Demographie
Bei der Volkszählung im Jahr 2006 lebten zum Stichtag 7. März 4.143.279 Menschen in Neuseeland, das sind 8,4 % mehr als bei der vorhergehenden Volkszählung im Jahre 2001 und doppelt so viele wie 1956. 23 % der Bevölkerung sind nicht in Neuseeland geboren. Der Bevölkerungszuwachs in den letzten fünf Jahren geht zu etwa zwei Dritteln auf Einwanderungen zurück. Die Bevölkerungsdichte beträgt ungefähr 15 Menschen pro km² (Deutschland: 231 pro km²). Damit gehört Neuseeland zu den dünner besiedelten Ländern der Erde, wenn es auch um ein Vielfaches dichter besiedelt ist, als das Nachbarland Australien (2,6 Einwohner pro km²). Dabei verteilt sich die Bevölkerung ungleichmäßig auf die verschiedenen Landesteile. Während auf der größeren Südinsel nur gut eine Million Menschen leben und große Landesteile − wie zum Beispiel Fiordland − so gut wie unbewohnt sind, haben etwa 1,3 Millionen Personen alleine im Ballungsraum Auckland, der größten Stadt des Landes, ihren Wohnsitz. Insgesamt leben über drei Millionen Menschen auf der kleineren Nordinsel.
Das Durchschnittsalter liegt (Stand 2006) bei 35,9 Jahren. Die Geburtenrate liegt bei 14,14 pro 1000 Einwohner (Stand 2003), während im gleichen Zeitraum 7,54 Todesfälle pro 1000 Menschen zu verzeichnen waren. Durch Immigration wuchs die Bevölkerung um weitere 4,26 Personen pro 1000 Einwohner. Die Kindersterblichkeitsrate lag 2006 bei 5,76 pro 1000 Lebendgeburten, während pro Frau durchschnittlich 1,79 Kinder geboren werden (Fertilitätsrate). Die Lebenserwartung liegt bei der Geburt bei 78,32 Jahren (2003). Während Männer durchschnittlich 75,34 Jahre alt werden, erreichen Frauen im Schnitt ein Alter von 80,44 Jahren.
Neuseeland gehört mit einem Urbanisierungsgrad von 86 % im Jahr 2005 zu den Ländern mit der prozentual höchsten Stadtbevölkerung der Erde. Dabei lebt alleine in der Stadt Auckland fast ein Drittel (32 %) der Gesamtbevölkerung des Landes.
Ethnische Zusammensetzung
Den größten Teil der Bevölkerung machen Neuseeländer europäischer Abstammung, genannt Pākehā, aus. Diese Volksgruppe stammt größtenteils von den Britischen Inseln, aber auch aus Deutschland, Italien, Polen, den Niederlanden und zahlreichen weiteren europäischen Staaten und macht etwa 67,6 % der Gesamtbevölkerung aus. Die zweitgrößte Bevölkerungsgruppe bilden die polynesisch-stämmigen indigenen Einwohner Neuseelands, die Māori, denen sich 14,6 % der Bevölkerung zugehörig fühlt. Zwischen 1996 und 2006 stieg der Anteil an Asiaten mit insgesamt 9,6 % zur drittgrößten ethnischen Gruppe auf. Dabei bilden Chinesen mit 2,8 % vor Indern mit 1,7 % die Mehrheit. Die asiatische Bevölkerungsgruppe überholte bis 2001 die Gruppe von Menschen von den Pazifischen Inseln, die 2006 etwa 6,9 % der Landesbevölkerung stellen. Die meisten der Pazifischen Insulaner stammen aus Samoa, gefolgt von den Cookinseln sowie Tonga. Insgesamt sind etwa 23 % der Gesamtbevölkerung nicht in Neuseeland geboren.
(Stand: jeweils Volkszählung 2006, Anmerkung: Bei diesen Zahlen ist zu beachten, dass es in Neuseeland einer Person möglich ist, sich mehreren ethnischen Gruppen zuzuordnen, zudem wurde 2006 erstmals die Möglichkeit angeboten, sich keiner speziellen Ethnie zuzuordnen, was 11,1 % für sich nutzten.)
Religionen
In Neuseeland leben vergleichsweise viele Konfessionslose – über 24 % der Gesamtbevölkerung fühlen sich keiner Religion zugehörig. Die vorherrschende Religion ist das Christentum. Die größte christliche Konfession ist die Anglikanische Kirche mit etwa 24 %, darauf folgt die Presbyterianische Kirche mit etwa 18 %. Die drittgrößte christliche Konfession schließlich ist die Römisch-Katholische Kirche mit etwa 15 % Anteil an der Bevölkerung. Kleinere christliche Gruppierungen schließen die Methodisten mit weniger als 5 % sowie die Baptisten mit etwa 2 % ein.
Die meisten Māori sind heute Christen, zudem ist die neuseeländische Ratana-Kirche sehr beliebt. Weitere kleinere Religionsgruppen sind der Buddhismus, dicht gefolgt vom Hinduismus sowie vom Islam. Es gibt auch einige jüdische Gemeinden.
Während die anglikanische sowie die presbyterianische Kirche in den letzten Jahren an Mitgliederschwund leiden, verzeichnen die meisten anderen Kirchen Mitgliederzuwächse, meistens durch Einwanderer. Auch die Zahl der Muslime zum Beispiel erhöhte sich von 1996 bis 2001 um 74 Prozent. Die katholische Kirche ist in den Großstädten der Nordinsel bereits größte Konfession. Durch den ausgeprägten Anteil an Presbyterianern im Süden der Südinsel kann man heute noch erkennen, dass dieses Gebiet vornehmlich durch schottische Einwanderer besiedelt wurde. Die katholische Bevölkerungsmehrheit in manchen ländlichen Distrikten ist zum Beispiel in Waitakere auf Zuwanderung von Kroaten aus dem Kronland Dalmatien zurückzuführen. Die italienische katholische Gemeinde stellt aufgrund sehr starker Zuwanderung die größte Gruppe innerhalb der neuseeländischen Katholiken dar.
Relativ viele Menschen rechnen sich keiner Religion zu, zur Volkszählung 2006 waren es 24,7 Prozent, 2001 waren es 29,6 Prozent.
Sprachen
In Neuseeland genießen drei Sprachen den Status einer Amtssprache: Englisch, Māori und die Neuseeländische Gebärdensprache.
Während sowohl Māori als auch die Neuseeländische Gebärdensprache nur von einem relativ geringen Anteil der Bevölkerung verstanden oder gar aktiv verwendet werden, ist das neuseeländische Englisch die wichtigste Umgangssprache, die im Jahr 2006 von 98 Prozent der Bevölkerung gesprochen wird. Diese Varietät der englischen Sprache ist mit dem Australischen Englisch verwandt, unterscheidet sich aber von dieser durch die grundsätzlich andere Betonung einiger Vokale und Wörter, sodass Missverständnisse zwischen Sprechern des Neuseeländischen und Australischen Englisch nicht ausgeschlossen sind. Andere besondere Eigenschaften des Neuseeländischen Englisch machen der Māori-Sprache entlehnte Wörter aus, dies ist besonders in der Māori-Bevölkerung verbreitet.
Die zweite Amtssprache, Māori (Eigenbezeichnung: Te Reo Māori), verlor bis in die 1970er-Jahre immer mehr an Bedeutung, und die Anzahl der Māori-Sprecher nahm kontinuierlich ab. Am 1. August 1987 wurde Māori aber zur Amtssprache erhoben und seit dieser Zeit wird an immer mehr – öffentlichen wie privaten – Schulen Māori als Wahlfach unterrichtet, so dass auch Neuseeländer europäischer Abstammung Zugang zu dieser Sprache erhalten. Seitdem nimmt die Zahl derer, die Māori sprechen und verstehen, besonders in der Altersgruppe der drei- bis 25-jährigen, wieder zu. Insgesamt konnten 2006 nach eigenen Angaben 4,2 Prozent der Bevölkerung Māori sprechen.
Die Neuseeländische Gebärdensprache (englisch: New Zealand Sign Language; NZSL) ist seit dem 10. April 2006 ebenfalls offizielle Amtssprache und ist damit die weltweit erste Sprache für Gehörlose, die diesen Status besitzt. Obwohl sie bereits seit 1994 an speziellen Schulen unterrichtet wird und 1998 das erste Wörterbuch für die Sprache veröffentlicht wurde, betrug 2006 die Zahl der Menschen, die die Gebärdensprache beherrschten gerade einmal 0,6 Prozent. Die Anzahl gehörloser oder hörbehinderter Menschen in Neuseeland ist ungefähr doppelt so hoch.
Zusätzlich zu den drei Amtssprachen werden noch zahlreiche andere Sprachen in Neuseeland gesprochen, die von den vielen Einwanderern ins Land gebracht wurden, darunter Samoisch, Französisch, Hindi, zahlreiche Chinesische Sprachen (vor allem Kantonesisch und Hochchinesisch) und Deutsch.[1]
Es gibt in Neuseeland keinen verpflichtenden Fremdspracheunterricht, nur circa ein Fünftel aller Schüler an weiterführenden Schulen lernt eine Fremdsprache. Die beliebtesten sind Französisch, Japanisch und Deutsch
[Quelle: Wikipedia]
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