Fossile Traubenkerne, ca 60 Mio Jahre alt, zeugen von den Vorfahren der vitis vinifera, unserer heutigen Wein-Kulturpflanze .
Wann der Mensch anfing, Wein zu kultivieren, kann jedoch nicht genau datiert werden.
In Georgien wurden mit Weinreliefs verzierte Tongefäße gefunden, die ca 8'000 Jahre alt sind. Mit dem Aufstieg der griechischen Kultur im zweiten Jahrhundert v. Ch. avancierte Wein zum Kultgetränk. Die Römer verbreiteten das Wissen vom Weinbau in ganz Europa. Im Mittelalter waren die Klöster die treibenden Kräfte im Weinbau.
1847 wurde der Siegeszug der vitis vinifera durch die Reblausplage, aus Amerika kommend, abrupt gestoppt. Als Anfang 1900 endlich ein Mittel gegen die Reblaus gefunden wurde, waren bereits viele Rebsorten vernichtet. Ungefähr 50 Rebsorten blieben erhalten.
Im folgenden einige Rebsorten kurz vorgestellt:
BARBERA
Rote, italienische Rebsorte, die vor allem in Piemont und in Teilen der angrenzenden Lombardei und Emilia-Romagna reinsortig ausgebautwird. Sie ergibt unter normalen Bedingungen einen säurebetonten, nicht zu körperreichen Wein und sollte jung getrunken werden. Es gibt auch Ausnahmeweine, die im Alter von 10-15 Jahren beachtliche Struktur und Charakter aufweisen können: der Barbera d'Alba, der Barbera d'Asti, Barbera del Monferrato, Barbera dei Colli Tortonesi, Barbera Oltrepò Pavese u.a. Der Barbera eignet sich allerdings sehr gut als Verschnittwein für säurearme Sorten. Diesen Weinen verleiht der Barbera Struktur und Rückgrat.
BLAUFRÄNKISCH
Dritthäufigste österreichische Rotweinsorte, die sich zu fast 94% im Burgenland befinden. Während aus den Gebieten Neusiedlersee und Neusiedlersee-Hügelland einige charaktervolle Blaufränkisch kommen, verdankt das Südburgendland in ganz besonderem Masse seinen Ruf seinen Blaufränkisch-Weinen. Das benachbarte ungarische Weinbaugebiet Sopron ist ebenfalls wegen seiner gehaltvollen und kernigen Blaufränkisch-Weine bekannt, und auch im berühmtesten ungarischen Rotwein, dem Egri Bikavér (Erlauer Stierblut), spielt der Blaufränkisch heute eine wichtige Rolle.
CABERNET FRANC
In Frankreich verbreitete rote Rebsorte, mit der Cabernet Sauvignon verwandt, jedoch früher austreibt und reift als dieser. Ihre Weine sind meist etwas schlanker, tanninärmer, frühreifender und eleganter als jene des Cabernet Sauvignon. Die Rebsorte bevorzugt kühlere Gegenden als der Cabernet Sauvignon, etwa in St-Emilion und Pomerol, aber auch an der Loire. Grosse Bordeauxweine wie Châteaux Cheval Blanc, Ausone, Canon, L'Evangile oder La Conseillante haben einen Cabernet franc-Anteil, der zwischen 35 und 60% liegt. An der Loire der Bourgueil, Champigny, Chinon, Saint-Nicolas-de-Bourgueil, Saumur u.a. werden Weine ganz oder grösstenteils aus Cabernet franc erzeugt werden.
Ausserhalb Frankreichs ist der Cabernet franc u.a. in Norditalien, in Kalifornien, Neuseeland, Südafrika und Südamerika ist der Cabernet franc anzutreffen.
CABERNET SAUVIGNON
Kreuzung aus CABERNET FRANC und SAUVIGNON BLANC, ursprünglich aus dem Bordeaux, dem Médoc und den Graves schlechthin - über 17000 ha sind dort mit ihr bestockt - und heute immer noch Hauptrebsorte. Sie hat das Zeug für Spitzenweine und das weltweit: Frankreich (z.B. Château Mouton-Rothschild oder Daumas-Gassac im Süden), Spanien, Italien, der Balkan, Griechenland, Österreich, Chile, Südafrika, Argentinien, Neuseeland, Australien und Kalifornnien hat sie erobert.
Der Cabernet Sauvignon treibt spät aus und reift spät. Seine Beeren sind klein, hart, dickschalig und relativ unempfindlich. Die Rebe liebt Wärme und karge Böden - die Erträge sind niedrig. Der Wein ist tieffarbig, fleischig, tanninreich und sehr langsam reifend. Auf ihrem Höhepunkt zeichnen sich ihre Weine durch Charakter, Klasse, Distinktion und Eleganz aus.
CHARDONNAY
Aus dem BURGUND stammend, verdankt sie ihren weltweiten Erfolg der Tatsache, dass sie auf vielen Bödentypen gute Qualitäten erzielt. Die berühmtesten Lagen sind: Puligny-Montrachet, Mersault, Corton-Charlemagne. Sehr gute Weine werden mittlerweile in Südtirol aus ihr gekeltert.
CHASSELAS
Weisse Rebsorte, in Deutschland (im Markgräflerland in Baden) als Gutedel bekannt. Als Chasselas ist sie jedoch die weisse Rebsorte der Westschweiz. Dort heisst sie auch Fendant, Dorin oder Perlan. Sie ergibt ausgezeichnete und höchst angenehm zu trinkende Weine. Aber auch die Spitzengewächse des Chablais um Aigle und der Lavaux - bis hin zum herausragenden Dézalay - verdeutlichen, dass diese Rebsorte unter optimalen Boden- und Klimabedingungen in der Lage ist, höchst beachtenswerte Weine hervorzubringen. Sie zählen zu den besten Weissweinen der Schweiz. Im Elsass wird der Chasselas als Verschnittwein für den Edelzwicker verwandt.
GAMAY
Herausragende Rotweinsorte in Frankreich, vor allem im Beaujolais-Gebiet, wo sie mit einem Rebflächenanteil von 88% praktisch die einzige Rebsorte ist. Auf den vorherrschenden Granit- und Lehmböden findet sie optimale Bedingungen und übertrifft an Qualität hier selbst den Pinot noir, der die kalkhaltigen Böden der Côte d'Or bevorzugt. Beide Sorten, Gamay und Pinot noir, finden sich im Bourgogne Passe-Tout-Grains und meist auch im Dôle des Wallis. Ausserhalb Burgunds findet man den Gamay in Frankreich vor allem an der Loire, zumal in der Touraine und in den östlich davon gelegenen Rotweingebieten der Côtes d'Auvergne, der Côtes du Forez, der Côte Roannaise u.a.
GEWÜRZTRAMINER
Ausgezeichnete Rebsorte, Spielart des Traminers, in Deutschland besonders an der Südlichen Weinstrasse und in Baden anzutreffen, in Österreich im Burgenland, in Niederösterreich und in der Steiermark. Darüber hinaus wird sie im Elsass, in Norditalien (Südtirol, Friuli-Venezia Giulia) und anderswo angebaut. Der Gewürztraminer sit nicht sehr ergiebig und ergibt einen ganz besonderen, ungemein würzigen, ziemlich weichen Weisswein, der stets etwas besonderes darstellt.
GRÜNER VELTLINER
Frühreifende, österreichische Weissweinsorte, ergibt leichte, spritzige Weine.
MALBEC
Sehr gute rote Rebsorte, die auch als Cot, Pressac oder Auxerrois bezeichnet wird. Der aus ihr gekelterte "schwarze Wein" (vin noir) von Cahors war weltberühmt. Da sie zum Verrieseln neigt, ist ihre Anbaufläche in Frankreich stark zurückgegangen. Im Bordeaux-Gebiet wird die Malbec-Traube als Ergänzungssorte zum Cabernet Sauvignon angebaut. Auch in anderen Teilen Südwestfrankreichs ist sie vertreten. Ihre grösste Verbreitung hat sie heute in Argentinien. Auch in Chile und Australien ist sie vertreten.
MERLOT
Hochwertige Rebsorte, die im Bordeauxgebiet eine fast ebenso bedeutende Rolle spielt wie der Cabernet Sauvignon und die vielen berühmten Rotweinen Weichheit, Frucht, Geschmeidigkeit und Charme verleiht. Die Rebsorte ist früh reifend und ergiebig, die Weine weniger adstringierend und früher reifend (oft auch nicht so haltbar) als die Weine aus der Cabernet Sauvignon-Traube. Auch ausserhalb von Bordeaux wird der Merlot verstärkt angebaut, besonders im Südwesten und dem Midi. Die schweizerischen Tessiner keltern aus Merlot einen weichen, runden Rotwein mit viel Blume und Frucht.
NEBBIOLO
Spätreifender Rotwein aus dem Piemont, ergibt tanninreiche Weine mit grossem Alterungspotential.
PINOT NOIR, SPÄTBURGUNDER, BLAUER BURGUNDER, PINOT NERO
Eine der ältesten Rebsorten der Welt, aus Burgund stammend, mittlerweile weltweit ausgebaut Inder Champagner bildet der PINOT NOIR die Basis für den Champagner.
PRIMITIVO
Die Primitivo ist wahrscheinlich mit der sehr beliebten kalifornischen Rebsorte Zinfandel identisch. Sie ergibt charakterstarke Weine mit kräftigem Alkoholgehalt und ausgeprägter Würzigkeit sowie guter Struktur. In Apulien zählt die Primitivo zu den meist angebauten Rebsorten.
RIESLING
Hauptverbreitung findet der RIESLING in Deutschland Österreich und Frankreich (ELSASS). Eine der bemerkenswertesten weissen Rebsorten, deren Herkunft im Rheintal oder aber im Gebiet der Wachau (A) vermutet wird. Als Beweis für diese Auffassung gilt, Eine der ältesten Lagen Weissenkirchens. Sie trägt den Namen Ritzling spätestens seit der 1. Hälfte des 13. Jhdts.
Heute ist der Riesling, abgesehen von der Deutschland und Österreich, im Elsass, in der Schweiz, in Norditalien, in Tschechien, im ehem. Jugoslawien, aber auch in Chile, Südafrika, Kalifornien u. Australien verbreitet. Überall liefert diese Rebsorte gute Weine, doch aus relativ kühlen Anbauzonen mit ihrer langsamen und langen Reifezeit und von schieferhaltigen oder Urgesteinsböden kommen ihre besten u. bemerkens-werten Weine. In Deutschland findet man den Riesling in allen ausgezeichneten Lagen von Rheingau, Mosel-Saar-Ruwer und Rheinhessen. Ferner findet man sie in den besten Lagen des Mittelrhein, der Nahe, der Mittelhaardt in der Rheinpfalz sowie in den Spitzenlagen Frankens, Württembergs und Badens. Riesling ist auch unter den Synonymen Weissriesling, Rhein-riesling, Riesling renano, Johannisberg Riesling bekannt. Oft wird aber auch sein guter Name missbraucht. So werden im Burgenland z.T. Weine als Riesling deklariert, die aber aus dem Welsch-riesling gewonnen werden. Bei als Riesling etikettierten neuseeländischen Weinen handelt es sich meist um den Müller-Thurgau. Ebenso ist Schwarzriesling, Frankenriesling, Mainriesling, Banater Riesling, Goldriesling, Grey Riesling u. a. kein echter Riesling. Ob es sich beim Sercial auf Madeira oder dem südspanischen Pedro Ximénez um den echten Riesling handelt, ist umstritten.
SANGIOVESE
Rote Rebsorte aus Italien, Hauptanbaugebiet ist die TOSKANA Berühmte Weine werden aus ihr gekeltert: der CHIANTI, der VINO NOBILE DE MONTEPULCIANO und der BRUNELLO DI MONTALCINO.
SAUVIGNON BLANC
Vermutlich aus dem BORDEAUX stammend, intensives Stachelbeeren-Aroma, Hauptanbaugebiet ist die LOIRE; bekannte Vertreter SANCERRE und POUILLY-FUMÉ.
SYRAH
Eine der hochwertigsten Rotweinsorten der Welt, hauptsächlich an der Rhone beheimatet Ihr australischer Name ist Shiraz.
TEMPRANILLO
RIBERA DEL DUERO UND RIOJA sind die bedeutendsten Weine, die aus ihr gekeltert werden. Qualitativ die vielleicht bedeutendste spanische Rotweinsorte, früher reifend als etwa der Garnacha (Grenache), gut im Ertrag, sehr tief in der Farbe, doch mit nicht zu hohem Zucker-, d.h. Alkoholgehalt und guter Säure, ergibt sie fein-elegante, langlebige Weine. Sie ist die Hauptrebsorte in Rioja Alavesa und hat mithin einen führenden Anteil an allen guten roten Rioja-Weinen, insbesondere in den Reserva-Qualitäten. Auch in Katalonien ist der Tempranillo verbreitet, heisst dort allerdings Ull de Llebre bzw. Ojo de Liebre. Ihre grösste Verbreitung dürfte sie in Mittelspanien, insbesondere in La Mancha haben, wo sie den Namen Cencibel führt, während sie in Ribera del Duero und in Westspanien die Bezeichnung Tinto fino führt. Insgesamt kommt sie in Spanien auf rund 40000 ha. In Portugal ist der Tempranillo unter dem Namen Tinta Roriz verbreitet. In Argentinien kommen weitere 11000 ha hinzu.
ZINFANDEL
Ursprung dieser Rebe ist unbekannt; Önologen vermuten in ihr eine Abart der süditalienischen PRIMITIVO; neben CABERNET SAUVIGNON und CHARDONNAY eine der wichtigsten Sorten KALIFORNIENS.
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