Zucker oder Süssreserve aufgebessert werden. Landwein wird trocken, oder halbtrocken ausgebaut. Nach dem Europäischen Weingesetz muß Landwein einen höheren Mindestalkoholgehalt aufweisen als Tafelwein, unterliegt aber nicht den strengen Anforderungen wie für Qualitätsweine.

  • Landwirtschaftskammer

    Die für Rheinhessen zuständige Außenstelle (Fachdienststelle) der Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz (Weinbauamt) hat ihren Sitz in Alzey. Ihre Aufgabengebiete sind: Anbauregelung, Qualitätsweinprüfung i.S. der sensorischen Prüfung von Qualitätsweinen und -sekten zur Erteilung der Amtlichen Prüfungsnummer, Behördliches Abschreibeverfahren zur Überwachung der Hektarhöchstertragsregelung, Prämiierung von Wein und Sekt, Rebpflanzgutanerkennung, Berufsbildung, Raumordnung, fachliche Vertretung des Berufsstandes, Mitveranstalter bei repräsentativen Veranstaltungen (Weinforum Rheinhessen), Weinseminare.

  • Lang

    Im Zusammenhang mit Abgang verwendet. Ein langer Abgang ist ein Zeichen von hoher Qualität.

  • Langenslonsheim

    Mit über 300 ha Rebfläche einer der großen Weinbauorte der Nahe, etwa auf halbem Weg zwischen Bad Kreuznach und Bingen im Nahetal gelegen. Königsschild, Rothenberg, Löhrer Berg u.a. gelten als die besten Lagen. Riesling, Müller-Thurgau und Silvaner sind die vorherrschenden Rebsorten.

  • Latium

    Die Region Lazio in Mittelitalien um die Haupstadt Rom ist ungeheuer geschichtsträchtig. Über viele Jahrhunderte lobten Roms Poeten wie zum Beispiel Cato die Weine, von denen damals und auch der heute wieder der revitalisierte Frascati aus der Zone Castelli Romani den obersten Rang einnimmt. Am päpstlichen Hof spielte besonders im Mittelalter der Wein eine wichtige Rolle. Papst Paul III. (1468 – 1549), welcher Michelangelo den Auftrag zur Ausmalung der Sixtinischen Kapelle gab, ächtete den französischen Wein und ließ seinen Weinkämmerer Lancerio eine Übersicht über die damaligen italienischen Weine erstellen. Der hier vorherrschende Vulkanboden bietet besondere und ideale Bedingungen für den Weinbau auf rund 66.000 ha Rebfläche. Zu 90% werden Weißweine, vorwiegend aus verschiedenen Spielarten der Rebsorten Malvasia und Trebbiano gekeltert. Insgesamt sind in der Region rund 200 Rebsorten zugelassen! Der berühmte Weißwein Est! Est!! Est!!! stammt von den Vulkanhängen am Bolsena-See. Lauben Ab Mitte Juli bis September letzter Teil der sommerlichen Laubarbeiten am Rebstock. Dadurch werden die Trauben besser belichtet, die Verdunstung des Wassers wird gefördert, die Nährstoffe werden nur noch der Traube zugeführt, das Mostgewicht erhöht. Zugleich wird eine bessere Durchlüftung des Rebstocks erreicht (Minderung von Stielerkrankungen und Fäulnis).

  • Lebendig

    Ausdruck für frische, nicht allzu schwere Weine, deren Säure oft noch nach vielen Jahren einem solchen Wein einen unverwechselbaren Charakter verleiht.

  • Leicht

    Ein Begriff mit zweierlei Bedeutung, der einen Wein mit einem schwachen Körper bezeichnen kann, der durch das unterdurchschnittliche Niveau eines Jahrgangs, durch überzogen hohe Hektarerträge oder durch Versäumnisse oder Fehler bei Vinifikation oder Ausbau verursacht ist. Er kann aber auch einen Wein mit vergleichsweise niedrigem Alkoholgehalt meinen. Leichter Wein kann Ausdruck für ein Kompliment sein, denn der Wein verfügt gemeinhin über Finesse, Frucht und Charme.

  • Lemberger (Limberger)

    Eine in Deutschland mit inzwischen 850 ha fast nur in Württemberg (98%) angebaute, spät reifende Rotweinsorte, die fruchtige, kraftvolle und je nach Vinifikation farb- und tanninreiche Weine liefert, die oft zu den besten der meist guten, in besseren Jahren mitunter ausgezeichneten württembergischen Rotweine zählen. Die Rebe stammt vermutlich aus den Donauländern und ist in Österreich mit rund 2690 ha unter dem Namen Blaufränkisch die dritthäufigste rote Rebsorte. 94% ihrer Rebstöcke befinden sich in der Weinbauregion Burgenland.

  • Léognan

    Eine der besten Weinbaugemeinden der Graves, rund 20 km südlich von Bordeaux gelegen und Teil der Appellation Pessac-Léognan. Von seinen 325 ha Rebfläche, die überwiegend zu den besten Weinbergsböden der Graves gehören, kommen ganz hervorragende, mitunter große Rot- und Weißweine. Als beste Güter gelten: Domaine de Chevalier sowie die Châteaux Haut-Bailly, Fieuzal, Malartic-Lagravière, La Louvière, Haut-Gardère, Larrivet-Haut-Brion, Carbonnieux, Olivier, de France u.a.

  • Lese

    Traubenernte. In Mitteleuropa findet die Weinlese Ende September bis Ende Oktober statt, in einigen Regionen Italiens schon viel früher. Lesetechnik: Im Qualitätsweinbau gelten verschiedene Lesezeitpunkte und -formen: Vorlese (Auslese frühreifer oder verfaulter Trauben), Hauptlese (Einbringen vollreifer Trauben), gestaffelte Lese (in mehreren Durchgängen), selektive Lese (Auslese edelfauler Trauben), negative Auslese (Auslese fauler Trauben vor der Lese), positive Auslese (Auslese gesunder oder edelfauler Trauben).

  • Lesetechnik

    Im Qualitätsweinbau gelten verschiedene Lesezeitpunkte und -formen. Vorlese (Auslese frühreifer oder verfaulter Trauben), Hauptlese (Einbringen vollreifer Trauben), gestaffelte Lese (in mehreren Durchgängen), selektive Lese (Auslese edelfauler Trauben oder Traubenteile), negative Auslese (Auslese fauler Trauben vor der Lese), positive Auslese (Auslese gesunder oder edelfauler Trauben).

  • Liebfrauenmilch

    Ursprünglich in Anlehnung an die Liebfrauenkirche zu Worms aufgekommener Weinname (Milch = minch = Mönch). Die Liebfrauenkirche war schon früh von einem kleinen Weinbergsareal umgeben. Als die ursprünglichen Weingärten nicht mehr ausreichten, um die Nachfrage nach dem populären Wein zu befriedigen, entwickelte sich daraus eine Bezeichnung zunächst für Weine aus der Umgebung von Worms. Der Begriff wurde dann zur Phantasiebezeichnung mit regionaler (Gebiets-) Bindung. Deutscher Qualitätswein b.A., der aus den Anbaugebieten Pfalz, Rheinhessen, Nahe und Rheingau stammen darf und einen gesetzlich festgelegten Restzucker- und Säuregehalt aufweist. L. wird überwiegend aus den Sorten Riesling, Müller-Thurgau, Silvaner und Kerner hergestellt und wird fast ausschließlich exportiert.

  • Lieblich

    Geschmackskategorie bei Weinen, deren Restzuckergehalt über 18 g/l liegen muß, die Kategorie halbtrocken in Österreich, Deutschland übersteigt und höchstens 45 g/l in den übrigen EU-Ländern betragen darf. Der Begriff entspricht amabile, imiglykos, medium (sweet), meio doce, moelleux, semidulce.

  • Likörwein

    Dessertweine mit mindestens 15 Volumenprozent Alkohol (Port, Sherry, Marsala, Banyuls, Madeira).

  • Limousineiche

    großporiges Eichenholz aus den Wäldern um die Stadt Limoges im französischen Zentralmassiv für Barriques (vor allem für Cognac).

  • Limoux

    Stadt in Südfrankreich im Département Aude unweit Carcassonne, aus der einige stille Weißweine kommen, die trocken und meist recht ansprechend sind. Sie kommen als Limoux in den Handel und stammen aus Mauzac (mindestens 15%), Chardonnay und Chenin blanc. Von ihnen gibt es auch - mit einem Anteil des Mauzac von mindestens 70% - eine Schaumweinversion: der Crémant de Limoux. Ungleich bekannter ist jedoch der Blanquette de Limoux, der älteste Schaumwein Frankreichs, der heute nach der Méthode champenoise erzeugt wird.

  • Liqueur

    Im allgemeinen Sprachgebrauch ein stark alkoholhaltiges süßes Getränk. In der speziellen Weinterminologie wird der Ausdruck in ganz anderer Weise verwandt. Bei der Herstellung von Schaumwein, einschließlich Champagner spielt liqueur in zweierlei Form eine Rolle: einmal als liqueur de tirage (Tiragelikör), eine Mischung aus Wein und Zucker (meist plus Hefe), die dem Wein nach der ersten Gärung zur Einleitung der zweiten Gärung in der Flasche oder dem Tank beigegeben wird, zum anderen als liqueur d'expédition (Versanddosage oder einfach Dosage), womit eine ähnliche Zuckerlösung (diesmal natürlich ohne Hefe) gemeint ist, die dem Schaumwein beim Degorgieren oder vor der Flaschenabfüllung beigegeben wird und seinen Süßungsgrad bestimmt (Brut, Sec, Demi-Sec). Das Wort liqueur (oder seine Ableitung) wird aber auch noch in anderem Zusammenhang gebraucht: Bei von Natur süßen Likörweinen wie Beeren- und Trockenbeerenauslesen bezeichnet man in Frankreich damit den im Wein enthaltenen unvergorenen Traubenzucker. So kann man die Angabe finden, ein bestimmter Wein enthalte z.B. 14% vol. Alkohol und 4% vol. liqueur, also potentiellen, nicht vergorenen Alkohol. In Frankreich werden daher derartige Weine (Sauternes, Anjou) als vins liquoreux bezeichnet. Davon unterschieden sich die eigentlichen vins de liqueur (Likörweine), bei denen es sich fast immer um gespritete Weine handelt (Banyuls u.a.). Diese Weine werden in Frankreich als vins doux naturels bezeichnet.

  • Loir, LE

    Kleiner Fluß in Frankreich nördlich der (La) Loire, Nebenfluß der Sarthe, mit einst ausgedehnterem Weinbau. Sein bester Wein ist der selten gewordene Jasnières. Weitere heute ebenfalls nur noch in geringem Umfang erzeugte Weine sind die Coteaux du Loir und Coteaux du Vendômois.

  • Loire, LA

    Der längste und zugleich einer der malerischsten Ströme Frankreichs, der auf seinem rund 1000 km langen Weg von der Quelle im Massif Central südwestlich von Lyon bis zu seiner Mündung in den Atlantik bei Nantes durch eine Reihe französischer Provinzen und vorbei an zahllosen großartigen Schlössern fließt. Auf seinem gesamten Lauf ist der Strom, wenn auch mit Unterbrechungen und unterschiedlicher Konzentration, von Reben begleitet. Dieses Weinbaugebiet, die Vallée de la Loire ist mit seinen rund 55000 ha das vielgestaltigste Frankreichs und umfaßt die unterschiedlichsten Sorten von Rot-, Rosé-, Weiß - und Schaumweinen, einschließlich vins liquoreux, und die Qualitätsskala reicht von dürftig bis bemerkenswert: Anjou, Bourgueil, Chinon, Muscadet, Pouilly-Fumé, Quincy, Sancerre, Saumur, Savennières, Touraine, Vouvray u.a.

  • Lombardei

    Die Lombardei teilt sich den Lago Maggiore mit der Schweiz und den Gardasee mit der Region Venetien. Ausläufer der Alpen, die sich vom Lago Maggiore zum Lago di Como, ebenso bis Lago d´ Iseo und Gardasee erstrecken, stellen einige der besten Lagen in der Lombardei dar. Südlich vom Po liegt jedoch ein ausgesprochenes Weinbaugebiet, in dem unter anderen stille (Pinot Nero), weiche mit Brombeeraroma (Bonarda), als auch schlank und fein strukturierte (Barbera) Rotweine bereitet werden. Aus den Weinbergen der Po-Ebene stammt der Lambrusco, ein trockener oder süsser roter Frizzante.

  • Loreley

    Bei St. Goarshausen 132 m nahezu senkrecht aufsteigender Schieferfelsen, der Inbegriff der Rheinromantik, wie er durch Heine unsterblich gemacht wurde. Seit 1990 Name des Bereichs, der alle in Rheinland-Pfalz gelegenen Rebflächen des Anbaugebietes Mittelrhein umfaßt also das gesamte Anbaugebiet mit Ausnahme jener 20 ha, die zu Nordrhein-Westfalen gehören und den Bereich Siebengebirge bilden. Der Bereich Loreley umfaßt 646 ha, darunter so bedeutende Weinbauorte wie Bacharach, Kaub, Oberwesel, Boppard u.a. Mit 76% Rebflächenanteil dominiert der Riesling, der hier besonders rassig und aromatisch ist. Vor 1990 teilte sich der Bereich in die zwei Bereiche Bacharach und Rheinburgengau.

  • Lubéron

    Hügelkette am Nordufer der Durance östlich von Avignon, von der sowohl einige beachtliche rote, rosé und insbesondere weiße A.O.C.-Weine als Côtes du Lubéron kommen. Desweiteren werden Landweine unter der Bezeichnung Vin de pays du Vaucluse erzeugt.

  • Luftkammer

    Freier, möglichst kleiner Raum zwischen Korken und Wein.

  • Luftton

    Wein, der im Verlauf seines Ausbaus oder seiner Lagerung zuviel mit Luft in Berührung kam, etwa in angebrochenen Fässern oder auch Flaschen, verliert an Frische und Bukett und nimmt einen eigenartigen, breiten Geschmack und Geruch an. Der Fremdton entsteht durch eine allmähliche Oxidation von Bukettstoffen und Alkohol zu Acetaldehyd. Er kann durch eine stets spundvolle Lagerung im Fass, ausreichende Schwefelung und rechtzeitige Flaschenfüllung vermieden werden. Ein stärkerer Luftgeschmack kann durch Einleiten von Kohlensäure oder Verschnitt mit jungem, spritzigem Wein gemildert werden. Der freie Raum unter dem Verschluss von Weinflaschen soll bei Stillwein möglichst klein sein. Bei Schaumweinflaschen beträgt er etwa 15 Kubikzentimeter, damit die Kohlensäure sich bei Erwärmung ausdehnen kann, ohne die Flaschen zu sprengen.

  • Luxemburg

    Nach Verlassen Frankreichs bildet die Mosel auf 42 km Länge die Grenze zwischen der Bundesrepublik und Luxemburg. Während auf dem rechten Ufer die Bereiche Moseltor und Obermosel des Anbaugebietes Mosel-Saar-Ruwer liegen, befindet sich auf dem linken Ufer das luxemburgische Weinbaugebiet mit insgesamt rund 1000 ha Rebfläche (einschließlich der Rebflächen an der Sauer), von der etwa 160.000 hl im Jahresdurchschnitt gewonnen werden. Wird auf der deutschen Seite fast nur Elbling angebaut - in Luxemburg bei rückläufiger Tendenz mit knapp 19% zweitstärkste Sorte -, so entfallen in Luxemburg auf den hier Rivaner genannten Müller-Thurgau 45% der Anbaufläche. Mit annähernd 12% steht der Auxerrois an dritter Stelle, dicht gefolgt vom Riesling (11,5%). Schließlich kommen Pinot blanc und Pinot gris auf jeweils zwischen 5,5 und 6%. Sie alle liefern frische, eher leichte, trockene Weißweine, die mitunter mehr "französisch" angehaucht erscheinen, als an trockene deutsche Moselweine zu erinnern. Luxemburgische Qualitätsweine tragen die Marque nationale (M.N.) als Ausweis für die - analog Frankreich - Appellation d'origine contrôlée, während höherwertige Weine Zusätze wie vin classé, premier cru oder grand premier cru tragen. Die wichtigsten der 33 luxemburgischen Weinbaugemeinden sind Remich, Grevenmacher, Wormeldange, Schwebsange, Bech-Kleinmacher, Wintrange u.a., in denen zusammen rund 600 Haupt- und Nebenerwerbswinzer tätig sind, wobei jedoch über zwei Drittel der Erzeugung durch Genossenschaften vermarktet werden.

  • Luxuswein

    Schweizer Bezeichnung für süsse Weine mit einem natürlichen Alkoholgehalt von mind. 13% vol.

  • Macération Carbonique

    Französische Bezeichnung für ein Gärverfahren, dass überwiegend zur Erzeugung von Beaujolais primeur, Châteauneuf-du-Pape, und andere französische Rotweine angewandt wird. Weine sind frisch und fruchtig.

  • Maderisiert

    Ausdruck für Weine, die ihren Höhepunkt überschritten haben, oxydiert sind und dabei einen unfrischen, süßlichen, oft an Maggikraut erinnernden Duft verströmen.

  • Mager

    Magerer Wein ist dünn und ausdruckslos. Ihm fehlen Mineralstoffe, Aromastoffe und teilweise auch Alkohol. Dieser Wein wird meist auf , für den Weinbau ungeeigneten Flächen, die aus nährstoffarmen und leichten Böden bestehen angebaut. Er ist ein Produkt von zu großen Flächenerträgen und möglicher kurzfristiger Gewinnmaximierung.

  • Magnum

    siehe Flasche

  • Mainzer Colinarium

    Ein von Mainzer Gastronomiebetrieben und Rheinhessenwein e.V. seit 1993 veranstaltetes kulinarisches Projekt mit dem Ziel, eine niveauvolle regionale Küche in Verbindung mit hervorragenden Weinen aus der Region zu präsentieren. Höhepunkte im Schaffen des Mainzer Culinarium ist die jährliche Gala mit pfiffigen unkonventionellen Kreationen.

  • Mainzer Weinbörse

    Größte deutsche Weinfachmesse mit umfangreichem Weinangebot der VDP-Güter aus allen deutschen Weinbaugebieten. Wird seit 1974 und seit 1975 unter diesem Namen jährlich im April in der Rheingoldhalle in Mainz nur für Wiederverkäufer (Kommissionäre, Handel, gehobene Gastronomie) veranstaltet.

  • Mainzer Weinmarkt

    Kein Weinhandelsmarkt, sondern das ältestes Wein- und Volksfest einer Großstadt am Rhein. Von Anfang an Ausschank nicht nur regionaler, sondern im gesamten deutschen Anbaugebiet gewachsener Weine. Letztes Wochenende August bis erstes Wochenende September im Mainzer Volkspark (28.08. bis 31.08.98 und 04.09. bis 06.09.98).

  • Maische

    Die zermahlenen Trauben, aus denen dann der Saft ausgepreßt wird. Das Wort kommt von mhd. meisch und bedeutet Gemisch (lat. miscere = mischen). 100 Liter Maische ergeben im Durchschnitt 75 Liter Wein.

  • Maischeerhitzung

    Erhitzung der Maische auf etwa 60 bis 80 Grad Celsius, um mehr Farbpigmente aus der Beerenhaut zu extrahieren.

  • Maischegärung

    Vergärung auf der Maische, dem unvergorenen roten Traubensaft samt Schalen und Kernen.

  • Malbec

    siehe Rebsorten

  • Malolaktische Gärung

    In Frankreich oft nur als die malolactiques, in Italien als malolatica bezeichnet. Ausdruck für die sog. Äpfel-Milchsäure-Gärung, bei der es sich in Wirklichkeit statt um eine Gärung, um einen biologischen Säureabbau handelt, bei dem die härtere Äpfelsäure in die mildere Milchsäure umgewandelt wird, wobei Kohlensäure freigesetzt wird, wodurch der Eindruck der Gärung entsteht. Da bei diesem Vorgang aber auch Kohlendioxyd frei wird, bezeichnet man sie eben als Gärung. Dieser Säureabbau wird heute fast immer beim Rotwein angewendet, auf jeden Fall und grundsätzlich bei einem Barrique-Ausbau, wo dies vorher erfolgen muss. In der Schweiz ist dies aber auch bei Weisswein üblich. Die Malolaktische Gärung wird bewusst nach der Alkoholischen Gärung eingeleitet bzw. zugelassen. Sie kann aber auch spontan und selbständig entstehen, was durch Abkühlen und reduktiven Ausbau verhindert werden kann. Der Start kann durch ein Aufrühren vom Geläger, durch einen Verschnitt mit einem bereits im Säureabbau befindlichen Wein oder durch Zusatz von Bakterien (am häufigsten mit dem Stamm Leuconostoc oenos”) erfolgen. Da die dafür notwendigen Bakterien sehr empfindlich gegen Schwefeldioxyd sind, muss zu diesem Zeitpunkt ein Schwefeln unterbleiben. Unter optimalen Bedingungen dauert dies 10 bis 40 Tage. Es erfolgt dabei eine Umwandlung etwa der Hälfte der scharfen Apfelsäure in die mildere, laktische Milchsäure und Kohlendioxyd. Der Wein wird dadurch runder und milder, dafür aber verringert sich aber auch die Fruchtigkeit.
    In der Regel erfolgt beim Weisswein kein Biologischer Säureabbau. Zwar enthalten auch Weissweine Apfelsäure, im Gegensatz zum Rotwein ist diese aber erwünscht, weil sie den Wein spritzig und erfrischend macht. Besonders bei jungen Weissweinen ist die Säure ein wichtiger Bestandteil. Bei manchen Weissweinen wie zum Beispiel aus den Rebsorten Pinot Blanc oder Chardonnay kann dies teilweise der Verfeinerung dienen, sollte aber zum Beispiel bei fruchtigen Weinen wie beim Riesling nicht angewendet werden, da das typische Bouquet negativ beeinträchtigt wird. Manchmal wird nur ein Teil des Weines (die Hälfte) der Malolaktischen Gärung unterzogen, damit der Säureanteil nicht zu gering wird; danach wird der Wein vermischt. Ein unkontrollierter oder übermässiger Biologischer Säureabbau aber ist als Weinfehler (Säuresturz) einzustufen. Es können auch die Weinfehler Joghurt-Aroma oder Milchsäurestich entstehen. Nach dem Säureabbau erfolgt eine Filtration und Schwefeln sowie eine bis sechsmonatige Lagerung, damit sich der Wein harmonisieren kann. Siehe auch unter Entsäuerung und Säurezusatz. Nachgärung.

  • Malvasia di Casorzo

    siehe Rebsorten

  • Malvasia nera

    siehe Rebsorten

  • Malvasia

    siehe Rebsorten

  • Manzanilla

    Offiziell ein Sherry, praktisch jedoch ein eigener Fino, der in Sanlúcar de Barrameda am Atlantik zwar aus den gleichen Trauben (Palomino) und nach analogen Vinifikationsmethoden, doch mit gewissen Abweichungen im Detail bereitet wird. Dazu gehört die in der Regel um eine Woche frühere Lese und der weitgehende Verzicht auf eine Trocknung der Trauben in der Sonne. Dadurch enthält der Most etwas weniger Zucker und mehr Säure, so daß der Alkoholgehalt meist 15,5% vol. aufweist und in der Regel damit etwas niedriger liegt als der des Fino. Der Wein hat ein eigenartiges, nußartiges und fast etwas salziges Aroma - einige behaupten, das läge an der salzhaltigen Meeresluft Sanlúcars -, eine erfrischende Säure und einen sehr komplexen Geschmack. Er ist ein ungemein pikanter Wein und einer der köstlichsten Apéritifs, die es überhaupt gibt. Viele Kenner ziehen daher einen guten Manzanilla einem guten Fino Sherry vor. Herederos de Argüeso (Marke: San Leon), Antonio Barbadillo (Solear, Eva, Barbadillo u.a.), Hijos de Rainera Pérez Marin (La Guita), Sanchez Romate (Viva La Pepa), Vinicola Hidalgo (La Gitana) u.a. gelten als namhafte Erzeuger.

  • Margaux

    Weinort in Bordeaux. Berühmteste der sechs kommunalen Benennungen aus dem MÉDOC, die ihren Ruf auf den Premier Cru classé Château Margeaux begründen und verdanken. Aber auch vier umliegende Orte Arsac, Cantenac, Labarde und Soussens dürfen den Namen Margeaux führen. Zum Margeaux gehören noch fünf Seconds Crus, zehn Troisiémes Crus unddrei Quatrièmes Crus und zwei Cinquièmes Crus.

  • Markenwein

    Verschnittweine aus Tafelwein- und Qualitätsweinklassen. Herstellung meist in Großkellereien. Namen sind meist Phantasiebezeichnungen, die aber dem Irreführungsverbot des Weinrechts unterliegen. Ihnen gegenüber stehen die Typenweine

  • Marsala

    Bekannt wurde er durch den britischen Weinhändler John Woodhouse, der hier ein Konkurrenzprodukt zum Portwein und Sherry ausbaute, das er preisgünstiger in England anbieten konnte, einen sechzehnprozentigcn Dessertwein. Heute stellen mehrere traditionsreiche Weinkellereien Marsala her.

  • Marzemino

    siehe Rebsorten

  • Mazeration

    Herauslösen von Farbe und Frucht aus Beerenhaut und Fruchtfleisch.

  • Médoc

    Das zur Region Bordeaux zählende Gebiet (der Name bedeutet: mittleres Land) - liegt auf der Halbinsel zwischen dem Fluss Gironde und dem Atlantik und bildet einen 80 Kilometer langen und zwei bis fünf Kilometer breiten Streifen, die Gesamt-Rebfläche beträgt rund 10.000 Hektar.

  • Mehltau

    Der sog. Echte Mehltau ist eine durch den Pilz Oidium tuckeri hervorgerufene Krankheit der Reben, bei der Weintrauben und Blätter wie von Asche bestäubt sind und der sogenannte Samenbruch auftritt.
    Der Falsche Mehltau (Blattfallkrankheit, Peronospora), eine sehr gefürchtete Pilzkrankheit der Rebe, wird hervorgerufen durch den Fadenpilz Plasmopara viticola, der 1878 aus Amerika eingeschleppt wurde und auf den Blättern, Blüten und auch Trauben auftritt und die Rebe zerstört.

  • Meio doce

    Portugiesische Bezeichnung für lieblich

  • Meio seco

    Portogiesische Bezeichnung für halbtrocken

  • Menge-Güte-Gesetz

    Je größer die Zahl der Trauben ist, auf die der Rebstock seine Kraft verteilen muß, um so inhaltsleerer werden diese ausfallen. Das gilt sowohl für den Zuckergehalt der Beeren als auch für alle übrigen Inhaltsstoffe, die zur geschmacklichen Qualität des späteren Weins beitragen. Rebschnitt und Gescheinsausdünnung dienen nach dem Fruchtansatz zur Ertragsbegrenzung als wichtige Regulative. Wo dabei die Grenze zu ziehen ist, hängt nicht nur von Lage, Sorte und Klima (eventuell auch Zeitpunkt) ab, sondern auch von der Qualitätsorientiertheit der jeweiligen Winzer im Rahmen der jeweiligen Weingesetzgebung, die mehr oder weniger strikte Ertragsbegrenzungen vorschreiben kann.

  • Merlot

    siehe Rebsorten

  • Messwein

    Deutscher Qualitäts- oder Prädikatswein, der für das katholische Meßopfer verwendet wird.

  • Méthode Champenoise

    Geschützte Bezeichnung für die Herstellung von Sekt nach der klassischen Flaschengärmethode (Rüttelverfahren). Es war unter bestimmten Voraussetzungen für in Deutschland hergestellten Qualitätsschaumwein b.A. noch bis 31. August 1994 zulässig. Voraussetzung war, daß der Schaumwein durch zweite alkoholische Gärung in der Flasche hergestellt, ab Zubereitung der Cuvée mindestens neun Monate in demselben Betrieb auf seinem Trub gelagert und von ihm von diesem durch Degorgieren (Entfernung des Hefepfropfens) getrennt worden war. Für solchen Schaumwein sind weiterhin gleichwertige Begriffe zulässig, die zuvor neben der Angabe Méthode champenoise angeführt werden mußten, nämlich Flaschengärung nach dem traditionellen Verfahren, traditionelles Verfahren, klassische Flaschengärung oder traditionelles klassisches Verfahren.

  • Methylakohol

    auch Methanol. Giftiger Alkohol, von dem im Wein maximal 0,1 Gramm pro Liter enthalten sein darf.

  • Meunier

    Eigentlich Pinot meunier, Variante des Pinot noir, als dessen armer Verwandter er vielfach gilt. In Burgund und im Elsaß ist er heute praktisch verschwunden. Hingegen findet er sich noch im Loiretal in der Umgebung von Beaugency, vor allem aber in der Champagne, wo er mit einem Flächenanteil von 44% quantitativ die führende der drei Champagnersorten ist (Pinot noir und Chardonnay sind mit 30 bzw. 26% die beiden anderen). Hier liefert er einen fruchtigen, lebendigen Wein, der nicht die Tiefe und Langlebigkeit des Pinot noir erreicht, jedoch vielen Champagnern eine wesentliche geschmackliche Komponente gibt. In Deutschland ist er unter dem Namen Müllerrebe bzw. Schwarzriesling bekannt, mit der an die 2100 ha bestockt sind, zu 91% in Württemberg, wo er die zweitwichtigste Rotweinsorte darstellt.

  • Milchsäure

    in Rot- und einigen Weißweinen vorhandene milde Säure, entsteht durch die malolaktische Gärung.

  • Mild

    Bezeichnung für einen lieblichen, säurearmen, zarten Wein. Wird die Bezeichnung "mild" oder sweet beim Champagner verwendet, kann der Restzuckergehalt mehr als 50g/l sein.

  • Millésime

    franz.: Jahrgang

  • Mineralisch

    Duft- und Geschmackseindruck bei Weinen (zum Beispiel bei Riesling, Chenin blanc, einigen Weißburgundern und Chablis).

  • Mis en Bouteilles

    in Flaschen abgefüllt

  • Mise

    Französisch für abgefüllt, entspricht der deutschen Erzeugerabfüllung.

  • Molketon

    durch biologischen Säureabbau in bukettreichen Weißweinen hervorgrufener, starker, negativer Geschmack. Wird auch als Sauerkrautton bezeichnet.

  • Molli

    Schwächerer Ausdruck für >dick

  • Monica

    siehe Rebsorten

  • Mont de milieu

    einer der Premiers Crus des Chablis

  • Montepulcaino d'abruzzo

    Dieser als DOC klassifizierte Rotwein zählt zu den bekanntesten Italiens. Er stammt aus der Provinz Pescara in der Region Abruzzen.

  • Montepulciano

    siehe Rebsorten

  • Morellino

    siehe Rebsorten

  • Moscato (Zibibbo)

    siehe Rebsorten

  • Most

    Von lat. mustum. Der aus frischen Weintrauben durch Kelterung gewonnene Saft. Er wird zum Wein vergoren. Ein teilweise vergorener Most ist der Bremser und danach der Federweißer.

  • Mostgewicht

    Alkoholische Potenz des Mostes in Form von Naturzuckergehalt; wird in Deutschland und der Schweiz in Oechslegraden, in Österreich nach der Klosterneuburger Mostwaage berechnet. In Deutschland sind als Kriterien für die einzelnen Qualitäts- und Prädikatsstufen bestimmte Mindestmostgewichte vorgeschrieben, deren Deklaration nicht nur mitunter in der Vergangenheit unzureichend kontrolliert wurde, sondern die auch von Anbaugebiet zu Anbaugebiet und je nach Rebbsorte erheblich schwanken. Während ein Grauer Burgunder in Ihringen mit 83° Oechsle sich nicht einmal Kabinett nennen darf (dafür sind 85° vorgeschrieben), gilt ein Riesling mit 83° Oechsle in Bernkastel bereits als Auslese. Kabinett ist also nicht gleich Kabinett, nicht einmal innerhalb eines Anbaugebietes, und bei allen anderen Prädikatsweinen ist dies ebenso. Da man außerdem in geringen Jahren die ohnehin sehr niedrigen Mindestmostgewichte noch um einige Grad herabsetzen darf, bleibt die Nomenklatur konstant, während die Qualität manipulierbar erscheint, eine aus Sicht des Weintrinkers höchst fragwürdige Situation.

  • Mousseux

    Französisches Wort für schäumend. In Deutschland ist moussierend gebräuchlich. Italiener sagen frizzante. Entsteht durch vorzeitigen Abbruch der Gärung.

  • Müller Thurgau

    siehe Rebsorten

  • Muscade de sèvre et maine

    hochwertige Appellation in der Loire Gegend mit der Muscadet-Traube

  • Muscadet

    siehe Rebsorten

  • Muscat

    siehe Rebsorten

  • Muté

    Französische Bezeichnung für stummgemachten Most, dessen Gärung durch Zusatz von hochprozentigen Branntwein (oder reinen Alkohol) unterbrochen wird. Wird viel bei der Erzeugung von Apéritifs oder Likörweinen angewandt, um den Weinen Süße und einen höheren Alkoholgehalt zu geben. In Deutschland ist dieses Verfahren verboten.

  • Nachgärung

    Kann durch einen verbliebenen Zuckerrest hervorgerufen werden, der mittels einer Nachgärung zu Alkohol vergoren wird. Häufiger ist jedoch die sog. Nachgärung oder zweite Gärung, auch als Malolaktische Gärung oder Äpfel-Milchsäuregärung oder als biologischer Säureabbau bezeichnet, die - falls man sie nicht verhindert - entweder im Anschluß an die eigentliche Gärung oder im nachfolgenden Frühjahr erfolgt und bei der Äpfelsäure mittels Bakterien in Milchsäure umgewandelt wird. Durch diesen Vorgang, bei dem Kohlensäure frei wird, was den Eindruck der Gärung hervorruft, wird biologisch Säure abgebaut und der Wein milder. Will man nicht, wie zumeist in Deutschland oder bei einigen Weißweinen anderswo, bewußt die im Wein vorhandene Säure erhalten, wendet man dieses Verfahren zumal bei Rotweinen allgemein an, die in der Regel dadurch erheblich verfeinert werden. Dennoch wird dieses natürliche Verfahren in der Bundesrepublik in größerem Umfang nur in Baden und Württemberg praktiziert. Bei säurebetonten Weißweinen, deren Charakter eine relativ hohe Säure erfordert, wie der Riesling, ist dieses Verfahren in der Tat weniger empfehlenswert, wohingegen es sich bei Weinen, die in der Barrique ausgebaut werden, zumeist empfiehlt.

  • Nahe

    Deutsches Weinbaugebiet mit 4509 ha Ertragsrebfläche, die sich von Bingerbrück entlang der Nahe (die bei Bingen in den Rhein mündet) bis Kirn, in die Seitentäler des Soonwaldes, in das Alsenztal und Glantal erstreckt. Die in Bad Kreuznach und nördlich davon gelegenen zwei Drittel der Rebflächen gehörten bis 1993 zum Bereich Bad Kreuznach; das verbleibende Drittel bildete den Bereich Schloß -Böckelheim; seither sind beide Bereiche zum neuen Bereich Nahetal zusammengefaßt. Die Böden sind höchst unterschiedlich - Rotliegendes, Porphyr, Schiefer, Quarzit, Kies, Löß, Lehm u.a. - und wechseln auf kleinstem Raum ständig. Die Folge ist eine beispiellose Vielfalt von Weincharakteren, die von Lage zu Lage aufgrund der Vielgestatigkeit der Böden wechselt. Fast alle im deutschen Weinbau irgendwo auftretenden Grundtypen von Wein lassen sich auf kleinstem Raum an der Nahe wiederfinden. Doch Fruchtigkeit, Eleganz und Komplexität - nicht Bodenständigkeit oder Rustikalität - ist der Grundtenor der Naheweine. 93% aller Naheweine sind weiß. Galt noch Anfang der 1970er Jahre in etwa die Formel 30% Riesling, 30% Silvaner, 30% Müller-Thurgau, so hat sich die Entwicklung in der Folge derart in Richtung Neuzüchtungen aufgesplittert, daß heute vielerorts grundlegende Korrekturen unerläßlich erscheinen, obgleich die vorliegenden Zahlen diese Entwicklung, von Einzelfällen abgesehen, noch nicht erkennen lassen. Während in der Folge lange der Müller-Thurgau die Sortenliste angeführt hat, stand 1994 erstmals der Riesling mit 25% der Ertragsrebfläche an erster Stelle, gegenüber der der Müller-Thurgau auf 23% und der Silvaner inzwischen auf kümmerliche 11% abgefallen war. Die verbleibenden 34% der weißen Rebfläche sind mit Kerner, Scheurebe, Bacchus, Faber und einer Vielzahl weiterer Sorten, meist Neuzüchtungen, bestockt, während unter den verbleibenden 7% roter Sorten Spätburgunder und Portugieser überwiegen.
    Bedauerlicherweise haben diese Entwicklung und andere Vorkommnisse - einschließlich der Tatsache, daß ein erheblicher Teil der Erzeugung als Liebfrauenmilch in den Handel gebracht wird - in den vergangenen Jahren nicht unerheblich dazu beigetragen, daß Naheweine an Ansehen eingebüßt haben und in den Hintergrund gedrängt zu werden drohten. Seit die Verantwortlichen diese Gefahr erkannt haben, versucht man Boden gut zu machen. Doch die unnötige Vielfalt der Sorten, verbunden mit der naturgegebenen Vielfalt der Weincharaktere, läßt es schwietig erscheinen, den Naheweinen ein eindeutiges Profil zu geben. Um so wichtiger erscheint die Herausstellung der vorhandenen Spitzenlagen und der dort erzeugten exzellenten Weine. Die besten von ihnen gehören zweifellos zu den großartigsten deutschen Weinen, und sie stammen in der Regel aus: *Altenbamberg, *Burg Layen, **Dorsheim, **Kreuznach, *Langenlonsheim, *Laubenheim, *Monzingen, **Münster-Sarmsheim, ***Niederhausen, **Norheim, *Oberhausen, *Roxheim, ***Schloßböckelheim, **Traisen, *Wallhausen, *Winzenheim u.a. Die Rebflächen befinden sich mehrheitlich in der Hand kleiner Erzeuger, ohne daß damit allerdings ähnlich gravierende strukturelle Probleme verbunden wären wie an der Mosel, während kaum viel mehr als ein Dutzend Betriebe über mehr als 25 ha Rebfläche verfügen, von denen der Besitz der größten über das gesamte Gebiet verstreut ist. Es sind dies die Staatlichen Weinbaudomäne Niederhausen-Schloßböckelheim, die beiden Anheuser-Weingüter, Paul bzw. August E. Anheuser, Finkenauer, Graf von Plettenberg, das Staatsweingut-Weinbaulehranstalt (außer ersteren alle in Bad Kreuznach) u.a.

  • Nase

    Bezeichnung für das Bukett eines Weins. Bei Verkostungen eines der entscheidenden Merkmale zur Beurteilung.

  • Nassverbesserung

    Fragwürdige Methode zur Erhöhung des Alkoholgehalts (und des Volumens) und zur Herabsetzung eines hohen Säuregrads. Bis 1984 war diese aus den Krisen des 19. Jahrhunderts datierende Maßnahme in einigen nördlichen Teilen der Weinbauzone A, zumal an der Mosel, bei Riesling- und Elbling-Weine zugelassen. Angesichts der prinzipiellen Unvereinbarkeit mit einem qualitätsorientierten Weinbau, durch Zugabe einer 10%igen Zuckerwasserlösung einen ohnehin bereits dürftigen Most noch weiter zu verwässern, ist es nur zu begrüßen, daß im Sinne des Gesetzes die Naßverbesserung nur noch eine historische Reminiszenz ist.

  • Natur

    Das neue Weingesetz von 1971 verbietet diese Bezeichnung, die früher für ungezuckerte Weine gebräuchlich war.

  • Nebbiolo

    siehe Rebsorten

  • Nebuchadnezzar

    siehe Flasche

  • Négociant

    Weingroßhändlerhändler. Kauft oft Wein in Fässern und füllt selbst ab.

  • Negro Amaro

    siehe Rebsorten

  • Neidischer Herbst

    Wenn der Ertrag innerhalb Rheinhessens (z.B. zwischen Hügelland und Rheinterrassen) oder gar innerhalb einer Gemarkung in einem Jahr sehr unterschiedlich ist (weil beispielsweise Frühfröste oder Hagel oder Rebschädlinge in einigen Wingerten Schaden anrichteten, in anderen aber nicht: voller Herbst, halber Herbst), dann erregt dies Neid der von der Natur benachteiligten Winzer. Sie (nicht eigentlich der Herbst, er setzt nur die Ursache) sind dann neidisch.

  • Nerello

    siehe Rebsorten

  • Nero d'avollo

    (Calbrese) siehe Rebsorten

  • Nervig

    Ausdrucksvoller Wein, der kräftig und säurebetont, zwischen rassig und kernig liegt.

  • Neuzüchtung

    Nach 1945 wurden in Rheinhessen zunehmend neue Rebsorten angepflanzt, ganz überwiegend solche der Landesanstalt für Rebenüchtung in Alzey (z. B. Scheurebe, Huxelrebe, Faberrebe, Würzer). Die Neuzüchtungen erbrachten an weniger begünstigten Standorten höhere Erträge und durch höhere Zuckerbildung auch höhere Mostgewichte (Prädikatsbereich) als die klassischen Sorten

  • Niederschlag

    Bezeichnung für das Depot.

  • Nosolia

    siehe Rebsorten

  • Nostrano

    Tessinische Bezeichung für einheimische Weine (Merlot), im Gegensatz zu Americano (Isabella)

  • Novello

    Italienisch für neu und das Äquivalent der französischen Nouveau- oder Primeurweine, als Bezeichnung für Weine, die wenige Wochen nach der Ernte auf dem Markt gebracht werden. Siehe auch Primeur.

  • Nuragus

    siehe Rebsorten

  • Öchsle

    Maßeinheit für das Mostgewicht des Weines, wird heute noch in Deutschland, der Schweiz und Luxemburg verwendet. Die Bezeichnung geht zurück auf Christian Ferdinand Oechsle (1774 - 1852) und seinen Sohn Christian Ludwig Oechsle. Erfinder des Aräometers (Senkspindel)

  • Öfnnen

    Üblicherweise wird die Flasche am Tisch geöffnet. Dazu wird zunächst die Stanniolkapsel deutlich unterhalb des Flaschenmundes mit einem Messer abgeschnitten. Der Wein darf beim Einschenken nicht über das Metall laufen, damit keine Schwermetalle wie Blei oder Zinnlegierungen in das Glas gelangen. Flaschen, die in feuchten Kellern gelegen haben, können unter der Kapsel Schimmel angesetzt haben, der mit einem Tuch abgewischt werden muss. Der Korken sollte, nachdem er aus der Flasche gezogen wurde, einer kurzen Geruchs- und Sichtprobe unterzogen werden, um auszuschliessen, dass der Wein durch einen kranken Korken verdorben ist. Gesunde Korken riechen neutral oder nach Wein. Bricht der Korken beim Öffnen ab, so muss der Korkenzieher noch einmal vorsichtig angesetzt werden. Üblicherweise schenkt sich der Gastgeber oder die Gastgeberin zuerst eine kleine Menge ein, um zu prüfen, ob der Wein korkkrank ist. Danach schenkt er den Gästen ein und zuletzt sich selbst.

  • Ökologischer Weinbau

    Eine auf dem natürlichen Stoffkreislauf und seine im Biotop Weinberg auftretenden Wechselbeziehungen beruhende Wirtschaftsweise, die einen Weinbau möglichst ohne chemische Pflanzenschutzmittel, Unkrautbekämpfung und Mineraldünger anstrebt.

  • Önologe

    Fachmann in Theorie und Praxis der Oenologie, der Wissenschaft vom Wein. Ohne ihn geht im modernen, professionellen Weinbau nichts. Das Fachwissen holt sich der angehende Önologe während einer mehrjährigen praktischen und theoretischen Ausbildung auf speziellen Weinbauschulen (in Italien hat etwa die von San Michele im Trentino einen ganz hervorragenden Ruf). Sein Tätigkeitsfeld umfasst die ganze Palette der Arbeiten in Weinberg und Weinkeller: Richtige Selektion der Rebklone je nach Boden und Mikroklima, Behandlung der Rebstöcke, Bestimmung der Gärzeiten und -temperaturen, Auswahl der Fässer (eventuell auch Barrique), Ausloten des besten Verschnitts etc. Jeder ambitionierte Betrieb versucht, sich die fachliche Beratung von einem der grossen Meisterönologen zu sichern - d.h., während die tägliche Arbeit von den Kräften vor Ort geleistet wird, schaut der Önologe von Zeit zu Zeit auf dem Gut vorbei ... und nach dem Rechten. Trotzdem trägt er (oder sie, denn langsam präsentieren sich auch die ersten Önologinnen in der Branche) wesentlich zu Stil, Charakter und Machart der jeweiligen Weine bei, die dennoch - beim gleichen Önologen - von Betrieb zu Betrieb erheblich differieren können.

  • Önologie

    Wissenschaft vom Wein, umfaßt sowohl Kellertechnik als auch den Weinbau.

  • Önothek

    (italienisch enoteca) Laden mit den Weinen einer Region, in großer, repräsentativer Zahl zusammengestellt. Der Zweck: Überblick, Vergleichsverkostung und/oder Verkauf

  • Oidium

    Echter Mehltau - Oidium tuckeri. Dieser Pilz wurde 1845 aus Nordamerika nach England eingeschleppt, wo er von einem Gärtner namens Tucker in seinem Glashaus entdeckt wurde. Schon 1850 hatte er sich in Frankreich verbreitet und wurde auch schon bald in Deutschland gefunden. Der Pilz überzieht die Beerenhaut mit einem grauen Belag und verhindert so deren weiteres Wachstum während das Innere weiterwächst. Schliesslich platzt die Beere auf und die Samen werden sichtbar (Samenbruch). Feuchtes Wetter begünstigt hierbei die Fäulnisbildung. Wein aus befallenen Trauben neigt zu Schimmelgeschmack.

  • Oinos Topikus

    Griechische Bezeichung für Landwein.

  • Oinos

    Griechische Bezeichnung für Wein.

  • OIV- Office international du vin

    Internationales Amt für Rebe und Wein

  • Oloroso

    Neben dem Fino der zweite Grundtyp des spanischen Sherry (Jerez). Oloroso bedeutet wörtlich etwas, das gut riecht (que huele bien). Ein guter alter Oloroso besitzt tatsächlich ein stark ausgeprägtes, meist walnußartiges Bukett wie kaum ein anderer Wein der Welt. Oloroso-Weine haben eine tiefere Farbe als Finos, sind dunkelgold bis tief bernsteinfarben, körper- und alkoholreicher (18-20% vol.). Sie sind aus Mosten entstanden, auf denen sich keine Flor-Hefen gebildet haben, die den Finos ihren besonderen Charakter verleihen, werden aber ebenso wie diese in Soleras gelagert und gealtert. Von Natur aus sind sie absolut trocken, doch sieht man im Handel öfter gesüßte, in der Regel weniger gute Abfüllungen, bis hin zum Cream Sherry, der nichts anderes als ein stark gesüßter Oloroso ist - es sei denn, es handelt sich um einen Pale Cream Sherry -, wie er in der anspruchsvollen Küche gerne zur Bereitung bestimmter Saucen verwandt wird. Als trockene Likörweine gehören Olorosos zu den eindrucksvollsten und bemerkenswertesten Sherries, die es überhaupt gibt. Diez Merito (Marke: Victoria Regina), A. R. Valdespino (Solera 1842), Garvey (Ochavico), Osborne (Bailen), Pedro Domecq (Rio Viejo), Emilio Lustau (Lustau), Gonzalez Byass (Apostoles), Emilio Martin Hidalgo (Gobernador), Wisdom & Warter (Merecedor) u.a. gelten als zuverlässige Namen.

  • Organoleptische Prüfung

    Sinnenprüfung der Qualität von Wein nach Aussehen, Geruch und Geschmack, anstatt durch physikalisch-chemische Analyse im Labor. Da letzterer jedoch von dem Weingesetz der Vorrang eingeräumt wird, können heute etliche deutsche wie auch italienische Weine lediglich als Tafelwein in Verkehr gebracht werden, wodurch die Weinkontrolle entgegen den Zielsetzungen des Weingesetzes mitunter manchmal zu einem Ärgernis als zu einem Garanten von Qualität wird.

  • Orvieto

    Der bekannteste Wein Umbriens ist der Orvieto, ein angesehener Weisswein, benannt nach der charmanten mittelalterlichen Stadt, die hoch oben auf vulkanischem Gestein erbaut ist. Durchlöchert von unzähligen Höhlen, in denen die Weinbauern ihre Weine zur Reifung lagerten, droht das Massiv jetzt zusammenzubrechen. Man erzählt, dass der Maler Pinturicchio nur unter einer Bedingung dazu bereit war, die Fresken der Kathedrale von Orvieto zu malen: Orvieto-Weine in unbegrenzter Menge für sich und seine Gehilfen. Kein Wunder, dass er für seine Arbeit ganze elf Jahre benötigte! Den Orvieto gibt es in zwei Sorten: Abboccato (halbsüss) - der Favorit Pinturicchios! -‚ ein strohgelber Wein mit goldenen Reflexen, und Secco (trocken). Der Abboccato, dasOriginal, wird bereits seit Jahrhunderten produziert und von internationalen Experten als ein Meisterstück der Winzerkunst bezeichnet. Der Secco, leicht bitter im Abgang, ist eine noch junge Version - und die Antwort auf die grosse Nachfrage nach trockenen Weinen.

  • Oxidation

    chemische Reaktion, die durch zu langen Kontakt des Weins mit Sauerstoff entsteht. Der Wein wird müde, verändert seine Farbe, riecht und schmeckt maderisiert.

  • Oxydativ

    Farb- und Geschmackseindruck eines Weins, der stärkerer Luftzufuhr ausgesetzt war. Während ein leicht oxydativer Ton einem Wein sehr gut anstehen kann, wird man dies von einem oxydierten Wein nicht behaupten können.

  • Oxydiert

    Bezeichnung für Wein, der längere Zeit der Luft ausgesetzt war. Er verliert dadurch an Frische und evtl. auch an Farbe.

  • Palmer, Château

    3e cru classé in Cantenac-Margaux im Haut-Médoc, doch nach Überzeugung vieler Kenner heute meist den besten 2es crus gleichwertig, wenn nicht überlegen. 45 ha sind mit Reben bestockt, davon 50% mit Cabernet Sauvignon, 40% mit Merlot und je 5% mit Cabernet franc bzw. Petit Verdot. Seit seinem sensationellen 1961er - einem wahrhaft grandiosen Wein, ist Palmer sehr à la mode und hat mehrfach aussergewöhnliche Weine hervorgebracht, die durch ihre Fülle, verbunden mit Tiefe, Konzentration, Struktur und geschmeidiger Eleganz überzeugen. Sicherlich vermag Palmer phantastische Weine zu erzeugen, die aber in der Vergangenheit stärkeren Qualitätsschwankungen unterlegen waren.

  • Palus

    Lateinisches Wort für Sumpf und im Bordeaux-Gebiet zumeist als Bezeichnung für den Wiesen- und regenerierten Schwemmlandboden an Gironde, Garonne und Dordogne verwandt. In der Regel sind diese Gebiete heute von der Appellation contrôlée ausgeschlossen, da ihre Weine als minderwertig gelten. Noch bis zum Beginn dieses Jahrhunderts standen jedoch die vins de palus in Bordeaux in hohem Ansehen wegen ihres Körper-, Farb- und Tanninreichtums.

  • Panschen

    Ein Wein ist gepanscht, dem Zucker, Wasser (oder beides) oder andere Stoffe verbotenerweise zugesetzt worden sind, in der Regel um die Menge zu vergrößern oder in betrügerischer Absicht eine höhere Qualität vorzutäuschen. Verstöße dieser Art lassen sich bei gezieltem Verdacht zumeist mittels chemischer Analyse nachweisen. Doch nicht jedes Licht leuchtet in jeden Keller, und gesündigt wird - leider - intra et extra muros.

  • Pappig

    Ein uninteressanter, plumper Wein mit einer unangenehmen, aufdringlichen, klebrigen Süße.

  • Parfümiert

    Bezeichnung für einen Wein mit aufdringlichem, als unangenehm empfundenen Aroma.

  • Paysan

    Einst niedrigste Stufe der Bordeaux-Weine. Heute noch weniger gebräuchlich als der ebenfalls kaum noch anzutreffende cru artisan. Weine dieser, unterhalb der crus bourgeois liegenden Kategorien werden jetzt durchweg schlicht als autres crus bezeichnet.

  • Pelure d'oignion

    Französischer Ausdruck, der wörtlich Zwiebelhaut bedeutet. Bezogen auf Wein zur Bezeichnung für die rostbraune oder lohfarbene Farbnuance verwendet, die bestimmte helle Rot- oder Roséweine bei längerer Lagerung annehmen. In der Regel dürften Weine mit einer pelure d'oignon zu lange gelagert worden sein; sie haben ihren Höhepunkt längst überschritten und sollten möglichst rasch ausgetrunken werden.

  • Pergola

    Hohe, in Dachform mit Draht bespannte Holzgerüste, an denen in manchen Gegenden Oberitaliens (Südtirol), Südwestfrankreichs und Nordspaniens die Rebstöcke erzogen werden, um die Trauben vor der Sonnenglut zu schützen. Auch Pergeln genannt.

  • Perlant

    Französische Bezeichnung für einen ganz leicht perlenden Wein (geringer als beim Perlwein), wie etwa ein Muscadet sur lie. Durch Abfüllen von der Hefe oder auf andere natürliche, bewußt herbeigeführte oder zufällige Art entstanden, erhält der Wein aufgrund eines geringen Kohlensäuredrucks eine gewisse Frische und Spritzigkeit.

  • Perlwein

    Laut Definition der OIV ein Wein, der einen Kohlensäuredruck von 1,0 bis 2,5 Atmosphären aufweist und erkennbar perlt. Die Bezeichnung Perlwein muß ausgewiesen werden. Perlweine sind weder Stillweine noch Schaumweine, sondern bilden eine Sondergruppe von Getränken, die wie Stillwein dem Weingesetz unterliegen. Die Weinart und die Güteklasse müssen angegeben sein. Perlweine dürfen nicht in Sektflaschen abgefüllt werden. Man unterscheidet 3 grundsätzliche Herstellungsverfahren:
    1. Zufuhr von Kohlensäure zu einem Stillwein -> Imprägnierverfahren
    2. Vergärung von Most in Drucktanks und dadurch Erhaltung genügender CO2-Mengen.
    3. Vergärung von Wein nach Zuckerzusatz zur Erreichung des gewünschten Kohlensäuregehaltes.
    Gut erkennbar sind Perlweine geschmacklich durch den Ausgleich zwischen Schärfe der Kohlensäure und einer gewissen Süsse.
    In Frankreich bekannt unter pétillant, in Italien unter der Bezeichnung frizzante.

  • Perrière

    Vermutlich von dem französischen pierre (Stein) abgeleitete Bezeichnung für steinige Weinbergslagen, von denen in Burgund vier einen besonders herausragenden Namen besitzen: der Clos de la Perrière in Fixin am Nordrand der Côte de Nuits, der einen Rotwein von Charakter und feiner Art liefert; der Perrière in Nuits-Saint-Georges mit einem der wenigen dortigen Weißweine ; die als Perrière oder Perrières bezeichnete Lage (Climat) in Meursault, die allgemein als die beste des Ortes gilt und einen der feinsten trockenen Weißweine liefert; und schließlich der Puligny-Montrachet Perrières, dessen Wein die Einstufung als premier cru vollauf zu Recht führt.

  • Pétillant

    Französische Bezeichnung, entspricht deutschem Perlwein und italienischem frizzante. Laut EU-Recht enthalten Weine dieser Art 1-2,5 bar Überdruck, während Schaumweine, einschließlich Champagner, mindestens 3 bar aufweisen müssen. Von den französischen A.O.C.-Weinen dürfen der Anjou (einschließlich Rosé d'Anjou), Touraine, Saumur, Montlouis und Vouvray als pétillant in den Handel kommen.

  • Petit Verdot

    Einst klassische Rotweinsorte im Médoc, die - da sie neben Körper und Farbe vor allem hohe Tanningehalte aufwies - in guten Jahren zur langsamen Reifeentwicklung und Langlebigkeit der Weine zusammen mit dem Cabernet Sauvignon entscheidend beitrug. Mit dem Wandel des Geschmacks ist der Petit Verdot weitgehend verschwunden, zumal er angesichts seiner sehr späten Reife und seines ungleichmäßigen und unzuverlässigen Ertrags heute vielfach als nicht mehr "rentabel" gilt. Die Gunst der Zeit gilt dem weichen, schnell reifenden Merlot, so daß nur noch auf strikt qualitätsorientierten Gütern des Médoc der Petit Verdot heute eine Rolle spielt.

  • Pétrus, Château

    Die unbestrittene No. 1 in Pomerol und einer der größten Weine - und sicherlich der teuerste - unter den roten Bordeaux, auf einer Stufe mit Lafite, Latour, Ausone, Cheval Blanc und den übrigen premiers crus. Ganze 12 ha umfaßt heute die Rebfläche von Pétrus, in der besten Lage von Pomerol, die aufgrund einer praktisch auf die Rebfläche von Pétrus beschränkten geologischen Besonderheit ungewöhnlich tonhaltig ist. Der Wein wird zu 95% aus Merlot und 5% Cabernet Franc erzeugt. Durch die privilegierte Lage und sorgfältigste Vinifikation und Ausbau entsteht Jahr für Jahr ein bemerkenswerter, in besseren Jahren zweifellos ein großer Wein: reich, samtig, bewundernswert ausgeglichen, wenn nicht vollendet, und nuancenreich, von großer Feinheit und Eleganz, einer der großartigsten Weine, die es überhaupt gibt.

  • Pfropfrebe

    Das Auftreten der Reblaus (Phylloxera) in Europa bewirkte nahezu überall das Ende des wurzelechten, da nicht reblausresistenten Rebbaus mit Vinifera-Sorten. Da aus qualitativen Gründen ein Verzicht auf die Vinifera-Sorten jedoch nicht möglich war, pfropfte man diese auf die Wurzeln reblausresistenter amerikanischer Wildreben (meist Berlandieri und Riparia) auf. Die so veredelten Reben besitzen die Reblausresistenz der amerikanischen Unterlagsreben und tragen die Frucht der Vinifera, wobei die Wahl der Unterlagssorten die Qualität und/oder den Ertrag zu steigern vermag. Dennoch gibt es in Deutschland und anderen europäischen Ländern und in Übersee (Chile, Australien u.a.) immer noch in Teilen wurzelechten Rebbau, und man trifft immer wieder auf die letztlich nicht beweisbare Behauptung, daß die Weine aus Pfropfreben den Prä-Phylloxera-Weinen qualitativ nicht gleichwertig seien.

  • Phylloxera

    Siehe Reblaus

  • Pichet

    Französische Bezeichnung für eine Kanne oder Krug, aus denen traditionellerweise in französischen Restaurants offene Weine ausgeschenkt werden.

  • Picpoul

    Anderer Name für die Folle blanche im Gebiet von Armagnac, wo sie einen geringen, dünnen, sehr säurebetonten Wein ergibt, aber einen ganz hervorragenden Branntwein liefert, jedoch immer mehr durch die Ugni blanc - wie bereits im Cognac-Gebiet geschehen - ersetzt wird. Dagegen gibt es den Piquepoul (oder Picpoul) gris, aus dem mit erlaubtem Zusatz von maximal 30% Terret blanc und Clairette zwischen Montpellier und Béziers im Languedoc ein leichter Weißwein mit dem V.D.Q.S.-Prädikat erzeugt, der Picpoul de Pinet.

  • Pièce

    Französische Bezeichnung für ein Eichenfaß, in dem in Burgund und in der Champagne Wein gelagert und gealtert wird. In Bordeaux gebraucht man dafür den Ausdruck Barrique. An der Côte d'Or enthält dieses Faß 228 l, im Beaujolais-Gebiet 216 l und in der Champagne 205 l.

  • Pikant

    Ein vieldeutiges Wort: Es kann ein Wein sein, dessen Kohlensäure empfindlich die Zunge reizt. Aber auch eine besondere Säure kann als pikant empfunden werden, und häufig soll pikant schlicht einen Wein mit einem angenehmen Ausdruck und nachhaltigen Charakter bezeichnen.

  • Pinot gris

    Eine echte Variante der herausragenden Pinot-Familie, in Deutschland als Grauer Burgunder oder Ruländer und im Elsaß als Tokay d'Alsace bezeichnet. Die reifen Trauben zeigen eine ins Graue spielende Rosafärbung und liefern bisweilen ganz ausgezeichnete Weine, wenn sie nicht, wie vor allem früher häufig in Baden, wo sich rund 1559 ha der deutschen 2502 ha befinden, als üppige, dick-plumpe Weine ausgebaut oder als Gegenstück zusammen mit dem Spätburgunder als Badisch Rotgold vermarktet werden. Inzwischen kommen aber außer von Kaiserstuhl aus der Pfalz, Rheinhessen, von der Nahe u.a. einige hervorragende, z.T. im Barrique ausgebaute Pinot gris, die sich qualitativ denen aus dem Elsaß und Norditalien, wo z.T. hervorragende Pinot grigio in Friuli-Venezia Giulia, Südtirol und dem Trentino erzeugt werden, durchaus an die Seite stellen lassen. Auch als interessante Spezialität aus der Schweiz, wo sie in der Ostschweiz als Tokayer und im Wallis (und dem angrenzenden italienischen Valle d'Aosta) als Malvoisie bezeichnet wird. In Österreich kommt der Graue Burgunder auf 392 ha, die sich zu drei Viertel im Burgenland befinden.

  • Pinot Meunier

    Rote Variante der Pinot-Familie, doch ergiebiger und weniger ausgezeichnet als der Pinot noir. Als Meunier in Frankreich in der Champagne verbreitet und häufig an der Loire anzutreffen. Der Name stammt von der weißlichen Färbung der Blattunterseite, so als sei sie mit Mehl (meunier bedeutet Müller) bestäubt. In Deutschland offiziell als Müllerrebe bezeichnet, doch in Württemberg, wo ihr eigentliches Verbreitungsgebiet (84% der insgesamt 2095 ha) ist, nur unter dem Namen Schwarzriesling bekannt.

  • Pipe

    siehe Fassgroessen

  • Portugal

    Von allen großen europäischen Weinbauländern - nach der offiziellen Statistik trinkt der "Durchschnittsportugiese" mit über 55 l pro Kopf nicht viel weniger Wein als der Franzose und Italiener - darf Portugal für sich in Anspruch nehmen, das unbekannteste zu sein. Vielleicht, daß einem dabei Portwein oder Madeira einfallen, selten jedoch mehr. Dabei hat das Land eine Palette unterschiedlichster Weine zu bieten, darunter eine Fülle von Weinen, die es verdienten, in Europa bekannter zu sein, da sie z.T. von ganz außerordentlicher Qualität sind und in positiver Weise vielfach den traditionellen Qualitätsweinbau in Europa zu Ausdruck bringen, bevor dieser, wie in den anderen Ländern bereits geschehen, seine modernen und modischen Verformungen erfahren hat. Nicht nur zu den unbekanntesten, gehört der portugiesische Weinbau auch zu den ältesten in Europa, und sein Anfänge verlieren sich im Dunkel der Geschichte. Wahrscheinlich wurde die Rebe bereits in vorrömischer Zeit durch die Phönizier kultiviert. Auch nach dem Untergang des römischen Reiches bestand der Weinbau fort, und er hat sowohl die Völkerwanderung als auch die mauerische Zeit überstanden. Erst mit der christlichen Rückeroberung des Landes dürfte er aus vielerlei Gründen etwa im Süden des Landes auf Dauer verschwunden sein.
    Heute stehen in Portugal rund 370000 ha unter Reben, die jährlich um die 8 Mill. hl (bei erheblichen jährlichen Schwankungen (1987: 11,1 Mill., 1988: 3,6 Mill. hl) ergeben. Ganz grob teilt sich diese Ernte in drei Kategorien auf: Vinho generoso, worunter die Likörweine, wie Portwein, Madeira, Moscatel, fallen; Vinho verde, jene nordportugiesische Spezialität und Vinho maduro, der normale Trinkwein.
    Bereits im 18. Jahrhundert, genau 1756, begannen Bestrebungen, bestimmte portugiesische Weine, in diesem Fall den Portwein, durch gesetzlich festgelegte Herkunfts- und Herstellungsbestimmungen vor betrügerischen Manipulationen zu schützen. Inzwischen gibt es neben dem Portwein und dem Madeira zwölf weitere, jeweils mit eigener DOC-Regelung versehene, genau festgelegte Gebiete, nämlich in der Algarve die vier Gebiete Lagos, Portimão, Lagoa und Tavira sowie Bairrada, Bucelas, Carcavelos, Colares, Dão, Douro, Setúbal und das Gebiet des Vinho Verde, zu denen inzwischen 31 IPR-Weinbaugebiete hinzugekommen sind wie: Alcobaça, Cartaxo, Lafões, Pinhel, Óbidos, Borba, Torres Vedras, Santarém u.a. Auf sie alle zusammen entfallen rund ein Viertel der portugiesischen Weinernte.
    Noch ist die gesamte portugiesische Weinwelt angesichts der Rechtsangleichung an das EU-Weinrecht sehr im Umbruch, und noch finden sich viel traditionelle Bezeichnungen, wie Reserva oder Garrafeira, die entweder verschwinden oder neu definiert werden. Zur Überwachung der Einhaltung dieser gesetzlichen Bestimmungen fungiert dabei das direkt dem Landwirtschaftsministerium unterstellte Instituto da Vinha e do Vinho.
    Der am meisten exportierte portugiesische Wein ist heute der Portwein, obwohl er nur 2-5% der portugiesischen Weinerzeugung ausmacht, und der Roséwein, wobei Markennamen wie Mateus oder Lancer's in kaum einem Verkaufsregal fehlen. Tatsächlich wird auch in Portugal selbst viel Roséwein getrunken, jedoch etlicher in erheblich besserer Qualität. Doch sollte eine momentane Exportsituation nicht darüber hinwegtäuschen, daß von der Produktion her 30% der portugiesischen Weine Weißweine und der Rest Rot- bzw. Roséweine sind. Die besten dieser Vinhos maduros aus dem Douro-Gebiet, allen voran der legendäre Barca Velha, der beste portugiesische Rotwein überhaupt, der Montes Claros, Colares, Dão, Torres Vedras, der Quinta do Carmo aus Borba u.a. können sowohl als Weiß - wie als Rotweine herausragend, wenn nicht bemerkenswert sein: Mit einem Alkoholgehalt zwischen 11,5-13% vol. haben sie oft erstaunliche Rasse und Charakter und können hervorragend altern und sich dabei zu feinnervigen, reifen und eleganten Weinen entwickeln, die zu den besten in Europa gehören.
    Trotz einiger weniger verbreiteter Namen ist der portugiesische Weinbau auch heute noch in der Hand kleiner Winzer. 87% der insgesamt 180.000 portugiesischen Winzer erzeugen weniger als 10000 l Wein, und 35-40% von ihnen sind in zusammen 113 Winzergenossenschaften zusammengefaßt. Insgesamt leben 15% der portugiesischen Bevölkerung von Erzeugung und Vertrieb von Wein.

  • Pouilly- Fuissé

    Ausgezeichneter trockener Weißweine aus dem Chardonnay, der in den fünf Weinbauorten Pouilly, Fuissé, Solutré, Chaintré und Vergisson mit zusammen 850 ha westlich von Mâcon im südlichen Burgund erzeugt wird. Jährlich werden rund 40.000 hl erzeugt, der zumeist an Händler (Louis Latour u.a.) geht. Ein guter Pouilly-Fuissé ist ein grüngoldener, gehaltvoller und sehr differenzierter Wein mit feinem Bukett und sehr ausgeglichen, kein überwältigend großer Wein, doch sicherlich ganz hervorragend, wenn er von namhaften Erzeugern stammt. Als führend gilt heute allgemein das Château Fuissé mit seinen Spitzenweinen. Aber auch das Château de France, Luquet, Forest u.a. haben einen guten Namen. Pouilly-Loché, Pouilly-Vinzelles.

  • Pouilly- Fumé

    Auch als Blanc-Fumé-de-Pouilly bezeichneter ausgezeichneter Weißwein, der aus der Umgebung von Pouilly-sur-Loire ausschließlich aus dem Sauvignon (hier Blanc Fumé genannt) erzeugt wird: ein frischer, rassiger, fruchtiger und gehaltvoller Wein, dessen bester in guten Jahren ganz und gar hervorragend ist. Jährlich werden um die 40.000 hl erzeugt.

  • Pourriture noble

    Siehe Edelfäule

  • Primeur

    Nicht näher festgelegte Bezeichnung für eine Gruppe genau benannter französischer A.O.C.-Weine, die ab dem dritten Donnerstag im November des Lesejahres in den Handel gebracht werden dürfen (Heuriger). Wesentliche Voraussetzung für ein derart frühes Inverkehrbringen ist die Macération carbonique, ein kurzes Gärverfahren, durch die der Wein eine besondere Leichtigkeit, Frische und Fruchtigkeit erhält, zumal wenn er aus Gamay bereitet wird, der sich dafür besonders eignet. Primeur-Weine (rot, rosé und weiß) werden heute aus vielen Teilen Frankreichs angeboten, aus Mâcon, von den Coteaux du Lyonnais, den Côtes du Rhône, Coteaux du Languedoc, Côtes du Roussillon, aus Gaillac, der Touraine, insbesondere aber aus dem Beaujolais.

  • Priorato

    kräftig, tiefdunkler, meist trockener, manchmal aufgespriteter Rotwein, der den höchsten natürlichen Alkoholgehalt aufweisen soll. Der Wein stammt aus dem gleichnamigen ca. 3500 ha großen Anbaugebiet nördlich von Tragonna in Katalonien. DER Sangria-Wein

  • Probe

    Als Probe oder Weinprobe bezeichnet man das Kosten eines Weins, also die Beurteilung seiner Qualität durch die Sinnesorgane. Das ist, wenn es sich nicht gerade um das Ausschenken einer Kostprobe an einen Gast oder Kunden handelt, der als Laie sein persönliches Urteil abgeben soll, eine ernsthafte und wesentliche Tätigkeit, die Fachkenntnisse, viel Erfahrung und ein trainiertes "geschmackliches" Gedächtnis voraussetzt. Geht es im ersteren Fall lediglich um persönliche, subjektive Eindrücke, steht im zweiten Fall allein die Frage der objektiven Qualität des Weins zur Diskussion. Ihre Beurteilung hat nichts mit persönlicher Vorliebe oder Abneigung zu tun.
    Für die objektive Qualitätsbeurteilung gibt es ganz bestimmte, genau festgelegte Verfahrensweisen und eine eigene Fachsprache. Dabei wird der Wein gegen Licht zunächst auf seine Farbe untersucht, wobei man das Probierglas hin- und herbewegt, um den Wein auf bestimmte Farbnuancen hin zu analysieren, die Aufschlüsse über seine Erzeugung, seinen Reifezustand und seine Alterungsfähigkeit geben können. Als zweites schüttelt man den Wein heftig im Glas (es sei denn, es handelt sich offensichtlich um einen sehr alten Wein), um ihn stärkerer Luftzufuhr auszusetzen, wodurch die Aroma- und Bukettstoffe zur Entfaltung gebracht werden. Diese Prüfung oder die Nase des Weins gibt weiteren Aufschluß über Art, Herkunft, Alter und Qualität des Weins und wird den optischen Eindruck bestätigen oder gegebenenfalls auch modifizieren.
    Die dritte Prüfung erfolgt durch die Geschmacksorgane, indem man einen Schluck allmählich in den Mund nimmt und dabei zugleich Luft einsaugt und den Wein ein paar Sekunden im Mund hin- und herbewegt - und dabei wiederum durch die gespitzten Lippen leicht aspiriert -, wobei die unterschiedlichen Reizempfindungen der einzelnen Zungenteile und des Gaumens, die sog. Attacke des Weins, also den ersten Geschmackseindruck im vorderen Mund- und Zungenbereich, der Eindruck auf der Zungenmitte und schließlich der von dem Wein hinterlassene Nachgeschmack oder Abgang beurteilt werden.
    Aus der Summe dieser Prüfungen ergibt sich das Gesamturteil über die Qualität des Weins. Die dazu verwendeten unterschiedlichen Fachausdrücke finden sich als entsprechende Stichworte in diesem Lexikon oder aber in unserem Aromakreis. Im übrigen ist es jedoch selbstverständlich, daß der alltäglich als Getränk konsumierte Wein getrunken und nicht geprobt wird.

  • Probenheber

    Meist aus Glas, z.T. aus Metall angefertigtes Rohr zur Entnahme einer Weinprobe aus dem Faß.

  • Probentasse

    Kleines Schälchen, im Französischen Tastevin genannt, aus poliertem oder facettiertem Silber oder einem anderen Metall, das besonders in Burgund zumal bei Kellerproben verwendet wird.

  • Probierraum

    Raum für fachmännische Verkostung von Weinen. Ein Probierraum muss wohl temperiert, gut belüftet und am besten mit Tageslicht beleuchtet sein. Wände und Tapeten sind weiß. Ein Probierraum stellt eine nüchterne Athmosphäre dar, die nicht vom wesentlichen ablenken darf.Rauchen ist absolut untersagt, um keine Geschmacksverfälschungen zu provozieren.

  • Prosecco

    Die weiße Rebsorte der Marca Trevigiana und der aus ihr bereitete liebliche oder trockene, in Italien sehr beliebte Schaum- oder Perlwein. Es gibt aber unter der gleichen DOC-Bezeichnung auch stille Prosecco di Conegliano bzw. Prosecco di Valdobbiadene, die zu den köstlichsten Weißweinen des Veneto zählen können: leicht, dabei dennoch charaktervoll, ein jung zu trinkender, frischer und mitunter beachtenswert feiner Weißwein.

  • Prüf(ungs)nummer, amtliche

    Jeder Wein, der in Deutschland als Qualitätswein oder als Qualitätswein mit Prädikat in den Handel gebracht werden soll, muß zur amtlichen Qualitätsprüfung angestellt werden. In den vorgeschriebenen Prüfstellen wird der Faß - oder Flaschenwein auf Aussehen, Geruch und Geschmack geprüft und chemisch analysiert (Alkohol, Zucker, Säure, Schwefel u.a.). Damit soll sichergestellt werden, daß die in Verkehr kommenden Weine den gesetzlichen Vorschriften entsprechen und fehlerhafte oder gar gefälschte Weine nicht zum Verkauf gebracht werden. Ergeben sich keine Beanstandungen, erhält der Wein die amtliche Prüfnummer (kurz A.P.-Nr.), die auf dem Etikett erscheinen muß (entsprechendes gilt für Qualitätsschaumweine). Die Prüfnummern bestehen im wesentlichen aus drei Gruppen, einer Betriebsnummer (in Rheinland-Pfalz gehört dazu vorweg noch die Ziffer für die Prüfstelle und ein Ortskode), der Nummer des geprüften Gebindes und dem Jahr der Prüfung. Gibt es von dem gleichen Wein mehrere Abfüllungen in derselben Qualitäts- oder Prädikatsstufe kann eine genaue Identifizierung nur über die beiden letzten Nummerngruppen erfolgen.
    Obgleich dieses System seine unbestrittenen Verdienste hat, haben zumal die Weinskandale der 1980er Jahre auch seine Grenzen deutlich gemacht, denn bislang unbekannte Zusatzstoffe im Wein können mit herkömmlicher Analytik in der Regel nicht entdeckt und nachgewiesen werden. Schutz ist also bestenfalls vor bereits bekannten Betrügereien gewährleistet. Eine andere Konsequenz dieses Prüfsystems ist seine unvermeidliche Starrheit, die Wandlungen im Geschmack und im Weinverständnis bestenfalls mit erheblicher Verzögerung nachkommt und damit zur Pervertierung des ganzen Qualitätsweinsystems beiträgt, indem sie einige der herausragendsten neuen Weine dank ihrer neuartigen Ausbauweise (Barrique) oder ihrer neuartigen Aufmachung ablehnt und diese, obwohl qualitativ zur Spitze gehörend, zwingt, als Tafelweine auf den Markt gebracht zu werden - eine aus Italien längst vertraute Situation, doch der Gesetzgeber muß sich fragen lassen, ob ein Weingesetz, das der Erzeugung von Spitzenweine hinderlich im Wege steht, wirklich seinen Aufgaben gerecht wird.
    Amtliche Qualitätsprüfungen finden auch in anderen Ländern statt, doch sind z.T. die Bedingungen anders und Nummern erscheinen - außer in Österreich - nicht auf dem Etikett. Organoleptische Prüfung.

  • Pulcinella

    Kleine, gedrungene, strohumflochtene Spezialflasche, in der einst der Orvieto in den Handel kam. Heute kaum noch anzutreffen.

  • Qualitätswein mit Prädikat

    Nach dem deutschen Weingesetz oberste Qualitätsstufe, in sechs Gruppen unterteilt: Kabinett, Spätlese, Auslese, Beerenauslese, Trockenbeerenauslese und Eiswein. Vor 1982 war Eiswein kein eigenständiges Prädikat, sondern konnte nur in Verbindung mit einem anderen Prädikat etwa als Auslese Eiswein verwendet werden. Für alle diese Weine sind Mindestmostgewichte festgesetzt (nach Anbaugebiet und Rebsorte verschieden), und sie alle dürfen nicht mit Zucker angereichert werden. Alle müssen eine Amtliche Prüfnummer tragen.

  • Q

    In Österreich neues Qualitätssymbol für Weine vom Qualitätswein aufwärts. Der rot gedruckte Buchstabe soll zusätzlich zum Etikett auf höhere Qualität aufmerksam machen.

  • QmP

    Abkürzung für "Qualitätswein mit Prädikat", die höchste Qualitätsstufe in DeutschlandQualitätsweinprüfung Der Grundsatz Qualität im Glase bestimmt das deutsche Weinrecht. Ein Wein darf daher nur dann als Qualitätswein oder Qualitätswein mit Prädikat bezeichnet und vermarktet werden, wenn ihm auf Antrag eine Amtliche Prüfungsnummer (und evtl. ein Prädikat) zugeteilt woden ist.
    Die Prüfbehörde (für Rheinhessen ist dies die Prüfstelle Alzey beim dortigen Weinbauamt) trifft anhand des analytischen Untersuchungsbefundes eines zugelassenen Laboratoriums, der mit dem Antrag vorzulegen ist, und der sensorischen Bewertung des Weines durch die Prüfungskommission die abschließende Entscheidung. Zunächst wird geprüft, ob der Wein in Geruch und Geschmack typisch ist für Herkunft und, soweit angegeben, Rebsorte und Prädikat, ob Farbe und Klarheit seiner Weinart entsprechend, ferner, wie Geruch, Geschmack und Harmonie zu werten sind.

  • Qualitätsschaumwein eines bestimmten Anbaugebietes

    In Deutschland höchste Qualitätsstufe der Schaumweine. Ein Qualitätsschaumwein b.A. muß zu 100% aus Qualitätsweinen des genannten Anbaugebietes stammen.

  • Qualitätswein bestimmter Anbaugebiete - QBA

    QbA - Abkürzung für "Qualitätswein bestimmter Anbaugebiete", eine Wein-Qualitätsstufe in Deutschland und in Italien (Südtirol).

  • Quinta

    Portugiesische Bezeichnung für ein Landgut mit Weinanbau. Ferner ist es die Bezeichnung für Markenweine.

  • Raboso

    siehe Rebsorten

  • Radaddelche

    Typisches Mainzer Unsinnswort ohne feststellbare Wortherkunft. Meistens sind solche Worte aus der Phantasie vorgerückter Weinstunden geboren. Das Radaddelche ist, wie vieles in Mainz, eine Art Parodie auf Orden und Ehrenzeichen und ähnliche Anhänger. Lustig-bunte Querschleife, so z.B. der Mainzer Weinzunft oder der Weinbruderschaft Rheinhessen, um Zusammengehörigkeit äußerlich darzutun.

  • Raddegaggel

    Es ist ein saurer minderwertiger Wein.

  • Rahn

    Ein Wein, der durch Oxidation braun wird und kurz vor dem Ungenießbarwerden steht.

  • Rahnwerden

    Bezeichnung für oxidierten Wein. Die Farbe des Weines wird bräunlich und der Geschmack erinnert an Madeira. Wein ist evtl. schon ungeniessbar.

  • Ramandolo

    siehe Rebsorten

  • Rappen

    Kamm der Traubenbeere

  • Rassig

    herzhafter, kerniger, belebender , frischer, charaktervoller Wein mit erfrischender Säure. Charakterisischer Ausdruck für viele Rislingweine.

  • Rauh

    Ein Wein mit zu viel Tannin.

  • Rebe

    Pflanzen mit Blättern, die dem Rebenlaub ähneln, gab es bereits vor 130 Mio. Jahren. Die Wildform unserer Kulturrebe, die vitis vinivera var. silvestris, überlebte die Eiszeit und war in Europa rund ums Mittelmeer verbreitet. Sie pflanzt sich generativ fort, d.h. über Samen. Die daraus entstehenden Pflanzen unterscheiden sich von der Mutterpflanze. Die Kulturrebe (vinis vinefera var. sativa) wird vegetativ vermehrt, d.h. durch Stecklinge, die mit der Mutterpflanze identisch sind. In den letzten zwei Jahrhunderten fanden zahlreiche neue Rebsorten Verbreitung, doch damit kamen auch die Probleme: die Pilzkrankheiten Oidium und Peronospora (Echter und Falscher Mehltau) und nicht zuletzt ca. 1860 die Reblaus, die einen Grossteil der Reben in Europa zerstörte. Diese konnte dadurch besiegt werden, indem reblausresistente Reben aus Amerika aufgepfropft wurden (Veredelung).

  • Reber

    Winzermesser

  • Reblaus

    Eine Pflanzenlaus und der wohl gefährlichste Feind der europäischen Vinifera-Reben. Daher ihr lateinischer Name Phylloxera vastatrix. Dieses Insekt hat im Osten der Vereinigten Staaten schon immer existiert, konnte aber den einheimischen amerikanischen Rebsorten mit ihren widerstandsfähigen Wurzeln keinen Schaden zufügen. Fatalerweise wurde es unerkannt mit einigen Blindreben 1860 nach Europa eingeschleppt, wo es zunächst in Frankreich und dann in allen übrigen europäischen Weinbauländern in den folgenden Jahrzehnten Millionen Hektar Rebbestand vernichtete, da die von ihr befallenen Vinifera-Reben keine Resistenz ihr gegenüber besaßen und eingingen.
    Daß das Einschleppen der Reblaus dennoch nicht das Ende des europäischen Weinbaus bedeutete, ist allein dem Umstand zu verdanken, daß es rechtzeitig gelang, wirksame Gegenmaßnahmen zu ergreifen, wie sie mit der Einführung der Pfropfrebe gegeben waren. Mit ihr wurden europäische Vinifera-Stöcke auf reblausresistente amerikanische Rebwurzeln der Vitis riparia, Vitis rupestris oder Vitis berlanderi aufgepfropft. Seit dieser Zeit ist der europäische Rebbau praktisch ein Pfropfrebenbau.
    Ob dies auf Kosten der Weinqualität gegangen ist, läßt sich heute kaum noch mit Sicherheit beantworten. Zuviel hat sich in der Zwischenzeit geändert. Wenn die Präphylloxera-Weine langlebiger waren, muß dies nicht nur am wurzelechten Anbau gelegen haben. Sicher ist hingegen, daß man heute durch die Wahl der nach Boden, Rebsorte und Weinart angemessenen Unterlagssorte gezielten Einfluß auf Qualität - und Quantität - des Stockertrages nehmen kann.

  • Rebschnitt

    Während der Vegetationsruhe, im Winter oder im zeitigen Frühjahr, werden die Reben von Hand geschnitten. Das Rebengeflecht des Vorjahres wird ausgeputzt, nur eine bis zwei der kräftigsten Tragreben bleiben stehen. Durch richtigen Rebschnitt, der Sachkunde und Qualitätsbewußtsein voraussetzt, wird die Wachstumskraft des Rebstocks gelenkt, sein Alter und seine Gesundheit mitbestimmt und der richtige Ausgleich von Güte und Menge vorgegeben.

  • Rebsorte

    Die Rebsorte ist einer der Faktoren, die Qualität und Geschmack eines Weines beeinflussen. Auf dem Etikett darf die Rebsorte angegeben werden, vorgeschrieben ist dies aber nicht.

  • Rebwurzeln

    verankert die Rebe im Boden, ermöglicht die Nährstoff- und Wasseraufnahme. Erstaunlich ist das Tiefenwachstum der Fußwurzeln, das bis zu 10 m betragen kann. Oberflächennah können sich die Seitenwurzeln bis zu 5 m Fläche ausdehnen.

  • Recioto

    Eine speziell um Verona gebräuchliche Bezeichnung für einen süssen, aus rosinierten Trauben bereiteten Rotwein, der auf den klassischen Römerwein ”Raeticus” zurückgeht. Die Bezeichnung stammt vom Dialektwort “Recie” für die süssesten und reifsten Beeren (in anderen italienischen Gebieten nennt man einen Wein aus rosinierten Beeren Passito). Die Trauben werden 4 bis 6 Monate auf Gestellen in luftigen Hallen getrocknet, der Vorgang heisst Appassimento. Dabei entwickelt sich häufig Edelfäule. Der Alkohol-Gehalt beträgt durch die Konzentration des Zuckers nicht selten über 15% vol.
    Die trockene Version heisst Amarone, die eine bittere (amaro) Note aufweist, hier ist die Edelfäule unerwünscht, weil sie Säuregehalt, Farbe und Haltbarkeit negativ beeinflussen kann. Angeblich wurde diese Version zufällig entdeckt, weil ein Recioto nicht rechtzeitig zum Gären aufhörte. Beim Amarone beträgt die Mindestlagerzeit im Fass drei Jahre, beim Recioto ist dies nicht vorgeschrieben. Solche Weine sind eine Spezialität in der Region Venetien, zum Beispiel wird dort der Recioto di Soava und eine Variante des Valpolicelle auf diese sehr aufwendige Art hergestellt.

  • Récolte

    Ernte, bezeichnet auf Weinetiketten den Jahrgang

  • Reduktiv

    weitgehend unter Sauerstoffabschluß erzeugter Wein. Verfahren, um spritzige, duft- und fruchtbetonte Weißweine zu erhalten. Gegenteil: oxydativ.

  • Refosco

    siehe Rebsorten

  • Refraktometer

    Optisches Meßgerät zur einfachen und schnellen Bestimmung des Zuckergehaltes im Traubensaft. Anders als der Aräometer basiert der Refraktometer auf dem optischen Prinzip der Lichtbrechung. Vorteil dieses Verfahren: zur Bestimmung des Mostgewichts genügt schon ein Tropfen Traubensaft.

  • Regina

    siehe Rebsorten

  • Reif

    Bezeichnung für Weine, die ihren Höhepunkt erreicht haben und ohne störenden Beigeschmack.

  • Reintönig

    für die Traubensorte typischer Duft und Geschmack ohne Nebentöne.

  • Reinzuchthefe

    im Labor gezüchtete Hefe, die bei der Vergärung des Weins benutzt wird. Vorteil: leichtes Angären, geringes Risiko des Steckenbleibens der Gärung. Nachteil: Gefahr der Uniformität im Geschmack und sortenuntypische Aromen.

  • Reissrohr

    ca 30 cm langes, siebartig durchlöchertes, am Ende verschlossenes Kupferrohr. Dient dem Belüften von schleimigen oder böcksenden Weinen.

  • Reserva

    Anders als im französischen Weinrecht (Réserve) im spanischen und portugiesischen Weinbau Bezeichnung einer höheren Qualitätsstufe für besonders ausgesuchte, vinifizierte und ausgebaute - in Spanien bei Rotweinen Mindestlagerung von 36 Monaten, davon 12 im Eichenfaß, bei Weiß - und Roséweinen analog 24 bzw. 6 Monate - Qualitäten, die langsamer reifen und langlebiger sind als normale Abfüllungen (wie Vino de crianza, Vino anejo). Die Bezeichnung entspricht in etwa dem italienischen Riserva. Eine noch höhere Qualitätsstufe wird im Spanischen als Gran Reserva, bei portugiesischen Weinen als Garrafeira deklariert. Alle diese Weine setzten natürlich einen qualitativ guten, zumindest normalen Jahrgang voraus.

  • Réserve

    Eine auf französischen Weinetiketten mitunter anzutreffende Bezeichnung (auch Grande Réserve). Anders als beim spanischen oder portugiesischen Reserva oder dem italienischen Riserva jedoch zumeist ohne rechtliche Bedeutung. Eine Réserve personnelle im Elsaß sollte jedoch eine höhere Qualität als die normale Abfüllung bezeichnen, und bei größeren Handelshäusern mit eigenem Weingut wird so z. T. die Erzeugerabfüllung gekennzeichnet.

  • Restsüsse

    Der Begriff ist gleichbedeutend mit Restzucker. Er betrifft den unvergorenen, aus Weintrauben stammenden Zucker im Wein. Der Restzucker wird in g/l angegeben. Der nicht in Alkohol und Kohlensäure umgesetzte Zucker, entweder bei sehr hohem Zuckergehalt des Mostes oder durch künstliches Stoppen.

  • Restzucker

    Auch Restsüße genannt. Hochgradige Moste (ca. 110° Oechsle) vergären in der Regel, zumal bei kühlen Außentemperaturen, aufgrund ihres hohen Zuckergehalts nicht völlig und belassen dem Wein eine natürliche Restsüße, die solchen Weinen meist sehr gut ansteht. Restsüße kann man aber auch in einem Wein gezielt herbeiführen, indem man ein Ausgären des Mostes mittels Zugabe von hochprozentigem Alkohol (gespritet) oder durch Druck oder Kälte verhindert. Die Restsüße nahezu aller deutschen und österreichischen Weine vom Tafelwein bis zu etlichen Auslesen kann auf der Anwendung einer der beiden letztgenannten Verfahren beruhen. Zumeist wird sie aber darauf zurückzuführen sein, daß man dem vergorenen Wein unvergorenen süßen Traubensaft (in Österreich angegorenen), die sog. Süßreserve, beigegeben hat. In diesen Fällen handelt es sich nicht um eine natürliche, sondern zugesetzte Restsüße. Die in der Praktizierung dieser Technik begründete Gefahr der Nivellierung der Weine mittels Süße, die Unterschiede der Jahrgänge, Lagen, selbst der Rebsorten verwischt und in jedem Fall den Charakter der Weine verändert, bewirkt trotz Zunahme trockener Abfüllungen, daß vielfach immer noch als "normal" gilt: Qualitätsweine ca. 25 g/l, Kabinett um 30 g/l, Spätlese um 40 g/l und Auslese um 60 g/l Restsüße.unvergorener, im Wein verbliebener Zuckerrest nach der Gärung. Er macht den Wein mehr oder weniger süß. Restzucker darf auch dem durchgegorenen Wein zugesetzt werden, in Deutschland in Form von Süßreserve, beim Champagner als Dosage.

  • Rezent

    Ein frischer, voller Wein mit einer ausgewogenen Säure.

  • Rheinhessen

    Hügelland in der Kniebeuge des Rheins zwischen Bingen, Mainz, Worms, Alzey und Bad Kreuznach. Umgeben und geschützt von Hunsrück, Taunus, Odenwald und Pfälzer Wald. Im Dreieck der Autobahn A 60, A 61und des Rheins; Teil des Landes Rheinland-Pfalz. Uraltes Siedlungsland, reich an kulturellen Zeugnissen. Größtes Weinanbaugebiet Deutschlands.

  • Rheinterasse

    Name für einen Teil der früher unter dem Begriff Rheinfront titulierten Weinbaugemeinden entlang der B9 von Mainz-Laubenheim bis Mettenheim. Symbol ist ein Fünfeck mit dem Schriftzug Rheinterrasse, darunter Traube und Weinberg am Rhein. Diese Gemeinden werben gemeinsam (u.a. Wander- und Fahrradweg-Karte) und engagieren sich für das Schaufenster Rheinhessens.

  • Ribolla Gialla

    siehe Rebsorten

  • Ried

    Österreichische Bezeichnung für Einzellage.

  • Riesling Hochgewächs

    1986 eingeführte Bezeichnung für Qualitätsweine, die ausschließlich aus Riesling erzeugt werden und deren natürlicher Mindestalkohol mindestens um 1,5% vol. über den für das Anbaugebiet geltenden Richtwerten liegt. Ferner muß der Wein bei der Qualitätsweinprüfung mindestens 3 (von 5 möglichen) Punkte erreichen und den für die Spätlese vorgeschriebenen Kontrollmaßnahmen unterliegen. Obwohl derartige Weine heute aus allen deutschen Anbaugebieten kommen können, sollte ihre Einführung besonders dem Steillagenweinbau von Mosel-Saar-Ruwer dienen. Nachdem der Markterfolg sich nicht so recht einzustellen scheint, mehren sich die Zweifel, ob dies der richtige Weg war.

  • Riesling Renano

    siehe Rebsorten

  • Riesling

    siehe Rebsorten

  • Ripasso

    traditionelles, in Italien (Valpolicella) gebräuchliches Verfahren, junge Rotweine auf der Maische eines hochwertigeren Weins nachzuvergären, um so den Wein zu verbessern.

  • Riserva

    Bezeichnung für Weine, die nach der Gärung einer längeren Reifeperiode, entweder im Holzfass, in der Flasche oder einer Kombination von beiden, unterzogen werden. Üblicherweise werden nur die besten Weine für Riserva ausgesucht und heben sich auf diese Weise von der normalen Abfüllung ab. Es handelt sich dabei um eine Version, die so hochwertig ist, dass sie nicht nur eine längere Reifezeit übersteht, sondern diese auch braucht, um an Qualität zu gewinnen. Der normale Wein kann zwar gut sein, verfügt aber meistens nicht über das Potential, dem eine lange Lagerung zugute kommt und ist für baldiges Trinken vorgesehen. Das italienische Weingesetz fordert für diese höhere Qualitätsstufe zusätzliche Qualitätsforderungen. Ausser der gesetzlich festgelegten Reifeperiode müssen diese Weine über einen höheren Alkoholgehalt verfügen als die normale Version.

  • Rivaner

    Ein aus Müller-Thurgau-Trauben gewonnener trockener Weißwein, der sich durch seine Leichtigkeit, Frische und Spritzigkeit auszeichnet.

  • Rod

    Mundartlich für die nach der Rodung neu angelegte Weinbergsanlage, im ersten Jahr nach der Neupflanzung bei kleineren Anlagen auch e Rodche genannt.

  • Rosé d'anjou

    etwas liebliche Roséweine mit A.C. von der Loire

  • Rosé

    Hellroter Wein von dunklen Trauben, bereitet durch rasches Abpressen, so daß nur wenig Farbstoff aus der Beerenhaut in den Wein gelangt

  • Roséwein

    Ein aus roten Trauben hergestellter Wein von blaß- bis hellroter Farbe. Die Weinart muß durch die Worte Roséwein oder Rosé kenntlich gemacht werden. Ist der Roséwein ein Qualitätswein und ausschließlich durch Hellkelterung aus Trauben gewonnen, die von einer einzigen Rebsorten stammen, so darf stattdessen die Angabe Weißherbst verwendet werden. Bei Hellkelterung werden die Trauen sofort, ohne vorherige Angärung, abgepreßt (gekeltert) und nicht, wie sonst bei der Bereitung von Rotwein, auf der Maische vergoren.

  • Rossese

    Rossese ist eine ligurische Sorte. Sie liefert schmackhafte Weine, die jung getrunken werden sollten.

  • Roter Hang

    Steillagen in Nierstein und Nackenheim, unmittelbar am Rhein, benannt nach der Bodenart, die schon von weither rot schimmert. Das Rotliegende ist ein roter Tonschiefer, der vor 250 Mio. Jahren entstanden ist, und der dem Weinbau erstklassige Bedingungen bietet. Die Weine aus dem Rotliegenden haben eine stark mineralische Prägung. Dort findet alljährlich eine Weinverkostung der hier gewachsenen Weine statt.

  • Rotling

    Ein Wein von blaß- bis hellroter Farbe, hergestellt durch Verschnitt von Weißweintrauben mit Rotweintrauben. Es ist der einzige Fall eines erlaubten Rot-Weiß-Verschnittes vor der Weinwerdung (dann ist er verboten). Die praktische Bedeutung des Rotling ist in Rheinhessen sehr gering, nur einige wenige Betriebe haben ihn im Angebot.

  • Rotwein

    Rotwein wird aus roten oder hellen Trauben bereitet. Er erhält seine Farbe und seinen kräftigen Geschmack durch die Maische-Gärung. Die Maische wird vor dem Keltern in Bottichen gelagert, wo sie von selbst zu gären beginnt. Da Farb-, Aromastoffe und die Gerbsäure Tannin in den Schalen (das Fruchtfleisch der roten Beeren ist meist hell) enthalten sind, werden diese mitvergoren. Erst nach diesem Vorgang wird der rote Saft mehrfach gekeltert.

  • Rouge

    franz.: Rot

  • Roussillion

    Gegend in Südwestfrankreich, hat meißt einfache Tafelweine, aber auch aufstrebende Appellationen mit schönen Weißweinen (Picpoul de Pinet)

  • Rückenetikett

    Zweites Etikett auf der Rückseite der Flasche, das Angaben über Geschmack, Serviertemperatur und historisch Interessantes über den betreffenden Wein enthalten kann.

  • Rütteln

    egelmäßiges Drehen der Flasche nach der zweiten Gärung per Hand oder maschinell in der Gyropalette, bis die tote Hefe in den Flaschenhals gerutscht ist und anschließend durch Degorgieren vom Schaumwein abgetrennt werden kann.

  • Rumeur

    Flaschenrüttler. Menschen, die die Hefe bei der traditionellen Flaschengärung nach unten rütteln. Die besten Rüttler schaffen 40.000 bis 50.000 Flaschen pro Tag.

  • Rute

    Trieb des Rebstockes, der im Lauf eines Sommers gewachsen und im folgenden Herbst verholzt ist. 90 % dieser Ruten werden im Winter beim Rebschnitt entfernt, die verbleibenden tragen im folgenden Jahr die Sommertriebe und Trauben.

  • Saccheromyces

    Bezeichnung für Hefen, die den Most in Wein umwandeln.

  • Säure

    Die Gesamtsäure eines Traubenmostes beträgt normal bei Weißweinsorten 6-8 g/l, bei Rotweinsorten 4-6 g/l. Sie setzt sich zusammen aus Weinsäure, Äpfelsäure sowie Milchsäure, Bernsteinsäure. Weinsäure ist das Rückgrat eines Weines. Sie prägt seinen Geschmack mit und ist mitbestimmend für seine Haltbarkeit (Lagerung). Ihr Verhältnis zum Alkoholgehalt ist neben anderen Faktoren ein wesentlicher Teil der Harmonie. Der Anteil der Weinsäure hängt auch von der Rebsorte ab. In unreifen Weinen überwiegt die Äpfelsäure. In schlechten Jahrgängen vorhandene übermäßige Säure darf in gesetzlichem beschränkten Umfang entfernt oder im Geschmackseindruck gemindert werden. Mit den Jahren baut sich die Säure auf natürlichem Wege ab. Daher sollte man Weine, die rebsortenbedingt zunächst hohe Säurewerte aufweisen (z. B. Riesling) in den ersten 1-2 Jahren noch nicht trinken, sondern ruhen lassen, bis ein harmonisches Verhältnis erreicht ist.

  • Saftig

    Bezeichnung für Weine mit angenehmer Säure und schönen Traubenton.

  • Saint- Laurent

    Weinbaugemeinde im Haut-Médoc westlich von Saint-Julien mit annähernd 400 ha Rebfläche, aus der zwar keine ganz großen Gewächse, doch einige sehr zuverlässige und seit einigen Jahren wieder ungeteilte Beachtung verdienende Weine kommen. Ihre bekanntesten Güter sind die Châteaux Camensac, La Tour-Carnet, Belgrave, Caronne-Sainte-Gemme, Larose-Trintaudon u.a. Ferner, vermutlich ursprünglich aus Frankreich stammende rote Rebsorte, die ungeachtet des mitunter leichten Bordeauxcharakters ihrer besseren Weine nichts mit der Stadt im Médoc gemein hat und heute besonders in Österreich anzutreffen ist, wo sie den Namen Sankt Laurent führt

  • Salmanazar

    siehe Flasche

  • Salvagnin

    Bezeichnung für gehobene, einheimische Rotweine aus dem schweizer Kanton Waadt. Sie bestehen entweder aus Pinot Noir oder Gamay, oder dessen Verschnitt.

  • Samtig

    Bezeichnung für milde Rotweine, die einen geringen Tanningehalt, aber auch Ausgeglichenheit aufweisen.

  • Sancerre

    Region im Loire-Tal mit herrvorragenden Weiß- und Roséweinen, nur wenig Rotweine

  • Sangiovese

    siehe Rebsorten

  • Sangria

    Spritziges aus Rotwein und Citrusfruchtsaft bestehendes Erfrischungungsgetränk mit seinem Ursprung aus Spanien. Sein Ruf hat stark durch die excessiven Ausschweifungen der Ballerman-Generation gelitten.

  • Sanlúcar de Barrameda

    Kleine Hafenstadt an der Mündung des Guadalquivir am Rande des Sherry-Gebietes, von dessen Rebflächen auf besten Albariza-Böden einer der köstlichsten Likörweine Spaniens kommt, der Manzanilla. Führende Sherry-Häuser, darunter Antonio Barbadillo, Herederos de Argüeso, Hijos de R. Perez Marin, Vinicola Hidalgo u.a., haben hier ihren Sitz.

  • Sauber

    Ein Wein, an dem nach Herkunft, Behandlung und Jahrgang nichts auszusetzen ist.

  • Sauerkrautton

    Molketon

  • Sauser

    Noch stark gärender, süss schmeckender Most; Vorstadium des Federweissen. Durch den Gärprozess entweichen grosse Mengen Kohlensäure, die den Most brausen oder sausen lassen.

  • Sauvignon

    blanc siehe Rebsorten

  • Savigny- lès Beaune

    Weinort in Burgund, liefert frische, für die Bourgogne eher leichte Rotweine

  • Schaumwein

    Das Wort Schaumwein wurde durch einfache Übersetzung des französischen Wortes vin mousseux vor 220 Jahren durch J.G. Herder geschaffen. Schaumwein ist im Gegensatz zu Stillwein das durch erste oder zweite Gärung aus Traubenmost, Tafelwein oder Qualitätswein gewonnenes Erzeugnis, das in geschlossenen Behältnissen bei 20·C durch Kohlensäure einen Überdruck von 3 Atmosphären aufweist.
    1 hl Most enspricht etwa 8 kg gärungseigenem Kohlensäuregas.
    Schaumwein wird in drei verschiedenen Verfahren produziert:
    1. Vergärung des Mostes in geschlossenen Behältern ohne Zuckerung bei nur einer Gärung zu Schaumwein.
    2. Vergärung des fertigen Weines durch Zusatz von Zucker und Hefe zu Schaumwein. Diese 2. Gärung erfolgt in der Flasche oder in Großbehältern.
    3. Zusatz von Kohlensäure (Impägnierverfahren)

    Das Deutsche Weingesetz definiert
    a) Deutschen Schaumwein als einen Wein mit mindestens 3 Atmosphären Überdruck.
    b) Deutscher Qualitätsschaumwein muß mindestens 9 Monate gelagert haben und nach behördlicher Qualitätsprüfung eine amtliche Prüfnummer tragen.
    c) Deutschen Qualtätsschaumwein b. A. aus 100% Wein aus einem der 13 deutschen Weinbaugebiete hergestellt
    Hinweis auf Flaschengärung dürfen erst nach 6-monatiger Lagerung des Weins auf dem Hefebett so bezeichnet werden.

  • Scheu

    Georg 1879 (Krefeld) - 1949 (Alzey). Begründer der Rebenzüchtung (Rebenselektion und Kreuzungszüchtung) sowie der Pflanzgutversorgung in Rheinhessen, erfolgreichster deutscher Rebenzüchter. Langjähriger Leiter der späteren Landesanstalt für Rebenzüchtung in Alzey. Versuchsreihen um Rebsorten zu finden, die in Qualität und Ertrag beständig sind. Zu diesem Zweck Kreuzung bereits bekannter Rebsorten. Die 1954 in das Sortenregister eingetragene Scheurebe erinnert besonders an sein Wirken. Weitere Züchtungen: Siegerrebe, Faberrebe, Kanzler, Huxelrebe, Regner, Würzer, Septimer.

  • Schiava

    (Vernatsch) siehe Rebsorten

  • Schillerwein

    Württembergische Weinspezialität, für die Rot- und Weißwein zusammen gekeltert werden.

  • Schioppettino

    Die seltene, autochtone Sorte aus dem Friaul ergibt einige vorzügliche Weine.

  • Schnudedunker

    Trinkt gerne dort mit, wo es ihn nichts kostet. Er dunkt soi Schnud in´s Gläsje (in sterilem Hochdeutsch: Er bringt seine Lippen kostend mit dem Wein im Probierglas in Kontakt).

  • Schönen

    Seit Urzeiten bekannte, traditionelle Methode zur Klärung und heute vor allem zur Stabilisierung von Wein, dem man dabei im Faß bestimmte Bestandteile zusetzt, die sich als Trub oder Bodensatz zusammen mit den im Wein schwebenden und diesen trübenden Partikeln niederschlagen und ihn dadurch klären bzw. mit deren Hilfe man den Wein vor neuerlichen Eintrübungen und dem vorzeitigen Verderben schützt. Als Zusatz werden die verschiedensten Substanzen benutzt, wie Eiweiß, Hausenblase (gereinigte und getrocknete Schwimmblase des Hausen, Stör oder Wels), Gelantine, Bentonit u.a. In einigen Fällen finden auch Chemikalien Verwendung, wie etwa Kaliumferrocyanid bei der Blauschönung, wenn der Wein zu viel Eisen oder Kupfer enthält; in diesem Fall nimmt er dann vorübergehend eine hellblaue Farbe an. Fast alle Weine der Welt werden auf irgendeine Art geschönt, obwohl etliche Spitzenerzeuger auf derartige Methoden verzichten.

  • Schoppen

    Maß für einen halben Liter. Beim Wein aber ist manches anders, besonders in Rheinhessen. Wer hierzulande einen Schoppen bestellt, dem setzt man nicht etwa einen halben Liter (0,5l) vor, sondern nur 0,4l.

  • Schoppenstecher

    Ein typischer Mainzer Begriff für einen Weintrinker, der in einer der vielen Weinstuben ab Einbruch der Dämmerung seine Nase in eine Mainzer Stange, das für Schoppenweine übliche Weinglas, hineinsteckt (woher der Ausdruck Schoppe steche kommt).

  • Schoppenstecherpreis

    Eine Miniaturnachbildung eines neben dem Schönborner Hof in Mainz stehenden Schoppenstecher-Standbildes, geschaffen von Heinz Schaubach. Wurde erstmals 1973 von der Stadt Mainz und wird seit 1983 vom Rheinhessenwein e.V. für besondere Verdienste um den rheinhessischen Wein vergeben.

  • Schwanz

    Tritt ein auffälliger Nachgeschmack beim Probieren eines Weines auf, so nennt man dies einen Schwanz.

  • Schwefel

    Ein Element, das im Weinbau in verschiedenen Formen Verwendung findet. Einmal besprüht oder bestäubt man damit Reben zum Schutz vor Pilzkrankheiten. Fässer werden im Keller mit Schwefelgasen sterilisiert. Auch zur Haltbarmachung des Weins wird Schwefel seit altersher verwandt. Somit werden je nach Jahrgang, Art, Qualitätsstufe, Süße dem Wein in verschiedenen Stadien seiner Erzeugung oder Lagerung kleinste Mengen Schwefeldioxid (SO2) beigegeben um ihn gesund und lagerfähig zu erhalten, um Braunwerden und die Entwicklung krankheitserregender Mikrooragnismen zu verhindern und um sich geschmacklich, seinen natürlichen Bedingungen entsprechend, optimal zu entwickeln. Dies kann bislang ebenso wenig ohne Schwefel wie durch ein zuviel an Schwefel erreicht werden, d.h. die zugefügte Gesamtmenge an SO2 muß so gering wie möglich gehalten werden; Qualitätsbewußte Erzeuger wie auch der EU-Kommission versuchen den Schwefelgehalt im Wein weiter zu verringern. Gegenwärtig sind in der EU noch 160 mg/l für Rot- bzw. 210 mg/l für Weiß - und Roséweine an Gesamt-SO2-Gehalt zulässig (bei Diabetikerweinen jeweils maximal 150 mg/l), wobei Weine mit mehr als 5 g/l Restzucker je nach Qualitätsstufe zwischen 210 und 400 mg/l enthalten dürfen.

  • Schwer

    Beschreibung für alkoholreiche Weine mit viel Extrakt.

  • Schwund

    Sinken des Flüssigkeitsspiegels bei längerer Lagerung im Fass oder in der Flasche. Wenn der Luftraum in der Flasche mehr als zwei Finger hoch ist, müssen wertvolle Weine, die noch länger gelagert werden sollen, mit dem gleichen Wein aufgefüllt und neu verkorkt werden.

  • Sec

    trocken, bei Champagner meist Brut genannt

  • Secco

    Bezeichnung für trocken
    asciutto = extra trocken; secco= trocken; semisecco = halbtrocken, amabile = halbsüss, dolce = süss; abboccato = ganz leicht süss

  • Sekt

    Alkoholisches Getränk aus zweifach vergorenem Wein. Herstellung: Jungem Wein wird Hefe und die Fülldosage zugesetzt. In der nachfolgenden Reifung bekommt der Sekt seine begehrte feinperlige Kohlensäure. Reifung in Grossraumbehältern (preisgünstigeres Verfahren) oder Flaschen.

  • Sélection des grains nobles

    hochkarätige Elsässer Beeren- oder Trockenbeerenauslese mit mindestens 110 Grad Öchsle aus Riesling, Muscat, Gewürztraminer und Pinot gris.

  • Selection

    Rheinhessen Seit dem Jahrgang 1992 gib es auf Grund einer Initiative des Weinbauverbandes Rheinhessen eine neue Qualitätskategorie rheinhessischer Weine. Selection Rheinhessen sind Weine mit regionaler Eigenart und von höchstem Niveau auch im internationalen Wettbewerb. Es sind Weine aus alten Reben und klassischen Rebsorten, die von Hand ausgelesen werden. Selectionsweine tragen zusätzlich zum Deutschen Weinsiegel einen mit diesem verbundene Vignette

  • Semisecco

    Bezeichnung für halbtrocken
    asciutto = extra trocken; secco= trocken; amabile = halbsüss, dolce = süss; abboccato = ganz leicht süss

  • Separieren

    Klären des - meist - weißen Mostes nicht durch Absetzenlassen (Vorklären), sondern mittels Verwendung von Großraumschleudern (Separatoren) oder zum Abzug des vergorenen Weins von der Hefe. Zwar ist die Klärung auf diese Weise gründlicher, doch empfinden Verfechter des traditionellen Weinbaus das Separieren mit Recht als zu weit gehenden physikalischen Eingriff, da damit neben dem Trub auch wertvolle Inhaltsstoffe dem Most bzw. Wein entzogen werden. Die Weine erhalten dadurch häufig eine merkwürdige, glatte Eleganz.

  • Sfursat Valtellina DOC

    Charakteristisch fur diesen Wein ist die besondere Vinifikation: Die Trauben werden nach der Lese bis Dezember/Januar auf Holzgittern getrocknet, sie schrumpfen dabei wie Rosinen, der Zucker und die Aromen konzentrieren sich. Der aus diesen Trauben gekelterte Wein ist vollmundig und hat einen intensiven, vielfältigen Duft. Er passt zu saftigen Braten oder lasst sich als Nachtischwein aus grossen Gläsern bedachtsam geniessen. Im kühlen Keller liegend aufbewahrt kann der Sfursat gut altern.
    Trauben: 100% Nebbiolo (Chiavennasca). Farbe: Tiefes Granatrot. Bouquet: Intensiv und sehr charakteristisch. Geschmack: Charaktervoll, warm, rundlich und zart. Trinktemperatur: 18 bis 20 Grad. Empfehlung: Den Wein drei bis vier Stunden vor dem Trinken entkorken

  • Sherry

    Der berühmteste spanische Wein, der in der Umgebung der südspanischen Stadt Jerez wächst. Man unterscheidet drei Hauptsorten: Amontillado, Fino und Oloroso. Da die Flaschen nach dem sogenannten Solerasystem aus Fässern von Weinen verschiedener Jahrgänge gefüllt werden, gibt es keine Jahrgangssherrys.

  • Shiraz

    siehe Rebsorten

  • Silvaner

    siehe Rebsorten

  • SLVA

    Staatliche Lehr- und Versuchsanstalt für Landwirtschaft, Weinbau und Gartenbau mit Sitz in Oppenheim. Gegründet am 31. Juli 1895 als Großherzoglich-Hessische Wein- und Obstbauschule. Die SLVA ist eine staatliche Dienstleistungseinrichtung mit den Schwerpunkten Ausbildung (Berufsbildende Schule: bis zur Meisterprüfung, ebenso Erwachsenenbildung durch Weinseminare), umweltorientierter Weinbau, Versuchswesen, Fragen der Mengenbegrenzung und Rationalisierung im Weinberg, neue Methoden der Gärführung im Keller, Reblausbekämpfung, Beratung der rund 8000 Betriebe mit Wein- und Obstbau, modernes Marketing. Der SLVA sind Staatsweingut/Weinbaudomäne angeschlossen. stahlig: Steigerungsform für rassige, nervige Weine, die noch eine anhaltende feste und säurebetonte Art besitzen. Ursprünglich verstand man darunter Weine die außer Rasse einen metallischen, stahligen Geschmack hatten.

  • Soave

    Berühmter, frischer und leichter Weißwein aus Verona

  • Solera

    bei der Sherry-Produktion übliches Verfahren, den natürlichen Schwund im Faß eines alten Sherrys durch Sherry jüngerer Jahrgänge auszugleichen, so daß am Ende ein Jahrgangsverschnitt entsteht.

  • Sommelier

    Der Weinkellner, oft auch Kellermeister.

  • Sommerschnitt

    Ausdünnen von Fruchtständen an der Rebe, um die Menge zu reduzieren und die Qualität zu steigern.

  • Spätlese

    Einerseits Traubenlese nach Abschluß der Hauptlese, die anmeldepflichtig ist. Die Trauben sind in der Regel reifer als zum Zeitpunkt der Hauptlese und ergeben einen höherwertigen, gehaltvolleren Wein (Spätlese u.a.). Anders als in Deutschland dürfen in Österreich Ausleseweine nur aus spätgelesenen Trauben erzeugt werden. Mit der Freigabe der Lese 1993 ist zwar einerseits das Qualitätsbewußtsein der Winzer gefordert, andererseits aber auch dieses überkommene System, das es ohnehin in keinen Qualitätsweingebiet in Europa in dieser Form gab, abgeschafft worden. Damit bleibt der Begriff Spätlese, ohne definierte Aussage über die Lese, allein eine gesetzlich definierte Qualitätsstufe für aus einem bestimmten Traubengut erzeugten Wein, die sog. Spätlese. Sie gehört in Deutschland zur Gruppe der Qualitätsweine mit Prädikat und bildet die nächsthöhere Stufe nach den Kabinettweinen. Das Mindestmostgewicht - für Rieslinge von Mosel, Ahr und Mittelrhein nur 76°, an der Nahe 78° Oechsle - liegt in der Regel je nach Anbaugebiet und Rebsorte zwischen 85° und 95° Oechsle. Die Moste dürfen nicht angereichert werden und vergären von Natur aus in der Regel vollständig, obwohl immer noch viele von ihnen mit dem Zusatz von Süßreserve in den Handel gebracht werden (Restzucker). Eine österreichische Spätlese muß ein Ausgangsmostgewicht von mindestens 19° KMW (entspricht 94° Oechsle) aufweisen, während eine eventuelle Restsüße nur durch Gärungsunterbrechung oder durch Zusatz von angegorenem Most derselben Lesart (mit mindestens 5% vol. tatsächlichem Alkohol) erreicht werden darf.
    Auch in anderen Ländern wird vielfach die späte Lese zur Erzeugung alkoholreicher und häufig natursüßer Weine praktiziert. Im Elsaß werden diese Weine z.T. als Vendange tardive, in Kalifornien als Late harvest etikettiert.
    Die Entdeckung der Spätlese wird dem Zufall zugeschrieben. Der Lesebeginn wurde früher von den Grundherren festgesetzt. Diese mußten wiederum von den Pächtern verständigt werden, sobald die Trauben reif geworden waren, damit er einen Aufsichtsbeamten schicken konnte, der Lese und korrekte Ablieferung überwachte. Dieser erteilte auch die Leseerlaubnis. Bisweilen wurden auch Weintrauben von einem Kurier zur Güteverwaltung gebracht, um die Entscheidung einzuholen. Im Jahre 1775 habe sich der von Schloß Johannisberg im Rheingau entsandte Kurier verspätet und sei bei der Verwaltung in Marburg so eingetroffen, daß die Lese erst 14 Tage später als üblich beginnen konnte. Sie ergab, durch den Botrytispilz verursacht, einen vorzüglichen Wein.

  • Spiel

    …man sagt, der Wein hat Spiel. So wird ein nunancenreicher, würziger, reifer, eleganter Wein mit pikanter Säure charakterisiert, dessen Inhaltsstoffe geruchlich und geschmacklich fein aufeinander abgestimmt sind.

  • Spitz

    Weine mit einer aufdringlichen, einseitig hervortretenden Säure werden spitz genannt. Es sind meist Weine aus sehr unreifen Trauben. Abhängig ist dies vom Säuregehalt, der bei jeder Traubensorte anders ausfällt. Bei einfachen Qualitätsweine, bei denen diese Beeinträchtigung auftritt, weisen einen Säureanteil meist über 8 ‰ auf. Längere Flaschenreife baut diesen Eindruck etwas ab. Man spricht dann von säurereichen Weinen.

  • Spritig

    Ein Weinfehler, der bei sehr alkoholreichen Weinen (oft über 14 Vol.-%) auftreten kann. Dieser Wein hat dann einen geruch, als wäre ihm (in deutschland verbotenerweise) Sprit (Hochprozentiger Alkohol) zugesetzt worden. Dieser Geruch überdeckt dann andere Bukettstoffe des Weins. siehe auch brandig.

  • Spritten

    Zusetzen von hochwertigen Branntweinen vor allem bei Südweinen, um die Gärung zu unterbrechen, möglichst viel Süße zu erhalten und die notwendigen Alkoholgrade zu erreichen.

  • Spritzig

    Bezeichnung für frische, meist junge Weine, die lebendige Säure aufweisen. Sie zeichnen sich oft durch einen oft etwas erhöhten Kohlensäuregehalt aus, der aber nicht sihtbar, wie bei moussierenden Weinen ist, sondern nur leicht auf der Zunge "bitzelt". Alkohol- und Extraktstoffgehalt sind relativ zu anderen weinen gering. es ist eine angenehme Frische, die viele Weinlieberhaber schätzen. ein solcher Wein sollte jung getrunken werden, da er mi der Lagerung diese Spritzigkeit verliert. Dies ist natürlich keine qualitätsmindernde Eigenschaft, sondern der Wein verfügt nun über eine angenehme Reife.

  • Spundekäs

    Ein Evergreen unter den rheinhessischen kleinen Gerichten zum Wein. Als Spezialität auf fast allen Speisekarten der Weinstuben und der Gutsschänken zu finden. Der Spundekäs besteht aus Frischkäse (Weichkäse), angemacht mit Salz, Pfeffer, rotem Paprika und Zwiebeln, er wird mit trockenem Brot oder Salzgebäck (besonders Laugenbrezeln) gereicht. Die ursprüngliche Form war die eines spitz zulaufenden, gedrehten Faßstopfens (mit dem das Spundloch des Weinfasses verschlossen wurde). Dieser heißt in Rheinhessen Faßspundloch, woher der Name des Spundekäs stammt.

  • Staabdrogge

    Mundartlich für einen extrem trockenen Wein (so trocken, daß er staubt, staubtrocken). Ähnlich Forzdrogge.

  • Stahlig

    Steigerungsform für rassige, nervige Weine, die noch eine anhaltende feste und säurebetonte Art besitzen. Ursprünglich verstand man darunter Weine die außer Rasse einen metallischen, stahligen Geschmack hatten.

  • Stahltank

    Seit den fünfziger Jahren wurde das traditionelle Holzfass zunehmend durch Stahltanks (mit Innenverkleidung aus Glasemaille oder Kunststoff) oder Edelstahlbehälter verdrängt. Ihre Hauptvorteile: einfachere Reinigung und die damit verbundene Hygiene. Zudem lassen sich verschiedene Weinarten nacheinander im selben Behälter einlagern, was beim Holzfass nicht möglich ist. Schwund und Gasverlust sind praktisch ausgeschlossen. Der Wein bleibt viel länger frisch als im Holzfass. Stahltankbehälter können in allen erdenklichen Grössen hergestellt werden, Volumen von über 100.000 Litern sind heute keine Seltenheit mehr.

  • Staubiger

    Österreichischer Ausdruck für einen jungen Wein mit leichter Trübung nach dem Sturm.

  • Steillage

    Weinberg mit einem Gefälle von mehr als 20 %. In kühleren Regionen nutzt man die Hangneigung aus, um eine raschere und intensivere Bodenerwärmung durch die Sonneneinstrahlung zu erhalten. Weine aus Steillagen sind oft gehaltvoller und fruchtiger. Die Bewirtschaftung ist aber bedeutend aufwendiger, da der Mechanisierung Grenzen gesetzt sind. Die Erosion wird nach Möglichkeit durch Querzeilung und Terrassierung herabgesetzt.

  • Stickel

    Haltepfosten im Weinberg aus Holz, Metall (verzinkter Stahl), Kunststoff oder Beton. Zwischen den Stickeln sind die Drähte gespannt, an welche die Rebtriebe angeheftet werden.

  • Stillwein

    Laut Definition des Internationalen Weinbauamtes ein Wein nach Beendigung der Gärung, aus dem sich keine Kohlensäure mehr entwickelt. Dagegen steht der Perlwein und der Schaumwein.

  • Stoppen

    Abbrechen der Gärung durch Schwefeln oder Kühlen.

  • Straussenwirtschaft

    In rheinhessischen Straußwirtschaften schenkt der Winzer selbst erzeugten Wein aus. Dies darf er nach vorheriger Anzeige höchstens an vier zusammenhängenden Monaten im Jahr, die auch in zwei zusammenhängende Zeitabschnitte aufgeteilt werden dürfen. Es dürfen nur einfach zubereitete Speisen verabreicht werden (Spezialitäten zum Wein). Ein solcher Ausschank ist meistens durch einen Kranz, Strauß oder ein ähnliches Zeichen und eine Tafel erkennbar gemacht. Ihr Alter ist ungewiß. Bei Publius Syrus findet sich um 45 v. Chr. eine Erwähnung solcher Schankstätten selbsterzeugten Weines. In Rheinhessen wird Karl der Große gerne als ihr Begründer angesehen.

  • Stravecchio

    Bezeichnung für sehr alt die man vornehmlich auf Etiketten von Destillaten (Grappa) und manchmal vom Vin Santo antrifft. Oft sind es Getränke, die ein Verschnitt verschiedener Jahrgänge sind und im Solera-System gereift werden. Da bei dieser Lagerungsmethode die älteren Fässer immer wieder mit jungem Wein aufgefüllt werden, ist nicht deutlich, wie alt tatsächlich der älteste Wein im Solera ist.

  • Stück

    Altes Rheingauer Faß mit 1200 l Inhalt; in alten und qualitätsbewußten Weingütern zusammen mit dem Halbstück (600 l) gebräuchlich.

  • Sturm

    Österreichische Bezeichnung, für Most der bereits weitgehend zu Wein durchgegoren ist.

  • Süss

    offiziell erlaubte Geschmacksbezeichnung zur Süße des Weins. In Deutschland und Österreich gebräuchliche Bezeichnung für einen relativ hohen Gehalt an Restzucker im Wein. Nach dem EU-Weingesetz ist dies ein Wein mit zumindest 45 g/l und ein Schaumwein mit mehr als 50 g/l Restzucker. Weitere Bezeichnugen sind lieblich, halbtrocken und trocken.

  • Süssreserve

    Bezeichnung für jenen Zusatz von unvergorenem (in Österreich angegorenem) Traubenmost, durch den Weine im allgemeinen einen mehr oder weniger großen Restzuckergehalt aufweisen und der ihnen eine liebliche bis süße Geschmacksrichtung gibt, wie dies bei ungezählten deutschen und - seit dem letzten Weinskandal nur noch wenigen - österreichischen Weinen der Fall ist. Bei Tafel- und Qualitätsweinen darf diese Süßreserve durch Zusatz von Zucker im gleichem Umfang wie der Grundwein "verbessert" werden, so daß allen gegenteiligen Beteuerungen zum Trotz eine Teilsüßung des Weins unmittelbar durch Zuckerzusatz erfolgen kann. Die Süßreserve gilt rechtlich nicht als Verschnitt, sie wird aber auf die übrigen Fremdanteile im Wein (Jahrgang, Sorten, Lage) insoweit angerechnet, als diese heute zusammen nicht mehr als 25% ausmachen dürfen. Es gibt eine ganze Reihe von Gründen, warum man dem Wein Süßreserve zusetzt, nämlich einmal um kleine Fehler oder Schwächen im Wein zuzudecken, zum anderen um dem unkundigen Weintrinker die vorhandene Säure milder erscheinen zu lassen und schließlich um eine höhere Reife und Qualität des Weins zu suggerieren. Keiner dieser Gründe kann den qualitätsbewußten Weintrinker überzeugen, zumal er weiß, daß in ihrer Jugend harte und aggressive Weine genau wie herausragende Bordeaux-Weine altern müssen, um auf ihrem Höhepunkt getrunken zu werden. Süßreserve ist im Zusammenhang mit Weinkultur ein unbekannter Begriff, wohingegen ein natürlicher Zuckerrest, der nach natürlichem Gärende im Wein unvergoren zurückgeblieben ist, einigen Rieslingen gut anstehen mag - ohne jedermanns Geschmack sein zu müssen.

  • Super Tuscans

    oder Supertoskaner Rote Spitzenweine aus der Toskana, entstanden in den späten siebziger Jahren aus der zugelassenen roten Sangiovese-Rebe sowie anderen, per Gesetz nicht zugelassenen Sorten wie Cabernet Sauvignon, Merlot, Syrah und Pinot noir, zudem im Barrique, statt in grossen Fässern, gereift. Damit waren sie keine DOC-Weine, sondern Vini da Tavola, das heisst Tafelweine.

  • Superiore

    Italienische Bezeichnung für DOC-Weine, die für qualitativ hochwertiger gehalten werden als eine Normalabfüllung, da sie gesetzlich über einen höheren Mindestalkoholgehalt (meistens ein Prozent) verfügen müssen. Zusätzlich werden diese Weine einer obligatorisch längeren Reifezeit, entweder im Fass, in der Flasche oder einer Kombination von beiden, unterzogen. Die gesetzliche Auflagen implizieren eine höhere Beerenreife und deshalb einen höheren Alkoholgehalt in diesen Weinen, was (zumindest theoretisch) als Qualitätsgarantie angesehen wird.

  • Sur- lie

    Siehe Vin sur lie

  • Tafelwein

    Die unterste der drei Qualitätsstufen (Weingruppen). Es gibt spezielle gesetzliche Anforderungen in Bezug auf Rebsorten, Anreicherung, Alkoholgehalt und Önologische Behandlung. Die Angabe Deutscher Tafelwein (oder Landwein) ist auf dem Etikett vorgeschrieben. Nicht benutzt werden dürfen die Namen bestimmter Anbaugebiete. Diese sind Qualitätsweinen vorbehalten. Hingegen sind für Tafelwein die Namen der Tafelweinbaugebiete und deren Untergebiete zulässig (für rheinhessischen Tafelwein Rhein-Mosel und - als Untergebiet - Rhein), wenn der von dort stammende Anteil mindestens 85 % beträgt, ebenso Jahrgangs- und Rebsortenangaben. siehe auch vin de table, vino da tavola.

  • Talento

    Name für hochwertige flaschenvergorene Schaumweine.

  • Tankvergärung

    Zweite Gärung, erfolgt im geschlossenen Edelstahltank. Bevorzugte Methode für günstige Markenschaumweine.

  • Tannin

    1. Gerbstoff
    2. Zusatzstoff zum Schönungsmittel, vor allem bei gerbstoffarmen Weißweinen
    Tannin findet sich in den Stielen, Häuten und Kernen der Traube. Mittlerweile sind mehr als 30 verschieden Tannine bekannt.Gerbstoff aus der Gruppe der Phenole. Chemisch gesehen handelt es sich um Ester der Gallussäure. Sie wirken sehr stark gerbend und adstringierend, daher werden sie seit Jahrtausenden zum Gerben von Leder verwendet. Sie sind auch in den Trauben-Kernen, Kämmen (Rappen, Stielen) und vor allem in den Traubenschalen enthalten. Je nach Traubensorte treten sie mehr oder weniger stark in Erscheinung. Das weichste Tannin liefert die Beerenhaut, die beim Rotwein mitvergoren wird. Beim Ausbau im Barrique gibt das Holz des Fasses zusätzlich Tannin an den Wein ab. Tannin wirkt konservierend und ist deshalb in Weinen, die für längere Lagerzeit bestimmt sind, ein wesentlicher Bestandteil.

  • Tastevin

    Weinprobierschale

  • Tastevinage

    Besondere Etikettierung bei bestimmten Burgundern, die nach eingehender Probe von einem Ausschuß der Confrérie du Tastevin ausgewählt wurden und nach Entrichtung einer bestimmten Gebühr das besondere Etikett der Bruderschaft tragen, auf dem der Name des Abfüllers (Händler oder Erzeuger) ebenfalls erscheint. Die betreffenden Weine gelten als tastevinés. Dies ist ein Hinweis auf, aber keineswegs eine Garantie für eine gehobenere Qualität.

  • Teinturier

    siehe Färbertraube

  • Temperaturkontrolle

    kontrollierte Gärführung, zum Beispiel mit einer niedrigen Temperatur im Gärbehälter, um eine langsame, gezügelte Gärung zu gewährleisten und reintönige Weine mit mehr Frucht zu erzielen (bei Weißweinen etwa 16 bis 20 Grad Celsius, bei Roten 27 bis 30 Grad).

  • Temperieren

    Ein behutsames Temperieren von Wein sollte vorgenommen werden um seinen optimalen Geschmack zu erhalten. Rotwein sollte aber nie schnell in heißem Wasser oder auf der Heizung erwärmt werden.Umgekehrt gilt für Weißwein nie im Tiefkühlfach schnell herunterkühlen. siehe auch Weinthermometer

  • Tenuta

    Weingut - Besitztum, das Weinberge und Gebäude ( Kellerei ) umfasst. Siehe auch Azienda.

  • Teroldego

    Die Teroldego ist eine autochtone Sorte aus dem Trentino. Am besten ist sie in bestimmten Lagen im Campo Rotaliano. Sie ist eine der interessantesten Sorten im Trentino. In der Gegend um Messocorona und Messolombardo baut man die Reben auf dem Schwemmland der Wildbacher Noce an.

  • Terravin

    Bezeichnung für einheimische, gehobene Weissweine aus dem schweizer Kanton Waadt, die eine Qualitätsprüfung bestanden haben.

  • Terroir (frz. Erde/Boden)

    Komplexes Zusammenspiel von Boden, Klima und Witterungsverlauf, das Einfluß auf die Qualität des Weins hat. In Europa stark beachtete Kriterien für den Weinbau, die in Übersee erst nach der Kunst des Kellermeisters in Betracht gezogen werden.

  • Terroirwein

    Weine bestimmter Anbauregionen und genau benannter Weinlagen. In der Alten Welt ist man im Gegensatz zu Weinmachern in Übersee überzeugt, dass der Charakter eines Weins, sein Ausdruck und seine Qualiät stärker vom Boden, der Lage und dem Klima beeinflusst werden als von der Technik im Weinkeller.

  • Tête de cuvée

    Französischer Ausdruck, der in den einzelnen Anbaugebieten unterschiedlich bedeutet. Ursprünglich nannte man so das beste Fass (oder Fässer) einer Ernte in einem bestimmten Winzerkeller. Bei der Herstellung des Champagners bezeichnet dies den Most aus dem ersten Pressvorgang. Für hochwertigsten Champagner ("Cuvée de Prestige") wird ausschließlich "Téte de cuvée" verwendet.

  • Tête

    Bedeutet im Französischen eigentlich Kopf und bezeichnet daher in der Regel den Gipfel einer Sache. Ein vin de tête oder eine tête de cuvée oder tête de cru meint daher den besten Wein, den der Winzer oder das Weingut von diesem Jahrgang erzeugt hat.

  • Tinto

    Spanische und portugiesische Bezeichnung (auch tinta) für "gefärbt", in diesen Ländern bei Trauben und Weinen auch häufig für "rot" gebräuchlich. Wird auch als Synonym für einen dunklen, körperreichen, alkoholstarken Rioja verwendet (für Likörweine auch "negro").Spanischer Ausdruck für Rotwein

  • Tirage

    Französische Bezeichnung für Flaschenabfüllung.

  • Tocai Friulano

    siehe Rebsorten

  • Tocai

    siehe Rebsorten

  • Tokajer

    Einer der traditionsreichsten und bedeutendsten Likörweine der Welt, der gegenwärtig wieder zu seiner früheren Bedeutung zurückfindet und der in dem Gebiet von Tokaj-Hegyalja mit jährlich etwa 180.000 hl erzeugt wird. Er stammt zu rund zwei Dritteln aus dem Furmint, während für den Rest weitgehend der Hárslevelü (Lindenblättrige) sowie etwas Gelbe Muskateller (Muscat de Lunel) aufkommen.
    Tokajer wird nach einen ganz besonderen Verfahren erzeugt, wie es sich in Jahrhunderten herausgebildet hat. Der sozusagen einfachste Tokajer ist der Tokaji Szamorodni (Tokajer Samorodner), ein Wein, der je nach Jahrgang trocken oder mehr oder weniger süß sein kann, aber stets einen Botrytiston dabei aufweisen muß und über etwa 15% vol. Alkohol verfügt. Das Geheimnis des Tokajers ist nämlich wie bei den Beeren- und Trockenbeerenauslesen des Rheingaus oder den Sauternes die Edelfäule. Im Unterschied zu diesen und ähnlich den Fino Sherries wird er jedoch eine Zeitlang in nur etwa zu vier Fünftel vollen Fässern ausgebaut, in denen sich dann ein Hefefilm bildet, ähnlich der Florhefe, doch bei sehr viel geringeren Temperaturen, die den Weinen ihre besondere Geschmacksnote verleiht. Für höherrangigen Tokajer, den Tokaji Aszú (Tokajer Aszú), sortiert man die von der Edelfäule befallenen Beeren aus und füllt sie in Puttonyos (Butten) von etwa 30 l Fassungsvermögen. Die anderen Trauben werden gepreßt bzw. sind meist vor dem 28. Oktober gelesen worden, dem traditionellen Lesebeginn für die Aszú-Trauben. Die Qualität des späteren Tokaji Aszú und sein Süßegrad hängen nun von dem Verhältnis normalen Weins - wobei früher als bester Grundwein jeweils der des voraufgegangenen Jahres galt - zu Butten edelfaulen Lesegutes ab, d.h. wieviel Butten Ausbruchteig einem Göncer Faß (136 l) Grundwein hinzugefügt und zusammen vergoren werden. Je mehr Butten desto feiner, süßer und bemerkenswerter ist der Wein. Die Zahl der Puttonyos, die auf dem Halsetikett der Flasche angegeben ist, schwankt zwischen eins und sechs, wobei die am häufigsten erzeugten Weine drei-, vier- oder fünfbuttige Aszúweine sind. Für alle diese Stufen sind exakte Mindestwerte vorgeschrieben, so daß diese Weine in der Regel heute statt in Göncer Faß und Butten entsprechend den vorgegebenen Parametern in größeren Einheiten verzeugt werden. Der rarste aller Tokajer ist die Tokaji Eszencia (Tokajer Essenz), die ausschließlich aus dem Vorlauf der Butten erzeugt wird, wobei eine Butte 1-1,5 l Essenz ergibt, die mindestens 250 g/l Zucker enthält, der natürlich nur zum geringsten Teil vergärt, so daß die Essenz den niedrigsten Alkoholgehalt (6-10% vol.) und die höchste Süße aller Tokajer aufweist und eine einmalige, doch nur äußerst selten anzutreffende Köstlichkeit darstellt. Nicht ganz so aussergewöhnlich ist der Tokaji Aszú Eszencia, der über dem sechsbuttigen Aszú rangiert, in der Regel wohl um 200 g/l Restzucker und 12-14% vol. Alkohol aufweist.
    Aus diesen gesetzlichen Bedingungen heraus ergibt sich, daß im Gegensatz zu einem Sauternes ein Tokajer nicht jedes Jahr erzeugt werden kann, da der Botrytisbefall die unumstößliche Voraussetzung ist. Im allgemeinen geht man davon aus, daß von zehn Jahren drei mittlere Jahre und vier gute Jahre sind, während es in den verbleibenden drei keinen Tokajer gibt. Auch quantitativ unterscheidet sich der Tokajer vom Sauternes: Quantitativ mittlere Jahre ergeben einen durchschnittlichen Ertrag von ganzen 5 hl/ha, gute Jahre hingegen im Schnitt 10 hl/ha.

  • Toskana

    Die Toskana ist wohl eine der bekanntesten und wichtigsten Weinregionen Italiens, woran in den letzten Jahrzehnten der mengenmässig grösste unter den DOC-Weinen, der Chianti nicht ganz unschuldig war. Heute gewinnen die aufstrebenden Weine wie der Brunello di Montalcino, der Vino Nobile di Montepulciano und der Vernaccia di San Gimignano immer grössere Aufmerksamkeit. Die 23'000 km2 grosse Toskana ist eine mittelitalienische Region am Tyrrhenischen Meer die in der Grösse an 5. und mit der Bevölkerungszahl an 9.Stelle steht und in 9 Provinzen unterteilt ist. In der knapp 87'000 ha grossen Gesamtrebfläche sind 20 DOC- und 3 DOCG-Zonen ausgewiesen, deren Zahl wohl noch weiter steigen wird. Es werden jährlich knapp 3,9 Mio. hl Wein produziert, darin sind ca. 31 % DOC/DOCG-Weine enthalten. Das toskanische Klima ist gemässigt, im Sommer heiss und trocken, im Winter und Frühjahr kalt bis kühl mit ausreichend Niederschlag. Der Durchschnittsertrag von ca. 45 hl/ha ist für Qualität und Quantität ein optimales Mittelmass. Bodenbeschaffenheit und Mikroklima sind sehr unterschiedlich, ebenso die Rebsortenvielfalt. Es werden hauptsächlich die roten Rebsorten Sangiovese, Canaiolo Nero, Colorino und Mammolo sowie die weissen Trebbiano Toscano, Vernaccia, Malvasia del Chianti und Moscadello kultiviert die in sehr verschiedenen Systemen erzogen werden. Der wichtigste Wein ist noch immer der "Chianti Classico" dicht gefolgt vom "Brunello di Montalcino" und dem "Vino Nobile di Montepulciano".

  • Traditionelle Flaschengärung

    In Deutschland benutzter Begriff für die klassische Methode der Sektherstellung, in der die Hefe in der Flasche abgerüttelt wird.

  • Traminer

    Aromatico siehe Rebsorten

  • Transvasierverfahren

    Verfahren aus traditioneller Flaschengärung und Tankvergärung. Die zweite Gärung erfolgt zunächst in der Flasche, das Abtrennen der Hefe jedoch nicht durch Abrütteln, sondern durch Filtration wie bei tankvergorenen Sekten. Trotzdem darf der Erzeuger Flaschengärung auf das Etikett schreiben, für viele Verbraucher irreführend.

  • Tratrate

    Salze der Weinsäure (Acidum tartarcidum) Sie können als Weinstein in Form von Kristallenim Wein ausfallen.

  • Traube

    Frucht der Rebpflanze. Die Beere besteht aus Haut, Fruchtfleisch und Kernen. Das Fruchtfleisch besteht hauptsächlich aus Wasser aus Zuckern, die den Alkohol für die Gärung geben aus organischen Säuren, darunter die Milchsäure, die sich in Fruktose und Glukose zersetzt, und aus Weinsäure. Die Haut besteht aus 6 Schichten. Die Haut enthält die Farbstoffe und den Grossteil der Aromastoffe der Traube. Es sind dort Anthocyane und Flavone also Phenole zu finden. Die Haut der Traube überträgt den Erdgeschmack. Und auch seine Farbe, denn das Fruchtfleisch der Traube ist weiss. In Wirklichkeit haben einige Rebsorten, "Färber" genannt, ein farbiges Fruchtfleisch. Die Kerne enthalten Tannin und Fette.

  • Traubenlese

    Im September, Oktober, November werden die Trauben gelesen. Ein großer Teil der Arbeit erledigen heute die Traubenvollernter. Beim größten Teil der Rotweine, bei Beeren- und Trockenbeerenauslesen, sowie bei den Selectionsweinen, wird von Hand gelesen.

  • Traubenmostkonzentrat

    Weil es gesetzlich vorgeschrieben ist, wird in Italien anstelle von Rübenzucker konzentrierter und geklärter Traubenmost aus dem eigenen Weinberg verwendet, um den Alkoholgehalt eines Weines anzuheben. Je nach Art des Konzentrats hat diese Methode auch starken geschmacklichen Einfluss.

  • Traubenmühle

    Gerät zum Mahlen der Beeren zwischen zwei gegeneinander laufenden Gummirollen, um aus Trauben Maische herzustellen.

  • Traubensaft

    Natürlicher, durch bestimmte Verfahren haltbar gemachter alkoholfreier Fruchtsaft (ungegorener Traubenmost). Er ist nur zum unmittelbaren Verbrauch, nicht zur Weinherstellung bestimmt und muß als Traubensaft gekennzeichnet sein. Jahrgangs- oder Rebsortenangaben sind zulässig. Ein Kilo Trauben ergibt normalerweise 0,7 Liter Most.

  • Traubenwickler

    gefährlicher Schädling, der als Heu- oder Sauerwurm an den Gescheinen (Trauben vor der Blüte) der Rebpflanze frißt und diese zerstört. Wird mit Insektiziden bekämpft.

  • Traubenzucker

    auch Saccharose, Inhaltsstoff des Mostes, aus Glucose und Fructose bestehend. In der Reifezeit nimmt der Gehalt an Traubenzucker stetig zu und parallel dazu die Säure stetig ab.

  • Trebbiano

    siehe Rebsorten

  • Trentin

    Die meisten Weinberge des Trentin liegen in geringeren Höhen, auf sanft geneigten Talhängen und in der Ebene. Auch das kulturelle Umfeld ist hier bereits typisch italienisch. Das Trentin liefert durch seine geographischen und klimatischen Bedingungen lieblichere Weine mit runderem Aroma. Das Angebot umfasst hauptsächlich trockene, helle und fruchtige Weine, aber ebenso Rotweine mit Charakter, die auch altern können

  • Trester

    Der feste Rückstand bei der Kelterung von frischen Weintrauben. Er setzt sich zusammen aus Beerenhülsen (-schalen), Kernen und Kämmen (Stielen, Rappen). Aus Trestern darf nur Tresterbrand (entspricht dem italienischen Grappa und dem französischen Marc) hergestellt werden, nicht aber Wein. Weiterhin werden die ausgepreßten Schalen mit den Kernen als Brennstoff oder als organischer Dünger im Weinberg weiterverwendet.

  • Tresterhut

    Schalen, Stiele und andere feste Traubenbestandteile, die bei der Maischegärung auf dem Saft schwimmen.

  • Trinktemperatur

    Wein ist sehr temperaturempfindlich. Die richtige Trinktemperatur ist Voraussetzung dafür, daß sich die Aromastoffe des Weines für die Nase (Blume) und den Gaumen (Bukett) richtig entfalten, nicht zu einseitig-aufdringlich (zu warm) und nicht zu zurückhaltend-ausdruckslos (zu kalt) sind. Weißwein und Rosewein/Weißherbst trinken sich am besten bei 10-12° C, Rotweine bei 13-16° C, gerbstoffreiche, alkoholreiche und ältere Rotweine auch darüber (bis 18° C). Diese sollte man vorher dekantieren, und chambrieren (Zimmertemperatur annehmen lassen).

  • Trocken

    Eine in Deutschland und Österreich der für Wein auf dem Etikett allein zulässigen vier Geschmacksangaben. Ein so bezeichneter Wein darf entweder höchstens 4 g/l Restzucker haben (man spricht dann von klassisch trocken) oder höchstens 9 g/l Restzucker, wenn die Weinsäure höchstens 2 g/l niedriger ist als der Restzuckergehalt (z.B.: bei 8 g/l Restzucker darf der Säuregehalt 6 g/l nicht unterschreiten). Trockenen Weinen wird auf Antrag das gelbe Weinsiegel verliehen. Bei Sekt weist die Angabe trocken hingegen auf einen Gehalt an Restzucker zwischen 17 und 35 g/l hin, wahlweise ist auch das Wort dry erlaubt.

  • Trockenbeerenauslese

    Konzentrierter, edelsüßer Wein der höchsten Qualitätsstufe (in Deutschland mindestens 150 Grad Öchsle), nur aus vollreifen, unbe-schä-digten, gesunden und rosinenartig einge-trock-neten Beeren gewonnen, die einzeln aus einer Traube herausgepickt werden. Es ist ein sehr edler Wein mit einem eindeutigen Honigduft. Dieser Duft ergibt sich aus den mit der "Edelfäulnis" behafteten und zusammenge-schrumpften Trauben. Berühmte TBA kommen aus Deutschland, Elsaß und Österreich (Neusiedlersee). Auch Sauternes und Barsac aus dem Bordelais.

  • Trollinger

    siehe Rebsorten

  • Trullo

    Steinernes, einräumiges Rundhaus meist mit Kraggewölbe, wie es vor allem in Apulien anzutreffen ist. Im 18. Jahrhundert tauchten Trulli, ohne daß die Zusammenhänge bislang hinreichend geklärt zu sein scheinen, auch in Teilen von Rheinhessen auf, u.a. in der Umgebung von Flörsheim-Dalsheim. Seit einigen Jahren erzeugt dort das geachtete Weingut Schales einen Wein unter dem Namen "Trullo", der je nach Jahrgang bis zu 60% aus Weißem Burgunder, ca. 20-30% aus Kerner, ca. 10% aus Riesling und eventuell noch aus der einen oder anderen ergänzenden Sorte besteht: ein Wein mit 11-11,5% vol. Alkohol, trocken, gehaltvoll, substantiell mit gutem Rückgrat, Nerv, doch nicht aggressiv in der Säure, ausgeglichen, vielleicht nicht ganz das rheinhessische Gegenstück zum Geheimrat "J" des Rheingaus, doch der derzeit wohl bemerkenswerteste Wein aus dem rheinhessischen Hügelland.

  • Türkenblut

    beliebte Mischung aus Burgunder und Sekt

  • Typenwein

    Wein aus Erzeugerabfüllung mit gleichbleibender Qualität. Im Gegensatz zu Markenwein HERGESTELLT IN DEN erzeugerbetrieben oder von Interessengemeinschaften meherer Weingüter sogenannte Charta-Weine

  • Umbria

    ital. Umbrien, nicht ganz 8500 km2 gross, ist eine mittelitalienische Region. Eingeschlossen von der Toscana, den Marken und dem Latium, am Rande des Apennin ist es ein hügeliges, grünes Hochland mit vielen Seen, Flüssen und bis zu 1700 m hohen Bergen. Der Trasimenische See ist der 4. grösste Italiens. Als die 16. grösste Region steht Umbrien mit der Bevölkerung an 17. Stelle. Perugia und Terni bilden die 2 Provinzen in denen gut 22'200 ha mit Reben bepflanzt sind. Die bekannteste der insgesamt 7 DOC-Zonen ist wohl die von "Orvieto". Jährlich werden etwas mehr als 1,1 Mio. hl Wein produziert, worin fast 15 % DOC-Weine enthalten sind. Der Durchschnittsertrag liegt bei ca. 50 hl/ha. Das milde, für den Weinbau gerazu ideale Klima wird massgeblich vom Tyrrhenischen Meer beeinflusst, weil die Apenninen im Norden und Osten eine Wetter- und Wasserscheide bilden. Im Winter gibt es reichlich Niederschlag und im Sommer viel Sonne, die Weinberge werden aber durch kühle Winde vor Überhitzung und Trockenheit geschützt. Die meissten Weinberge sind auf kalkreichem Lehm- und Sandboden angelegt, wo hauptsächlich die roten Rebsorten Sangiovese, Giliegiolo, Canaiolo und Montepulciano, sowie die weissen Trebbiano, Procanico und Grechetto angebaut werden. Sie sind im allgemeinen im Cordone- oder Doppio Capovolto-System erzogen. Die wichtigsten Weine, Orvieto Classico, Torgiano, und Sagrantino werden von den angesehensten Winzern wie Lungarotti, Adanti, Decugnano dei Barbi und Le Velette in besonderer Qualität erzeugt. Die Weinzonen sind Perugia und Orvieto.

  • Umfüllen

    Durch das Umfüllen erfolgt gleichzeitig die Klärung und die Beseitigung der Kohlensäure. Es beseitigt die Hefe und beugt somit der Entwicklung von Krankheiten und schlechten Gerüchen vor. Gleichzeitig entfernt es einen Teil gelöster Kohlensäure, die nur in den Perlweinen angenehm ist. Dies belüftet die Weine und kurbelt ihre Entfaltung an. Wenn der Wein im Gärbottich gegärt wird, nimmt man im allgemeinen 3 Umfüllungen vor, die erste davon an frischer Luft. Wenn er in Fässern gemacht ist, werden im allgemeinen vier Umfüllungen im ersten Jahr und zwei oder drei im nachfolgenden Jahr durchgeführt. Einige Weine werden nicht umgefüllt.

  • Umkehrosmose

    Die Umkehrosmose ist ein Verfahren zur Erhöhung der Konzentration des Traubenmosts durch Entziehung von Wasser. Ist von deutschen Behörden offiziell noch nicht zugelassen. Es gibt jedoch eine größere Anzahl von befristeten Genehmigungen für Winzer. Die Umkehrosmose benutzt die unterschiedlichen Dichten von Wasser und Alkohol. Kritiker befürchten durch die Zulassung eine verstärkte Abkehr vom handwerklichen Weinmachen hin zur hochtechnischen Weinproduktion. Befürworter begrüßen die Qualitätsverbesserung. Konzentrierte Weine sind bei vollerem Geschmack komplexer und farbtiefer. International ist die Konzentration des Traubenmosts mit unterschiedlichen Techniken (Vakuumverdampfung, Schockfrosten durch Kryoextraktion) oder einfach durch Aufzuckern (Chaptalisieren) erlaubt. Jegliche Konzentration des Traubensafts erhöht den Alkoholgehalt und verändert dadurch das gesamte geschmackliche Erscheinungsbild eines Weins.

  • Umpfropfen

    Wechsel der Rebsorte im Weinberg durch Aufsetzen eines Reises der neuen Sorte auf den abgesägten Stamm des alten Rebstocks.
    Umpumpen Bei der Maischegärung wird damit die Extraktion intensiviert. Dabei zieht man den gärenden Wein unten im Tank ab und gibt ihn mit einem Schlauch wieder oben auf den Tresterhut, so daß dieser umspült wird.

  • Umschlagen

    Die bakterielle Erkrankung eines Weins kann sich in Zersetzung der Weinsäure und Bildung von flüchtigen Säuren (Essigsäure) und von Kohlensäure äußern. Dadurch tritt nachträglich eine Trübung des vormals klaren Weins ein. Eine derartige Trübung kann auch durch Ausscheidung chemischer Stoffe auftreten. In beiden Fällen ist der Wein "umgeschlagen" und praktisch ungenießbar geworden.

  • Umziehen

    Das Umziehen eines Weines von einem Behälter in einen anderen, um dabei Trubstoffe zu entfernen (grobe Klärung)

  • Unharmonisch

    Die Geschmackskomponenten Säure, Süsse, Alkohol und Gerbstoffe stehen bei unharmonischem Wein in keinem abgestimmten Verhältnis zueinander.

  • Unreif

    Weine erscheinen unreif, wenn sie aufgrund ihrer kurzen Lagerung noch nicht ausreichend entwickelt sind. Es ist kein Weinfehler, oder eine Qualitätsminderung, sondern mit zunehmender Lagerung kann ein Wein zu einem harmonischen Tropfen heranreifen. Ob dem so ist, ist abhängig von Qualität des Weins , seinem Lagerort und seinen Lagerbedingungen

  • Unsauber

    Wein der aufgrund von Krankheit oder Weinfehler einen Fehlgeruch oder einen Fehlgeschmack aufweist.

  • Unselbständig

    kleiner, bedeutungsloser Wein, der meist auch zu wenig Alkohol besitzt.

  • Unterlagsrebe

    Rebstamm mit Wurzelsystem, wegen ihrer Resistenz gegen die Reblaus meist amerikanischen Ursprungs.

  • Urgesteinriesling

    Österreichische Bezeichnung für Rieslingweine der Wachau.

  • Ursprungsbezeichnung

    gesetzlich geschützte Herkunftsangabe auf dem Etikett.

  • UVA- Italia

    Traubensorte (Speisetraube). Diese Speisetraube stammte ursprünglich aus Frankreich und ist eine Kreuzug zwischen Bicane und Muscat Hamburg. Die grossen ovalen Beeren sind grünlich bis goldgelb und schmecken leicht nach Muskat.

  • Valpollicella Classico

    Der Classico-Bereich beschränkt sich auf die westlichsten Gemeinden Negrar, Marano, Fumane, San Pietro in Cariano und Sant'Ambrogio di Valpolicella.

  • Valpollicella Valpantena

    Weine mit dieser Bezeichnung stammen aus einem begrenzten Gebiet nördlich von Verona, das die Gemeinden Alcenago, Rosaro und Azzago einschliesst.

  • Valpollicella

    Valpolicella bezeichnet ein Weinbaugebiet , das in den Bergen nördlich von Verona gelegen ist und 19 Gemeinden umfasst. Ähnlich wie beim Chianti legen die DOC-Bestimmungen die Anbaugebiete für Valpolicella-Weine fest, ebenso gibt es auch hier unterschiedliche Qualitäten. Alle Valpolicella-Weine, wie auch der Recioto und der Amarone werden hauptsächlich aus folgenden Traubensorten hergestellt: 40 - 70 % Corvina veronese, 20 - 40 % Rondinella, 5- 25 % Molinara. Ausserdem sind noch kleinere Anteile von Rossignola, Negrara, Barbera und Sangiovese zur besseren Akzentuierung zulässig. Der Valpolicella ist einer der bekanntesten Rotweine des Veneto. Ist er von guter Qualität, gehört er zu den elegantesten, leichten Weinen Italiens. Die Farbe ist rubinrot, das Bukett fruchtig und erinnert an Kirschen. Der Geschmack ist geschmeidig, voll, harmonisch, kann trocken oder auch etwas süsslich sein, den Abgang bildet ein leichter Bittermandel-Geschmack. Das Prädikat Superiore bezeichnet eine anspruchsvollere Qualität, der mindestens 1jährige Fasslagerung und 12 % Alkohol aufweisen muss.

  • Vaud

    Französische Bezeichnung für den Schweizer Kanton Waadt.

  • VDP

    Der "Verband Deutscher Prädikats- und Qualitätsweingüter". Eingetragener Verein mit Sitz in Trier, Abkürzung VDP. Erkennungszeichen für Weine von Mitgliedern des VDP ist seit dem Jahrgang 1991 die VDP-Kapsel mit dem Traubenadler. Die Satzung des VDP enthält strenge Qualitätskriterien wie freiwillige Ertragsbeschränkungen, höhere als die vorgeschriebenen Mindestmostgewichte; integrierter Weinbau als Mindeststandard.

  • VDQS

    (Vin délimité de qualité supérieur) Wein höherer Qualität aus einer bestimmten, genau abgegrenzten Gegend. Rangiert nach dem französischem Recht hinter den A.C.-Weinen Vecchio Italienische Bezeichnung der Qualitätsstufe von DOC-Weinen. Diese Weine unterliegen höheren Qualitätsanforderungen, sowie längerer Ausbauzeiten.

  • VDT

    Qualitätsbezeichnung: Vino di Tavola

  • Vendage Tardtive

    frz. Spätlese. Vor allem im Elsaß gebräuchliche Bezeichnung für edelsüße Weine, die der Auslese in Deutschland vergleichbar sind.

  • Vendemmia

    Italienische Bezeichnung für Weinlese oder Jahrgang.

  • Vendimia

    Spanisch für Weinlese. Die Bezeichnung für Jahrgang lautet Cosecha.

  • Veneto

    Weine aus Südtirol und dem Veneto sind im Lebensmittelhandel gut vertreten. Vernatsch, Weissburgunder, Soave, Bardolino. Die besseren Weine gibt es im Fachhandel und die Auswahl ist vielfältig: Ein Weissburgunder der Spitzenklasse aus Südtirol etwa oder ein Lagrein, ein Chardonnay, ein Nosiola oder ein feiner Marzemino aus dem Trentino. Prosecco als Perlwein oder als Schaumwein. Rotwein aus dem Valtellina, Amarone und ein guter Soave.

  • Verbessern

    Siehe Anreichern, Aufbessern, Chaptalisieren, Naßverbesserung

  • Verdichio

    siehe Rebsorten

  • Verduzzo

    siehe Rebsorten

  • Veredeln

    Aufpfropfen eines Edelreises auf eine Unterlagsrebe umpfropfen.

  • Vermentino

    siehe Rebsorten

  • Vernaccia di san Gimignano

    siehe Rebsorten

  • Vernaccia

    siehe Rebsorten

  • Vernatsch

    siehe Rebsorten

  • Verrieseln

    Nicht ganz so verhängnisvoll für den Winzer wie das Durchrieseln. Beim Verrieseln bleiben einige Beeren infolge mangelhafter Befruchtung klein und kernlos. Diese "unterentwickelten" Beeren nennt man jungfräuliche oder parthenokarpe Beeren, im Französischen Millerands, im Englischen Shot berries. Da sie gewöhnlich sehr süß sind, können sie qualitativ durchaus zur Verbesserung des Weins beitragen, doch geht das natürlich auf Kosten der Quantität.

  • Verschneiden

    Mischen von unterschiedlichen Weinpartien, Rebsorten oder Weinen aus verschiedenen Regionen zu einem neuen Wein.

  • Verschnitt

    Verfahren der "Mischung" von Wein, Most oder Trauben aus verschiedenen Gründen:
    1. um einen Markenwein gleichbleibender Qualität Jahr für Jahr zu erzeugen, wie dies bei den meisten Likör- und Schaumweinen, die ohne Jahrgangsbezeichnung in den Handel kommen, der Fall ist, aber auch für etliche Stillweine zutrifft;
    2. um einen besseren Wein zu erzeugen als entstünde, bestände er nur aus einem Teil seiner Komponenten. Diese auch assemblage genannte Mischung kennzeichnet nicht nur praktisch alle großen Bordeaux, den Chianti, Rioja, Châteauneuf-du-Pape, sondern nahezu alle südeuropäischen Weine
    3. um einen Wein genießbarer und marktgerechter zu machen, insbesondere in geringeren Jahren in den nördlichen Anbaugebieten, z.B. der Edelzwicker im Elsaß.
    Wenn die geographische Herkunft, die Rebsorte und der Jahrgang genannt sind, müssen mindestens 85% des Flascheninhalts exakt den Angaben entsprechen. Eine Ausnahme gibt es leider bei deutschen Weinen. Zugesetzte Süßreserve gilt selbst dann nicht als Verschnitt, wenn sie aus anderen als auf dem Etikett angegebenen Rebsorten, Lagen oder Jahrgang stammt. Immerhin darf sie nicht mehr unbegrenzt zugesetzt werden. Zusammen mit den übrigen Anteilen dürfen dann die Fremdanteile insgesamt 25% nicht übersteigen. Abgesehen von der Erzeugung von Rotling ist in Deutschland das Verschneiden von weißen mit roten Traubensorten nicht zulässig.

  • Vertikaler Verschnitt

    Cuvée, ein Verschnitt verschiedene Jahrgänge (Horizontaler Verschnitt: aus bis zu 50 verschiedenen Weinen verschiedener Lagen).

  • Vide

    Angabe auf einigen italienischen Weinflaschen: Sie stammen von Mitgliedern der Associazione Vitivinicoltori Italiani di Eccellenza, einem Zusammenschluß von rund 30 italienischen Spitzenweingütern. Der so ausgezeichnete Wein wurde einer Prüfung unterzogen und dank seiner überdurchschnittlichen Qualität mit der nummerierten Kontrollbanderole VIDE versehen. Ziel der Vereinigung ist es, nur die besten Weine der Mitgliedsbetriebe auszuzeichnen und auf diese Weise höchste Qualität zu erreichen.

  • Vielles Vignes

    frz. alte Reben, daher besonders gut, aber nicht mehr so ertragreich und die ganze Kraft des Rebstockes geht in die Trauben

  • Vigna

    Italienisch für Weinberg; darf ebenso wie vigneto bei DOC-und DOCG-Weinen zur Bezeichnung einer Einzellage oder cru verwandt werden, wenn die Lage im Weinbergsregister eingetragen ist und der Wein tatsächlich aus dieser Lage stammt.

  • Vigne

    Französische Bezeichnung für Wein allgemein, aber auch für den Weinstock und die Weinrebe, damit wieder auf die individuelle Parzelle und deren Wein übertragbar.

  • Vignoble

    Französisch für Weinberg oder die Gesamtheit mehrerer Weinberge (nicht für die Einzellage), die oft die gleiche Appellation haben, z.B. Les Vignobles de Bordeaux für die Gesamtheit der Bordeaux-Weine, aber auch Le Vignoble de la France.

  • Vin blanc

    Weißwein

  • Vin cuit

    "gekochter Wein"; Provencalische Spezialität für Weihnachten und festliche Angelegenheiten. Durch das Kochen des Rosé-Weines ist der Saft so konzentriert, daß nach der sehr langen Gärung ein süßer und gehaltvoller Dessertwein entsteht.

  • Vin de Café

    Meist Rot- oder Roséwein von in der Regel anspruchsloser Qualität, der als Vin de comptoir oder Schoppenwein in französischen Restaurants offen ausgeschenkt wird.

  • Vin de Corse

    Allgemeine Appellation contrôlée für die den Bestimmungen entsprechenden Rot-, Rosé- und Weißweine Korsikas. Jährlich kommen etwa 80.000 hl unter dieser Bezeichnung in den Handel, davon weniger als 10% Weißwein. Diese Weine können gegebenenfalls auf dem Etikett zusätzlich einen der 7 Bereiche als engere geographische Herkunftsangabe nennen: Ajaccio, Calvi, Figari, Patrimonio, Porto-Vecchio, Sartène und Coteaux du Cap Corse.

  • Vin de Garde

    Französische Bezeichnung für einen lange lagerfähigen Wein, dessen Qualität durch Lagerung besser wird. So gelten z.B. die 1961er, 1970er, 1975er, 1982er, 1986er, 1990er roten Bordeaux als klassische vins de garde letzter Zeit.

  • Vin de l'année

    Französische Bezeichnung (wörtlich Wein des Jahres) für einen Wein der letzten Ernte, der noch kein Jahr alt ist, unabhängig von seiner Qualität. Heuriger, Primeur.

  • Vin de Paille

    Paille bedeutet Stroh, und ein Strohwein ist ein Wein, dessen Trauben auf Strohmatten (manchmal in der Sonne, häufiger im Haus aufgehangen oder auf Gestellen gelagert) getrocknet werden, bis sie teilweise oder ganz rosiniert sind. Vins de paille sind in der Regel süße, meist recht alkoholreiche Weine, die in Frankreich jedoch nur in sehr geringem Umfang erzeugt werden, so z.T. in Hermitage und in der Jura. Passito, Recioto, Amarone, Sfurzat, Pedro Ximénez.

  • Vin de Pays

    In Deutschland Landwein, in Italien vino con indicazione geografica tipica. Anders als in diesen beiden Ländern stellt der Vin de pays in Frankreich heute mit ca. 15% einen erheblichen Anteil an der nationalen Weinerzeugung. Heute gibt es 102 Vins de pays in Frankreich mit unterschiedlich großen Gebieten. Diese können mehrere Départements umfassen, wie die Zonen des Vin de pays du Jardin de France, des Vin de pays d'Oc, des Vin de pays du Comté Tolosan, aber auch die des Vin de pays des Comtés rhodaniens, des Vin de pays des collines rhodaniennes, des Vin de pays charentais, des vin de pays de Franche-Comté u.a. oder aber auch nur wenige Hektar wie das Gebiet des Vin de pays des Coteaux Charitois an den Hängen oberhalb von La Charité sur Loire unweit von Pouilly. Französische Landweine dürfen nur aus empfohlenen Rebsorten und mit einem Hektarhöchstertrag von 80 bzw. 90 hl/ha erzeugt werden. Sie müssen je nach Region mindestens 9-11% vol. Alkohol aufweisen. Rotweine dürfen nicht mehr als 125, Weiß - und Roséweine nicht über 150 mg/l SO2 enthalten.

  • Vin Doux Naturel

    Etwas mißverständlicher Begriff für eine Gruppe südfranzösischer Weine, vor allem aus dem Midi, deren Süße nicht ganz so natürlich ist, wie der Name vermuten ließe. Zwar müssen ihre Moste vor jeder Anreicherung mindestens 252 g/l Zucker enthalten, doch sind die Weine grundsätzlich gespritet, d.h. die Gärung wird vorzeitig durch den Zusatz von reinem Alkohol beendet. Dadurch bleiben die Weine süß und verfügen über einen relativ hohen Alkoholgehalt (mindestens 15% tatsächlichen und mindestens 21,5% vol. Gesamtalkoholgehalt; in der Regel liegt der tatsächliche Alkoholgehalt dieser Weine zwischen 16 und 17% vol.). In Frankreich werden jährlich um die 600.000 hl dieser Weine erzeugt, die als Rivesaltes, Banyuls, Maury, Frontignan, Beaumes de Venice, Rasteau u.a. in den Handel kommen. Man sollte diese, auch Likörweine genannten Weine nicht mit dem grundsätzlich ungespriteten Vin liquoreux aus Sauternes oder von der Loire bzw. den deutschen und österreichischen Beeren- und Trockenbeerenauslesen verwechseln.

  • Vin Fin

    Wenig präziser Begriff in Frankreich für einen Wein gehobener Qualität, ähnlich wie grand vin. Theoretisch könnte sich jeder Wein so nennen, und dies ist wohl auch ein Grund, warum heute die einstige Bezeichnung Vins fins de la Côte de Nuits zugunsten der Bezeichnung Côte de Nuits-Villages kaum noch benutzt wird.

  • Vin jaune

    Ausgefallener, ganz spezieller Wein aus dem französischen Jura, der stark an einen sehr leichten spanischen Sherry erinnert und vornehmlich in der Umgebung von Château-Chalon erzeugt wird.

  • Vin Liqoureux

    Nicht gespriteter, süßer Weißwein, einer deutschen oder österreichischen Beeren- oder Trockenbeerenauslese vergleichbar, der ein hohes Maß an natürlichen Traubenzucker oder Liqueur enthäl

  • Vin Mousseux

    Französische Bezeichnung (wörtlich Wein des Jahres) für einen Wein der letzten Ernte, der noch kein Jahr alt ist, unabhängig von seiner Qualität. Heuriger, Primeur.

  • Vin nouveau

    Französisch für den neuen Wein, der soeben erst oder kürzlich seine Gärung beendet hat und fertig ist. Primeur, Heuriger.

  • Vin Ordinaire

    Der einfache, belanglose Allerweltswein, eine gesetzlich nicht mehr verwendete Kategorie.

  • Vin Rouge

    Französisch für Rotwein.

  • Vin Santo

    Dieser Dessertwein (auch Vinsanto oder Vino Santo) wird in mehreren Weinbaugebieten Italiens hergestellt, zum Beispiel im Trentino, der bekannteste ist aber sicher jener aus der Toskana. Der Name bedeutet Heiliger Wein; der Grund ist, dass er gerne als Messwein verwendet wurde und teilweise noch wird. Fast jeder Bauernhof stellt diesen Wein her, sehr oft nur für den Eigenverbrauch bei besonderen Anlässen. Zumeist handelt es sich um süsse Varianten (amabile), aber es werden auch trockene (secco) hergestellt. Die süssen Varianten nennt man nach dem Verfahren Passito. Ausgesuchte Trauben der weissen Rebsorten Malvasia, Trebbiano oder Grechetto (teilweise auch rote Sorten) werden zum Trocknen auf Regale ausgelegt. Angeschimmelte Trauben werden ausgeschieden. Erst nach Weihnachten werden die Trauben gekeltert und der Most in kleine Kastanien- oder Eichenholzfässer (Caratelli) gefülllt. Dazu wird häufig der dicke Rückstand eines alten Weines (Madre) dazugefügt. Traditionell werden die Fässer mit Zement verschlossen und erst nach 2 bis 6 Jahren wieder geöffnet. Das Ergebnis ist ein üppiger, alkoholstarker, süsser und golden-bernsteinfarbener Wein.

  • Vin sur Lie

    Bezeichnung für Weißweine, die ohne abgestochen zu werden, unmittelbar von der Hefe auf die Flasche gefüllt werden. Sie behalten auf diese Weise einen ganz leichten, sehr angenehmen Hefegeschmack und etwas von der natürlichen Kohlensäure, wodurch sie ganz leicht perlen. Die Weine verfügen dadurch über eine besondere Frische und Spritzigkeit, wie man sie in Frankreich zumal beim Muscadet sehr schätzt. Dieser kommt dann als Muscadet sur lie in den Handel.

  • Viña

    Spanisch für Lage (auch als Viñedo bezeichnet), wird, wo entsprechende, festgelegte Gemarkungen fehlen, mitunter als Markenname für bestimmte Abfüllungen einer Bodega verwandt.

  • Viné

    Französische Ausdruck für gespritet.

  • Vinifikation

    Weinbereitung. Keltern der Trauben und Vergären des Mostes.

  • Vinillo

    Spanisch für kleiner Wein, ein Wein mit wenig Alkohol, Körper und Charakter. Vinello.

  • Vino corriente

    Der spanische Kurrantwein, entsprechend dem französischen vin ordinaire, ein gewöhnlicher, alltäglicher Schoppenwein, der meist offen ausgeschenkt wird. Auch als vino común bezeichnet.

  • Vino da Taglio

    Italienische Bezeichnung für Verschnitt- oder Deckwein, meist ein tieffarbener, alkoholreicher Wein aus dem Süden des Landes, der häufig auf verschwiegenen Wegen nach Norden wandert, um dortigen Weinen Farbe und Kraft zu verleihen, was nicht ungesetzlich sein muß.

  • Vino da Tavolo

    ital. Tafelwein. Bezeichnung für einfache, aber inzwischen auch für sehr hochwertige Weine, die nicht in die Kategorien des DOC passen.

  • Vino Nobile di Montepulciano

    Die Stadt Montepulciano liegt südlich von Siena im oberen Chiana-Tal, zählt zu den schönsten der Toskana und wird als "Perle der Renaissance" bezeichnet. Die Stadt war die Heimat zweier Päpste und einer von ihnen, Paul III. Der beste Wein wurde immer für den Papst und die Kurie reserviert. Daher stammt auch der Beiname "Vino Nobile", der Wein für die Vornehmen, den Adel.

  • Vino tinto

    Spanisch: Rotwein.

  • Viño verde

    grüner Wein (portugiesisch); Portugiesischer junger Weißwein. Wird sehr jung getrunken, leicht prickelnd.

  • Vintage

    engl. Jahrgang.

  • Vite alberata

    Nach italienischer Art (häufig auch in Nordportugal) an Bäumen erzogene Weinreben, wobei der Baum als marito (Ehemann) bezeichnet wird.

  • Viti Vinicoltori Italiani di eccellenza

    Vereinigung namhafter Spitzenerzeuger italienischer Weine, deren jeweils beste Weine nach entsprechender Prüfung die nummerierte Kontrollbanderole VIDE erhalten. Auch wenn nicht alle so ausgezeichneten Flaschen einen wirklich bemerkenswerten Wein beinhalten, noch alle Spitzerzeuger der Vereinigung angehören, darf man davon ausgehend, daß so etikettierte Weine sicherlich von deutlich überdurchschnittlicher Qualität sind.

  • Viticulteur

    Französischer Ausdruck für Winzer, zumal den selbständigen. Insofern nicht immer identisch mit vigneron, der auch den unselbständigen Weinbauern oder Pächter bezeichnen kann.

  • Vitis

    Gattung der Reben, zur Familie der Rebengewächse gehörend, mit Untergattungen und zahlreichen Arten. Von einigen Hybriden abgesehen, stammen alle Weine von der in Europa beheimateten Art Vitis vinifera.

  • Voll

    Ein körperreicher Wein ist ein voller Wein; es ist also der Körper und nicht der Alkohol maßgebend.

  • Vollmundig

    voller, körperreicher Wein mit höherem Alkoholgehalt.

  • Vorklären

    Höchst wohltuende Praxis bei der Erzeugung von Weißwein, bei der man den frisch gekelterten Most ungefähr 24 Stunden stehenläßt, damit sich Trub- und Schmutzteilchen absetzen können. Um ein frühzeitiges Einsetzen der Gärung zu verhindern, benötigt man etwas Schwefel und möglichst niedrige Temperaturen. Das Vorklären wird heute, in der Regel aus arbeitstechnischen Gründen, zugunsten eines Separierens des Mostes vielfach unterlassen, das jedoch in der Regel die Qualität des späteren Weins negativ beeinflußt.

  • Vorlauf

    Ohne Anwendung mechanischen Drucks aus dem Vorentsafter oder der Kelter beim Aufschütten ablaufender Most, mitunter von besonders harmonischer Zusammensetzung und dann getrennt vom Preß- und Scheitermost eingelagert. Als Vorlauf wird im Elsaß in Marlenheim ein bekannter Roséwein aus dem Pinot noir erzeugt. In Bordeaux erzeugt man aus Vorlauf (das sog. Saigner-Verfahren) den Clairet. Vino de lágrima.

  • Vorlaufmost

    der hochwertige Mostteil, der nach dem Mahlen der Trauben ohne weiteres Pressen von der Kelter läuft.

  • Vorlese

    Mitunter vor der eigentlichen Lese durchgeführte Auslese gefährdeten Leseguts.

  • Vornehm

    Bezeichnung für einen sehr eleganten, distinguierten und hochwertigen Wein.

  • VQPRD

    frz. Vin de qualité produit dans des regions determinees. Entspricht dem deutschen Qualitätswein bestimmter Anbaugebiete (QbA).

  • VSOP

    Abkürzung von "Very Superior Old Pale" (vorzüglich, alt und hell).

  • Wachstum

    Bezeichnung für die Herkunft des Weins, gibt meist die Lage oder den Besitzer des Weinguts an. Als Weinkennzeichnung nicht mehr erlaubt.

  • Wädenswil

    Stadt im Kanton Zürich, gelegen am Zürichsee. Sitz der 1890 gegründetetn Eidgenössischen Forschungsanstalt für Obst. Wein- und Gartenbau (OWG) mit Technikum.Erster Direktor war Prof. Hermann Müller. Der Züchter, der nach im benannten Rebe Müller-Thurgau.

  • Warm

    Bezeichnung für Weine die alkoholreich sind und eine milde, weiche Art - also warme Weine - aufweissen.

  • Weck, Woscht unn Voi

    Mainzer Dreigestirn, deren Symbole an Fastnacht im Rosenmontagszug mitgetragen und im übrigen Jahr beim Frühschoppen wie auch abends in den Weinstuben konsumiert werden. Wie dem lokalen Fastnachtsschlager zu entnehmen ist, kann ein echter Meenzer ohne die drei W nicht leben.

  • Weck

    Brötchen, meistens der mit Wasser hergestellte Paarweck oder Spitzweck. Der Weck gehört zu jeder Weinprobe, um die Zunge zu neutralisieren (von Unwissenden oft fälschlich als Zuspeise verstanden, worauf sie das gefüllte Körbchen im Handumdrehen leeressen).

  • Weich

    Bezeichnung für milde und säurearme Weine.

  • Wein

    Durch alkoholische Gärung aus Traubensaft gewonnenes Getränk. Man unterscheidet Weisswein, Rotwein, Rosé Wein, Dessertwein, Schaumwein, Perlwein.
    Das, was Wein so spannend macht, ist seine Vielfalt. Man könnte ein ganzes Leben lang jeden Tag einen anderen Wein probieren und würde doch immer noch dazulernen (Hugh Johnson). Es gibt sehr viele verschiedene Traubenarten - alleine in Italien wachsen ca. 400 verschiedene Sorten -, verschiedene Verfahren, Wein zu bereiten, verschiedene Bodenarten und Hangneigungen. Und selbst Weine, die gleich genannt werden, können sehr verschieden sein: Es gibt meist viele verschiedene Winzer, die einen Wein gleichen Namens anbieten - zudem variiert die Qualität der verschiedenen Jahrgänge. Vergleicht man schliesslich einen Wein gleichen Jahrgangs, der unter demselben Etikett vom Winzer abgefüllt wurde, dann wird der Wein, wenn man ihn ein paar Monate oder Jahre liegen lässt, anders schmecken, er durchläuft verschiedene Reifestadien. Die Qualität kann selbst bei Flaschen, die der gleichen Kiste entstammen, leicht variieren
    Es ist sinnvoll, zwischen zwei Weinkategorien zu unterscheiden. Es gibt Weine für jeden Tag (‘Trinkweine’) und Weine, bei denen sich eine längere Lagerung lohnt (‘Lagerweine’). Die einen wird man jederzeit trinken können, man sollte sie nicht zu lange aufheben, sie sind ein einfacher guter Begleiter zum Essen, zu einem gutem Buch, in Gesellschaft, auf Partys... Für die anderen - zu denen fast alle der kostspieligen gehören - braucht man etwas mehr Erfahrung. Man muss sie geeignet lagern, sollte passende Gläser haben (denn Wein entfaltet sich in verschiedenen Gläsern unterschiedlich) und muss ungefähr wissen, wann ein Wein reif wird und wie lange er hält. Weinfreunde sollten weder die einen noch die anderen vernachlässigen, und nach beiden lohnt es sich zu suchen, bis man die gefunden hat, die einen überzeugen.

  • Weinbauflächen

    in ha international Nach den 1995 vom Internationalen Weinamt bekanntgegebenen Zahlen nimmt die weltweit dem Wein gewidmete Fläche aufgrund der Krise, die die grossen Weinbaugebiete in Mitleidenschaft zieht, leicht ab: beinahe 8,2 Millionen Hektar. Diese Fläche ist auf den Kontinenten ungleich aufgeteilt, da die Rebe im wesentlichen zwischen dem 35. und 50. nördlichen und dem 30. und 40. südlichen Breitengrad wächst.

  • Weinbauzone

    Die gesamte Rebfläche der EG-Länder ist in insgesamt 7 Weinbauzonen eingeteilt, für die jeweils unterschiedliche Mindestanforderungen sowie Möglichkeiten des Anreicherns und der Entsäuerung bzw. Säuerung gelten. Es sind dies die Weinbauzone A (Deutschland ohne Baden, die Beneluxländer und England); Weinbauzone B (Baden, Elsaß, Lothringen, Champagne, Jura, Savoyen und das Loiretal); Weinbauzone CIa (mittleres und südwestliches Frankreich, einschließlich Bordeaux, Burgund und nördliches Rhônetal und die nördlichen, höher gelegenen Teile der Provence sowie die Nordküste Spaniens); Weinbauzone CIb (in Italien Valle d'Aosta, das Gebiet des Valtellina, Südtirol und das Trentino sowie die Provinz Belluno im nördlichen Veneto); Weinbauzone CII (der französische Midi, die untere Rhône und Provence außer der Küstenregion zwischen Marseille und St-Tropez sowie ganz Italien südlich der Zone CIb bis einschließlich der Regionen Kampanien und Molise und das nördliche Spanien südlich der Zone CIa bis zu den mittelspanischen Scheidegebirgen bzw. dem Unterlauf des Ebro); CIIIa (die meist höher gelegenen Weinbaugebiete Nord- und Westgriechenlands sowie auf dem Peloponnes und Kreta); CIIIb (Korsika, der Süden des Départements Var und der Südosten von Pyrénées-Orientales, in Italien Apulien, die Basilicata, Kalabrien, Sizilien und Sardinien, in Griechenland die verbleibenden, wärmeren Gebiete der Ionischen und Ägäischen Inseln, außer Santorin, des Peloponnes, der größte Teil von Zentralgriechenland und Euböa sowie die Chalkidike, ferner das mittlere und südliche Spanien südlich der zur Weinbauzone CII gehörenden Gebiete). Die portugiesischen Weinbaugebiete werden erst nach einer Übergangszeit den entsprechenden Weinbauzonen zugeordnet. Es ist geplant, diese sieben Zonen durch drei (Nord, Mitte, Süd) zu ersetzen und die Mindestanforderungen in der nördlichen Zone stufenweise zu erhöhen.

  • Weinberghäuschen

    Steinbauten vielfältiger Gestaltungsform in den Weinbergen. Überwiegend aus dem 18./19. Jahrhundert stammend. Bevor es Autos mit Hänger gab, boten nur sie dem Winzer, seiner Familie, Weinbergsarbeitern und Traubenlesern Schutz vor Regen und Sonne und einen Rastplatz bei der Imbs. Vereinzelt wurden sie auch als romantischer Wachtturm mit Zinnen als biedermeierliche Laube oder, in Stadtnähe, als bürgerliche, holzverkleidete Laube erbaut.
    Eine kuriose Rarität sind dabei die vorwiegend um Flonheim und Wendelsheim stehenden Trulli (Einzahl Trullo), die es in keinem anderen deutschen Weinland gibt. In der Werbung für Rheinhessen sind sie darum teilweise als Symbol der Region abgebildet. Die Trulli sind granatenartig bis bienenkorbähnlich über kreisförmigem bis leicht ovalem Grundriß errichtet und von einem kegelförmigen Kragkuppelgewölbe überdacht. Das schönste dieser Weinbergshäuschen steht in Flonheim (Ortsteil Uffhofen) oberhalb der Rabenkanzel im Aulheimer Tälchen. Es wurde 1756 aus Flonheimer Sandstein erbaut und hat einen Vierkantknauf als Spitze. Dieses sog. Weiße Häuschen und andere sind mutmaßlich von lombardischen Steinmetzen erstellt worden, die damals in den Flonheimer Steinbrücken arbeiteten.

  • Weinbrand

    Durch Destillation aus Wein gewonnene hochprozentige Spirituose. Die Brennweine werden durch Destillation zunächst auf 52 bis maximal 86 Vol.-% Alkohol angereichert und dann in Eichenfässern gelagert, wo sie ein bis mehrere Jahre reifen. Das Qualitätsoptimum ist nach 5 Jahren erreicht. Mit destilliertem Wasser wird Weinbrand auf Trinkstärke (mindestens 38 Vol.-%) herabgesetzt. Die Farbe von guten Weinbränden soll Goldgelb bis Goldbraun sein.

  • Weinfehler

    erkennt man am schlechten Geruch oder Geschmack. Gegen bleibende Weinfehler wie Essigstich gibt es leider keine Gegenmittel, vorübergehende Weinfehler (Böckser) verlieren sich oft durch kräftiges Schwenken des Glases.

  • Weingelee

    Aus Wein, Zucker und Gelierhilfe bereiteter Gelee. Wird seit einigen Jahren von rheinhessischen Winzern als Erzgänzung ihrer Produktpalette angeboten.

  • Weingötter

    Dionysos war nur einer von vielen Göttern des Weins, auch in anderen Kulturen gibt es verblüffend ähnliche Mythen. Eine Inschrift um 2700 v.Chr., erwähnt die sumerische Gottheit Gestin, was soviel wie "Mutter Weinstock" bedeutet. Eine andere sumerische Gottheit war Pagestin-dug oder guter Weinstock. Seine Frau Ninkasi war die Dame der trunken machenden Frucht.
    Der ägyptische Weingott war Osiris, auch wenn der Wein selbst zuweilen Tränen des Horus oder Schweiss des Ra, des Sonnengottes, genannt wurde.
    Christus hat einmal gesagt: Ich bin der wahre Weinstock In der jüdischen Religion hingegen gibt es keine Verbindung zwischen Gott und Wein, und sie liess auch keine Libationen zu, also Trankopfer für die Götter, wie sie in der babylonischen, der griechischen und anderen Religionen üblich waren. Wein ist zwar im jüdischen Ritus wichtig, sein Missbrauch wird aber missbilligt.
    Die Christen unterdrückten Dionysos bzw. Bacchus, sobald ihre Religion dominierte. Das hemmungslose Treiben bei bacchantischen Festen war den frühen Kirchenvertretern ein Dorn im Auge - zumal Frauen dabei mitwirkten.

  • Weingrünmachen

    In Deutschland und überall dort, wo nach wie vor Holzfässer zur Weinbereitung verwandt werden, der spätere Wein jedoch keinen Holzgeschmack aufweisen soll, übliches Verfahren zum Entlohen neuer Fässer. Diese werden mit Säure und Lauge ausgebeizt und kräftig gewässert, um sie geschmacksneutral, weingrün zu machen. Barriques, wie sie zunehmend auch in Deutschland eingesetzt werden, werden natürlich nicht weingrün gemacht, da sie ja gerade einen Holzton an den Wein abgeben sollen.

  • Weingut

    Weinrechtlich setzt die Angabe Weingut auf dem Etikett voraus, daß der Wein ausschließlich aus Weinbergen des benannten Erzeugers stammt. Unter bestimmten Voraussetzungen darf die Abfüllung der auf dem Weingut erzeugten Weine statt als Erzeugerabfüllung auch als Gutsabfüllung bezeichnet werden.

  • Weinheilige

    Hauptsächlich werden in Rheinhessen St. Urban und St. Martin als Weinheilige verehrt. St. Martin (11. November) war schon immer einer der angesehensten Schutzpatrone der Winzer und Zecher. St. Urban (25. Mai) ist in Rheinhessen als Weinpatron am meisten verbreitet.

  • Weinlehrpfad

    Viele rheinhessische Weinbaugemeinden haben einen Weinlehrpfad angelegt. Er führt meistens über betonierte Wirtschaftswege durch die Weinberge (Rundweg). In Abständen aufgestellte Lehrtafeln erläutern die Besonderheiten der am jeweiligen Standort wachsenden Reben und der aus ihnen gewonnenen Weine. Auch alte Keller- und Weinbergsgeräte sind gelegentlich am Wege aufgestellt. Häufig sind Führungen für angemeldete Gruppen (besonders Radtouristen oder Weinkunden) möglich.

  • Weinlese

    Bezeichnung der Traubenernte.

  • Weinreben

    Die Weinrebe gehört zur botanischen Familie der Vitacee, auch Ampelidacee genannt. Diese Familie umfasst zehn Gattungen, darunter Ampelopsis, Cissus, Parthenocissus und vor allem Vitis. Obwohl andere Gattungen wie die Ampelocissus in der Lage sind, Trauben zu produzieren, ist nur Vitis für den Wein bedeutend. Vitis umfasst zwei Untergattungen: Muscadinia und Euvitis. Die Untergattung Muscadinia hat drei Sorten, alle drei aus Nordamerika stammend: Vitis munsoniana, Vitis popenaei und Vitis rotundifolia. Die Untergattung Euvitis umfasst nach der europäischen Branas-Klassifizierung 36 Sorten bzw. 37 nach der amerikanischen Bailey-Klassifizierung. Aber dies ist nicht so sehr wichtig, da sich nur ein paar Sorten als fähig erweisen, einen trinkbaren Saft zu produzieren, und nur eine -Vitis vinifera- gibt alle besten Weine auf der Welt.

  • Weinsäure

    Erwünschte, hochwertige Säure, die den größten Teil an der Gesamtsäure des Weins ausmacht, in kühlen, regnerischen Jahren jedoch im Geschmack von der harten Apfelsäure dominiert werden kann.

  • Weinsiegel

    siehe Deutsches Weinsiegel; V.D. Q.S.

  • Weinskandal

    Das Aufdecken von Weinfälschungen und Betrügereien in gewinnsüchtiger Absicht bei der Erzeugung und Inverkehrbringung von Wein, das traurigste, aber auch eines der ältesten Kapitel der Weingeschichte. Dazu gehört ebenso die Kunstweinherstellung wie der verbotswidrige Zusatz von Stoffen (etwa Diäthylenglykol, Flüssigzucker u.a.) oder Weinpanschereien, darunter die sog. Germanisierung (Deklarierung ausländischer Weine als deutsche Erzeugnisse) oder der Verschnitt mit anderen Weinen und schließlich falsche oder irreführende Angaben auf dem Etikett. Alles dieses und noch manches mehr kommt offensichtlich immer wieder vor, und es ist die Aufgabe der verschiedenen staatlichen Organe, dagegen vorzugehen und derartige kriminelle Betrügereien zu unterbinden. Die Erfahrung zeigt jedoch, daß den wirksamsten Schutz gegenüber diesen Machenschaften die fundierte Kenntnis des Weintrinkers bietet.

  • Weinstein

    Gelbliche Kristalle, die wie kleine Zuckerkrümel aussehen, eine Verbindung aus Kalium und Salze der Weinsäure (Tratrate) sind, und sich in guten Weißweinen auf dem Flaschenboden sammeln. Weinstein hat im Gegensatz zum Depot des Rotweins keinerlei Geschmackstrübung zur Folge. Bei Schaumweinen jedoch, wo dieses Phänomen ebenfalls auftreten kann, besteht die Gefahr, daß sich das Kohlendioxid mit der rauhen Oberfläche der Weinsteinkristalle verbindet, und beim Öffnen explosionsartig sich von diesen löst. Aber keine Angst, das hat lediglich den Verlust von Schaumwein zur Folge, stellt aber ansonsten keinerlei Gefahr dar.

  • Weisser Riesling

    in Deutschland gepflanzten Riesling.

  • Weissherbst

    Roséwein aus den bestimmten Anbaugebieten Ahr, Baden, Franken, Rheingau, Rheinhessen, Rheinpfalz und Württemberg, bereitet aus einer einzigen Rebsorte Qualitätswein.

  • Weissein

    Weisswein wird im Gegensatz zum Rotwein nicht aus der Maische, sondern aus dem Most vergoren. Die Maische wird direkt in die Kelter, die Traubenpresse geführt. Unter leichtem Druck wird dort der Most ausgepresst. Dabei bleibt der Trester zurück. Weisswein kann auch aus roten Trauben gekeltert werden, da die Schalen ihren Farbstoff nicht so schnell abgeben können, wie die Maische gepresst wird. Anschliessend wird der immer noch trübe Saft in Separatoren, Filter oder durch die Entfernung des Bodensatzes von Schmutz und Trübstoffen befreit. Der so vorbereitete Traubensaft wird nun in Fässern oder Edelstahltanks gefüllt, wo er zu Gären beginnen kann.

  • Wermut

    Gespriteter und mit Kräutern gewürzter Wein, dessen wichtigster Bestandteil eine südeuropäische Beifußart (Artemissa absinthium) ist. Französischer Wermut ist meist hell und trocken. Italienischer Wermut gliedert sich in Vermouth Bianco (hell und süß), Vermouth Rosso (rot und halbsüß), Vermouth Dry oder Secco (trocken) und Vermouth Amaro (halbbitter).

  • Wingert

    Mundartlich für den im vollen Ertrag stehenden Weinberg.

  • Wingertschütz

    Der rheinhessische Weinbergshüter, von der Gemeinde beauftragt und von den Winzern bezahlt. Seine Aufgabe ist es vor allem, Traubendiebstähle zu verhindern (Weinbergshut), die gefräßigen Stare zu verscheuchen und vorzeitige Lese zu verhindern.

  • Winzer

    Der Weinbauer, Erzeuger der Trauben, heute fast immer Besitzer (Eigentümer oder Pächter) eines Weingutes. Das Wort Winzer kommt vom lat. vinitor = (dieselbe Bedeutung).

  • Winzergenossenschaften

    Freier Zusammenschluß von Weinbauern auf genossenschaftlicher Grundlage zur gemeinsamen Ernte, Lagerung und zum gemeinsamen Verkauf.

  • Winzersekt

    deutscher Qualitätsschaumwein oder Sekt bestimmter Anbaugebiete, dessen Grundwein aus einem Winzerbetrieb, der den Sekt selbst herstellt. Etwa 150 Betriebe stellen in Deutschland Winzersekt mit einem Produktionsvolumen von ca. 10 Mio. Flaschen her.

  • Wuchtig

    Voller, schwerer Wein mit nachhaltigem Geschmack, körperreich

  • Würzig

    Steigerung von fruchtig. Weine mit einer natürlichen, auf Bodenbeschaffenheit und Traube beruhenden Würze. Typische Weine dieser Geschmacksrichtung sind Muskateller, Morio-Muskat und Traminer.

  • Xampán

    Spanisierte Form von Champagne, mit der früher spanische Schaumweine nach dem Champagnerverfahren bezeichnet wurden. Sie werden heute als Cava etikettiert.

  • Xérès

    Spanische und französische Bezeichnung für Sherry.

  • Xeros

    Griechisch für trocken. Bezogen auf Wein heißt also Oinos xeros trockener Wein. Die Bezeichnung entspricht den Ausdrücken asciutto, dry, sec, secco, seco.

  • Xylose

    Eine neben Glucose und Fructose im Traubenmost vorkommende Zuckerart, welche zu den Pentosen zählt

  • Yecla

    Spanisches DO-Gebiet, 26.000 ha Rebfläche, südwestlich von Valencia

  • Yquem

    Château d'Yquem in Bordeaux; eines der höchst klassifizierten Weingüter der Welt. Berühmt für seine Sauternes und seine natursüßen Weißweine. Das Château liegt zwischen Barsac und Sauternes, ca 100 ha Anbaufläche, hauptsächliche Rebsorten sind Sémillon und Sauvignon Blanc.

  • Zähringer

    Deutsche Rebenneuzüchtung für Weißwein aus Gewürztraminer und Riesling.

  • Zapfen

    Schweizer Bezeichnung für Korken.

  • Zart

    Bezeichnung für junge, frische, leichte Weine.

  • Zederholz

    Zedernholzgeruch eine Nase klassischen Bordeauxweine.

  • Zeile

    auch Rebzeile: Bezeichnung für die in Reihe gepflanzten Rebstöcke. Zeilenanbau ermöglicht die maschinelle Bearbeitung eines Weinbergs.

  • Zentrifugieren

    Die Zenrifugation ist eine harte Reinigungsmethode, die bei Qualitätsweinen nicht angewandt wird. Die häufig - und auch auf den Qualitätsweinen - angewandte Filtration ist weniger hart für den Wein, aber ihre Gegner werfen ihr vor, ohne Unterschied unerwünschte Stoffe (wie die Hefepilze) und auch andere Stoffe zu beseitigen, von denen es wünschenswert wäre, sie zu behalten.

  • Zibeben

    am Stock getrocknete Rosinen

  • Zibibo

    siehe Rebsorten

  • Zindfandler

    Österreichische Weißweinrebe, wahrscheinlich aus der Gegend um den Comer See stammend, auch Spätrot oder Roter Zinfandler, weil sich die Beeren beim Erreichen der Hochreife auf der Sonnenseite rötlich färben

  • Zinfandel

    Kalifornische Rotweinrebe, die mit der italienischen Primitivo-Rebe identisch sein soll (abgerundet, würzig dem Beaujolais ahnlicher Wein, Himbeeraroma)

  • Zucker

    Der Saft reifer Trauben enthält etwa zu gleichen Teilen Traubenzucker (Glucose) und Fruchtzucker (Fructose) (in Deutschland zusammen je nach Reifegrad und Rebsorte zwischen 120 und 250 g/l). In überreifen und edelfaulen Trauben ist mehr Fruchtzucker enthalten. Beide Zuckerarten werden ebenso wie der Rohrzucker (Saccharose), der Tafel- und Qualitätsweinen zur Erhöhung des Alkoholgehalts vor der Gärung zugesetzt bzw. mit dem die nach der Gärung zugesetzte Süßreserve "verbessert" werden darf, durch Gärung in Alkohol verwandelt. Der im Wein verbleibende mehr oder minder große Restzucker, ein Gemisch aus Trauben- und Fruchtzucker, wird als Invertzucker bezeichnet.

  • Zuckerung

    Andere Bezeichnung für Verbessern des Weines durch Zugabe von Rohrzucker (Saccharose) zum Most mit dem Ziel die Alkoholausbeute bei der Gärung zu erhöhen. Ein anderer Ausdruck dafür ist "Chaptalisieren", nach ihrem Erfinder Chaptal (1756 - 1837) genannt.

  • Zweite Gärung

    Für Champagner und einige französische Schaumweine sowie für Qualitätsschaumweine in Deutschland vorgeschriebenes Gärverfahren. Ausdruck für malolaktische Gärung.

  • Zwiwwelkuuche

    Hochdeutsch: Zwiebelkuchen. Rheinhessische Spezialität, wenn auch ursprünglich Import aus dem alemannischen Raum. Viele Varianten (kaum ein Zwiebelkuchen gleicht dem anderen, jeder Bäcker hat sein spezielles Rezept). Die Grundregel lautet: Boden aus salzigem Hefeteig, darauf kleine Speckwürfel, gedünstete Zwiebelringe und saure Sahne. Er wird ofenwarm zum Bremser gegessen und schmeckt dann köstlich

  • Zymase

    Enzyme (Fermente) der lebenden Hefezellen, mit deren Hilfe die alkoholische Gärung möglich ist. Es handelt sich um ein ganzes Enzymsystem aus aufeinander abgestimmten Einzelenzymen.

 
 
 

(c) 2011 · Sonja & Thomas Kocher · Hagacker 97 · 4588 Unterramsern · 031 765 60 39