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S - Saccheromyces bis Süssreserve

SACCHEROMYCES - Bezeichnung für Hefen, die den Most in Wein umwandeln.

 

SAFTIG - Bezeichnung für Weine mit angenehmer Säure und schönen Traubenton.

 

SAINT-LAURENT - Weinbaugemeinde im Haut-Médoc westlich von Saint-Julien mit annähernd 400 ha Rebfläche, aus der zwar keine ganz großen Gewächse, doch einige sehr zuverlässige und seit einigen Jahren wieder ungeteilte Beachtung verdienende Weine kommen. Ihre bekanntesten Güter sind die Châteaux Camensac, La Tour-Carnet, Belgrave, Caronne-Sainte-Gemme, Larose-Trintaudon u.a. Ferner, vermutlich ursprünglich aus Frankreich stammende rote Rebsorte, die ungeachtet des mitunter leichten Bordeauxcharakters ihrer besseren Weine nichts mit der Stadt im Médoc gemein hat und heute besonders in Österreich anzutreffen ist, wo sie den Namen Sankt Laurent führt

 

SALMANAZAR - siehe Flasche

 

SALVAGNIN - Bezeichnung für gehobene, einheimische Rotweine aus dem schweizer Kanton Waadt. Sie bestehen entweder aus Pinot Noir oder Gamay, oder dessen Verschnitt.

 

SAMTIG - Bezeichnung für milde Rotweine, die einen geringen Tanningehalt, aber auch Ausgeglichenheit aufweisen.

 

SANCERRE - Region im Loire-Tal mit herrvorragenden Weiß- und Roséweinen, nur wenig Rotweine

 

SANGIOVESE - siehe Rebsorten

 

SANGRIA - Spritziges aus Rotwein und Citrusfruchtsaft bestehendes Erfrischungungsgetränk mit seinem Ursprung aus Spanien. Sein Ruf hat stark durch die excessiven Ausschweifungen der Ballerman-Generation gelitten.

 

SANLÚCAR DE BARRAMEDA - Kleine Hafenstadt an der Mündung des Guadalquivir am Rande des Sherry-Gebietes, von dessen Rebflächen auf besten Albariza-Böden einer der köstlichsten Likörweine Spaniens kommt, der Manzanilla. Führende Sherry-Häuser, darunter Antonio Barbadillo, Herederos de Argüeso, Hijos de R. Perez Marin, Vinicola Hidalgo u.a., haben hier ihren Sitz.

 

SAUBER - Ein Wein, an dem nach Herkunft, Behandlung und Jahrgang nichts auszusetzen ist.

 

SÄURE - Die Gesamtsäure eines Traubenmostes beträgt normal bei Weißweinsorten 6-8 g/l, bei Rotweinsorten 4-6 g/l. Sie setzt sich zusammen aus Weinsäure, Äpfelsäure sowie Milchsäure, Bernsteinsäure. Weinsäure ist das Rückgrat eines Weines. Sie prägt seinen Geschmack mit und ist mitbestimmend für seine Haltbarkeit (Lagerung). Ihr Verhältnis zum Alkoholgehalt ist neben anderen Faktoren ein wesentlicher Teil der Harmonie. Der Anteil der Weinsäure hängt auch von der Rebsorte ab. In unreifen Weinen überwiegt die Äpfelsäure. In schlechten Jahrgängen vorhandene übermäßige Säure darf in gesetzlichem beschränkten Umfang entfernt oder im Geschmackseindruck gemindert werden. Mit den Jahren baut sich die Säure auf natürlichem Wege ab. Daher sollte man Weine, die rebsortenbedingt zunächst hohe Säurewerte aufweisen (z. B. Riesling) in den ersten 1-2 Jahren noch nicht trinken, sondern ruhen lassen, bis ein harmonisches Verhältnis erreicht ist.

 

SAUERKRAUTTON - Molketon

 

SAUSER - Noch stark gärender, süss schmeckender Most; Vorstadium des Federweissen. Durch den Gärprozess entweichen grosse Mengen Kohlensäure, die den Most brausen oder sausen lassen.

 

SAUVIGNON - blanc siehe Rebsorten

 

SAVIGNY-LÈS BEAUNE - Weinort in Burgund, liefert frische, für die Bourgogne eher leichte Rotweine

 

SCHAUMWEIN - Das Wort Schaumwein wurde durch einfache Übersetzung des französischen Wortes vin mousseux vor 220 Jahren durch J.G. Herder geschaffen. Schaumwein ist im Gegensatz zu Stillwein das durch erste oder zweite Gärung aus Traubenmost, Tafelwein oder Qualitätswein gewonnenes Erzeugnis, das in geschlossenen Behältnissen bei 20·C durch Kohlensäure einen Überdruck von 3 Atmosphären aufweist.

1 hl Most enspricht etwa 8 kg gärungseigenem Kohlensäuregas.

Schaumwein wird in drei verschiedenen Verfahren produziert:

1. Vergärung des Mostes in geschlossenen Behältern ohne Zuckerung bei nur einer Gärung zu Schaumwein.

2. Vergärung des fertigen Weines durch Zusatz von Zucker und Hefe zu Schaumwein. Diese 2. Gärung erfolgt in der Flasche oder in Großbehältern.

3. Zusatz von Kohlensäure (Impägnierverfahren)

Das Deutsche Weingesetz definiert

a) Deutschen Schaumwein als einen Wein mit mindestens 3 Atmosphären Überdruck.

b) Deutscher Qualitätsschaumwein muß mindestens 9 Monate gelagert haben und nach behördlicher Qualitätsprüfung eine amtliche Prüfnummer tragen.

c) Deutschen Qualtätsschaumwein b. A. aus 100% Wein aus einem der 13 deutschen Weinbaugebiete hergestellt

Hinweis auf Flaschengärung dürfen erst nach 6-monatiger Lagerung des Weins auf dem Hefebett so bezeichnet werden.

 

SCHEU, Georg 1879 (Krefeld) - 1949 (Alzey). Begründer der Rebenzüchtung (Rebenselektion und Kreuzungszüchtung) sowie der Pflanzgutversorgung in Rheinhessen, erfolgreichster deutscher Rebenzüchter. Langjähriger Leiter der späteren Landesanstalt für Rebenzüchtung in Alzey. Versuchsreihen um Rebsorten zu finden, die in Qualität und Ertrag beständig sind. Zu diesem Zweck Kreuzung bereits bekannter Rebsorten. Die 1954 in das Sortenregister eingetragene Scheurebe erinnert besonders an sein Wirken. Weitere Züchtungen: Siegerrebe, Faberrebe, Kanzler, Huxelrebe, Regner, Würzer, Septimer.

 

SCHIAVA - (Vernatsch) siehe Rebsorten

 

SCHILLERWEIN - Württembergische Weinspezialität, für die Rot- und Weißwein zusammen gekeltert werden.

 

SCHIOPPETTINO - Die seltene, autochtone Sorte aus dem Friaul ergibt einige vorzügliche Weine.

 

SCHNUDEDUNKER - Trinkt gerne dort mit, wo es ihn nichts kostet. Er dunkt soi Schnud in´s Gläsje (in sterilem Hochdeutsch: Er bringt seine Lippen kostend mit dem Wein im Probierglas in Kontakt).

 

SCHÖNEN - Seit Urzeiten bekannte, traditionelle Methode zur Klärung und heute vor allem zur Stabilisierung von Wein, dem man dabei im Faß bestimmte Bestandteile zusetzt, die sich als Trub oder Bodensatz zusammen mit den im Wein schwebenden und diesen trübenden Partikeln niederschlagen und ihn dadurch klären bzw. mit deren Hilfe man den Wein vor neuerlichen Eintrübungen und dem vorzeitigen Verderben schützt. Als Zusatz werden die verschiedensten Substanzen benutzt, wie Eiweiß, Hausenblase (gereinigte und getrocknete Schwimmblase des Hausen, Stör oder Wels), Gelantine, Bentonit u.a. In einigen Fällen finden auch Chemikalien Verwendung, wie etwa Kaliumferrocyanid bei der Blauschönung, wenn der Wein zu viel Eisen oder Kupfer enthält; in diesem Fall nimmt er dann vorübergehend eine hellblaue Farbe an. Fast alle Weine der Welt werden auf irgendeine Art geschönt, obwohl etliche Spitzenerzeuger auf derartige Methoden verzichten.

 

SCHOPPEN - Maß für einen halben Liter. Beim Wein aber ist manches anders, besonders in Rheinhessen. Wer hierzulande einen Schoppen bestellt, dem setzt man nicht etwa einen halben Liter (0,5l) vor, sondern nur 0,4l.

 

SCHOPPENSTECHER - Ein typischer Mainzer Begriff für einen Weintrinker, der in einer der vielen Weinstuben ab Einbruch der Dämmerung seine Nase in eine Mainzer Stange, das für Schoppenweine übliche Weinglas, hineinsteckt (woher der Ausdruck Schoppe steche kommt).

 

SCHOPPENSTECHERPREIS - Eine Miniaturnachbildung eines neben dem Schönborner Hof in Mainz stehenden Schoppenstecher-Standbildes, geschaffen von Heinz Schaubach. Wurde erstmals 1973 von der Stadt Mainz und wird seit 1983 vom Rheinhessenwein e.V. für besondere Verdienste um den rheinhessischen Wein vergeben.

 

SCHWANZ - Tritt ein auffälliger Nachgeschmack beim Probieren eines Weines auf, so nennt man dies einen Schwanz.

 

SCHWEFEL - Ein Element, das im Weinbau in verschiedenen Formen Verwendung findet. Einmal besprüht oder bestäubt man damit Reben zum Schutz vor Pilzkrankheiten. Fässer werden im Keller mit Schwefelgasen sterilisiert. Auch zur Haltbarmachung des Weins wird Schwefel seit altersher verwandt. Somit werden je nach Jahrgang, Art, Qualitätsstufe, Süße dem Wein in verschiedenen Stadien seiner Erzeugung oder Lagerung kleinste Mengen Schwefeldioxid (SO2) beigegeben um ihn gesund und lagerfähig zu erhalten, um Braunwerden und die Entwicklung krankheitserregender Mikrooragnismen zu verhindern und um sich geschmacklich, seinen natürlichen Bedingungen entsprechend, optimal zu entwickeln. Dies kann bislang ebenso wenig ohne Schwefel wie durch ein zuviel an Schwefel erreicht werden, d.h. die zugefügte Gesamtmenge an SO2 muß so gering wie möglich gehalten werden; Qualitätsbewußte Erzeuger wie auch der EU-Kommission versuchen den Schwefelgehalt im Wein weiter zu verringern. Gegenwärtig sind in der EU noch 160 mg/l für Rot- bzw. 210 mg/l für Weiß - und Roséweine an Gesamt-SO2-Gehalt zulässig (bei Diabetikerweinen jeweils maximal 150 mg/l), wobei Weine mit mehr als 5 g/l Restzucker je nach Qualitätsstufe zwischen 210 und 400 mg/l enthalten dürfen.

 

SCHWER - Beschreibung für alkoholreiche Weine mit viel Extrakt.

 

SCHWUND - Sinken des Flüssigkeitsspiegels bei längerer Lagerung im Fass oder in der Flasche. Wenn der Luftraum in der Flasche mehr als zwei Finger hoch ist, müssen wertvolle Weine, die noch länger gelagert werden sollen, mit dem gleichen Wein aufgefüllt und neu verkorkt werden.

 

SEC - trocken, bei Champagner meist Brut genannt

 

SECCO - Bezeichnung für trocken

asciutto = extra trocken; secco= trocken; semisecco = halbtrocken, amabile = halbsüss, dolce = süss; abboccato = ganz leicht süss

 

SEKT - Alkoholisches Getränk aus zweifach vergorenem Wein. Herstellung: Jungem Wein wird Hefe und die Fülldosage zugesetzt. In der nachfolgenden Reifung bekommt der Sekt seine begehrte feinperlige Kohlensäure. Reifung in Grossraumbehältern (preisgünstigeres Verfahren) oder Flaschen.

 

SÉLECTION DES GRAINS NOBLES - hochkarätige Elsässer Beeren- oder Trockenbeerenauslese mit mindestens 110 Grad Öchsle aus Riesling, Muscat, Gewürztraminer und Pinot gris.

 

SELECTION - Rheinhessen Seit dem Jahrgang 1992 gib es auf Grund einer Initiative des Weinbauverbandes Rheinhessen eine neue Qualitätskategorie rheinhessischer Weine. Selection Rheinhessen sind Weine mit regionaler Eigenart und von höchstem Niveau auch im internationalen Wettbewerb. Es sind Weine aus alten Reben und klassischen Rebsorten, die von Hand ausgelesen werden. Selectionsweine tragen zusätzlich zum Deutschen Weinsiegel einen mit diesem verbundene Vignette

 

SEMISECCO - Bezeichnung für halbtrocken

asciutto = extra trocken; secco= trocken; amabile = halbsüss, dolce = süss; abboccato = ganz leicht süss

 

SEPARIEREN - Klären des - meist - weißen Mostes nicht durch Absetzenlassen (Vorklären), sondern mittels Verwendung von Großraumschleudern (Separatoren) oder zum Abzug des vergorenen Weins von der Hefe. Zwar ist die Klärung auf diese Weise gründlicher, doch empfinden Verfechter des traditionellen Weinbaus das Separieren mit Recht als zu weit gehenden physikalischen Eingriff, da damit neben dem Trub auch wertvolle Inhaltsstoffe dem Most bzw. Wein entzogen werden. Die Weine erhalten dadurch häufig eine merkwürdige, glatte Eleganz.

 

SFURSAT VALTELLINA DOC - Charakteristisch fur diesen Wein ist die besondere Vinifikation: Die Trauben werden nach der Lese bis Dezember/Januar auf Holzgittern getrocknet, sie schrumpfen dabei wie Rosinen, der Zucker und die Aromen konzentrieren sich. Der aus diesen Trauben gekelterte Wein ist vollmundig und hat einen intensiven, vielfältigen Duft. Er passt zu saftigen Braten oder lasst sich als Nachtischwein aus grossen Gläsern bedachtsam geniessen. Im kühlen Keller liegend aufbewahrt kann der Sfursat gut altern.

Trauben: 100% Nebbiolo (Chiavennasca). Farbe: Tiefes Granatrot. Bouquet: Intensiv und sehr charakteristisch. Geschmack: Charaktervoll, warm, rundlich und zart. Trinktemperatur: 18 bis 20 Grad. Empfehlung: Den Wein drei bis vier Stunden vor dem Trinken entkorken

 

SHERRY - Der berühmteste spanische Wein, der in der Umgebung der südspanischen Stadt Jerez wächst. Man unterscheidet drei Hauptsorten: Amontillado, Fino und Oloroso. Da die Flaschen nach dem sogenannten Solerasystem aus Fässern von Weinen verschiedener Jahrgänge gefüllt werden, gibt es keine Jahrgangssherrys.

 

SHIRAZ - siehe Rebsorten

 

SILVANER - siehe Rebsorten

 

SLVA - Staatliche Lehr- und Versuchsanstalt für Landwirtschaft, Weinbau und Gartenbau mit Sitz in Oppenheim. Gegründet am 31. Juli 1895 als Großherzoglich-Hessische Wein- und Obstbauschule. Die SLVA ist eine staatliche Dienstleistungseinrichtung mit den Schwerpunkten Ausbildung (Berufsbildende Schule: bis zur Meisterprüfung, ebenso Erwachsenenbildung durch Weinseminare), umweltorientierter Weinbau, Versuchswesen, Fragen der Mengenbegrenzung und Rationalisierung im Weinberg, neue Methoden der Gärführung im Keller, Reblausbekämpfung, Beratung der rund 8000 Betriebe mit Wein- und Obstbau, modernes Marketing. Der SLVA sind Staatsweingut/Weinbaudomäne angeschlossen. stahlig: Steigerungsform für rassige, nervige Weine, die noch eine anhaltende feste und säurebetonte Art besitzen. Ursprünglich verstand man darunter Weine die außer Rasse einen metallischen, stahligen Geschmack hatten.

 

SOAVE - Berühmter, frischer und leichter Weißwein aus Verona

 

SOLERA - bei der Sherry-Produktion übliches Verfahren, den natürlichen Schwund im Faß eines alten Sherrys durch Sherry jüngerer Jahrgänge auszugleichen, so daß am Ende ein Jahrgangsverschnitt entsteht.

 

SOMMELIER - Der Weinkellner, oft auch Kellermeister.

 

SOMMERSCHNITT - Ausdünnen von Fruchtständen an der Rebe, um die Menge zu reduzieren und die Qualität zu steigern.

 

SPÄTLESE - Einerseits Traubenlese nach Abschluß der Hauptlese, die anmeldepflichtig ist. Die Trauben sind in der Regel reifer als zum Zeitpunkt der Hauptlese und ergeben einen höherwertigen, gehaltvolleren Wein (Spätlese u.a.). Anders als in Deutschland dürfen in Österreich Ausleseweine nur aus spätgelesenen Trauben erzeugt werden. Mit der Freigabe der Lese 1993 ist zwar einerseits das Qualitätsbewußtsein der Winzer gefordert, andererseits aber auch dieses überkommene System, das es ohnehin in keinen Qualitätsweingebiet in Europa in dieser Form gab, abgeschafft worden. Damit bleibt der Begriff Spätlese, ohne definierte Aussage über die Lese, allein eine gesetzlich definierte Qualitätsstufe für aus einem bestimmten Traubengut erzeugten Wein, die sog. Spätlese. Sie gehört in Deutschland zur Gruppe der Qualitätsweine mit Prädikat und bildet die nächsthöhere Stufe nach den Kabinettweinen. Das Mindestmostgewicht - für Rieslinge von Mosel, Ahr und Mittelrhein nur 76°, an der Nahe 78° Oechsle - liegt in der Regel je nach Anbaugebiet und Rebsorte zwischen 85° und 95° Oechsle. Die Moste dürfen nicht angereichert werden und vergären von Natur aus in der Regel vollständig, obwohl immer noch viele von ihnen mit dem Zusatz von Süßreserve in den Handel gebracht werden (Restzucker). Eine österreichische Spätlese muß ein Ausgangsmostgewicht von mindestens 19° KMW (entspricht 94° Oechsle) aufweisen, während eine eventuelle Restsüße nur durch Gärungsunterbrechung oder durch Zusatz von angegorenem Most derselben Lesart (mit mindestens 5% vol. tatsächlichem Alkohol) erreicht werden darf.

Auch in anderen Ländern wird vielfach die späte Lese zur Erzeugung alkoholreicher und häufig natursüßer Weine praktiziert. Im Elsaß werden diese Weine z.T. als Vendange tardive, in Kalifornien als Late harvest etikettiert.

Die Entdeckung der Spätlese wird dem Zufall zugeschrieben. Der Lesebeginn wurde früher von den Grundherren festgesetzt. Diese mußten wiederum von den Pächtern verständigt werden, sobald die Trauben reif geworden waren, damit er einen Aufsichtsbeamten schicken konnte, der Lese und korrekte Ablieferung überwachte. Dieser erteilte auch die Leseerlaubnis. Bisweilen wurden auch Weintrauben von einem Kurier zur Güteverwaltung gebracht, um die Entscheidung einzuholen. Im Jahre 1775 habe sich der von Schloß Johannisberg im Rheingau entsandte Kurier verspätet und sei bei der Verwaltung in Marburg so eingetroffen, daß die Lese erst 14 Tage später als üblich beginnen konnte. Sie ergab, durch den Botrytispilz verursacht, einen vorzüglichen Wein.

 

SPIEL - …man sagt, der Wein hat Spiel. So wird ein nunancenreicher, würziger, reifer, eleganter Wein mit pikanter Säure charakterisiert, dessen Inhaltsstoffe geruchlich und geschmacklich fein aufeinander abgestimmt sind.

 

SPITZ - Weine mit einer aufdringlichen, einseitig hervortretenden Säure werden spitz genannt. Es sind meist Weine aus sehr unreifen Trauben. Abhängig ist dies vom Säuregehalt, der bei jeder Traubensorte anders ausfällt. Bei einfachen Qualitätsweine, bei denen diese Beeinträchtigung auftritt, weisen einen Säureanteil meist über 8 ‰ auf. Längere Flaschenreife baut diesen Eindruck etwas ab. Man spricht dann von säurereichen Weinen.

 

SPRITTEN - Zusetzen von hochwertigen Branntweinen vor allem bei Südweinen, um die Gärung zu unterbrechen, möglichst viel Süße zu erhalten und die notwendigen Alkoholgrade zu erreichen.

 

SPRITIG - Ein Weinfehler, der bei sehr alkoholreichen Weinen (oft über 14 Vol.-%) auftreten kann. Dieser Wein hat dann einen geruch, als wäre ihm (in deutschland verbotenerweise) Sprit (Hochprozentiger Alkohol) zugesetzt worden. Dieser Geruch überdeckt dann andere Bukettstoffe des Weins. siehe auch brandig.

 

SPRITZIG - Bezeichnung für frische, meist junge Weine, die lebendige Säure aufweisen. Sie zeichnen sich oft durch einen oft etwas erhöhten Kohlensäuregehalt aus, der aber nicht sihtbar, wie bei moussierenden Weinen ist, sondern nur leicht auf der Zunge "bitzelt". Alkohol- und Extraktstoffgehalt sind relativ zu anderen weinen gering. es ist eine angenehme Frische, die viele Weinlieberhaber schätzen. ein solcher Wein sollte jung getrunken werden, da er mi der Lagerung diese Spritzigkeit verliert. Dies ist natürlich keine qualitätsmindernde Eigenschaft, sondern der Wein verfügt nun über eine angenehme Reife.

 

SPUNDEKÄS - Ein Evergreen unter den rheinhessischen kleinen Gerichten zum Wein. Als Spezialität auf fast allen Speisekarten der Weinstuben und der Gutsschänken zu finden. Der Spundekäs besteht aus Frischkäse (Weichkäse), angemacht mit Salz, Pfeffer, rotem Paprika und Zwiebeln, er wird mit trockenem Brot oder Salzgebäck (besonders Laugenbrezeln) gereicht. Die ursprüngliche Form war die eines spitz zulaufenden, gedrehten Faßstopfens (mit dem das Spundloch des Weinfasses verschlossen wurde). Dieser heißt in Rheinhessen Faßspundloch, woher der Name des Spundekäs stammt.

 

 

STAABDROGGE - Mundartlich für einen extrem trockenen Wein (so trocken, daß er staubt, staubtrocken). Ähnlich Forzdrogge.

 

STAHLIG - Steigerungsform für rassige, nervige Weine, die noch eine anhaltende feste und säurebetonte Art besitzen. Ursprünglich verstand man darunter Weine die außer Rasse einen metallischen, stahligen Geschmack hatten.

 

STAHLTANK - Seit den fünfziger Jahren wurde das traditionelle Holzfass zunehmend durch Stahltanks (mit Innenverkleidung aus Glasemaille oder Kunststoff) oder Edelstahlbehälter verdrängt. Ihre Hauptvorteile: einfachere Reinigung und die damit verbundene Hygiene. Zudem lassen sich verschiedene Weinarten nacheinander im selben Behälter einlagern, was beim Holzfass nicht möglich ist. Schwund und Gasverlust sind praktisch ausgeschlossen. Der Wein bleibt viel länger frisch als im Holzfass. Stahltankbehälter können in allen erdenklichen Grössen hergestellt werden, Volumen von über 100.000 Litern sind heute keine Seltenheit mehr.

 

STAUBIGER - Österreichischer Ausdruck für einen jungen Wein mit leichter Trübung nach dem Sturm.

 

STEILLAGE - Weinberg mit einem Gefälle von mehr als 20 %. In kühleren Regionen nutzt man die Hangneigung aus, um eine raschere und intensivere Bodenerwärmung durch die Sonneneinstrahlung zu erhalten. Weine aus Steillagen sind oft gehaltvoller und fruchtiger. Die Bewirtschaftung ist aber bedeutend aufwendiger, da der Mechanisierung Grenzen gesetzt sind. Die Erosion wird nach Möglichkeit durch Querzeilung und Terrassierung herabgesetzt.

 

STICKEL - Haltepfosten im Weinberg aus Holz, Metall (verzinkter Stahl), Kunststoff oder Beton. Zwischen den Stickeln sind die Drähte gespannt, an welche die Rebtriebe angeheftet werden.

 

 

STILLWEIN - Laut Definition des Internationalen Weinbauamtes ein Wein nach Beendigung der Gärung, aus dem sich keine Kohlensäure mehr entwickelt. Dagegen steht der Perlwein und der Schaumwein.

 

STOPPEN - Abbrechen der Gärung durch Schwefeln oder Kühlen.

 

STRAUßENWIRTSCHAFT - In rheinhessischen Straußwirtschaften schenkt der Winzer selbst erzeugten Wein aus. Dies darf er nach vorheriger Anzeige höchstens an vier zusammenhängenden Monaten im Jahr, die auch in zwei zusammenhängende Zeitabschnitte aufgeteilt werden dürfen. Es dürfen nur einfach zubereitete Speisen verabreicht werden (Spezialitäten zum Wein). Ein solcher Ausschank ist meistens durch einen Kranz, Strauß oder ein ähnliches Zeichen und eine Tafel erkennbar gemacht. Ihr Alter ist ungewiß. Bei Publius Syrus findet sich um 45 v. Chr. eine Erwähnung solcher Schankstätten selbsterzeugten Weines. In Rheinhessen wird Karl der Große gerne als ihr Begründer angesehen.

 

STRAVECCHIO - Bezeichnung für sehr alt die man vornehmlich auf Etiketten von Destillaten (Grappa) und manchmal vom Vin Santo antrifft. Oft sind es Getränke, die ein Verschnitt verschiedener Jahrgänge sind und im Solera-System gereift werden. Da bei dieser Lagerungsmethode die älteren Fässer immer wieder mit jungem Wein aufgefüllt werden, ist nicht deutlich, wie alt tatsächlich der älteste Wein im Solera ist.

 

STÜCK- Altes Rheingauer Faß mit 1200 l Inhalt; in alten und qualitätsbewußten Weingütern zusammen mit dem Halbstück (600 l) gebräuchlich.

 

STURM - Österreichische Bezeichnung, für Most der bereits weitgehend zu Wein durchgegoren ist.

 

SUPER TUSCANS - oder Supertoskaner Rote Spitzenweine aus der Toskana, entstanden in den späten siebziger Jahren aus der zugelassenen roten Sangiovese-Rebe sowie anderen, per Gesetz nicht zugelassenen Sorten wie Cabernet Sauvignon, Merlot, Syrah und Pinot noir, zudem im Barrique, statt in grossen Fässern, gereift. Damit waren sie keine DOC-Weine, sondern Vini da Tavola, das heisst Tafelweine.

 

SUPERIORE - Italienische Bezeichnung für DOC-Weine, die für qualitativ hochwertiger gehalten werden als eine Normalabfüllung, da sie gesetzlich über einen höheren Mindestalkoholgehalt (meistens ein Prozent) verfügen müssen. Zusätzlich werden diese Weine einer obligatorisch längeren Reifezeit, entweder im Fass, in der Flasche oder einer Kombination von beiden, unterzogen. Die gesetzliche Auflagen implizieren eine höhere Beerenreife und deshalb einen höheren Alkoholgehalt in diesen Weinen, was (zumindest theoretisch) als Qualitätsgarantie angesehen wird.

 

SUR LIE - Siehe Vin sur lie

 

SÜSS - offiziell erlaubte Geschmacksbezeichnung zur Süße des Weins. In Deutschland und Österreich gebräuchliche Bezeichnung für einen relativ hohen Gehalt an Restzucker im Wein. Nach dem EU-Weingesetz ist dies ein Wein mit zumindest 45 g/l und ein Schaumwein mit mehr als 50 g/l Restzucker. Weitere Bezeichnugen sind lieblich, halbtrocken und trocken.

 

SÜßRESERVE Bezeichnung für jenen Zusatz von unvergorenem (in Österreich angegorenem) Traubenmost, durch den Weine im allgemeinen einen mehr oder weniger großen Restzuckergehalt aufweisen und der ihnen eine liebliche bis süße Geschmacksrichtung gibt, wie dies bei ungezählten deutschen und - seit dem letzten Weinskandal nur noch wenigen - österreichischen Weinen der Fall ist. Bei Tafel- und Qualitätsweinen darf diese Süßreserve durch Zusatz von Zucker im gleichem Umfang wie der Grundwein "verbessert" werden, so daß allen gegenteiligen Beteuerungen zum Trotz eine Teilsüßung des Weins unmittelbar durch Zuckerzusatz erfolgen kann. Die Süßreserve gilt rechtlich nicht als Verschnitt, sie wird aber auf die übrigen Fremdanteile im Wein (Jahrgang, Sorten, Lage) insoweit angerechnet, als diese heute zusammen nicht mehr als 25% ausmachen dürfen. Es gibt eine ganze Reihe von Gründen, warum man dem Wein Süßreserve zusetzt, nämlich einmal um kleine Fehler oder Schwächen im Wein zuzudecken, zum anderen um dem unkundigen Weintrinker die vorhandene Säure milder erscheinen zu lassen und schließlich um eine höhere Reife und Qualität des Weins zu suggerieren. Keiner dieser Gründe kann den qualitätsbewußten Weintrinker überzeugen, zumal er weiß, daß in ihrer Jugend harte und aggressive Weine genau wie herausragende Bordeaux-Weine altern müssen, um auf ihrem Höhepunkt getrunken zu werden. Süßreserve ist im Zusammenhang mit Weinkultur ein unbekannter Begriff, wohingegen ein natürlicher Zuckerrest, der nach natürlichem Gärende im Wein unvergoren zurückgeblieben ist, einigen Rieslingen gut anstehen mag - ohne jedermanns Geschmack sein zu müssen.

 

 

 

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